Die Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der individuelle Nutzen von Feedbackgesprächen im Arbeitsprozess


Hausarbeit, 2014

18 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Abgrenzung der Themenstellung

2. Wahrnehmung in interpersonellen Beziehungen
2.1 Wahrnehmungsverzerrungen
2.1.1. Projektionen (Übertragungen)
2.1.2 Halo-Effekt
2.1.3 Sich selbst erfüllende Prophezeiungen (SseP)
2.2 Das Johari-Fenster

3. Zwischenmenschliche Kommunikation und Feedback
3.1 DaspsychologischeModellder zwischenmenschlichen Kommunikation
3.2 Das Feedbackgespräch
3.2.1 Allgemeine Feedbackregeln
3.2.2 Konkrete Gesprächsführung

4. Praxisbeispiel
4.1 Fallstudie
4.2 Analyse der Situation

5. Fazit

Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Johari-Fenster.

Abbildung 2: Johari-Fenster nach Interaktion

Abbildung 3: Die vier Seiten einer Nachricht

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Abgrenzung des Themas

Das Selbstbild einesjeden Menschen basiert auf der Summe der Selbstwahrnehm­ungen im Laufe des Lebens und durch Mitteilungen, die wir durch unsere Umwelt erhalten, die Fremdwahrnehmungen.

Kommt es in der Selbstwahrnehmung zu Störungen, kann dies in interpersoneller Kommunikation zu Konflikten führen. Somit sollte versucht werden, das Selbst- und Fremdbild anzugleichen, um diese Konflikte zu vermeiden und Authentizität zu erreichen. Zur Angleichung dieser beiden Wahrnehmungen steht das Kommunikationsinstrument des Feedbackgespräches zur Verfügung. Hiermit kann die Rückspiegelung des eigenen Verhaltens auf andere und somit die erzielte Angleichung der Selbst- und Fremdwahrnehmung erreicht werden.

Im ersten Teil dieser Arbeit wird mit Hilfe des Johari-Fensters erklärt, wie es zu Differenzen in der Selbst- und Fremdwahrnehmung kommen kann.

Anschließend erfolgt die Darstellung des Feedbackgespräches und seines Aufbaus.

Im Praxisbeispiel sollen dann die möglichen Auswirkungen eines Unterschieds zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung aufgezeigt und die Angleichung dieser beiden Wahrnehmungen durch die Durchführung eines Feedbackgesprächs darge­stellt werden.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit nur die maskuline Schreibweise verwendet, selbstverständlich ist auch immer die feminine Form mit eingeschlossen.

2. Wahrnehmung in interpersonellen Beziehungen

Wahrnehmung ist ein Prozess, „in dem der Wahmehmende Reize aus der Außenwelt aufnimmt, selektiert, interpretiert und bewertet. Wahrnehmung ist somit eine aktive Handlung, ein Vorgang, mit dem Menschen ihre eigene Wirklichkeit konstruieren.“ (vgl. Winkler, Hofbauer, 2010). Außerdem sorgt dieser Prozess dafür, die Umwelt zu verstehen und ihr einen Sinn zu geben (Weinert, 1998: 139).

Anatomisch gesehen bilden die fünf Sinne des Menschen die Schnittstelle zwischen der Innen- und der Außenwelt, welche einen Filter für die wahrnehmbaren Reize darstellen. Neben diesem Filter gibt es einen psychologischen bzw. gesellschaftlichen Filter, der in der interpersonellen Wahrnehmung und somit auch Kommunikation eine große Rolle spielt. Er selektiert die Werte und Normen, die im Laufe der persönlichen Entwicklung erlernt wurden und ist abhängig von den Einflüssen des direkten sozialen Umfeldes. (vgl. Winkler, Hofbauer, 2010: 145 ff)

2.1 Wahrnehmungsverzerrungen

Aufgrund der genannten Wahrnehmungsprozesse kann es bei der Bewertung von Personen zu Wahrnehmungsverzerrungen kommen, die zu einer Fehleinschätzung des Wahrzunehmenden führen können.

2.1.1 Projektionen (Übertragungen)

Der Wahrnehmende überträgt Erinnerungen an Personen aus der Vergangenheit auf seinen Gesprächspartner. Dadurch werden Verhaltensweisen, Empfindungen, Absichten und Einstellungen aus der Vergangenheit auf diese Person projiziert und das selbe Verhalten, wie das bekannte, erwartet.

