Der Unterschied zwischen Mann und Frau

Demographische Entwicklung und geschlechtsspezifische Besonderheiten


Akademische Arbeit, 2007

40 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Gang der Untersuchung
1.3 Begriffliche Grundlagen - Sex und Gender

2. Die gesellschaftliche und demografische Entwicklung
2.1 Geschlechterforschung
2.2 Wertewandel
2.2.1 Die neue Generation
2.2.2 Rollenbilder
2.3 Gesellschaftlicher Wandel
2.3.1 Haushalte
2.3.2 Familienstand
2.3.3 Bildung und Ausbildung
2.3.4 Berufstätigkeit

3. Geschlechtsspezifische Besonderheiten
3.1 Sozialisierte Geschlechterunterschiede
3.2 Biologisch-genetische Unterschiede
3.2.1 Chromosome
3.2.2 Hormone
3.2.3 Weibliches und männliches Gehirn
3.3 Kognitive Fähigkeiten
3.3.1 Räumlich-visuelles Vorstellungsvermögen
3.3.2 Mathematisches Denken
3.3.3 Verbale Fähigkeiten
3.3.4 Wahrnehmung
3.3 Unterschiede im Freizeitverhalten
3.4.1 Freizeitaktivitäten
3.4.2 Fernsehnutzung
3.4.3 Internetnutzung

4. Schlussbetrachtung

5. Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1. Einleitung

1.1 Problemstellung

Die Situationen der Frauen und Männer haben sich in den letzten Jahrzenten stark verändert. Die Zahl der berufstätigen Frauen, Selbstständigen und Unternehmerinnen wächst ebenso wie das Einkommen. Studien zufolge bestimmen Frauen über 80 Prozent der privaten Haushaltsausgaben und bilden damit eine machtvolle und kaufkräftige Zielgruppe. Außerdem entwickeln Frauen heute eine deutlich stärkere Affinität zu technischen Produkten. Auch der Zuwachs der Frauen in technischen Berufen steigt deutlich an. Ein Beispiel aus der Automobilbranche zeigt, dass Handlungsbedarf bei den Unternehmen besteht. Der Anteil der weiblichen Autofahrer wird laut der Discover Gender Studie von der Frauenhofer Gesellschaft in den kommenden 20 Jahren von 30 auf 50 Prozent anwachsen. Frauen haben aber andere Anforderungen an ein Fahrzeug, als Männer. Die Manager und Produktentwickler sind jedoch fast immer Männer. Gerade deshalb ist es für viele Unternehmen so schwierig, sich auf ihre weibliche Zielgruppe einzustellen. Laut der Studie Women-Panel von MediaAnalyzer fühlt sich die Mehrheit der weiblichen Führungskräfte und Unternehmerinnen als Konsumentinnen von der Werbung kaum oder gar nicht angesprochen. Wenn Frauen angsprochen werden, dann meistens über Klischees die die Mehrheit der Frauen jedoch ablehnen.

Männer hingegen sehen ihre Aufgabe nicht mehr ausschließlich in ihrer Karriere. Sie haben eine größere Vielfalt von Aufgaben und Rollen übernommen, werden jedoch in den Medien noch eindimensional und stereotyp dargestellt. Der Trendreport –eine Studie von der SevenOneMedia- zeigt, dass Männer im Reiniger- und Lebensmittelmarkt als Zielgruppe noch zu wenig erkannt sind. Dabei wird diese Zielgruppe in diesem Bereich immer wichtiger, schon auf Grund der Tatsache dass es immer mehr Single-Haushalte gibt und Männer immer öfter für sich selbst sorgen müssen. Das ihnen ein gepflegtes und jugendliches Erscheinungsbild mittlerweile nahezu ebenso wichtig ist, wie den Frauen, können Studien von der ACNielsen belegen.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Entwicklung und Veränderung unserer Gesellschaft sowie die geschlechtsspezifischen Unterschiede darzustellen.

1.2 Gang der Untersuchung

Die Arbeit ist in 4 Kapitel unterteilt. Nachdem im ersten Kapitel die Problemstellung, Gang der Untersuchung und die begrifflichen Grundlagen erläutert werden, befasst sich das zweite Kapitel mit der gesellschaftlichen und demografischen Entwicklung. Hierbei wird auf die historische Entwicklung der Geschlechterforschung und auf den Wertewandel eingegangen, belegt durch aktuelle demografische Daten. Desweiteren werden im 3. Kapitel die geschlechtsspezifischen Unterschiede erläutert. Diese umfassen zum einen die sozialisierten, biologisch-genetischen und kognitiven Unterschiede, sowie die Unterschiede im Freizeitverhalten. Hierbei ist zu beachten, dass die Aussagen über Frauen und Männer in der gesamten Arbeit als Durchschnitt dargestellt werden. Das letzte Kapitel wird mit einer Schlussbetrachtung die Arbeit abrunden.

