Die Gustav-Heinemann-Schule ist eine Förderschule des Landkreises X mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung mit einer Abteilung für motorische und körperliche Entwicklung. Als Schule unterliegt sie dem Träger des Lands X.
Sie wird in regulär vier aufeinander aufbauenden Stufen eingeteilt: Grundstufe, Mittelstufe, Hauptstufe und Berufsorientierungsstufe. In einigen Fällen beginnen die Schüler/innen dort schon mit einer A(ufnahme)- und B(eobachtungs)stufe. Allerdings werden diese Stufen nicht auf die Vollschulzeit angerechnet.
Im Schuljahr 2013/2014 werden 14 Klassen mit insgesamt 97 Schüler/innen beschult. Pro Klasse sind es somit 6-8 Schüler/innen. Zurzeit gibt es drei Grundstufen, fünf Mittelstufen, zwei Hauptstufen und vier Klassen in der Berufsorientierungsstufe. Die Klassenkonstellation ist heterogen und möglichst altersgleich. Das Kollegium besteht aus 25 Lehrer/innen, 10 Erzieher/innen, 3 Referendar/innen und einem Fachlehrer. Zwei der Erzieher/innen haben eine Psychomotorikausbildung und können somit psychomotorische Anwendungen anbieten.
Unterstützt wird der Unterricht durch 14 Bundesfreiwilligendienstleistende bzw. Eingliederungshilfen, so dass mindestens eine Doppelbesetzung gewährleistet ist. Die Bundesfreiwilligendienstleistende bzw. Eingliederungshilfen werden entweder vom CBF-Darmstadt oder von der Lebenshilfe gestellt.
Der Personalschlüssel ergibt sich aus den teilweise erheblichen körperlichen sowie geistigen Beeinträchtigungen der Kinder.
Inhaltsverzeichnis
1. Beschreibung der Institution
2. Besonderheit der Zielgruppe
3. Erkennbare theoretische Orientierung der Arbeit in der Institution
4. Auswirkungen der institutionellen, personellen und klientenbedingten Faktoren auf das pädagogische Geschehen
5. Beschreibung der eigenen Tätigkeit
6. Erkannte Probleme und spezifische Lernerfahrung
7. Perspektiven für die Zukunftsorientierung
8. Literaturverzeichnis
9. Anhang
9.1. Genehmigung des Blockpraktikums Modul 70
9.2. Bescheinigung des Blockpraktikums Modul 70
9.3. Praktikumsbeurteilung
9.4. Lern-/ und Förderziele für das Heilpädagogische Reiten/Voltigieren
Zielsetzung & Themen
Der vorliegende Praxisbericht dokumentiert die Erfahrungen während eines vierwöchigen sozialpädagogischen Praktikums an der Gustav-Heinemann-Schule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung. Ziel ist es, die institutionellen Rahmenbedingungen sowie die Wirksamkeit tiergestützter pädagogischer Angebote bei der Förderung beeinträchtigter Kinder zu reflektieren und Ansätze für eine optimierte Elternarbeit und institutionelle Vernetzung zu entwickeln.
- Strukturanalyse einer Förderschule für geistige Entwicklung
- Einsatz und pädagogische Relevanz tiergestützter Interventionen (Pferd und Hund)
- Herausforderungen in der sonderpädagogischen Unterrichtsgestaltung und Differenzierung
- Reflektion der Elternarbeit und interdisziplinäre Zusammenarbeit
Auszug aus dem Buch
Erkannte Probleme und spezifische Lernerfahrungen
Meine Anleiterin ermöglichte mir Einsicht in die Akten der Schüler/innen dieser Klasse. Ich habe festgestellt, dass die Elternarbeit oftmals problematisch abläuft.
Ein Schüler der Klasse fehlte beispielsweise im vergangenen Jahr so häufig, dass rechtliche Schritte gegen die Eltern eingeleitet wurden. Seit den Sommerferien war er nun wieder regelmäßig in der Schule, doch ab der dritten Woche meines Praktikums kam er nicht mehr zu Schule, anfänglich noch durch ein ärztliches Attest entschuldigt, die weiteren sechs Schultage unentschuldigt. Aus gemeinsamen Gesprächen mit den beiden Lehrerinnen ging hervor, dass sich der Kontakt als sehr schwierig darstellt bzw. durch Vorwürfe der Lehrer/innen belastet ist. Dies macht sich in sofern deutlich, dass beispielsweise Vorschläge über therapeutische Maßnahmen von Lehrer/innen seitens der Eltern abgelehnt wurden. Ich hatte leider nicht die Möglichkeit, die Eltern kennenzulernen und deren Sichtweise zu beurteilen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Beschreibung der Institution: Darstellung der Struktur, des Personalschlüssels und der pädagogischen Ausrichtung der Gustav-Heinemann-Schule.
