Religionskritik in Georg Büchners "Lenz"


Hausarbeit (Hauptseminar), 2014

29 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Hauptteil
1. Die Darstellung der Natur
2. Pfarrer Oberlin und die Volksfrömmigkeit
3. Die Theodizee-Kritik
4. Lenz als Figur im geistesgeschichtlichen Umbruch

III. Schluss

IV. Literaturverzeichnis
1. Quellen
2. Sekundärliteratur

I. Einleitung

„Ist kein Gott nicht besser, als einer der den Menschen so was antut?“[1] Diese Frage stellt sich ein dreizehnjähriger Junge im Roman Der dreizehnte Monat von David Mitchell, der 2007 erschienen ist. Der Roman spielt in einer ländlichen Gegend Englands und der Junge macht gerade den Schritt vom Kind zum Erwachsenen. Innerhalb dieses Entwicklungsprozesses macht er sich Gedanken über das starre System, das die Religion vorgibt und auch über eine alternative Weltanschauung, die den Menschen nicht auf eine solche Weise unterdrückt, wie die Religion es offenbar tut. Für den heutigen Leser ist eine solche Überlegung nichts Außergewöhnliches. Warum ist das so? Wahrscheinlich würde man die Ursprünge diese kritische Haltung mit der europäischen Aufklärung verbinden und argumentieren, dass heute die Menschen nicht mehr alles, was ihnen die Religion vorgibt, unhinterfragt stehen lassen. Interessant ist es dennoch, dass die alte Frage nach der Rechtfertigung Gottes im Angesicht des Leidens auch im 21. Jahrhundert noch so präsent ist.

Auch Jakob Lenz, die Hauptfigur von Büchners Novelle Lenz, beschäftigt diese Frage, wenn er sagt: „Aber ich, wär' ich allmächtig, sehen Sie, wenn ich so wäre, und ich könnte das Leiden nicht ertragen, ich würde retten, retten [...]“ (29, 13-17). Die Religionskritik ist zur Zeit Büchners schon in vollem Gang. Bereits zu Beginn der Aufklärung macht man sich Gedanken über die Rolle von Religion, Kirche und Gott. Und auch Büchner setzt sich kritisch mit Religion, Philosophie und Geschichte auseinander, wovon seine Werke zeugen.

Die Religionskritik Büchners wird in der Forschung allerdings sehr unterschiedlich bewertet. Zuerst einmal gibt es Autoren, welche die Haltung Büchners gegenüber der Religion, auch speziell im Lenz, nicht als kritisch einschätzen. Horst Oppel zum Beispiel deutet die Figur Lenz als Exempel für die Folgen des Religionsverlusts.[2] Auch Wolfgang Martens und Wolfgang Wittowski sehen hinter dem Atheismus von Büchners Figuren die Sehnsucht nach einer neuen metaphysischen Geborgenheit.[3]

Einige Autoren sehen die mit christlichen Bildern angefüllte Sprache Büchners nicht als Ausdruck von Religiosität, sondern vielmehr als Ausdruck einer kritischen Auseinandersetzung mit der Religion. Sie bemühen sich diese religionskritische Haltung aus den Texten Büchners herauszuarbeiten. Zunächst geschieht das beim Lenz oft anhand der Darstellung von Oberlin und der Volksfrömmigkeit.[4] Jan Thorn-Prikker[5] geht noch einen Schritt weiter und beleuchtet die Religionskritik im Lenz als Mittel zur Darstellung von Religion und Wirklichkeit.

Dann folgen weitere Arbeiten, welche die Funktion und die besonderen Eigenheiten der Religionskritik im Lenz und anderen Werken Büchners herausarbeiten. Diese beziehen nun oft auch den zeitgeschichtlichen Kontext mit ein und arbeiten die Theodizee-Kritik als Kern von Büchners Religionskritik heraus.[6] Aus dieser Gruppe heben sich einige Autoren durch einen besonderen Schwerpunkt hervor. Da ist Klaus Gille[7], der den Begriff des Weltrisses im Zusammenhang mit der Theodizee-Kritik näher beleuchtet. Dann Hermann Kurzke[8], der sich von den anderen unterscheidet, da er Büchner nicht so sehr als Atheist, sondern eher als kritisch denkender Christ verstanden wissen will. Außerdem gibt es noch Seiji Osawa und Michael Glebke[9], die den Schwerpunkt auf die Philosophie legen und Büchners Religionskritik im Kontext seiner philosophischen Studien herausarbeiten.

