Das Leben eines Sklaven auf einer US-amerikanischen Baumwollplantage


Facharbeit (Schule), 2011
23 Seiten, Note: 1,7

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Hinführung zum Thema und Erläuterung der Vorgehensweise

2 Definition der Begriffe Sklaverei und Sklave

3 Die Baumwollplantagenwirtschaft in Nordamerika
3.1 Der Einsatz der Sklaven auf den Baumwollplantagen
3.2 Die Kultur der Sklaven auf den Baumwollplantagen
3.2.1 Religion
3.2.2 Sitten und Gebräuche
3.3 Das soziale Leben der Sklaven auf den Baumwollplantagen
3.3.1 Partnerschaft und Ehe
3.3.2 Gemeinschafts- und Familienleben
3.4 Der Widerstand der Sklaven auf den Baumwollplantage
3.4.1 Widerstand im Alltag
3.4.2 Diebstahl
3.4.3 Flucht
3.4.4 Organisierter Widerstand
3.4.4.1 Befreiungsversuche
3.4.4.2 Aufstände

4 Fazit

5 Quellenverzeichnis

6 Literaturnachweis

7 Bildnachweis

1 Hinführung zum Thema und Erläuterung der Vorgehensweise

Sklaverei ist ein Phänomen, das die Geschichte der Menschheit bis heute noch stark beeinflusst und schon in der Antike Gang und Gebe war.[1] Allerdings unterschied sich die Sklaverei in den USA erheblich davon, weshalb sich das Thema meiner Facharbeit näher mit dem Leben der Sklaven auf den US-amerikanischen Baumwollplantagen befasst. Der Zeitraum ist überwiegend auf den Baumwollboom in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begrenzt.

Historiker und Buchautor Stanley Elkins verglich die Sklaverei in den Südstaaten der USA mit „nationalsozialistischen Konzentrationslagern“[2] und sprach dabei die traurige Wahrheit aus. Von Afrika importierte Menschen wurden als Sklaven gegen ihren Willen und zum Zweck wirtschaftlicher Ausbeutung festgehalten und verkauft.[3] Solch ein Sklavenleben, mit dem Schwerpunkt auf Baumwollplantagen, wird in den nächsten Kapiteln meiner Facharbeit genauer erläutert.

Zuerst ist eine genauere Definition der Begriffe Sklaverei und Sklave nötig, da Sklaverei in den USA einen anderen Stellenwert sowie eine etwas andere Bedeutung hatte. Als Hauptkapitel meiner Facharbeit werden diverse Aspekte der Baumwollplantagenwirtschaft in Nordamerika näher betrachtet, wobei das Augenmerk auf den Lebensbedingungen der Sklaven sowie den daraus resultierenden Lebensweisen liegt. Eine Gliederung nach Einsatz, Kultur, soziales Leben und Widerstand dient dazu, einen groben Überblick über die wichtigsten Bereiche im Leben eines Sklaven zu bekommen, um sie besser einordnen und verstehen zu können. Kultur und soziales Leben sind absichtlich in zwei eigene Punkte gegliedert, da die Handhabung des sozialen Umfelds auf den Baumwollplantagen extrem an die Lebensbedingungen angepasst war, und somit nicht als Teil der realen afrikanischen Kultur gesehen werden kann. Die beiden Unterpunkte Partnerschaft und Ehe und Gemeinschafts- und Familienleben veranschaulichen dies genauer. Die Unterteilung der Widerstände beruht im Großen und Ganzen auf dem alltäglichen Widerstand und unregelmäßig auftretendem Verhalten wie Diebstahl und Flucht, sowie organisiertem Widerstand. Letzterer ist hierbei aufgrund der speziellen Bedeutung für die Sklaven und den oft blutigen Ausgängen besonders hervorzuheben. Zuletzt erfolgt ein Fazit, das eine Zusammenfassung des Facharbeitsthemas sowie der Kernprobleme der Sklaverei auf den Baumwollplantagen in Nordamerika enthält.

Es muss allerdings noch hinzugefügt werden, dass eine allgemeine Erläuterung zu diesem Thema aufgrund der zahlreichen Unterschiede zwischen den Plantagen nicht ganz möglich ist. Das Leben der Sklaven war von bestimmten Faktoren abhängig, und so war der Lebensstandard auf einer großen Plantage wesentlich schlechter, als der auf einer kleinen und überschaubaren Baumwollfarm, für die der Eigentümer nur ca. 10 Feldarbeiter zu unterhalten hatte. Des Weiteren variierte die Art der Sklavenhaltung auf den Plantagen bezüglich des Wohlstandes und der Charaktere der Besitzer immens. Daher sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass gewisse Umstände nicht auf jede Plantage zutrafen.