2. Besonderheit der Zielgruppe: Beschreibung der heterogenen Schülerschaft mit verschiedenen körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen sowie deren unterschiedliche soziale Hintergründe.
3. Erkennbare theoretische Orientierung der Arbeit in der Institution: Erläuterung des sonderpädagogischen Förderplans und der theoretischen Grundlagen für den Einsatz von Pferden und Hunden als therapeutische Medien.
4. Auswirkungen der institutionellen, personellen und klientenbedingten Faktoren auf das pädagogische Geschehen: Analyse der Herausforderungen bei der Umsetzung eines homogenen Unterrichts bei hoher individueller Diversität.
5. Beschreibung der eigenen Tätigkeit: Überblick über die Aufgabenbereiche während des Praktikums, von der Unterrichtsbegleitung bis hin zur Mitwirkung bei der tiergestützten Pädagogik.
6. Erkannte Probleme und spezifische Lernerfahrung: Reflektion über die schwierige Elternarbeit und die Notwendigkeit einer besseren Vernetzung zwischen Schule, Elternhaus und externen Fachkräften.
7. Perspektiven für die Zukunftsorientierung: Zusammenfassende Bewertung der Praktikumserfahrungen und Ausblick auf mögliche zukünftige berufliche Ansätze im Bereich der tiergestützten Pädagogik.
8. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Literatur.
9. Anhang: Beifügung formaler Dokumente wie Genehmigungen und Beurteilungen.
Schlüsselwörter
Gustav-Heinemann-Schule, geistige Entwicklung, Förderschule, tiergestützte Pädagogik, Heilpädagogisches Reiten, Schulhund, Unterrichtsbegleithund, sonderpädagogische Förderung, Elternarbeit, Inklusion, Unterstützte Kommunikation, Schulsozialarbeit, Schulpflicht, Förderplan, Praxisbericht.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in diesem Bericht grundsätzlich?
Der Bericht behandelt das sozialpädagogische Praktikum an der Gustav-Heinemann-Schule und legt den Fokus insbesondere auf die tiergestützte Pädagogik als Fördermittel für Kinder mit geistiger Behinderung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Schulstruktur der GHS, die spezifischen Anforderungen an die Zielgruppe, der Einsatz von Pferden und Hunden sowie die Herausforderungen der Eltern-Lehrer-Kooperation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Dokumentation und Reflektion der Erfahrungen in der sonderpädagogischen Praxis, insbesondere in Bezug auf die Wirksamkeit tiergestützter Maßnahmen und die notwendige Optimierung schulischer Unterstützungssysteme.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Der Autor stützt sich auf teilnehmende Beobachtung im Schulalltag sowie auf die Analyse institutioneller Konzepte und einschlägiger Literatur zum therapeutischen Reiten und zur Hundegestützten Pädagogik.
Was wird im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der direkten Arbeit mit den Schülern, den therapeutischen Effekten der Tierinteraktion und den strukturellen Problemen in der Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Tiergestützte Pädagogik, geistige Entwicklung, sonderpädagogische Förderung und Elternarbeit sind die prägenden Begriffe des Berichts.
Welche Bedeutung hat das "Pferd" als Medium in der Institution?
Das Pferd dient als ganzheitliches Medium zur Förderung von Motorik, Wahrnehmung und Selbstständigkeit, wobei das Gefühl des Getragenwerdens zur Entspannung und Stressreduktion beiträgt.
Warum wird der Einsatz eines Schulhundes kritisch beleuchtet?
Neben den positiven Effekten für das Wohlbefinden wird betont, dass ein Hund spezifische Charaktermerkmale sowie eine gesundheitspräventive Überwachung benötigt, um sicher im Unterricht eingesetzt werden zu können.
Welche Rolle spielt die "Unterstützte Kommunikation" (UK)?
UK ist für Schüler, die nicht über eine Lautsprache verfügen, ein essentielles Werkzeug, um am Unterricht teilzunehmen und grundlegende soziale Interaktionen durch Gebärden oder Hilfsmittel zu ermöglichen.
Welchen Lösungsvorschlag bietet der Autor für die Elternarbeit?
Der Autor schlägt den Einsatz von Schulsozialarbeitern vor, die als neutrale Instanz zwischen Lehrpersonal und Eltern vermitteln und bei erzieherischen Fragen oder Anträgen beratend unterstützen können.
- Quote paper
- Laura Sudheimer (Author), 2013, Sozialpädagogisches Blockpraktikum, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271048