Da im Lenz die Auseinandersetzung mit der Religion fest mit der Darstellung des psychischen Zustands der Hauptfigur, der Natur, der Figur Oberlins und der einfachen Dorfbewohner verknüpft ist, soll die Religionskritik im erzählten Kontext genauer betrachtet werden. Anhand wichtiger Textstellen soll sich herauskristallisieren, wie die Religion erzählerisch dargestellt wird und welche Wirkung diese Darstellung hat. Hierzu wird zunächst die Rolle der Natur und die Naturbetrachtungen genauer analysiert. Dann rückt die Figur von Pfarrer Oberlin und die Darstellung der Volksfrömmigkeit ins Blickfeld. Schließlich wird die Theodizee-Kritik genauer betrachtet und zum Schluss der zeitgeschichtliche Hintergrund miteinbezogen und die Problematik des Epochenumbruchs zur Moderne thematisiert.

II. Hauptteil

1. Die Darstellung der Natur

Die Natur spielt in Büchners Lenz eine große Rolle. Die Erzählung setzt gleich zu Beginn mitten im Gebirge ein und schildert Lenz auf seinem Weg durchs Gebirge ins Steintal. Auch nach seiner Ankunft bei Pfarrer Oberlin beschäftigt sich Jakob Lenz immer wieder mit der Natur, die ihn hier überall umgibt. Aufgrund der personalen Erzählweise erlebt der Leser die Natur meist in der Perspektive von Jakob Lenz selbst. So wird sie zum Spiegel von Lenz' psychischen und seelischen Zustands. Die Auseinandersetzung mit Lenz' Verhältnis zur Wirklichkeit ist hier ebenso eingearbeitet wie der Diskurs über Gott, Religion und Glaube.

Eine entscheidende Stelle, wenn man die Darstellung der Natur in Büchners Lenz genauer betrachten will, ist der Beginn der Erzählung. Hier zeigt sich zum ersten Mal, wie Jakob Lenz seine Umgebung wahrnimmt. Dem ersten Eindruck nach ist die Natur bedrückend, träge und alles grau in grau.

Am Himmel zogen graue Wolken, aber alles so dicht, und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump. Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nichts am Weg, bald auf- bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, daß er nicht auf dem Kopf gehn konnte.[10]

Sehr deutlich zeigt sich hier die interne Fokalisierung und fast beiläufig erfährt man, dass es um Lenz merkwürdig bestellt ist, wenn er sich wünscht auf dem Kopf weitergehen zu können, ihm aber alles andere gleichgültig bleibt. In dieser leeren, entseelten Natur spürt Lenz aber nun eine drängende Macht. Er „suchte nach etwas, wie nach verlornen Träumen, aber er fand nichts“ (5, 16f). Wonach sucht Lenz hier und warum kann er es nicht finden? Hier deutet der Text bereits auf den folgenden Sinnverlust und die damit einhergehende Ablösung von Gott hin. Der Zweck von Lenz' Reise ist die Hoffnung auf Heilung und Besserung seines psychischen Zustands unter dem Steintal-Pfarrer Johann Friedrich Oberlin. Lenz droht der Abbruch zur Wirklichkeit und zur Gesellschaft. Die Suche nach einer Anbindung, die ihn zurück in die Normalität holen soll, ist hier schon spürbar. Bezeichnend ist, dass er schon hier keinen Sinn, keine höhere Ordnung in der Natur finden kann und es ist fraglich, ob ihm dies im weiteren Verlauf gelingen wird.

Vor allem im Vergleich zu Goethes Die Leiden des jungen Werther wird sehr deutlich, das hier ein inhaltlicher Gegenentwurf zur beseelten, frühlingshaften Natur des Werther, in der die Gegenwart des Schöpfergottes deutlich spürbar ist, dargestellt wird.[11] Im riesigen Konditionalgefüge des Lenz erscheint die Natur zwar mächtig und stürmisch bewegt, aber nicht vom göttlichen Geist erfüllt. Die Sonnenstrahlen sind „blitzende[.] Schwert[er]“ (5, 8f), die „Stimmen an den Felsen“ (5, 23) werden wach und brausen „wie fern verhallende Donner“ (5, 24) heran, „in Tönen als wollten sie in ihrem wilden Jubel die Erde besingen“ (5, 25f). Auf die Naturphänomene reagiert Lenz mit dem Versuch einer Identifikation.[12] Er ist immer noch bemüht einen Bezug zur Welt, die ihn umgibt, herzustellen.

