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Störungsprävention im Schulunterricht

Title: Störungsprävention im Schulunterricht

Academic Paper , 2006 , 32 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Manuel Fesler (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Vorbeugen ist besser als heilen. Dieser Leitsatz, der ursprünglich aus der Medizin stammt, besagt in schlichter Weise, dass es oftmals besser ist, einen unerwünschten Zustand durch gezielte Gegenmaßnahmen im Vorfeld bereits abzuwenden, statt zeit- und arbeitsintensiv die Symptome zu bekämpfen. Im pädagogischen Kontext umfasst Störungsprävention sämtliche Verhaltensweisen und Techniken des Lehrers, um Disziplinprobleme erst gar nicht entstehen zu lassen. In Schüleräußerungen wie „Der kann sich halt nicht durchsetzen“ oder „Sie sind einfach viel zu gutmütig“ (vgl. Becker 2000, S. 120) spiegelt sich wider, dass für viele nach wie vor „Strenge“ der entscheidende Faktor zur Aufrechterhaltung von Disziplin und Ordnung im Klassenraum ist. Bei einer schriftlichen Befragung, die NOLTING im Rahmen seiner Studien unter Lehrern durchführte, stellte sich heraus, dass die meisten der Befragten die Aufstellung von Regeln als eine entscheidende Maßnahme zur Verhütung von Konflikten im Klassenraum sahen. Hinzu kamen Aspekte der Unterrichtsführung (interessant, gut vorbereitet und strukturiert) sowie der Aufbau sozial-emotionaler Beziehung zu den Schülern, die zur Störungsvermeidung betragen sollten. Viele der befragten Lehrer sahen auch die angemessene Reaktion auf auftretende Störungen als Beitrag zur Vermeidung von Disziplinproblemen in der Zukunft (vgl. Nolting 2002, S. 24ff.).

Die folgenden Abschnitte sollen zum einen die essentielle Bedeutung der Störungsvorbeugung verdeutlichen. Zum anderen soll eine Systematisierung der Präventivmaßnahmen zeigen, dass der Lehrer die Möglichkeit hat, bewusst, gezielt und effektiv Disziplinschwierigkeiten im Vorfeld abzuwenden. Dabei ist es nicht nötig, seine gesamte Lehrerpersönlichkeit zu ändern. Bei den folgenden Interventionskonzepten genügt es oftmals, einige Grundprinzipien zu beachten und persönliche, oftmals verfestigte Einstellungen zu hinterfragen. Basierend auf der Grundannahme, dass Situationen meist leichter zu verändern sind als Menschen, ist das allgemeine Präventionsziel die Gestaltung eines Gesamtfelds Schule, das „günstigen Einfluss ausübt und zugleich einen guten Nährboden für seine [des Lehrers] direkten Maßnahmen darstellt“ (Glöckel 2000, S. 67).

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Generelle Problematik

2 Störungsprävention auf der Unterrichtsebene

2.1 Befunde Kounins

3 Störungsprävention auf der Beziehungsebene

4 Störungsprävention auf Organisationsebene

4.1 Räumliche Gestaltungsmöglichkeiten

4.2 Zusammenarbeit mit Kollegen

4.3 Elternarbeit

5 Zusammenfassende Übersicht der Maßnahmen zur Störungsprävention

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht systematisch verschiedene Ansätze und Konzepte zur Störungsprävention im schulischen Unterricht. Das primäre Ziel ist es, Lehrkräften praxisorientierte Strategien an die Hand zu geben, um Disziplinprobleme durch eine gezielte Gestaltung von Unterricht, Lehrer-Schüler-Beziehungen und organisatorischen Rahmenbedingungen proaktiv zu minimieren, statt lediglich auf auftretende Störungen zu reagieren.

  • Prävention von Störungen durch optimierte Unterrichtsführung nach Kounin.
  • Gestaltung professioneller Lehrer-Schüler-Beziehungen als Grundlage für störungsarmes Lernen.
  • Bedeutung der räumlichen Lernumgebung für die Disziplin.
  • Notwendigkeit einer einheitlichen, kooperativen Haltung innerhalb des Kollegiums.
  • Die Rolle der Elternarbeit für ein störungsfreies schulisches Umfeld.