1.3 Begriffliche Grundlagen - Sex und Gender

Während Sex als biologisches Geschlecht definiert wird, gibt es für den aus dem Englischen stammenden Begriff Gender keine allgemein eingeführte Entsprechnung. Ursprünglich wurde der Begriff nur auf das grammatische Geschlecht der Substantive bezogen (in der lateinischen Grammatik mit Genus bezeichnet), jedoch verweist der Begriff darauf, dass Geschlechtsidentität nicht angeboren, sondern sozio-kulturell erworben wird. (vgl. Kroll, R., 2002, S. 141) In den 1970er und 1980er Jahren sollte mit dieser Unterscheidung verdeutlicht werden, dass die Ungleichheit der Geschlechter nicht (nur) auf natürliche Ursachen zurückzuführen, sondern (auch) historisch-gesellschaftlich hervorgebracht– und damit auch veränderbar ist. Mittlerweile wird diese exakte Differenzierung jedoch kritisiert, denn es ist problematisch, eine klare Trennung zwischen Natur und Kultur zu ziehen. Zudem ist nicht nur Gender, sondern auch Sex -und damit auch Zweigeschlechtlichkeit - kulturell hervorgebracht. (vgl. Krell, G., 2005, S.5)

2. Die gesellschaftliche und demografische Entwicklung

2.1 Geschlechterforschung

Die Entwicklung der Geschlechterforschung (Gender Studies) beginnt mit der Frauenforschung, die untrennbar mit der Frauenbewegung verbunden ist. (vgl. Faulstich-Wieland, H., 2006, S.45)

Die erste Frauenbewegung fand im Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert statt. Hier ging es im wesentlichen um den zivilrechtlichen und staatsbürgerlichen Status von Frauen. Frauen kamen als Gegenstand der Forschung, wenn es sich nicht gerade um ELISABETH I. von England oder KATHARINA II. von Russland handelte, gar nicht vor. Der Ausschluss von Frauen in den Wissenschaften wurde absichtsvoll betrieben. Im Jahr 1897 wurde in Deutschland eine Sammlung von Gutachten namenhafter Universitätslehrer von Arthur KIRCHHOFF mit dem Namen Die akademische Frau herausgegeben. In diesem Sammelwerk bescheinigen die Professoren, dass es in der Wissenschaft auf den „lange methodisch geschulten, streng auf die Erfoschung der Tatsachen gerichteten Blick ankomme…, Eigenschaften, die eine Frau ihrer ganzen Natur nach nicht besitzen kann.“(Hausen, K., 1986, S.35) Zwischen 1900 und 1908 erhielten Frauen das Immatrikulationsrecht, habilitieren durften sie dann erst ab 1918. Unter den Nationalsozialisten wurden die wenigen Hochschullehrerinnen dann entlassen oder sie gingen ins Exil. (vgl. Schissler, H., 2005, S.113ff)

In Westdeutschland wurde nach dem Zweiten Weltkrieg versucht, die unnatürliche Emanzipation, die der Krieg mit sich brachte, zurück zu schrauben. Politiker und Kirchen versuchten, die gewünschte Hausfrauenehe wieder einzuführen. Das Modell bestimmt den Mann zum alleinigen Verdiener und beschränkt die Zuständigkeit der Frau auf den Bereich des Hauses und der Familie. Doch angesichts der vielen Kriegerwitwen und der Frauen, die zumindest als Zuverdienerinnen auf den Arbeitsmarkt strömten, war das Modell zum Scheitern verurteilt. (vgl. Schissler, H., 2005, S.113ff) Bei den Frauen, die dem Ideal nicht entsprachen oder entsprechen konnten, führten diese normierten Geschlechtervorstellungen zu massiven inneren und in der Wirklichkeit des Alltags schwer auszubalancierenden Widersprüchen. Die zwiespältige gesellschaftliche Positionierung von Frauen führte schließlich zu der zweiten Frauenbewegung um 1970. Hier ging es hauptsächlich um eine rechtliche Verbesserung der Position von Frauen in der Familie, in Bildungsinstitutionen und auf den Arbeitsmärkten. Es begannen lang anhaltende Protestbewegungen mit der Forderung Frauen Zugang zu Institutionen und Tätigkeitsfeldern zu verschaffen, die ihnen bis zu dem Zeitpunkt verschlossen blieben. In Deutschland führte das Bewußtsein des Ausschlusses der Frauen als Objekt der Forschung wie auch als Subjekt des Forschungsprozesses zur Gründung der ersten Frauenuniversität 1976 in Berlin. Dieser Zeitpunkt kann als Beginn der Frauenforschung in der Bundesrepublik Deutschland festgemacht werden. (vgl. Schissler, H., 2005, S.113ff)

