Der Deutsche Orden und der Johanniterorden


Essay, 2013

3 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

1. Einleitung

Nach der Ausbreitung des Islams im 7. Jahrhundert kommt es zu diversen Kriegen zwischen Muslimen und Christen. Da diese sich jedoch am äußersten Rand des Reiches abspielen, verlangt dies von der europäischen Christenheit die Erfindung einer neuen Institution, die an der Grenze operiert: die Ritterorden. Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich hierbei mit zwei dieser Orden, dem Deutschen Orden und dem Johanniterorden im Mittelalter. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf die Entstehung und auf ihre Aufgaben gelegt. Durch die Analyse soll hervorgehen, dass die Ritterorden militärische Grenzinstitutionen waren, die ihre Legitimation erst durch die Verteidigung des lateinischen Christentums erhielten und bei Versagen ihres Auftrags auch eine Auflösung fürchten mussten.

2. Der Johanniterorden

Der Johanniterorden war ein militärischer Orden und ging aus dem Ersten Kreuzzug 1096-1099 hervor. Dieser ging aus einem Hospital hervor, das um 1070 bei der Abtei St. Maria Latina entstanden war.[1] Nachdem Jerusalem nach Beendigung des Ersten Kreuzzugs unter lateinische Herrschaft kam, wuchs der Einfluss des Ordens und das Hospital erhielt reiche Landschenkungen von Königen und anderen einflussreichen Herren.[2] Die Johanniter verstanden sich als „Diener der Armen Christi“[3], deren Hospital eine hohe Kapazität aufwies und Tausende Kranke aufnehmen konnte, ohne Rücksicht auf das Geschlecht und die Konfession des Kranken zu nehmen.[4] Mit der militärischen Orientierung, bekamen sie eine neue Aufgabe, nämlich den Schutz des Königreichs Jerusalem vor den Muslimen. Rasch trat der militärische Zweig in Vorrang und die Johanniter unterhielten Niederlassungen in der ganzen christlichen Welt. Eine päpstliche Bulle stellte zudem den Johanniterorden frei von all weltlicher Macht und verfügte, dass der Orden nur auf den Papst angewiesen sei. Mit der Erstarkung des Ordens, fing auch eine Einmischung in weltliche Dinge ein, sei es in Erbfolgestreitereien oder durch Aufkauf und Kontrolle großer Gebieten. Auch nahmen sie sich das Recht, eigenständig mit Muslimen zu verhandeln, was viele verärgerte.[5] Mit dem Verlust von Palästina verloren sie ihre militärische Daseinsberechtigung und zogen sich deshalb aus dem Gebiet zurück und eroberten die Insel Rhodos, wo sie durch die Beschlagnahmung der Güter des Tempelordens, der zwischenzeitlich aufgelöst wurde, zu einer starken Flottenmacht avancieren konnten.[6]

[...]


[1] J. Riley-Smith: Art. Johanniter, in: LexMa 5 (1991), Sp. 613-615, Sp. 613. (im Folgenden zitiert als: Riley-Smith: Johanniter)

[2] Anthony Luttrell: Der Johanniter- und Templerorden, in: Feliciano Novoa Portela/ Carlos de Ayala Martínez: Ritterorden im Mittelalter, Stuttgart 2006, S. 45-76, S. 45. (im Folgenden zitiert als: Luttrell: Johanniter)

[3] Riley-Smith: Johanniter, Sp. 613.

[4] Luttrell: Johanniter, S. 46.

[5] Luttrell: Johanniter, S. 54.

[6] Riley-Smith: Johanniter, S. 614f.

Ende der Leseprobe aus 3 Seiten

Details

Titel
Der Deutsche Orden und der Johanniterorden
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2,7
Autor
Jahr
2013
Seiten
3
Katalognummer
V273355
ISBN (eBook)
9783656655992
ISBN (Buch)
9783656655985
Dateigröße
365 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Johanniterorden, Ritterorden, Orden, Johanniter, Deutscher Orden, Deutschorden
Arbeit zitieren
Mishel Marcus (Autor), 2013, Der Deutsche Orden und der Johanniterorden, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273355

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