Auszug aus dem Buch

2.1.1 Breite Aktivierung

Ausgehend von Kounins „Aufrechterhaltung des Gruppenfokus“ finden sich hier weitergehende Ausführungen zum störungsvermeidenden Lehrerverhalten, vor allem in der Stimulationsphase. Die Darbietungen sollten lebendig sein, die Themen interessant, Medien und Methoden sollten wechseln. Der Lehrer sollte nicht nur mit der Stimme, sondern auch mit Gestik, Mimik und Bewegung arbeiten. Weniger das „Was“ des Lernens sollte betont werden, sondern vielmehr das „Wie“ (vgl. Nolting 2002, S. 43ff.). Dazu gehört auch, die individuellen Lernertypen zu berücksichtigen und daraus Konsequenzen für die Gestaltung des Unterrichts abzuleiten. Zwar weiß jeder Lehrer prinzipiell, dass es verschiedene Lerntypen (z.B. visuell, auditiv, haptisch) gibt (Klippert 1999, S. 60). Dennoch gibt es Lehrer, deren Unterricht sich größtenteils auf den Lehrervortrag gründet und die sich wundern, dass Schüler ihren Unterricht stören. Sie bedenken dabei nicht, dass visuell oder haptisch orientierte Schüler sehr schnell das Interesse verlieren, wenn der Unterricht keine Angebote für ihre Bedürfnisse liefert. Aus diesem Desinteresse heraus entstehen Unaufmerksamkeiten und Störungen. Daher sollte jeder Lehrer bereits bei der Planung des Unterrichts fragen, ob und in wieweit er die Klasse in Bezug auf Methoden und Medien erreicht. Inhaltlich ist der Lehrer an curriculare Vorgaben gebunden. Dennoch ist es ratsam und ein Teil der Störungsprävention, bei der Formulierung der Unterrichtsthemen klassen- und schülerspezifische Interessen in die Stundengestaltung mit einfließen zu lassen: „Als Ziel lässt sich ein Unterricht vorstellen, bei dem die berechtigten Bedürfnisse sowohl der Schüler als auch des Lehrers auf einem Minimalniveau befriedigt werden“ (Biller 1979, S. 101). Neben Gedanken über Inhalt und Methode beinhaltet eine Unterrichtsplanung, die u.a. auf Störungsprävention abzielt, eine dynamische Alternativplanung (vgl. Biller 1979, S. 105). Diese ermöglicht es dem Lehrer, situationsabhängig vom vorgesehenen Stundenablauf abzuweichen ohne in einen ungeplanten Spontanunterricht überzugehen, der aufgrund seiner fehlenden konzeptionellen Ausarbeitung zum Stocken neigt und damit störanfällig ist (Idee des „Unterrichtsflusses“ s.o.).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Generelle Problematik: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Störungsprävention ein und betont die Notwendigkeit, durch präventives Handeln Disziplinprobleme gar nicht erst entstehen zu lassen.

2 Störungsprävention auf der Unterrichtsebene: Hier werden zentrale Konzepte für den Unterrichtsalltag vorgestellt, wie etwa Kounins Dimensionen der Klassenführung, die Bedeutung der Aktivierung sowie die Gestaltung des Unterrichtsflusses.

3 Störungsprävention auf der Beziehungsebene: Das Kapitel beleuchtet, wie eine wertschätzende Lehrer-Schüler-Beziehung durch pädagogischen Takt, Humor und individuelles Interesse als wirksame Barriere gegen Störungen dient.

4 Störungsprävention auf Organisationsebene: Hier wird der Blick über den einzelnen Lehrer hinaus auf schulorganisatorische Aspekte wie Raumgestaltung, Zusammenarbeit im Kollegium und Einbindung der Eltern gelenkt.

5 Zusammenfassende Übersicht der Maßnahmen zur Störungsprävention: Dieses Kapitel dient als tabellarische Übersicht und zur Selbstreflexion für Lehrkräfte hinsichtlich der vorgestellten Präventionsmaßnahmen.

Schlüsselwörter

Störungsprävention, Klassenführung, Unterrichtsfluss, Disziplinprobleme, Lehrer-Schüler-Beziehung, Gruppenfokus, pädagogischer Takt, Organisationsentwicklung, Elternarbeit, Lernklima, Präsenzsignale, Schüleraktivierung, Lehrerverhalten, Konfliktmanagement, Schulkultur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem Konzept der Störungsprävention in der Schule und zeigt auf, wie Lehrer durch planvolles Handeln Disziplinprobleme vermeiden können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Gestaltung des direkten Unterrichtsgeschehens, dem Aufbau positiver zwischenmenschlicher Beziehungen und der organisatorischen Ebene innerhalb einer Schule.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Das Ziel ist es, Lehrkräften die Bedeutung präventiven Verhaltens gegenüber rein reaktiver Disziplinierung zu verdeutlichen und praktikable Lösungsansätze zu vermitteln.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche und die Auswertung pädagogischer Studien, insbesondere jener von Jacob Kounin.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden konkrete Strategien zur Unterrichtsführung, Tipps zur Beziehungsgestaltung sowie organisatorische Maßnahmen wie Raumgestaltung und Elternarbeit detailliert erläutert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Klassische Begriffe sind hierbei Störungsprävention, Klassenführung, Lehrer-Schüler-Beziehung, Unterrichtsfluss und Schulkultur.

Welche Bedeutung kommt dem „Unterrichtsfluss“ bei Störungen zu?

Ein flüssiger Unterricht, der durch gute Vorbereitung und nahtlose Phasenübergänge gekennzeichnet ist, reduziert Unterbrechungen und somit potenzielle Ansatzpunkte für Störungen massiv.

Warum ist die Zusammenarbeit im Kollegium so wichtig?

Ohne abgestimmte Standards im Kollegium entstehen bei Schülern Unsicherheiten und Verwirrung, da unterschiedliche Regeln bei verschiedenen Lehrern zu inkonsequentem Verhalten führen.

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Details

Title
Störungsprävention im Schulunterricht
College
University of Education Heidelberg  (Pädagogische Psychologie)
Grade
1,0
Author
Christian Manuel Fesler (Author)
Publication Year
2006
Pages
32
Catalog Number
V273392
ISBN (eBook)
9783656651314
ISBN (Book)
9783656651338
Language
German
Tags
störungsprävention schulunterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Manuel Fesler (Author), 2006, Störungsprävention im Schulunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273392
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