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Tradition in Streitkräften der parlamentarischen Demokratie

Entwicklung, Sachstand, Perspektiven

Titel: Tradition in Streitkräften der parlamentarischen Demokratie

Hausarbeit , 2014 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Jürgen Dick (Autor:in)

Soziologie - Krieg und Frieden, Militär
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In einer seit Aufstellung der Bundeswehr andauernden Auseinandersetzung hat sich die Auffassung durchgesetzt, dass für Streitkräfte, die dem Primat der Politik unterworfen und fest in der zivilen Gesellschaft verankert sind, ein ständiges Überprüfen und Fortentwickeln des Traditionsverständnisses unter Einbeziehen der Öffentlichkeit angemessen ist. Der noch heute gültige sog. "Traditionserlass" von 1982 fordert unmissverständlich, dass die "die Bundeswehr ihre militärische Tradition auf der Grundlage eines freiheitlichen Traditionsverständnisses entwickelt". Die Arbeit geht in der Darstellung von Entwicklung und Diskurs der Traditionsmodelle seit 1955 der Frage nach, ob und in welcher inhaltlichen Ausgestaltung ein demokratisches Grundverständnis entwickelt wurde. Es wird untersucht, inwieweit das Verhältnis der Bundeswehr zur Wehrmacht den Prozess der wertorientierten Auseinandersetzung mit der Vergangenheit beeinflusst bzw. belastet hat. Es wird überprüft, ob das derzeitige Traditionsverständnis die Forderungen des Traditionserlasses erfüllt, bzw. ob und in welcher Richtung eine Weiterentwicklung möglich und erforderlich ist. Dabei werden die Ergebnisse der bisherigen Suche nach demokratischen und freiheitlichen Wurzeln in unserer Militärgeschichte dargestellt, diskutiert und ergänzt.Die Traditionslinie von den "Bürgersoldaten" der Reichsverfassungskampagne der Revolution von 1848/49 zum heutigen Staatsbürger der Bundeswehr steht im Mittelpunkt der Betrachtungen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Zur Entwicklung des Traditionsbegriffes und des Traditionsverständnisses in der Bundeswehr

3. Das „Drei-Säulen-Modell“ – die offiziellen Traditionslinien der Bundeswehr

3.1 Die preußischen Reformen

3.2 Der militärische Widerstand gegen den Nationalsozialismus

3.3 Die Geschichte der Bundeswehr

4. Die Bürgersoldaten von 1848/49 – ein Plädoyer für eine weitere Traditionssäule

4.1 Die Idee vom Bürgersoldaten

4.2 Die Bürgersoldaten in der Reichsverfassungskampagne

4.3 Die „Fortyeighter“ im amerikanischen Bürgerkrieg

5. Diskussion und Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und den aktuellen Diskurs des Traditionsverständnisses innerhalb der Bundeswehr. Die zentrale Forschungsfrage ist dabei, inwieweit das bestehende Traditionsverständnis den demokratischen Anforderungen entspricht und ob eine Erweiterung um freiheitliche historische Wurzeln, insbesondere im Kontext der Revolution von 1848/49, notwendig und sinnvoll ist.

  • Entwicklung des Traditionsbegriffs im Kontext der Bundeswehr.
  • Kritische Analyse des offiziellen „Drei-Säulen-Modells“.
  • Historische Bedeutung der Revolution von 1848/49 als demokratisches Vorbild.
  • Rolle deutscher „Fortyeighter“ im amerikanischen Bürgerkrieg als Brücke zur demokratischen Tradition.
  • Diskussion über die Integration freiheitlicher Wurzeln in das Traditionsbewusstsein heutiger Streitkräfte.

Auszug aus dem Buch

4.1 Die Idee vom Bürgersoldaten

Das Modell des „soldat citoyen“, des „Bürgersoldaten“ als Gegenstück zum willfährigen, kritiklos Befehle empfangenden „Söldner“ entstammt der Französischen Revolution. Ziel war zunächst weniger die Militarisierung der Bevölkerung, sondern umgekehrt die Zivilisierung des Militärs; der freie Bürger als Träger der bewaffneten Macht zur Verteidigung der Freiheit und der Errungenschaften der Revolution. Ein Bürgersoldat mit selbstgewählten Offizieren, der nur dann zu den Waffen greift, wenn Freiheit und Vaterland in Gefahr sind. Ein Soldat, der weiterhin alle bürgerlichen Freiheitsrechte besitzt. „Jeder Bürger muss ein Soldat sein und jeder Soldat ein Bürger“, so die Forderungen der französischen Militärreformer. Logische Folge war die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Die Verantwortung des Bürgers, sein Dienen für den Staat, also für das Gemeinwesen und nicht mehr für einen Monarchen, ist das Entscheidende und Revolutionäre. D.h. „die allgemeine Wehrpflicht steht am Anfang des Weges aus der Ständegesellschaft hin zu einer modernen bürgerlichen Verfassung“.

