Scheidung heute: Folgen für Scheidungskinder


Studienarbeit, 2010
18 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Definition Scheidung

Scheidungsfaktoren & Auslöser
Warum häufen sich Scheidungen?
Phasen der Trennung
Nutzen und Kosten einer Ehe

Die Kinder tragen die Last
Reaktionen & Folgen
Loyalitätskonflikte
Die Versorgerperson
Erwachsene Scheidungskinder- Die Langzeitfolgen..

Hilfe und Beratung
Literaturverzeichnis
Abbildungsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis

Einleitung

In den nächsten Seiten geht es um die Ehescheidung und insbesondere die Folgen für Kinder. Doch erst mal werden wichtige Fakten zu diesem Thema präsentiert um überhaupt zu verstehen, was es sich mit einer Scheidung auf sich hat und warum es so gegenwärtig in unserer heutigen Gesellschaft ist. Im mittleren Teil wird dann der Aspekt der Folgen für die Kinder dargestellt um schließlich Hilfen und Beratungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Um die Frage zu beantworten warum die Scheidungsrate in den letzten Jahren stetig gewachsen ist, ist es wichtig zu wissen, dass die Ehe als Beziehungsform immer noch sehr attraktiv ist. Umfragen bestätigen, dass sie von vielen jungen Menschen als sehr wichtig empfunden und auch für eine lebenslange Konstitution gehalten wird (vgl. Bodenmann, S.12f). Wiederverheiratungsstatistiken zeigen auch, dass selbst geschiedene Menschen sich mehrmals verheiraten. 2008 betrug die Zahl der Zweitehen 63.183 von 377.055 Eheschließungen (Statistisches Bundesamt). Jede dritte Ehe wird in Deutschland geschieden. Der Unterschied zu früher und heute ist in den Statistiken deutlich zu erkennen. Während sich 1964 von über 500.000 Eheschließungen ca. 56.000 Eheleute scheiden ließen, ließen sich 2008 von ca. 380.000 Eheschließungen über 190.000 Leute wieder scheiden. In Deutschland liegt die Scheidungsrate zurzeit bei 40-50% (Statistisches Bundesamt2006). Früher wurde mehr geheiratet und weniger geschieden. Und heute heiraten weniger Menschen, doch es lassen sich mehr scheiden. 2008 wurden 150.200 minderjährige zu Scheidungskindern.

Definition Scheidung

Die Ehescheidung wird durch ein Gerichtsurteil festgelegt. Bedingung, Durchführung und Folgen der Scheidung sind im Bürgerlichen Gesetzbuch als Teil des Familienrechts festgelegt. Die Voraussetzung ist ein Anwalt, der den schriftlichen Antrag auf Scheidung beim Familiengericht vorlegt. Das Familiengericht urteilt nach dem Zerrüttungsprinzip. „Eine Ehe kann geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Die Ehe ist gescheitert, wenn die Lebensgemeinschaft der Ehegatten nicht mehr besteht und nicht erwartet werden kann, dass die Ehegatten sie wiederherstellen“ (§ 1565 Absatz 1 Satz 1 BGB). In der Vergangenheit wurde nach dem Schuldprinzip geurteilt. Doch da die Frage nach dem Schuldigen viele unangenehmen Antworten bringen kann, gibt es ein Gesetz, dass Trennungszeiten beinhaltet, das dem Gericht beim Urteil hilft. Somit sollen mögliche Schlammschlachten vermieden werden. Es gibt vier verschiedene Trennungszeiten, nach denen beurteilt wird, ob eine Scheidung möglich ist:

- Das Ehepaar lebt mindestens drei Jahre lang getrennt (§ 1566 Absatz 2 BGB).
- Das Ehepaar lebt mindestens ein Jahr lang getrennt und ist sich einig, dass die Ehe geschieden werden soll (§ 1566 Absatz 1 BGB).
- Das Ehepaar lebt mindestens ein Jahr lang getrennt und die Ehe ist gescheitert (§ 1565 Absatz 1 BGB).
- Die Ehegatten leben weniger als ein Jahr getrennt, aber die Fortsetzung der Ehe würde für den Antragsteller eine unzumutbare Härte bedeuten (§ 1565 Absatz 2 BGB).