Hauptanliegen der Frauenforschung war es, Frauen in der Wissenschaft zu thematisieren. Zum einen sollte der Androzentrismus der Wissenschaft beseitigt werden und zum anderen sollte der Abbau von Herrschaftsformen Frauen ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Die theoretische Leistung bestand darin, das Geschlecht als soziale Kategorie zu analysieren und Geschlechterdifferenzen herauszuarbeiten. Die damalige Frauenforschung beschäftigte sich mit dem sogenannten Differenzfeminismus. Da Frauen, gemessen an männlichen Normen, als defizitär angesehen wurden, führte der Differenzfeminismus zur Suche nach positiven Unterschieden des Weiblichen. Die Mütterlichkeit stellte einen Kristallisationspunkt dar. Nancy Chodorow (1985) machte auf die gesellschaftlichen Folgen aufmerksam, die aus der Betreuung und Zuständigkeit für Kinder erwachsen und forderte den Einbezug von Männern. Im erziehungswissenschaftlichem Bereich fanden sich Differenzkonzepte, die sich insbesondere auf die weibliche Sexualität, Gebären und Stillen bezogen. (vgl. Faulstich-Wieland, H., 2006, S. 100ff)

Die 1980er Jahre können generell als Phase der Differenzierung, Professionalisierung und institutionellen Integration betrachtet werden. Zu dieser Zeit erfolgte eine Auseinandersetzung mit Differenzkonzepten, die zu einer Kritik an der Zweigeschlechtlichkeit und zur Entwicklung neuer Theorieansätze führten. Im Jahr 1991 entwickelte sich mit Judith Butlers provozierendem Buch Gender trouble eine neue Stufe der Auseinandersetzung mit der Frauenforschung. Butler setzte auf die Strategie der queer theory die besagt, dass es nicht nur Zweigeschlechtlichkeit, sondern mehrere Existenzformen gibt. Frauenforschung verlor bei diesem Ansatz ihre Berechtigung und wurde dann unter dem Terminus Genderforschung (Geschlechterforschung) geführt. (vgl. Faulstich-Wieland, H., 2006, S. 100ff)

In den 1990er Jahren entwickelte sich dann auch die Männerforschung. Sie ist nicht aus einer politischen Bewegung, sondern vor allem als eine Reaktion auf der Herausforderung der Frauenforschung in den Sozialwissenschaften entstanden. Männer sind dabei nicht nur Objekt der Forschung, sie betreten auch als Forscher das Feld. Im Bereich der Geschlechterforschung sind Männer in Deutschland im Gegensatz zu den USA oder den skandinavischen Ländern aber deutlich in der Minderheit. Mittlerweile beginnt sich jedoch die Einsicht durchzusetzen, dass das Geschlechterverhältnis nur dann adäquat erforscht werden kann, wenn beide Seiten des Verhältnisses gleichermaßen in den Blick genommen werden. Männer- und Frauenforschung wird heute in das übergreifende Konzept Geschlechterforschung bzw. Genderforschung intergriert. (vgl. Meuser, M., 2005, S. 269ff)

Trotz aller Ausdifferenzierungen und Weiterentwicklungen bleibt das ursprüngliche Ziel der Frauenforschung erhalten. Es geht nach wie vor um den Abbau von Hierarchien und um die Verwirklichung von Demokratie. Im Vordergrund steht die Suche nach den Mechanismen, die zur Produktion und Reproduktion von Geschlecht und Geschlechterverhältnissen führen, nicht die Suche nach der Weiblichkeit. Die Forderung nach Gender Mainstreaming ist die neue Herausforderung, sowohl für die Frauenbewegung als auch für die Geschlechterforschung. Gender Mainstreaming beinhaltet die Forderung, Geschlechterfragen zu einem verpflichtenden Thema für alle Bereiche zu machen und es als Sonderthema für einige wenige abzulösen. Dieses Konzept sorgt dafür, Ungleichheiten wahrzunehmen und daraus folgende Benachteiligungen zu verändern. (vgl. Faulstich-Wieland, H., 2006, S. 100ff)

