Da schon mehr über die Ursachen und Anzeichen der Hufrehe als über den Grund der
Schmerzhaftigkeit bekannt ist, möchte ich mich in der vorliegenden Arbeit mit dem Thema
Schmerz bei Hufrehepatienten auseinander setzen.
Da die Messungen hierfür direkt an den Nerven vorgenommen werden, kann dies aus
Tierschutzgründen nur eingeschränkt an lebenden Pferden vorgenommen werden. Die
Eignung von perfundierten extrakorporalen Vordergliedmaßen, Vordergliedmaßen abwärts
des Karpalgelenks welche direkt nach Schlachtung, mit einer speziell für diesen Zweck
entwickelten Apparatur, 10 Stunden künstlich am Leben erhalten werden, soll untersucht
werden.
Die Hypothese meiner Studie lautet dabei, dass es möglich ist die
Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) und eine Reaktion auf Reizung an perfundierten
extrakorporalen Vordergliedmaßen zu messen und dass kein Unterschied zwischen
Beginn und Ende der Perfusion messbar ist. Zur Überprüfung einer möglichen
Veränderung der Morphologie des Nervs während der Perfusion werden die Nerven mit
dem Lichtmikroskop histologisch untersucht. Grundlage der Messung ist der Nervus
palmaris medialis und lateralis (In BUDRAS, RÖCK 2000 in Abb. 22 als Nervus digitalis
communies II und III bezeichnet).
Das Ziel meiner Studie ist es herauszufinden, ob es möglich ist mittels einer
Elektroneurographie an gesunden perfundierten Gliedmaßen eine Reaktion der Nerven zu
messen. In weiterer Zukunft sollen die Veränderungen der Nerven an perfundierten
Vordergliedmaßen, bei welchen mit Hilfe von Endotoxinen künstlich Hufrehe ausgelöst
wird, gemessen werden. Es soll gezeigt werden, ob und wie sich die Nerven bei
Hufrehepatienten verändern und ob dies zum hohen Grad der Schmerzhaftigkeit beiträgt.
Durch Folgestudien soll ein Test entwickelt werden, welcher für das lebende Pferd
unschädlich ist und den Grad der Veränderung der Nerven anzeigen kann. An Hand der
Veränderungen am Nerv soll ein Hinweis abgeleitet werden, wie die Chancen für eine
Wiederherstellung der normalen Sensibilität des Hufes stehen.
Die vorliegende Arbeit soll daher als Vorstudie für weitere zukünftige Forschungsprojekte
dienen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Literaturübersicht
2.1. Hufrehe
2.1.1. Inzidenz und Relevanz der Erkrankung
2.1.2. mögliche Ursachen und pathogenetische Mechanismen
2.1.3. Stoffwechselerkrankungen die zur Hufrehe prädisponieren
2.1.4. Symptome
2.1.5. Behandlung
2.1.6. Perfusion
2.2. Der Nerv
2.2.1. Erregungsleitung und Übertragung
2.3. Histologie Nerv
2.3.1. Feinstruktur der Nervenzelle
2.3.2. Periphere Nervenfasern
2.3.3. Periphere Nerven
2.3.4. Regeneration der Nerven
2.3.5. Gebräuchliche Färbemethoden
2.4. Definition Schmerz
2.4.1. Schmerztheorien
2.4.2. Nozizeptoren
2.4.3. Vorgänge im Zentralnervensystem
2.4.4. Neuropathische Schmerzen
2.4.5. Schmerzchronifizierung
2.4.6. Schmerz bei Säugetieren
2.5. Elektroneurographie
2.5.1. Nervenleitgeschwindigkeit
2.5.2. Elektroden
2.5.3. Elektrodenartefakte
2.5.4. Verstärker
2.5.5. Filter
2.5.6. Mittelungsrechner (Averager)
3. Material und Methode
3.1. Material
3.1.1. Proben
3.2. Methode
3.2.1. Perfusion
3.2.2. Datenerhebung Elektroneurographie
3.2.2.1. Messung Gliedmaße 1
3.2.2.2. Messung Gliedmaße 3
3.2.3. Datenerhebung Histologie Gliedmaße 2
4. Ergebnisse
4.1. Elektroneurographie
4.2. Histologie
5. Diskussion
5.1. Optimierung der Messanordnung
5.2. Nutzen für Folgestudien und Kritikpunkt
6. Zusammenfassung
7. Summary
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Machbarkeit der Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) und histologischer Veränderungen an extrakorporal perfundierten Pferdegliedmaßen. Ziel ist es, ein Modell zu etablieren, um schmerzhafte Prozesse bei Hufrehe-Patienten zu erforschen, ohne lebende Tiere zu schädigen.