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, steht einer Ehescheidung nichts im Wege. Jedoch gibt es eine Kinderschutzklausel die besagt, dass die Ehe trotz des Scheiterns nicht geschieden werden darf, wenn das Bestehen der Ehe im Interesse der minderjährigen Kinder notwendig ist. Außerdem gibt es noch eine Ehegattenschutzklausel. Die besagt, das unter außergewöhnlichen Umständen, die Aufrechterhaltung der Ehe, zugunsten des Antragsgegners entschieden werden kann. Aufgrund dessen, dass die Scheidung für den Antraggegner eine unzumutbare Härte bedeuten würde. Somit könnte in Ausnahmefällen eine Ehescheidung nicht durchgeführt werden (§ 1565 BGB). Bevor die Scheidung durchgeführt werden kann, müssen aber erst mal die Scheidungsfolgesachen geklärt werden, auch Scheidungsverbund genannt. Dieser Scheidungsverbund dient dazu, schwächeren Ehegatten zu helfen, die Interessen der Kinder zu schützen und den Ehegatten die Auswirkungen einer Scheidung zu verdeutlichen. Zu den Folgesachen gehören der Ehegattenunterhalt, der Kindesunterhalt, die Verteilung von Ehewohnung und Hausrat und die Ansprüche aus dem ehelichen Güterrecht. Folgesachen müssen nicht per Gerichtsurteil geklärt werden. Genauso das Sorgerecht. Nur wenn ein Ehegatte gesondert einen Antrag stellt, werden diese Folgesachen dem Gericht vorgeführt (§ 623 ZPO). Ansonsten können sie unter den Eheleuten vereinbart werden.

Scheidungsfaktoren & Auslöser

Warum häufen sich Scheidungen?

Es gibt verschiedene Antwortmöglichkeiten auf die Frage warum sich so viele Menschen scheiden lassen. Eine Antwort wäre die Wertewandlung der Gesellschaft und die veränderte Situation der Frau. Im Gegensatz zur Vergangenheit ist es heute keine Schande mehr sich scheiden zu lassen. Auch durch die verbesserten Ausbildungsmöglichkeiten sind Frauen selbstbewusster und können für sich selbst sorgen. Sie sind nicht mehr von ihren Männern abhängig und von den Fesseln der Gesellschaft losgelöst. Der Stereotyp der typischen Hausfrau und Mutter ist über Bord geworfen. Sie sind angestellte-oder selbstständige Arbeiterinnen und übernehmen sogar Führungspositionen. Vor allem in Industrieländern liegen die Scheidungsziffern sehr hoch z.B. lag die Scheidungsziffer in der Schweiz 1998 bei 41% (vgl. Matter, 1999, S.57 f). Auch die Erleichterung der Scheidungsgesetze ist ein möglicher Grund für die hohen Scheidungszahlen. Doch das Problem, was gelöst werden muss, liegt eher in der Instabilität dieser Beziehungsform (Bodenmann, 2005, S.46). Es ist die traurige Wahrheit, dass der Alltag und die Routine viele Beziehungen zerstört. Verstärkererosion ist ein wichtiger Begriff um diese Tatsache näher zu erklären. Damit ist gemeint, dass das anfänglich neue und faszinierende mit der Zeit langweilig und uninteressant wird. Und dadurch Paare sich von ihrer Beziehung abwenden und neue Herausforderungen suchen. Es ist auch von der Verminderung der Verstärkerwirksamkeit die Rede, wenn positive Ereignisse immer verfügbar sind und somit an Bedeutung verlieren. Das öffnet die Tür zu den Vorphasen einer Scheidung (vgl. Bodenmann, S.73).