Nach einer Rückentwicklung während der Restauration nach 1815 (vgl. 3.1) war die „Volksbewaffnung“ eine der wesentlichen „Märzforderungen“ von 1848. Baden galt bereits im Vormärz als ein Zentrum der liberal-demokratischen Bewegung. Von hier gingen auch starke radikaldemokratische Impulse aus, formuliert durch Kräfte, die sich mit einer konstitutionellen Monarchie nicht zufrieden geben wollten, sondern in Anlehnung an das Beispiel USA eine republikanische Staatsform forderten. Unter Federführung von Friedrich Hecker, dem Protagonisten der radikalen Demokraten, entwarf die badische zweite Kammer im März 1848 ein provisorisches

Zusammenfassung der Kapitel

1.Einleitung: Definition des Traditionsbegriffs und Einordnung der Bedeutung von Tradition für nationale Streitkräfte im demokratischen Kontext.

2. Zur Entwicklung des Traditionsbegriffes und des Traditionsverständnisses in der Bundeswehr: Analyse der kontroversen Aufbaujahre der Bundeswehr und der Suche nach einem demokratischen Traditionsverständnis unter Einfluss von „Innerer Führung“ und Wehrmachtstradition.

3. Das „Drei-Säulen-Modell“ – die offiziellen Traditionslinien der Bundeswehr: Untersuchung des offiziellen Kanons, bestehend aus preußischen Reformen, militärischem Widerstand gegen den Nationalsozialismus und der Geschichte der Bundeswehr selbst.

4. Die Bürgersoldaten von 1848/49 – ein Plädoyer für eine weitere Traditionssäule: Plädoyer für eine Erweiterung des Traditionskanons um die demokratischen Freiheitsbestrebungen von 1848/49 und das Wirken der 48er in den USA.

5. Diskussion und Schlussbetrachtung: Reflexion über die Schwierigkeiten bei der Etablierung eines verfassungspatriotischen Traditionsbewusstseins und die Notwendigkeit politisch-historischer Bildung.

Schlüsselwörter

Tradition, Bundeswehr, Innere Führung, Bürgersoldat, 1848er Revolution, Preußische Reformen, Widerstand, Nationalsozialismus, Wehrmacht, Traditionserlass, Staatsbürger in Uniform, Demokratie, Freiheitskämpfe, Patriotismus, Geschichtsbewusstsein.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Traditionsverständnis der Bundeswehr seit ihrer Gründung im Jahr 1955 und untersucht die Frage, auf welchen historischen Grundlagen eine Armee in einer parlamentarischen Demokratie ihre Tradition aufbauen kann.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Definition von Tradition, die Auseinandersetzung mit der Wehrmacht als Institution, die Rolle des militärischen Widerstands und das Potenzial der demokratischen Revolution von 1848/49 für das heutige Selbstverständnis der Bundeswehr.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es zu untersuchen, ob das aktuelle Traditionsverständnis der Bundeswehr ausreicht oder ob eine Erweiterung um demokratische und freiheitliche Wurzeln, wie sie in der Revolution 1848/49 zu finden sind, für eine moderne Einsatzarmee erforderlich ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie offizielle Dokumente (Traditionserlasse, Handbücher), geschichtswissenschaftliche Literatur und den Diskurs innerhalb der Bundeswehr über Jahrzehnte hinweg auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das „Drei-Säulen-Modell“ der Bundeswehr sowie die historische Bedeutung der 1848er Revolution und der amerikanischen Exil-Demokraten (Fortyeighter) als zusätzliche Traditionselemente detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Traditionserlass, Innere Führung, Staatsbürger in Uniform, 1848er Revolution und Traditionspflege charakterisiert.

Warum wird die Wehrmacht als Traditionsstifter in der Bundeswehr heute weitgehend abgelehnt?

Da die Wehrmacht als Institution eng mit dem Unrechtsregime des Nationalsozialismus verbunden war, begründet sie nach heutiger Auffassung, wie auch durch den Traditionserlass und spätere Klarstellungen durch das Verteidigungsministerium festgehalten, keine demokratiefähige Tradition.

Welche Rolle spielt die Revolution von 1848/49 laut Autor für die Bundeswehr?

Der Autor sieht in der Revolution von 1848/49 und dem Modell des „Bürgersoldaten“ eine bisher vernachlässigte, aber hochrelevante Traditionssäule, die direkt mit den Werten des Grundgesetzes und dem Ideal des „Staatsbürgers in Uniform“ verknüpft werden kann.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Tradition in Streitkräften der parlamentarischen Demokratie
Untertitel
Entwicklung, Sachstand, Perspektiven
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Veranstaltung
Modul Erfahrungsgeschichte und Erinnerungskulturen
Note
1,0
Autor
Jürgen Dick (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
29
Katalognummer
V272457
ISBN (eBook)
9783656641032
ISBN (Buch)
9783656641025
Sprache
Deutsch
Schlagworte
tradition streitkräften demokratie entwicklung sachstand perspektiven
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jürgen Dick (Autor:in), 2014, Tradition in Streitkräften der parlamentarischen Demokratie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272457
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Leseprobe aus  29  Seiten
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