- Pathophysiologie der Hufrehe und Schmerzmechanismen
- Grundlagen der Nervenhistologie und -funktion
- Methodik der Elektroneurographie
- Etablierung eines extrakorporalen Perfusionsmodells
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Die Erkrankung Hufrehe ist schon seit Jahrhunderten bekannt, jedoch bis heute noch nicht zur Gänze erforscht. Bereits im 13 Jahrhundert kann man Einträge und Behandlungsvorschläge in verschiedenen Literaturen finden (ANKE RÜSBÜLT 1998). Es gibt verschiedene Hufrehearten, die Futterrehe, die Geburtsrehe, die Belastungsrehe und die Rehe auf Grund von Vergiftungen (HÄUSLER-NAUMBURGER, DÜBERT 2006). „Hufrehe ist allgemein definiert eine Entzündung der im Huf befindlichen Huflederhaut, speziell der Lederhautblättchen im Bereich der Zehenwand“ (HÄUSLER-NAUMBURGER, DÜBERT 2006)
Äußeres Anzeichen einer akuten Rehe kann die typische „Rehehaltung“ sein, bei welcher das Pferd die Hinterbeine so weit unter den Körper stellt wie es möglich ist um die schmerzhaften Vorderhufe zu entlasten. Weitere Anzeichen sind eine vermehrte Pulsation der Hauptmittelfußarterie, eine erhöhte Atem- und Pulsfrequenz, teilweise einen geschwollenen und erwärmten Kronrand, eine sehr hohe Schmerzempfindlichkeit auf Druck an der Hufsohle, ein klammer Gang und meistens ein gestörtes Allgemeinbefinden (HÄUSLER-NAUMBURGER, DÜBERT 2006). In weiterer Folge kommt es im Huf zu gravierenden Veränderungen, wie das Ablösen des Hufbeins von der Hornkapsel und somit in den meisten Fällen zur einer Kombination aus Absinken und Rotieren des Hufbeins. Durch dieses Absinken wird die Hufsohle flacher und es bildet sich ein für die Hufrehe typischer Knollhuf. Im schlimmsten Fall kann das Hufbein durch die Hufsohle durchbrechen. Das Hufbein löst sich komplett vom Hornschuh und es kann zu einem sogenannten „Ausschuhen “ kommen.
Auf Grund der sehr deutlichen Anzeichen einer Hufrehe ist diese Erkrankung als sehr schmerzhaft anzusehen.
Da schon mehr über die Ursachen und Anzeichen der Hufrehe als über den Grund der Schmerzhaftigkeit bekannt ist, möchte ich mich in der vorliegenden Arbeit mit dem Thema Schmerz bei Hufrehepatienten auseinander setzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problematik der Hufrehe beim Pferd und Definition der Forschungsabsicht mittels extrakorporaler Perfusion.
2. Literaturübersicht: Detaillierte Darstellung der Grundlagen zu Hufrehe, Nervenanatomie, Schmerztheorien und den Prinzipien der Elektroneurographie.
3. Material und Methode: Beschreibung der Probenahme, des Perfusionsmodells und der angewandten Untersuchungstechniken (Elektroneurographie und Histologie).
4. Ergebnisse: Dokumentation der durchgeführten Messungen der Nervenleitgeschwindigkeit und der histologischen Analyse der Nervenproben.
5. Diskussion: Interpretation der Ergebnisse, Reflexion der Messanordnung und Ausblick auf den Nutzen für künftige Forschungsprojekte.
6. Zusammenfassung: Zusammenfassung der wissenschaftlichen Vorgehensweise und der gewonnenen Erkenntnisse über die Durchführbarkeit der Messungen.
7. Summary: Englische Zusammenfassung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Hufrehe, extrakorporale Perfusion, Pferdegliedmaßen, Nervenleitgeschwindigkeit, Elektroneurographie, Schmerzforschung, Histologie, Nervendegeneration, Schmerzpathophysiologie, Modellentwicklung, Laminits, Nervenfunktion, digitale Nerven, neuropathischer Schmerz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Etablierung eines Modells zur Untersuchung von Nervenfunktionen an extrakorporal perfundierten Vordergliedmaßen des Pferdes, um Grundlagen für die Erforschung schmerzhafter Prozesse bei Hufrehe zu schaffen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Pathophysiologie der Hufrehe, die neuroanatomischen Grundlagen peripherer Nerven beim Pferd, Schmerzmechanismen sowie die praktische Anwendung der Elektroneurographie in einem experimentellen Perfusionsmodell.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das primäre Ziel besteht darin, festzustellen, ob an gesunden, perfundierten Gliedmaßen mittels Elektroneurographie eine Reaktion der Nerven auf Reize gemessen werden kann, um in Zukunft Schmerzreaktionen bei Hufrehe-Patienten studieren zu können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird ein extrakorporales Perfusionsmodell verwendet, bei dem abgetrennte Pferdegliedmaßen künstlich am Leben erhalten werden, kombiniert mit elektrophysiologischen Messungen (Elektroneurographie) und histologischen Gewebeuntersuchungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine umfassende Literaturübersicht über die anatomischen und physiologischen Grundlagen, die detaillierte Beschreibung des methodischen Aufbaus der Perfusion und der Messinstrumente sowie die Auswertung und Diskussion der gewonnenen Daten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Hufrehe, extrakorporale Perfusion, Elektroneurographie, Nervenleitgeschwindigkeit, Schmerzforschung und Histologie.
Warum wird die Perfusion der Gliedmaßen als Methode gewählt?
Die Methode ermöglicht es, physiologische und pathologische Prozesse an den Nerven unter kontrollierten Bedingungen zu untersuchen, ohne dabei lebende Pferde für invasive Schmerzreize oder experimentelle Belastungen zu gefährden.
Welche Herausforderungen gab es bei der histologischen Untersuchung?
Es gab Schwierigkeiten bei der fachgerechten Fixierung der Proben aus Stunde 3, was zu einer faserauflösenden Problematik führte, weshalb diese Proben nicht für die Untersuchung herangezogen werden konnten.
Wie wurde die Nervenleitgeschwindigkeit berechnet?
Die Berechnung erfolgte nach der physikalischen Formel: Nervenleitgeschwindigkeit = Strecke / Zeit, basierend auf der Latenzzeit zwischen Stimulation und gemessener Antwort am Nerv.
- Arbeit zitieren
- Lisa Monßen (Autor:in), 2011, Vorstudie zur Nervenfunktion an extrakorporalen perfundierten Vorderbeinen des Pferdes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272425