[...] er meinte, er müsse den Sturm in sich ziehen, alles in sich fassen, er dehnte sich aus und lag über der Erde, er wühlte sich in das All hinein, es war eine Lust, die ihm wehe tat; oder er stand still und legte das Haupt in's Moos und schloß die Augen halb, und dann zog es weit von ihm, die Erde wich unter ihm, sie wurde klein wie ein wandelnder Stern [...] (6, 6f)

Dieser Versuch scheitert allerdings. Die Natur übersteigt seine Person, ist zu groß, um sich eins mit ihr zu fühlen. Es tut Lenz weh, diese Macht in sich aufnehmen zu wollen. Es ist zwar ein lustvoller Schmerz, aber die Weite scheint die Grenzen seines menschlichen Seins dennoch schmerzlich zu sprengen. Dann erscheint die Erde plötzlich ganz klein. Sie ist nur ein wandelnder Stern unter vielen anderen, die im All schweben. Das religiöse Bild mit der Erde als Mittelpunkt allen Seins, als die Schöpfung Gottes und der Mensch als Mittelpunkt, der um ihn herum erschaffenen Welt, hat hier keinen Platz. Es wird ein eher naturwissenschaftliches Bild gezeichnet. Das All ist weit und der Mensch ist nur ein unbedeutend kleiner Punkt, der in dieser Weite zu verschwinden droht.

Dann kehrt wieder Ruhe ein. Allerdings ruft auch diese eher unbewegte Natur in Lenz unangenehme Gefühle aus. Lenz fühlt sich allein und einsam. Das Gefühl der Einheit, der Sinngebung von außen durch die Natur, ist fehlgeschlagen. Er fühlt sich nun leer und verlassen und ihn erfasst eine „namenlose Angst in diesem Nichts“ (6, 26f). Besonders interessant ist, dass diese Angst nicht benennbar und zuordenbar ist. Man hat keine Macht über etwas, das keinen Namen hat, man kann es nicht beherrschen und das macht Angst.[13] Dies weißt schon darauf hin, dass Lenz sich nicht mehr durch das bestehende System aufgefangen und gehalten fühlt, aber auch kein neues System zu finden ist. Es existiert nur die spürbare Leere und Stille der Natur und des Seins und die Angst vor diesem großen Nichts.

Es war als ginge ihm was nach, und als müsse ihn was Entsetzliches erreichen, etwas das Menschen nicht ertragen können, als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm. (6, 29-32)

Was ist es, was ihn da zu erreichen sucht? Ist es wirklich nur der drohende Wahnsinn oder schwingen hier noch andere Anklänge mit? Das apokalyptische Bild des reitenden Wahnsinns[14] weist auch auf eine religiöse Dimension hin.[15] Der Wahnsinn von Lenz ist eng gekoppelt mit seinem späteren Religionsverlust. Schon hier ist die Angst vor dem Nichts eine Angst vor dem Sinnverlust und das, was ihm nachjagt, der schon hier spürbare, für den Menschen unerträgliche Weltriss. Aber noch kann er dieses Phänomen nicht in Worte fassen. Erst gegen Ende seiner Zeit im Steintal stellt Lenz der Welt die zeittypische Diagnose der Zerrissenheit, was an späterer Stelle auch noch genauer betrachtet werden soll.

Als Lenz im Steintal bei der Familie Oberlin ankommt, wird es ihm leichter ums Herz. Der Stimmungsumschwung von düsterer Gemütsverwirrung auf leichtere, klarere Momente wird hier, wie auch im weiteren Verlauf, oft durch Lichtmetaphorik unterstrichen.[16] Lenz orientiert sich an Pfarrer Oberlin und folgt ihm auf seinem Weg durch das Steintal. Die Darstellung der Natur wirkt lichter und leichter. Es ist interessant, dass diese lichte Darstellung als traumähnlich gedeutet wird.[17] Auch in der nächtlichen Szene kurz vor den ersten Naturschilderungen im Beisein von Oberlin, verschwimmen Wirklichkeit und Traum[18] in den verwirrten Gedanken von Lenz, bis ihn der Brunnensturz in die Realität zurückholt. Durch die Verknüpfung dieser beiden Szenen wird der Realitätsverlust im Wahnsinn in diese neue Perspektive auf die Natur projiziert. Es ist schon hier fraglich, was wirklich ist. Ist das Gefühl der Leere, über dem Lenz wahnsinnig zu werden droht, irreal und abnormal? Oder ist vielleicht diese Sicht auf die Natur in Wahrheit unwirklich, da sie sich nicht behaupten und Lenz letzten Endes nicht auffangen kann?