2 Definition der Begriffe Sklaverei und Sklave

Um von dem Thema dieser Facharbeit einen besseren Überblick zu bekommen, werden die Begriffe Sklaverei und Sklave kurz definiert, um eventuellen Missverständnissen vorzubeugen.

Die wahre, menschenverachtende Bedeutung dieser beiden Begriffe wurde gerade in der Blüte der Sklaverei in den Vereinigten Staaten gerne verharmlost und unter den Tisch gekehrt. Sachlich gesehen ist Sklaverei „die völlige rechtliche und wirtschaftliche Abhängigkeit eines Menschen (Sklave) als Eigentum eines anderen (Sklavenhalter)"[4] und ein Sklave ein Mensch, „der seiner persönlichen Freiheit beraubt ist, als Sache behandelt und als Eigentum eines Anderen gesehen wird“[5]. Beide Begriffe werden sowohl in diesem Lexikon als auch in allen anderen Büchern, die sich mit diesem Thema annähernd befassen, sachlich definiert. Sie geben aber nur einen groben Einblick in die Realität. Unsere heutigen Assoziationen mit Sklaverei und Sklave werden sich daher immer ein wenig unterscheiden. Die Basis bleibt aber die sachliche Formulierung.

Für das Thema dieser Facharbeit ist jedoch noch eine weiterführende Definition des Begriffes Sklave nötig. In Bezug auf Amerikas Art der Sklavenhaltung gibt es einen gravierenden Unterschied zu anderen Ländern:

„In den USA wurde die Sklaverei ausschließlich über die Zugehörigkeit einer Rasse definiert. Versklavt wurden nur schwarze Afrikaner und Indianer, da man ihn ihnen eine 'unterlegene' und 'unterentwickelte' Rasse sah“.[6]

Das allein schränkt die Bedeutung des Begriffes Sklaverei in dieser Facharbeit wesentlich ein, und sollte deswegen zu keiner Zeit außer Acht gelassen werden.

3 Die Baumwollplantagenwirtschaft in Nordamerika

Baumwolle war neben Zuckerrohr das am meisten von Sklaven angebaute Produkt im 19. Jahrhundert und so waren bis zur Mitte des Jahrhunderts rund zwei Millionen Sklaven auf über 74000 Baumwollplantagen tätig.[7] Das warme und im Sommer feuchte Klima im Süden der USA eignete sich hervorragend, um ein Baumwollmonopol entstehen zu lassen, das nur durch die Ausbreitung der Sklaverei möglich war. Die Verdopplung der allgemeinen Sklavenanzahl im Süden zwischen 1810 und 1830 war mehr oder weniger der Startschuss für die im Volksmund bekannte „large-scale cotton cultivation“ (Baumwollanbau im großen Stil)[8]. Kleine Farmen entwickelten sich schnell zu Plantagen und mit ihnen stieg die Nachfrage nach Sklaven rasant. So kam es zu einem Wandel von einer anfangs vom Import abhängigen Versklavung der Afroamerikaner hin zu einer Sklaverei, in die man hineingeboren wurde. Im Jahre 1830 waren schon ca. dreiviertel aller im Süden lebenden Sklaven auf Baumwollplantagen tätig.[9] Diese uneingeschränkte Bewirtschaftung wirkte sich in Form von unaufhaltsam ansteigender Produktion aus und so entstanden schnell Gegenden in den südlichen Staaten wie Mississippi, Alabama und Georgia, in denen der Anteil der Sklaven bei den Einwohnerzahlen die 50% Marke überschritt.[10] Solche Umstände lassen schon auf das schwere Leben der Sklaven schließen, das vorwiegend von Unterdrückung und Diskriminierung geprägt war.

3.1 Der Einsatz der Sklaven auf den Baumwollplantagen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Sklavin bei der Feldarbeit auf einer Baumwollplantage

Der Einsatz der Sklaven war vielfältig. So war es nicht unüblich, dass die auf den Feldern arbeitenden Sklaven gelegentlich auch Kutschen oder ähnliches reparierten. Gerade auf kleinen Gütern war dies unentbehrlich und eine absolute Notwendigkeit.

Der typische Sklave war jedoch eher auf großen Plantagen mit mindestens 10 anderen Genossen zu finden. Der Tag an sich begann mit dem Weckruf der Aufseher. Nach einem kargen Frühstück marschierten die Sklaven der Reihe nach auf die Felder, um ihren Pflichten nachzukommen. Ein Reisender in Mississippi beschrieb diesen Anblick wie folgt:

„First came, led by an old driver carrying a whip, forty of the largest and strongest women I ever saw together; they were all in simple uniform dress […]; they carried themselves loftily, each having a hoe over the shoulder, and walking with a free, powerful swing”[11] (Zuerst kamen, angeführt von einem alten Sklaventreiber mit einer Peitsche, 40 der größten und stärksten Frauen, die ich je zusammen gesehen hatte. Sie alle trugen die gleiche einfache Kleidung. Jede trug eine Spitzhacke über der Schulter. Dennoch marschierten sie würdevoll und mit einem befreiten und kraftvollen Schritt).

