Die Arbeit handelt von einer der einflussreichsten Frauen des frühen Mittelalters, Adelheid von Burgund (931-999). Angefangen bei ihrer Biographie (Entführung, Vermählung, Tod ihres ersten Gatten, Befreiung), geht es des Weiteren um ihren Werdegang als Gemahlin Ottos I. und Königin sowie später als Kaiserin (dort besonders um die Krönungszeremonie). Überdies werden ihre Spielräume als Herrscherin näher beleuchtet (Interventionen in Urkunden etc.)und es wird die Frage beantwortet, ob, und in welchem Ausmaße sie regiert hat.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Adelheids Leben als Königin
3. Der Weg auf den Kaiserthron
4. Handlungsspielräume einer consors regni
5. Fazit
6. Quellen- und Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Leben und Wirken von Adelheid von Burgund im Kontext der ottonischen Herrschaftsstrukturen, mit dem Ziel, ihre politische Rolle als Kaiserin und Mitregentin sowie ihre Handlungsspielräume zu analysieren.
- Biographische Analyse von Adelheids Werdegang zur Kaiserin
- Die Bedeutung der Kaiserkrönung und der consors regni-Formel
- Interventionstätigkeit und politische Einflussnahme im Alltag
- Die Funktion der Kaiserin als Vermittlerin, Beraterin und Erinnerungsstifterin (Memoria)
- Der Quellenwert zeitgenössischer biographischer und historiographischer Schriften
Auszug aus dem Buch
3. Der Weg auf den Kaiserthron
Da der König von Rom seit den Karolingern als Anwärter für die Kaiserwürde galt, und Otto außerdem im Jahr 955 einen großen Sieg über die Ungarn auf dem Lechfeld davon tragen konnte, durfte er wenig später den Titel „der Große“ tragen und zog für die Kaiserkrone mit seiner Frau Adelheid nach Italien.
Die Krönung Ottos und Adelheids am 2. Februar 962 in der Peterskirche gilt als „die erste sicher bezeugte Krönung einer Kaiserin im Abendland.“ Nicht nur die consors regni Formel war ein neuer Bestandteil des sächsischen Königshauses, auch verdichtete sich das Konzept einer Dynastie hin zu einem Kaiserhaus. Das heißt, dass nicht Otto alleine das Kaisertum übernahm, sondern es ein Kaiserhaus gegeben hat - ebenfalls eine italienische Tradition - wiederum durch Adelheid übermittelt. Beide empfingen während der Krönungszeremonie in Rom den Segen des Papstes Johannes und Adelheid wurde zur imperatrix augusta konsekriert, wofür im Vorhinein „in Anlehnung an einen älteren westfränkischen Ordo eigens ein liturgisches Formular für die Krönung der Kaiserin geschaffen [wurde], das sie zur Teilhaberin an der Kaiserwürde machte.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der ottonischen Königinnen ein und definiert den biographischen Ansatz sowie die Quellengrundlage zur Person Adelheid von Burgund.
2. Adelheids Leben als Königin: Dieses Kapitel behandelt Adelheids Herkunft, ihre erste Ehe in Italien sowie ihren Aufstieg im Kontext politischer Machtkämpfe und ihrer Idealisierung durch zeitgenössische Biographen.
3. Der Weg auf den Kaiserthron: Hier wird die Bedeutung der Kaiserkrönung von 962 analysiert, insbesondere die Einführung neuer ritueller Formen und die Etablierung Adelheids als Teilhaberin an der Kaiserwürde.
4. Handlungsspielräume einer consors regni: Das Kapitel untersucht die politische Einflussnahme Adelheids durch Interventionen, Beratung und ihre Rolle im Bereich der Memoria und diplomatischen Vermittlung.
5. Fazit: Die Ergebnisse werden zusammengefasst, wobei Adelheid als einflussreiche politische Akteurin gewürdigt wird, deren Wirken die Einbindung der Königin in die Reichspolitik maßgeblich prägte.
6. Quellen- und Literaturverzeichnis: Auflistung der herangezogenen Primärquellen sowie der wissenschaftlichen Forschungsliteratur.
Schlüsselwörter
Adelheid von Burgund, Ottonen, Kaiserkrönung, consors regni, Mittelalter, Kaiserin, Handlungsspielräume, Intervention, Memoria, Vermittlung, Herrschaftsrechte, Odilo von Cluny, Thietmar von Merseburg, Politische Teilhabe, Reichspolitik.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle der Adelheid von Burgund als bedeutende ottonische Herrscherin und analysiert ihren politischen Einfluss im Hochmittelalter.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der biographische Weg Adelheids, die Bedeutung ritueller Krönungszeremonien und die Ausgestaltung politischer Handlungsspielräume durch Königinnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es zu ergründen, wie Adelheid ihre Stellung als Mitregentin an der Seite Ottos des Großen legitimierte und aktiv zur Gestaltung der Reichspolitik beitrug.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein biographischer Ansatz gewählt, der durch die Auswertung zeitgenössischer historiographischer Quellen und moderner Forschungsliteratur gestützt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Adelheids Leben als Königin, die Analyse ihrer Kaiserkrönung sowie die detaillierte Betrachtung ihrer verschiedenen Aufgabenfelder wie Beratung, Vermittlung und Memoria.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Adelheid von Burgund, consors regni, ottonische Herrschaft, politische Teilhabe und Memorialkultur beschreiben.
Inwieweit lässt sich der politische Einfluss Adelheids durch Urkunden belegen?
Ihr Einfluss zeigt sich in der Interventions- oder Petitionsformel, in der Adelheid bei Gnadenerweisen des Herrschers als entscheidende Fürsprecherin auftritt.
Welche Bedeutung kommt der "consors regni"-Formel zu?
Sie symbolisiert die gemeinsame Herrschaftsausübung von König und Königin, wenngleich ihre Verwendung in der Urkundensprache variierte und eine spezifische politische Funktion nicht immer eindeutig festzulegen ist.
- Arbeit zitieren
- Anis Grün (Autor:in), 2011, Leben und Wirken der Adelheid von Burgund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271736