Ein weiterer Aspekt dieser Naturbeschreibung ist ihre Verknüpfung mit der Figur von Pfarrer Oberlin selbst.

Es wirkte alles wohltätig und beruhigend auf ihn, er mußte Oberlin oft in die Augen sehen, und die mächtige Ruhe, die uns über der ruhenden Natur, im tiefen Wald, in mondhellen schmelzenden Sommernächten überfällt, schien ihm noch näher, in diesem ruhigen Auge, diesem ehrwürdigen ernsten Gesicht. (9, 7-12)

Die Darstellung der Natur wird auch im Folgenden stark von Oberlin beeinflusst. Nachdem dieser Lenz von einem mystisch religiösen Erlebnis (10, 4-10) berichtet[19], keimt in Lenz die Hoffnung auf, dass die Religion, die Oberlin verkörpert, das Ziel seiner Sinnsuche ist. Das Naturerleben wird mit dem religiösen Erleben verknüpft.

Wie den Leuten die Natur so nah trat, alles in himmlischen Mysterien; aber nicht gewaltsam majestätisch, sondern noch vertraut! (10, 12ff)

Die göttliche Präsenz tritt hier nicht irgendwie den Menschen entgegen, sondern wird ausgerechnet in der Natur erlebt, deren Mächtigkeit zu Beginn eher bedrohlich wirkt. Sie wird nun als Gottes große Gegenwart gedeutet und somit ein Gefühl des Vertrauens erzeugt. Die folgende Naturschilderung ist daher von pantheistischen und mystischen Elementen geprägt. Lenz Erleben von Natur und Gott unterscheidet sich aber auch deutlich von den mystischen Schilderung Oberlins. Lenz verspürt „ein heimliches Weihnachtsgefühl“ (10, 28) und „meint[.] manchmal seine Mutter müsse hinter einem Baume hervortreten, groß, und ihm sagen, sie hätte ihm dies alles beschert“ (10, 28-31). Lenz scheint hier eigene vertraute Erfahrungen aus seiner Kindheit, die mit einer positiven Mutterfigur verknüpft sind, zu transzendieren und so sein neues pantheistisches Naturbild zu konstruieren.[20]

[...]


[1] Mitchell, David: Der dreizehnte Monat. Hamburg 2007, S. 220.

[2] vgl. Oppel, Horst: Die tragische Dichtung Büchners. Stuttgart 1951 (= Rheingauer Drucke, Bd. 4).

[3] Vgl. Wittkowski, Wolfgang : Georg Büchner. Rückblick und Einblick. Frankfurt am Main 2009 (= Über deutsche Dichtungen, Bd. 4); Martens, Wolfgang: Ideologie und Verzweiflung. Religiöse Motive in Büchners Revolutionsdrama. In: Georg Büchner. Hrsg. von Wolfgang Martens. Darmstadt 21969 (= Wege der Forschung, Bd. 53), S. 406-442.

[4] vgl. Hinderer, Walter: Büchner Kommentar zum dichterischen Werk. München 1977; Parker, John J.: Some reflections on Georg Büchner's Lenz and its principal source, the Oberlin record. In: German Life and Letters 21 (1967), S. 103-111.

[5] vgl. Thorn-Prikker, Jan: Revolutionär ohne Revolution. Interpretationen der Werke Georg Büchners. Stuttgart 1978 (= Literaturwissenschaft – Gesellschaftswissenschaft, Bd. 33).

[6] vgl. Kahl, Joachim: „Der Fels des Atheismus“. Epikurs und Georg Büchners Kritik an der Theodizee. In: Georg-Büchner-Jahrbuch 2 (1982), S. 99-125; Walser, Martin: Woran Gott stirbt. Über Georg Büchner. In: Liebeserklärungen. Hrsg. von Martin Walser. Frankfurt am Main 1983, S. 227-234; Martin, Ariane: Religionskritik bei Georg Büchner. In: Georg-Büchner-Jahrbuch 11 (2008), S. 221-236; Anz, Heinrich: „Leiden sey all mein Gewinnst“. Zur Aufnahme und Kritik christlicher Leidenstheologie bei Georg Büchner. In: Georg-Büchner-Jahrbuch 1 (1981), S. 160-168.