Die Sklaven wurden sowohl durch zahlreiche Anreize und Belohnungen, als auch Strafen und Kontrollen zur Erhöhung der Arbeitsleistung gebracht. Die Gutsherren gingen davon aus, dass keiner ihrer Sklaven freiwillig das Beste geben würde. Unter diesen Umständen war der Arbeitstag der Sklaven von Konkurrenz untereinander geprägt. Durch attraktive Belohnungen für diejenigen, die einen Verstoß meldeten, der sich als wahr erwies, konnte der Plantagenbesitzer sich seiner Kontrolle über die Sklaven sicher sein. Dass diese Bedingungen einen qualitativen Arbeitstag unmöglich machten und so einige Hürden boten, ist offensichtlich.

3.2 Die Kultur der Sklaven auf den Baumwollplantagen

Afrikaner waren in den Augen der Weißen durch ihre Kultur und Rasse minderwertiger. Diese Einstellung änderte sich bis zum Ende der Sklaverei so gut wie gar nicht und ist auch heute noch aktuell und stärker vertreten als es sein sollte. Nun muss man sich fragen, ob es sich bei der Kultur der Sklaven auf den Baumwollplantagen tatsächlich um ihre eigene und angepasste handelt, oder ob der Terminus Kultur der Sklaverei nicht passender wäre. Sklaven setzten ihre Kultur und ihre Lebensweisen wie ein „zerstörtes Mosaik“[12] wieder zusammen und entwickelten beides zwangsläufig weiter, um sich in ihrer neuen Welt besser zurechtzufinden. Teile ihrer Kultur wurden bewahrt und manch andere zurückgedrängt und so mit der Zeit vergessen.

[...]


[1] Vgl. Die Zeit der amerikanischen Sklaverei, http://www.magazinusa.com/us/info/show.aspx?unit=geschichte&doc=14&dsc=Amerikanische_Geschichte_Zeit_der_Sklaverei (aufgerufen am 19.12.10)

[2] J. Meißner, U. Mücke, K. Weber, Schwarzes Amerika – Eine Geschichte der Sklaverei, München, C.H. Beck Verlag, 2008, S. 120

[3] Vgl. http://www.lerntippsammlung.de/B-ue-rgerkrieg-s-Sklaverei-in-den-USA.html

[4] Meyers Lexikonredaktion, Meyers großes Taschenlexikon, 6. Auflage, Band 20, Mannheim, B.I. Taschenbuchverlag, 1998, S. 151

[5] http://www.lerntippsammlung.de/B-ue-rgerkrieg-s-Sklaverei-in-den-USA.html

[6] http://www.magazinusa.com/us/info/show.aspx?unit=geschichte&doc=14&dsc=Amerikanische_Geschichte_Zeit_der_Sklaverei (aufgerufen am 19.12.10)

[7] Vgl. J. Meißner, U. Mücke, K. Weber, Schwarzes Amerika – Eine Geschichte der Sklaverei, S.108

[8] Vgl. P. S. Boyer, C. E. Clark, S. McNair Hawley, u.a., The Enduring Vision - A history of the American People, Concise 4th Edition, Boston, Houghton Mifflin Company, 2002, S.225

[9] Vgl. J. Meißner, U. Mücke, K. Weber, Schwarzes Amerika – Eine Geschichte der Sklaverei, S.108

[10] Vgl. P. S. Boyer, C. E. Clark, S. McNair Hawley, u.a., The Enduring Vision, S. 227

[11] P. S. Boyer, C. E. Clark, S. McNair Hawley, u.a., The Enduring Vision, S.235

[12] J. Meißner, U. Mücke, K. Weber, Schwarzes Amerika – Eine Geschichte der Sklaverei Schwarzes Amerika, S.120

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Das Leben eines Sklaven auf einer US-amerikanischen Baumwollplantage
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
23
Katalognummer
V273311
ISBN (eBook)
9783656655466
ISBN (Buch)
9783656655435
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sklaverei, Sklaven, Baumwolle, Plantage, Leben, US-amerikanisch
Arbeit zitieren
Julia Schönmann (Autor), 2011, Das Leben eines Sklaven auf einer US-amerikanischen Baumwollplantage, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273311

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