2.2 Wertewandel

2.2.1 Die neue Generation

20-jährige Frauen und Männer gehen heutzutage ganz selbstverständlich davon aus, dass sie gleiche Startbedingungen und Rechte haben. Vor zwanzig Jahren war das nicht selbstverständlich. (vgl. Sinus Studie, 2007, S. 10)

Junge Frauen mit Abitur

Frauen mit Abitur sehen heute ihre eigene berufliche und private Perspektive optimistisch und entwickeln Lebenspläne mit Chancen und Optionen. Sie haben keine kämpferische Haltung gegenüber Männern wie sie die Generation der Frauenbewegung hatte, und lassen sich auch nicht verunsichern. Diese Frauen sehen sich nicht als Nachfolgegeneration der Frauenbewegung und identifizieren sich auch nicht mit ihr. Sie sind der Emanzipationsbewegung nicht dankbar, sondern nehmen ihre Rechte und Möglichkeiten als selbstverständlich wahr. Sie teilen die Meinung, dass heute jede einzelne Frau selbst dafür verantwortlich ist ihr Recht in der Partnerschaft, in Beruf und Freizeit sowie im Umgang der Geschlechter auch durchzusetzen. Sie überlassen diese Aufgaben nicht einer staatlichen Instanz, sondern nehmen die Durchsetzung mit eigener Kraft, Intelligenz und Hartnäckigkeit selbst in die Hand. Diese Frauen gehen optimistisch davon aus, dass sie beruflich erfolgreich werden und im Falle einer Elternschaft, Haushalt und Familie mit dem Partner geteilt werden. (vgl. Sinus Studie, 2007, S. 10f)

Junge Männer mit Abitur

Männer mit gleichem Bildungsstand verspüren dagegen eine tiefe Ambivalenz. Sie teilen zwar die Idee der Gleichberechtigung, sind aber gleichzeitig verunsichert in Bezug auf gleichaltrige Frauen. Denn diese sind attraktiv, demonstrieren ein modernes Rollenbild und zeigen kaum Schwäche. Den Männern fehlen neue positive Vorbilder zur Orientierung. Diese Männer haben zwar eine Lockerung der Rollenverteilung im eigenen Elternhaus erlebt, nicht jedoch eine Auflösung der Rollenverteilung. Frauen bekamen in den 80er Jahren neue Möglichkeiten und Chancen. Einschränkungen und neue Aufgaben für den Mann (Vater), wie Haushalt und Erziehung waren damit aber nicht verbunden. Junge Männer wollen keine Ehe mit einer traditionellen Rollenverteilung, sondern eine intelligente, moderne und selbstständige Frau mit der sie auf Augenhöhe Konversation führen können. (vgl. Sinus Studie, 2007, S. 11f)

Junge Männer mit mittlerer/geringerer Bildung

Männer mit mittlerer aber hauptsächlich mit geringerer Bildung verspüren Unsicherheit in Bezug auf das andere Geschlecht. Die Unsicherheit beschränkt sich hier auf die Partnerfindung und Partnerbindung. Wenn eine Frau gefunden ist, greift danach hauptsächlich die traditionelle Rollenverteilung. Diese Männer wollen moderate moderne und selbstständige Frauen die Erziehung und Haushalt gerne übernehmen und nebenbei etwas dazuverdienen. Sie können sich nicht vorstellen, für die Erziehung ihres Kindes zu Hause zu bleiben. Weitere Gleichstellungen gerade in Handwerksberufen wie Dachdeckerrinnen, Schweißerinnen oder Maschinenschlosserrinnen sind für sie absurd. Das ist ihr Bereich und Frauen stören dort nur. (vgl. Sinus Studie, 2007, S. 12)

Junge Frauen mit mittlerer/geringerer Bildung

Diese Frauen fühlen sich mit den Partnerschaftsaussichten wohl. Sie sehen nur Vorteile in fast allen Lebensbereichen, ob es die freie Berufswahl und die Berufsausübung oder das gleichberechtige Verfügen über Geld und Macht ist. Noch mehr Gleichstellung erscheint ihnen undurchsichtig, denn sie haben in den Bereichen keine Ziele und fürchten, dass dadurch ihr eigenes Lebensmodell in Gefahr gebracht wird (Teizeitarbeit und Mutterschaft) und sie zwingt ein neues Rollenmodell (Karriere und Mutterschaft) zu adaptieren. (vgl. Sinus Studie, 2007, S. 12)