Außerdem toleriert man Eigenschaften, die man an sich selbst nicht akzeptiert, bei einem anderen Individuum weniger. (vgl. Winkler, Hofbauer, 2010: 145 ff)

2.1.2 Halo-Effekt

Bei der ersten Wahrnehmung anderer Individuen werden Hinweise und Bezugspunkte gesucht, die dem Wahrnehmenden dabei helfen, den Gegenüber in seine bisherigen Erfahrungen zu integrieren und Unsicherheiten oder Orientierungslosigkeit über die Situation zu vermeiden. Dabei kann es dazu kommen, das der Wahrnehmende ein Merkmal der Person besonders positiv oder negativ wahrnimmt und verallgemeinert. Dieses Merkmal überlagert dann in der Folgezeit alle anderen Merkmale. Durch einen positiven Gesamteindruck wird das Merkmal eher positiv, bei einem negativen Gesamteindruck eher negativ bewertet. (Bierhoff, 1998; Winkler, Hofbauer 2010).

2.1.3 Sich selbst erfüllende Prophezeiungen (SseP)

SseP stellen Prozesse zur Bestätigung von Erwartungen dar, wenn das, was man für wahrscheinlich hält auch eintritt. „Erwartungen sind realitätsbezogene Vorstellungen, die auf die Zukunft gerichtet sind und von denen der Erwartende überzeugt ist, daß (!) sie durch die nachfolgende Ereignisentwicklung bestätigt werden“ (Ludwig,1991, S. 32). Diese Erwartungsbestätigung ist „eine Erwartung, die ihre eigene Erfüllung selbst bedingt.“ (Ludwig, 1991, S. 53). „Erwartungen können korrekt oder inkorrekt sein. Nur inkorrekte Erwartungen können eine Sich-selbst-erfüllende Prophezeiung auslösen.“ (Bierhoff, 1998, S. 199).

Durch diese inkorrekten Erwartungen veranlasst man die andere Person zu einem Verhalten, das diesen Erwartungen entspricht.

2.2 Das Johari-Fenster

Das Johari-Fenster wurde von den amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham an der der University of California entwickelt, (siehe Abb.1)

Es stellt ein graphisches Schema der Wahrnehmung in interpersonellen Beziehungen dar. (vgl. Luft, 1963)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Johari-Fenster(Luft, 1963)

Quadrant I, Bereich der freien Aktivität. Beschreibt die Verhaltensweisen und Motivationen, die einem selbst und anderen bekannt sind. Je größer dieser Quadrant ist, desto freier sind wir, uns so zu benehmen, wie wir sind und andere so wahrzunehmen, wie sie wirklich sind. Je kleiner dieser Quadrant ist, umso schlechter ist die interpersonelle Kommunikation. (vgl. Luft, 1963)

Quadrant II, Bereich des blinden Flecks. Bezeichnet den Bereich des Verhaltens, den andere Mitglieder der Gruppe in uns sehen, die uns selber aber häufig verborgen bleiben. Dies geschieht häufig nonverbal durch unbewusste Gewohnheiten und Verhaltensweisen. Schwierigkeiten bei der Verkleinerung des blinden Flecks bilden hier häufig Sitte, soziales Training und Ängste.

Quadrant III, Bereich des Vermeidens oder Verbergens. Aspekte unseres Denken und Handelns, die wir selbst wissen, aber bewusst anderen nicht offenbaren. Je größer Quadrant I, desto kleiner ist Quadrant III, da wir es dann als weniger notwendig erachten, Wissen oder Gefühle zu verbergen oder zu leugnen.

Quadrant IV, Bereich der unbekannten Aktivität. Unbewusste Verhaltensweisen oder Motive, die weder von dem Individuum, noch den anderen Menschen bemerkt werden, aber die interpersonelle Beziehung beeinflussen.

Das Ziel sollte es sein, durch Interaktion, wie einem Feedbackgespräch, die Quadranten II und III zu verkleinern. Im Quadrant II wird damit der „blinde Fleck“ reduziert, den der Betroffene von sich hat. Im Quadrant III die Aspekte, welchen anderen nicht bekannt sind angepasst und damit das Selbst- und Fremdbild der Person angeglichen. (siehe Abb. 2)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Die Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der individuelle Nutzen von Feedbackgesprächen im Arbeitsprozess
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V272671
ISBN (eBook)
9783656648321
ISBN (Buch)
9783656648253
Dateigröße
442 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Feedbackgespräch, Kommunikation, Feedback, Johari-Fenster, Wahrnehmung, Gesprächsführung
Arbeit zitieren
Christoph George (Autor), 2014, Die Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der individuelle Nutzen von Feedbackgesprächen im Arbeitsprozess, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/272671

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