[7] vgl. Gille, Klaus F.: Weltriss und Theodizee. Zu Büchners Lenz. In: Der nahe Spiegel. Vormärz und Aufklärung. Hrsg. von Wolfgang Bunzel, Norbert Otto Eke und Florian Vaßen. Bielefeld 2008 (= Vormärz-Studien, Bd. XIV), S. 195-203.

[8] vgl. Kurzke, Hermann: Georg Büchner. Geschichte eines Genies. München 2013.

[9] vgl. Osawa, Seiji: Georg Büchners Philosophiekritik. Eine Untersuchung auf der Grundlage seiner Descartes- und Spinoza-Exzerpte. Marburg 1999 (= Wissenschaftliche Beiträge aus dem Tectum-Verlag: Reihe Germanistik, Bd. 3); Glebke, Michael: Die Philosophie Georg Büchners. Marburg 1995 (= Marburger wissenschaftliche Beiträge, Bd. 9).

[10] Büchner, Georg: Lenz. Studienausgabe mit Quellenanhang und Nachwort. Hrsg. von Hubert Gersch. Stuttgart 1988 (= Reclams Universal-Bibliothek, Nr. 8210), S. 5, Z. 6-12. Im Folgenden wird aus dieser Ausgabe mit der Angabe von Seite und Zeile zitiert.

[11] vgl. Dissel, Sabine: Das Prinzip des Gegenentwurfs bei Georg Büchner. Von der Quellenmontage zur poetologischen Reflexion. Bielefeld 2005, S. 113-116; vgl. auch Neymeyr, Barbara: Intertextuelle Transformationen. Goethes Werther, Büchners Lenz und Hauptmanns Apostel als produktives Spannungsfeld. Heidelberg 2012 (= Beiträge zur Neueren Literaturgeschichte, Bd. 300), S. 57-76.

[12] vgl. Osawa, Seiji: Georg Büchners Philosophiekritik [wie Anm. 8], S. 151ff.

[13] vgl. Kurzke, Hermann: Georg Büchner. [wie Anm. 7], S. 304.

[14] Zum Bild der vier apokalyptischen Reiter, als Boten für das kommende Jüngste Gericht vgl. Off 6.

[15] vgl. Waragai, Ikumi: Analogien zur Bibel im Werk Büchners. Religiöse Sprache als sozialkritisches Instrument. Frankfurt am Main 1996 = (Europäische Hochschulschriften, Reihe 1: Deutsche Sprache und Literatur, Bd. 1533), S. 42.

[16] „Es war finster geworden, Himmel und Erde verschmolzen in eins. Es war als ginge ihm was nach […]“ (6, 28ff); „[...] er sah Lichter, es wurde ihm leichter [...] Er ging durch das Dorf, die Lichter schienen durch die Fenster, er sah hinein im Vorbeigehen, Kinder am Tische, alte Weiber, Mädchen, Alles ruhige, stille Gesichter, es war ihm als müsse das Licht von ihnen ausstrahlen, es ward ihm leicht [...]“ (6f, 33-2); „[...] und es wurde ihm leer, wieder wie auf dem Berg, aber er konnte es mit nichts mehr ausfüllen, das Licht war erloschen, die Finsternis verschlang alles [...]“ (7, 34ff)

[17] „[...] und deren Gipfel gewaltig, ernsthaft oder schweigend still, wie ein dämmernder Traum standen.“ (8, 24ff)

[18] „[...] alles finster, nichts, er war sich selbst ein Traum […]“ (8,2f)

[19] Dieses Erlebnis beinhaltet auch das Hören einer Stimme, was Lenz nicht fremd ist, wie man zu Beginn erfährt (vgl. 5, 23; 10, 27; 10, 33). Auch die Mächtigkeit der Natur wird hier als Übereinstimmung wahrgenommen. Dies führt dazu, dass Lenz versucht sein Naturerleben im Sinne Oberlins Darstellung religiös umzudeuten.

[20] vgl. Osawa, Seiji: Georg Büchners Philosophiekritik [wie Anm. 8], S. 157.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten

Details

Titel
Religionskritik in Georg Büchners "Lenz"
Hochschule
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg  (Germanistisches Seminar)
Veranstaltung
HS: Novellen vom Vormärz bis zum Realismus
Note
2,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
29
Katalognummer
V272593
ISBN (eBook)
9783656648208
ISBN (Buch)
9783656693789
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lenz, Büchner;, Religionskritik, Theodizee
Arbeit zitieren
Stefanie Bucher (Autor), 2014, Religionskritik in Georg Büchners "Lenz", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272593

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