2.2.2 Rollenbilder

Seit den siebziger Jahren sind Frauen auf dem Weg in die finanzielle Selbstständigkeit. Sie haben heutzutage die bessere Ausbildung, schneiden mit besseren Noten ab und enscheiden sich immer seltener und später dazu, den Beruf zugunsten der Mutterrolle aufzugeben. Frauen geben sich heute immer seltener mit der traditionellen Hausfrauenrolle zufrieden. Die Haushalte, in denen Männer Alleinverdiener darstellen fallen rasant. In zwei Drittel der Fälle reichen Frauen auf Grund ihrer finanziellen Unabhängigkeit die Scheidung ein. (vgl. Moderne Helden, 2002, S. 2)

Die alten Rollenbilder greifen nicht mehr, und genau das führt bei den Männern zu einer Verunsicherung. Während Frauen von sich behaupten, optimistischer und zielorientierter denn je zu sein, behaupten Männer von sich genau das Gegenteil. Die Selbstmordraten bei den 20-60 jährigen Männern sind in den letzten Jahren rasant angestiegen. Viele Männer sind sich auch unsicher über ihre Zukunft. Die Veränderungen, die die Gesellschaft mit sich bringt, zwingen den Mann dazu, alte Rollenmuster aufzugeben und nach einem neuen Selbstverständnis zu suchen. (vgl. Moderne Helden, 2002, S. 2)

Eine Studie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung belegt, dass drei Viertel der 20- bis 65-Jährigen die Ansicht vertreten, Berufstätigkeit sei ein Garant für weibliche Unabhängigkeit. Nur noch ein Drittel vertritt die Meinung, dass die Hausfrauenrolle genauso erfüllend sein kann wie eine Erwerbstätigkeit. Fast neunzig Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass berufstätige Frauen ebenso eine enge und herzliche Beziehung zu ihren Kindern aufbauen können wie Vollzeitmütter. Auf die häusliche Arbeitsteilung hat dieser Wertewandel natürlich auch Auswirkungen. Ein Fünftel der Männer sind heute noch der Auffassung, Hausarbeit sei reine Frauensache. Frauen stimmen dem mit gerade mal zwölf Prozent deutlich seltener zu. Gerade bei jüngeren Frauen und Männern macht sich der Einstellungswandel deutlich bemerkbar. (Trendreport Frauen, 2006, S. 15f )

Der Stellenwert der Hausarbeit hat sich bei den jüngeren Leuten stark verändert. Bei den meisten stellt sie ein notwendiges Übel dar und je jünger die Befragten sind, desto weniger ist es ihnen wichtig, dass alles blitzt und blinkt. (vgl. Trendreport Frauen, 2006, S. 16)

2.3 Gesellschaftlicher Wandel

2.3.1 Haushalte

Die Anzahl der Haushalte wächst seit Jahren in Deutschland. Sind es im Jahr 1990 noch 28,2 Millionen Haushalte gewesen, so verzeichnet das Statistische ZBundesamt 2004 bereits 39,1 Millionen. Die Zahl der Ein- bis Zweipersonenhaushalte steigt rasant an, während die Drei- bis Fünfpersonenhaushalte kontinuierlich sinken. Es wird deutlich, dass sich immer mehr Personen dafür entscheiden, alleine zu wohnen. Der Trend zu kleinen Haushalten ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen steigt das Heiratsalter stetig an, die Scheidungsrate wächst, die Geburten sind rückgängig und auch der Wunsch nach Unabhängigkeit steigt. Außerdem zwingen die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt oft zu einem Umzug, wobei hier die räumliche Trennung von dem Partner und der Familie oft Jahre andauert. (vgl. Jaffé, D. 2005, S. 83f)

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Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Der Unterschied zwischen Mann und Frau
Untertitel
Demographische Entwicklung und geschlechtsspezifische Besonderheiten
Hochschule
Fachhochschule Westküste Heide
Note
1,0
Autor
Jahr
2007
Seiten
40
Katalognummer
V273398
ISBN (eBook)
9783656651437
ISBN (Buch)
9783656651444
Dateigröße
627 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
unterschied, mann, frau, demographische, entwicklung, besonderheiten
Arbeit zitieren
Ulrike Borkowski (Autor), 2007, Der Unterschied zwischen Mann und Frau, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273398

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