Das Wort Image stammt von dem lateinischen Wort „Imago“ ab. Imago bedeutet übersetzt Bild oder Bilder. Das Wort Image lässt sich zum einen auf Personen übertragen, kann sich aber auch auf ganze Gruppen beziehen. Jede Person liefert Bilder, durch sein Verhalten oder sprachlichen Ausdruck. Kleidung kann beispielsweise auch dazu betragen. Jede Form von verbaler und non-verbaler Kommunikation trägt dazu bei, Bilder zu schaffen. Im Vordergrund dabei steht immer die Aufgabe des Image, wie bin ich und wie sollen mich andere sehen. Diese Aufgabe ist keinesfalls als ein einmalige Akt zu verstehen. Menschen ändern sich, beispielsweise auf Grund von Erfahrungen oder generell durch Erlebtes. Dadurch kann sich auch das “Image“, oder besser gesagt die “Images“, verändern. Durch die Betrachtung anderer, wird dem Individuum klarer, wie will ich wahrgenommen werden beziehungsweise wie möchte ich nicht von meiner Umwelt wahrgenommen werden. Jedes Individuum verarbeitet und liefert ständig Bilder. Diese Bilder wiederum werden von anderen aufgenommen und verarbeitet. Durch die Verarbeitung und Analyse der Bilder entstehen beim Betrachter wieder neue Bilder. Diese neuen Bilder führen zu wiederum neuen Bildern, welche den Betrachter zum Sender von Bildern macht. Es handelt sich also um einen ständigen Kreislauf. Jedes Individuum ist damit beschäftigt Bilder aufzunehmen und selbst Bilder auszusenden. Dieser Prozess kann allgemein als „Imagebildung“ verstanden werden. Der Mensch versucht sich über diese Bilder –Images – zu definieren. Wer bin ich und was versuche ich nach außen hin darzustellen? Diese Frage treibt Personen ständig an und kann zu einer möglichen Verwirrung führen. Durch eine Zunahme von Bildern durch eine von Globalisierung und medial geprägten Welt, ist der Mensch quasi in Vollzeit als „Imager“ zu verstehen. Er nimmt Bilder auf, verarbeitet sie und sendet sie wieder an andere “ Imager“ aus. Insbesondere die Zunahme von Fernsehen und dem Medium Internet macht die Arbeit zu einer Vollzeitbeschäftigung. Das Individuum hat immer mehr Zugriff auf andere Images und sendet somit auch immer mehr und verschiedene Images aus.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
1 Einleitung
2 Image in moderne und vormoderner Gesellschaften
3 Die Zunahme der bildhaften Medien
4 Imagebildung in Bezug auf den Begriff des „Unterschichtenfernsehen“
5 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss bildhafter Medien wie Fernsehen und Internet auf die moderne Imagebildung des Individuums. Dabei wird analysiert, wie der Konsum medial vermittelter Inhalte sowohl zur Selbstdefinition beiträgt als auch durch Stereotypisierung soziale Abgrenzungsprozesse beeinflussen kann.
- Wandel der Imagebildung im historischen Vergleich
- Die Rolle des Fernsehens und Internets als Bildlieferanten
- Soziologische Betrachtung der Selbstdarstellung
- Diskursanalyse zum „Unterschichtenfernsehen“
- Mechanismen der sozialen Abgrenzung durch Medienbilder
Auszug aus dem Buch
Die Zunahme der bildhaften Medien
Wie bereits im Verlauf der Arbeit angesprochen, besteht möglicherweise ein Zusammenhang zwischen einer komplexeren Imagebildung bei Individuen, durch die Zunahme der angebotenen Bilder durch Fernsehformate. Hierzu muss jedoch zunächst geklärt werden, in wie fern diese angebotenen und tatsächlich genutzten Bilder statistisch zugenommen haben. Seit der industriellen Einführung von Fernsehapparaten in der Bundesrepublik Deutschland in den 1950er Jahren, kann man rückblickend von einer reinen Erfolgsstory sprechen. Die Nutzung und Verbreitung des Medium Fernsehen, war zu dieser Zeit statistisch noch nicht sehr verbreitet. Gerade einmal 1.000 Haushalte besaßen im Jahre 1953 ein Fernsehapparat. Eine Entwicklung war bereits im Jahre 1957 zu erkennen. Gegenwärtig waren bereits 1 Millionen Geräte in Deutschland verkauft. Wir sprechen hier, jedoch noch nicht von einem 24 Stunden Fernsehprogramm.
