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Szenenanalyse Nathan der Weise 1. Aufzug/1. Auftritt

Titel: Szenenanalyse Nathan der Weise 1. Aufzug/1. Auftritt

Referat / Aufsatz (Schule) , 2013 , 4 Seiten , Note: 13,0

Autor:in: Tobias Bergemann (Autor:in)

Didaktik für das Fach Deutsch - Erörterungen und Aufsätze
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bei Nathan der Weise handelt es sich um ein dramatisches Gedicht, das 1779 von Gotthold
Ephraim Lessing verfasst und am 14. April 1783 in Berlin uraufgeführt wurde. Das Stück lässt
sich der literarischen Epoche der Aufklärung zuordnen. Hintergrund des Dramas war eine
religiöse Auseinandersetzung mit dem Hamburger Pastor Johann Melchior Goeze, die dazu
führte, dass gegen Lessing ein Publikationsverbot für all seine Werke, die das Gebiet der
Religion umfassen, verhängt wurde. In Reaktion auf diesen Streit schrieb Lessing das Drama
Nathan der Weise und versuchte dort seine Vorstellungen über die Kirche und den
Gottesglauben zu integrieren. Die Ringparabel mit der Frage nach der „wahren Religion“
steht hierbei im Mittelpunkt der Handlung. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Handlung und Dialogstruktur

2.1 Dialogphasen der ersten Szene

2.2 Charakterisierung der Figuren

2.3 Funktion der Exposition

3. Formale Aspekte des Dramas

4. Fazit und religionsphilosophischer Kontext

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit analysiert die erste Szene von Gotthold Ephraim Lessings "Nathan der Weise" im Hinblick auf ihre dramaturgische Funktion und die Charakterisierung der Protagonisten. Dabei wird untersucht, wie Lessing den zentralen Religionskonflikt und das Motiv der Aufklärung innerhalb des Dialogs zwischen Nathan und Daja etablieren und in den Kontext seines historischen Publikationsverbots einordnen konnte.

  • Strukturelle Analyse der Dialogphasen
  • Psychologische Charakterisierung von Nathan und Daja
  • Untersuchung der Expositionsfunktion für den Handlungsverlauf
  • Einordnung in das klassische Drama nach Freytag
  • Auseinandersetzung mit der "wahren Religion" und dem Motiv der Lüge

Auszug aus dem Buch

Charakterisierung der Figuren in der ersten Szene

Betrachtet man die detaillierte Charakterisierung der Figuren, so lässt sich feststellen, dass schon zu Beginn des Dramas die positiven Eigenschaften vom Kaufmann Nathan hervorgehoben werden. Dieser ist ein erfolgreicher, jüdischer Geschäftsmann, der keinen großen Wert auf materielle Dinge legt. So reagiert er sehr gelassen auf die Nachricht, dass sein Haus abgebrannt sei und erklärt gleichgültig, dass man eben einfach ein Neues bauen werde (Z. 20/21). Zudem betrachtet er seinen Reichtum nicht als eigenen Verdienst, sondern ist überzeugt davon „Natur und Glück“ (Z.45) hätten ihm zu diesem verholfen. Dafür wird deutlich, dass er ein sehr fürsorglicher und liebender Vater ist, da er sich über die Nachricht, dass sich seine Tochter Recha in dem brennenden Haus befand, zutiefst erschrocken zeigt (Z. 25-31).

Nach dieser Nachricht, begegnet er Daja im weiteren Gespräch sehr emotional und aufgewühlt und fragt überschwänglich nach dem Retter Rechas („Wer war das? wer? – Wo ist er?/Wer rettete mir meine Recha? wer?“, Zeile 115/116). Desweiteren verhält er sich sehr spendabel gegenüber Daja, wie diese in den Zeilen 71/72 anmerkt: „So seid ihr nun!/Wenn ihr nur schenken könnt! nur schenken könnt!“. Es stellt sich jedoch heraus, dass diese Großzügigkeit nicht nur seinem freundlichen Charakter zuzuordnen ist, sondern durchaus auch einen weiteren Hintergrund hegt. Er kauft sich dadurch Dajas Schweigen, weil er befürchten muss, dass er Recha verliert, wenn herauskommt, dass diese eine Christin und somit gar nicht seine leibliche Tochter ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in den historischen Hintergrund des Dramas und die Umstände des Publikationsverbots für Lessing.

2. Handlung und Dialogstruktur: Detaillierte Betrachtung der vier Dialogphasen zwischen Nathan und Daja sowie Analyse der Charakterzüge beider Figuren.

3. Formale Aspekte des Dramas: Einordnung des Stücks in das klassische Dramenmodell nach Gustav Freytag unter Berücksichtigung von Metrik und Gattungsmerkmalen.

4. Fazit und religionsphilosophischer Kontext: Zusammenführende Analyse des Religionskonflikts als Kernbotschaft Lessings und der Motivation für das verfasste Werk.

Schlüsselwörter

Nathan der Weise, Gotthold Ephraim Lessing, Aufklärung, Religionskonflikt, Ringparabel, Dramenanalyse, Charakterisierung, Jerusalem, Kreuzüge, humanistische Ideale, Expositionsanalyse, dramatisches Gedicht, religiöse Toleranz, Tempelherr, Daja

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der ersten Szene von Lessings "Nathan der Weise" und beleuchtet die inhaltlichen wie formalen Aspekte des Dramenbeginns.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Charakterisierung von Nathan und Daja, die Analyse der Dialogführung, die Funktion der Exposition sowie die religionsphilosophische Einordnung.

Was ist das primäre Ziel der Analyse?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Lessing durch die Inszenierung des Dialogs subtil seine Aufklärungsideale vermittelt und den Religionskonflikt thematisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine textimmanente Analyse der dramatischen Szene, unterstützt durch werkgeschichtliche Kontexte und gattungstheoretische Einordnungen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der vier Dialogphasen, die Analyse der Figurenpsychologie sowie die formalästhetische Einordnung in das klassische Drama.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Aufklärung, Religionskonflikt, Dramenanalyse und humanistische Ideale charakterisieren.

Warum versucht Nathan, Dajas Schweigen durch Großzügigkeit zu erkaufen?

Nathan handelt aus Sorge um seine Beziehung zu seiner Ziehtochter Recha; er fürchtet, dass der Kontakt zu ihr abbrechen könnte, sollte ihre wahre christliche Herkunft aufgedeckt werden.

Wie unterscheidet sich die Religionsauffassung von Nathan und Daja?

Während Nathan eine rationale, diesseitsorientierte und tolerante Weltsicht vertritt, wird Daja als streng gläubige Christin dargestellt, die dem Judentum eher ablehnend gegenübersteht.

Welche Funktion hat die erste Szene innerhalb des gesamten Dramas?

Sie dient als Exposition, die den Ausgangspunkt der Handlung markiert und gleichzeitig das zentrale Geheimnis um Rechas Herkunft für den Leser andeutet.

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Szenenanalyse Nathan der Weise 1. Aufzug/1. Auftritt
Hochschule
St.-Anna-Gymnasium, München  (St.-Anna-Gymnasium, München)
Note
13,0
Autor
Tobias Bergemann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
4
Katalognummer
V270867
ISBN (eBook)
9783656626824
ISBN (Buch)
9783656626831
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nathan der Weise Analyse Interpretation Szenenanalyse 1. Akt 1. Szene 1. Auftritt 1. Aufzug Lessing Religion
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Bergemann (Autor:in), 2013, Szenenanalyse Nathan der Weise 1. Aufzug/1. Auftritt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270867
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Leseprobe aus  4  Seiten
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