Phasen der Trennung

Es gibt Vorphasen einer Trennung. Die erste Phase zeichnet sich durch das Erkennen von Schwächen des Partners und die Enttäuschung darüber aus. Doch es wird als nicht weiter dramatisch empfunden und versucht darüber hinweg zu sehen. Es besteht noch Hoffnung doch im weiteren Verlauf nimmt die Desillusionierung zu. Die zweite Phase ist die emotionale Distanzierung. In dieser Stufe intensivieren sich der Ärger und der Schmerz über die Partnerschaft. Erste Gedanken der Trennung können hier Auftreten. Wenn versuche der Verbesserung scheitern, beginnt die emotionale Distanzierung zum Partner/ zur Partnerin. Es werden immer weniger Zärtlichkeit, Wünsche und Bedürfnisse geäußert und nur noch negatives von der Beziehung erwartet. In der letzten Phase, der tiefgreifenden emotionalen Entfremdung, überwiegen Schmerz und Trauer und Gedanken der Trennung sind sehr präsent. Die Beziehung ist gescheitert und es wird darauf hingearbeitet die Ehe zu beenden. Häufig verlaufen diese Phasen schleichend und ohne das dass Paar diese bemerkt. Letztendlich führen dann bestimmte Ereignisse zu der Scheidung (vgl. Bodenmann, S.47). Am häufigsten genannte Trennungsgründe sind: Untreue, Alkoholprobleme, Belastung der Partnerschaft durch finanzielle Probleme und Aggressionen und Gewalt zwischen den Ehepartnern (vgl. Bodenmann, S.62 f). Es gibt verschiedene Umstände, die häufig bei geschiedenen vorzufinden sind. Das Alter bei der Eheschließung ist eher ungünstig wenn man unter 20 und über 30 ist. Eine voreheliche Schwangerschaft führt zu einer verfrühten und unüberlegten Heirat aufgrund des sozialen Drucks und dem Einfluss der Verwandten. Dadurch wird die Intensivierung der Paaridentität verhindert, da die Zweierbeziehung durch ein Kind zur Dreierbeziehung erweitert wird. Und das bringt andere Belastungen mit sich. Oft kommt auch dazu, dass die frisch gebackenen Eltern ihr Leben selbst noch nicht im Griff haben und dadurch z.B. auch finanzielle Probleme hinzu kommen können (vgl. Bodenmann, S 52). Kinderlosigkeit ist bei geschiedenen Paaren häufig zu beobachten. Denn bis ins Schulalter können Kinder eine stabilisierende Wirkung auf eine Ehe haben. Denn solange die Kinder die elterliche Zuneigung am nötigsten haben, raufen sich viele zusammen. Auch unterschiedliche wünsche bezüglich der Kinderplanung kann der Auslöser für eine Scheidung sein (vgl. Bodenmann, S.50 f). Wie schon erwähnt spielt auch die Berufstätigkeit der Frau eine wichtige Rolle. Wenn die Frau finanziell Unabhängig ist, sind die Barrieren zu einer Scheidung niedriger, als bei einer Frau die nicht Berufstätig ist. Somit lassen sich auch die hohen Scheidungszahlen in Industrieländern erklären. Wenn Frau oder Mann zu Karriereorientiert sind, wird sich das mit der Zeit negativ auf die Beziehung auswirken, da sie dann weniger Zeit für die Beziehung und auch die Kinder haben (vgl. Bodenmann, S.53 f). Neben den aufgezählten Umständen, gibt es auch einen Umstand der als wichtige Barriere gezählt wird, die Religionszugehörigkeit. Für die heutige Jugend ist die Religion zwar nicht mehr so bedeutsam, doch spielt es in vielen anderen Kulturen noch eine wichtige Rolle und führt zu Bedenken ob eine Scheidung wirklich die Richtige Lösung für Ehekonflikte ist (vgl. Bodenmann, S.54).

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Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Scheidung heute: Folgen für Scheidungskinder
Hochschule
SRH Fachhochschule Heidelberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V270922
ISBN (eBook)
9783656631156
ISBN (Buch)
9783656631125
Dateigröße
414 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
scheidung, folgen, scheidungskinder
Arbeit zitieren
Nadine Leykam (Autor), 2010, Scheidung heute: Folgen für Scheidungskinder, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/270922

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