Die Laufzeit des Fernsehprogramms belief sich zu dieser Zeit auf fünf Stunden täglich. Innerhalb von 13 Jahren besaßen rund 18 Millionen Haushalte einen eigenes Fernsehgerät.
Mit den Verkäufen stieg zudem das Angebot der Sender, es drängten immer mehr Sender und verschiedenartige Fernsehprogramme auf den Markt. Nach aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes liegt der Anteil der Haushalte mit Fernsehgerät bei 96,4 %. Statistisch kann man somit von einer flächendeckenden Nutzung des Mediums Fernsehen sprechen. Nicht nur die Anzahl der Fernsehgeräte ist in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen. Auch die Dauer des Konsums und das Repertoire an Sendern ist deutlich angestiegen. Statistisch bedeutet dies, dass man im Durchschnitt im Jahr 2012, 79 verschiedene Sender zur Verfügung hatte. Die tägliche durchschnittliche Nutzung eines Bundesbürgers im Jahre 2012 belief sich auf 222 Minuten pro Tag.
Zusammenfassung der Kapitel
Vorwort: Einführung in die Etymologie des Begriffs Image und Erläuterung des Prozesses der ständigen gegenseitigen Bildproduktion durch Individuen.
1 Einleitung: Hinführung zur Thematik der sozialen Selbstdarstellung und der Frage, wie Individuen in verschiedenen sozialen Kontexten multiple Images verkörpern.
2 Image in moderne und vormoderner Gesellschaften: Vergleichende Analyse des Imagebegriffs unter Rückgriff auf Erving Goffmans Theorie der Selbstdarstellung als soziales Ritual.
3 Die Zunahme der bildhaften Medien: Untersuchung der statistischen Entwicklung des Medienkonsums in Deutschland und dessen Korrelation mit einer komplexeren, mediengeprägten Imagebildung.
4 Imagebildung in Bezug auf den Begriff des „Unterschichtenfernsehen“: Kritische Auseinandersetzung mit der medialen Konstruktion von Klischees und deren Auswirkung auf die Identitätsbildung und Abgrenzungsprozesse.
5 Schlussbetrachtung: Synthese der Ergebnisse zur Rolle der Medien bei der Imagekonstruktion und Reflexion über die Konstanz des Imagebegriffs trotz technologischen Wandels.
Schlüsselwörter
Image, Imagebildung, bildhafte Medien, Fernsehen, Internet, Soziologie, Selbstdarstellung, Erving Goffman, Unterschichtenfernsehen, Stereotypen, soziale Identität, Medienkonsum, Rollentheorie, Globalisierung, Klassengesellschaft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die soziologische Bedeutung von Images und wie diese durch moderne, bildhafte Medien wie Fernsehen und Internet in der heutigen Gesellschaft beeinflusst und geformt werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Theorie der sozialen Identität, dem Wandel der Mediennutzung in den letzten Jahrzehnten und der diskursiven Debatte um stigmatisierende Fernsehformate.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Ziel ist es, den Zusammenhang zwischen der Zunahme medialer Bildangebote und der Komplexität sowie Schnelllebigkeit der individuellen Imagebildung zu ergründen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es handelt sich um eine theoretisch-soziologische Analyse, die durch die Auswertung statistischer Daten zum Medienkonsum und die Reflexion medientheoretischer Ansätze gestützt wird.
Welche Aspekte werden im Hauptteil schwerpunktmäßig behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung durch Goffman, eine statistische Analyse des Medienwachstums und eine fallbezogene Diskussion über das sogenannte Unterschichtenfernsehen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Kernbegriffe sind Imagebildung, Selbstdarstellung, Medialisierung, soziale Abgrenzung und die Rolle von Stereotypen in der modernen Gesellschaft.
Wie unterscheidet sich laut Autor die Imagebildung in der Moderne von früheren Zeiten?
Der Autor argumentiert, dass nicht der Begriff des Images an sich neu ist, sondern die schiere Menge an verfügbaren Bildern und der dadurch erzwungene, schnellere Austausch verschiedener Identitätsentwürfe.
Welche Schlussfolgerung zieht der Autor bezüglich des Begriffs „Unterschichtenfernsehen“?
Der Autor stellt fest, dass diese Formate zwar Klischees bedienen und zur Abgrenzung beitragen können, ihre Zielgruppe jedoch weit über die stigmatisierte Unterschicht hinausgeht.
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- B.A. Ben Weiherer (Author), 2013, Image und die bildhaften Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/271860