Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit dem Edikt von Fontainebleau vom 18. Oktober 1685 und seinen unmittelbaren Folgen. Dabei wird zunächst auf die Vorgeschichte jenes Ediktes eingegangen und die Ursachen geklärt. Der Part der Gegenreformation ist hierbei bewusst ausführlich geschildert, da dieses Thema für das grundlegende Verständnis der daraus resultierenden Politik Ludwigs XIV. von großer Wichtigkeit ist.
Auch bedeutsam erscheinen das Edikt von Nantes und die persönlichen Gründe Ludwigs.
Der zweite Teil dieser Arbeit beschäftigt sich dann mit dem eigentlichen Hauptthema, dem Edikt von Fontainebleau. Dabei werden die wichtigsten inhaltlichen Aussagen zunächst zitiert und dann zusammengefasst. Dies bildet den Grundstein für die nachfolgenden Untersuchung zu den Folgen jenes Beschlusses.
Nach einem kurzen Überblick werden die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen erläutert. Den sozialen Wirkungen wird dabei eine besondere Bedeutung beigemessen, obgleich die gesamte Darstellung zu diesem umfangreichen Thema besonders in dieser Passage durch das Problem unzureichender Quellen nur grob bearbeitet werden konnte.
Zum Schluss folgt lediglich ein kurzes Fazit, da die Schilderungen selbsterklärend sind. Auf die Aktualität des Themas wird verzichtet, weil die Folgen sich lediglich auf die Zeit unmittelbar nach dem Edikt von Fontainebleau beziehen.
Wichtig zu erwähnen sei noch, dass in der Arbeit stets von den Begriffen “Protestanten“, “Reformierten“ und “Hugenotten“ die Rede ist, die selbstverständlich alle dieselbe Bedeutung haben, ebenso wie „Ludwig XIV.“ und „Ludwig“.
Die Hauptquelle stellt das Werk „Der Exodus der Hugenotten. Die Aufhebung des Edikts von Nantes 1685 als europäisches Ereignis“ von Heinz Duchhardt dar. Das Buch Arno Herzigs „Konfession und Heilsgewissheit. Schlesien und die Grafschaft Glatz in der Frühen Neuzeit“, obgleich es sich nicht auf Frankreich bezieht, enthält wichtige und allgemeine, gebietsübergreifende Ausführungen, sodass es als Quelle herangezogen werden konnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie kam es zum Edikt von Fontainebleau? - Die Zeit vor 1685
2.1 Die Zeit der Gegenreformation
2.2 Das Edikt von Nantes
2.3. Die Revokation des Ediktes von Nantes – Gründe Ludwigs XIV.
3. 18. Oktober 1685 – Das Edikt von Fontainebleau
4. Die Umsetzung und die Durchsetzung des Ediktes von Fontainebleau - und die Reaktionen und Folgen
4.1 Die Umsetzung und die Durchsetzung im Überblick
4.2 Die Reaktionen und die Folgen – sozial
4.3 Die Reaktionen und die Folgen – wirtschaftlich und politisch
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert das Edikt von Fontainebleau vom 18. Oktober 1685, untersucht dessen historische Hintergründe, die Absichten Ludwigs XIV. sowie die unmittelbaren sozialen, ökonomischen und politischen Folgen dieses Erlasses für die Hugenotten und den französischen Staat.
- Vorgeschichte der Gegenreformation und die Bedeutung des Edikts von Nantes
- Motive Ludwigs XIV. für die Revokation des Edikts
- Inhaltliche Analyse der elf Punkte des Edikts von Fontainebleau
- Soziale Auswirkungen: Fluchtbewegungen, Kryptoprotestantismus und Identitätsverlust
- Ökonomische und politische Konsequenzen der Hugenottenverfolgung
Auszug aus dem Buch
2.3 Die Revokation des Ediktes von Nantes – Gründe Ludwigs XIV.
Als der als Sonnenkönig bekannte Ludwig XIV. an die Macht kam und ab 1661 regierte, änderte sich die Politik gegenüber den Reformierten deutlich. Verantwortlich dafür war ein Bündel von Faktoren, von denen einige hier erläutert werden sollen.
Ein sehr wichtiger Grund war die Tatsache, dass Frankreichs außenpolitischer Spielraum im Jahre 1685 größer als seit Langem war und neue, weitreichende Projektionen und Weichenstellungen möglich wurden. Die Kriegsgefahr schien gebannt, sodass die Hugenotten für die Mobilisierung eines möglichen Kriegseinsatzes - das einzige Argument, das sie schützte - nicht mehr von Bedeutung waren.
Auch der Französisch-Holländische Krieg von 1672 verschärfte die antiprotestantische Haltung. Die Calvinisten galten als reich und arrogant – diese Grundhaltung wurde auch auf die Reformierten im eigenen Land übertragen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema des Edikts von Fontainebleau ein, skizziert den methodischen Aufbau und definiert die verwendeten Begrifflichkeiten.
2. Wie kam es zum Edikt von Fontainebleau? - Die Zeit vor 1685: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung der Gegenreformation und die Bedeutung des Edikts von Nantes bis hin zu den Motiven Ludwigs XIV. für dessen spätere Aufhebung.
3. 18. Oktober 1685 – Das Edikt von Fontainebleau: Hier werden die zentralen Punkte des Edikts zitiert und zusammengefasst, um die Intentionen des Königs und die restriktiven Maßnahmen gegen die Hugenotten zu verdeutlichen.
4. Die Umsetzung und die Durchsetzung des Ediktes von Fontainebleau - und die Reaktionen und Folgen: Dieses Kapitel untersucht die praktische Anwendung des Edikts, die sozialen sowie die wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen der Verfolgung.
5. Fazit: Das Fazit bewertet das Edikt von Fontainebleau als politischen und wirtschaftlichen Fehlschlag, der Frankreich langfristig eher schadete als nutzte.
Schlüsselwörter
Edikt von Fontainebleau, Ludwig XIV., Hugenotten, Gegenreformation, Edikt von Nantes, Religionsfreiheit, Absolutismus, Revokation, Konvertierung, Flucht, Kryptoprotestantismus, Wirtschaftspolitik, Frankreich, Verfolgung, Reformierte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Aufhebung des Edikts von Nantes durch das Edikt von Fontainebleau im Jahr 1685 unter König Ludwig XIV.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themen umfassen die Geschichte der Gegenreformation, die Hintergründe der französischen Religionspolitik und die direkten Folgen der Aufhebung für die Hugenotten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Beweggründe Ludwigs XIV. zu analysieren und die Auswirkungen seiner antiprotestantischen Politik auf die Gesellschaft und Wirtschaft Frankreichs aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, insbesondere unter Verwendung des Werkes von Heinz Duchhardt, um das Ereignis historisch einzuordnen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Wortlaut des Edikts sowie die daraus resultierenden sozialen Reaktionen, wie Flucht, Zwangskonvertierung und Kryptoprotestantismus.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Absolutismus, Religionskonflikt, Edikt von Fontainebleau und Hugenottenverfolgung geprägt.
Warum wird im Dokument so viel Wert auf die Gegenreformation gelegt?
Das Kapitel ist entscheidend, um die allgemeine politische Ausrichtung der katholischen Kirche und Ludwigs XIV. im 17. Jahrhundert zu verstehen.
Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf das Edikt von Fontainebleau?
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Edikt ein absoluter Fehlschlag war, da es weder die erhoffte religiöse Homogenität brachte noch wirtschaftlich vorteilhaft war.
- Arbeit zitieren
- L Se (Autor:in), 2011, Das Edikt von Fontainebleau und die Folgen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271455