Shakespeares Sonette. Eine Analyse epochenspezifischer Übersetzungen


Hausarbeit, 2012

13 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
1.1 Einleitung und These
1.2 Shakespeares Sonette
1.3 Das Sonett

2 Übersetzung
2.1 Übersetzung ins Deutsche
2.2 Das Äquivalenz Paradigma
2.3 Vergleichende Analyse
2.3.1 Übersetzung Johann Joachim Eschenburg (1787)
2.3.2 Übersetzung Friedrich Bodenstedt (1866)
2.3.3 Übersetzung Stefan George (1909)

3 Fazit

1 Einführung

1.1 Einleitung und These

William Shakespeares Sonette gelten mittlerweile als literaturwissenschaftliche Spezialdisziplin. Die berühmten Gedichte werfen eine Vielzahl an Fragen auf und sind Gegenstand diverser Diskussionen in der Sekundärliteratur.[1] Auch wurde kein anderes Werk so oft und so kontinuierlich ins Deutsche übertragen.[2] Dieser Umstand macht die Gedichte zu einem besonders interessantem Gegenstand im Feld übersetzungstheoretischer Forschung, was auch der Ausgangspunkt dieser Arbeit ist:

Im Folgenden möchte ich mich auf eine vergleichende Analyse ausgewählter deutscher Sonettübersetzungen konzentrieren, ohne jedoch wichtige Erkenntnisse der Literatur-wissenschaft zu übergehen. Zunächst sollen daher in einer allgemeinen Einführung Inhalt, Entstehungskontext und die wichtigsten Theorien zu den Gedichten dargelegt werden. Besondere Beachtung wird hierbei dem Sonett 18 gewidmet, welches ich als Gegenstand für die spätere Übersetzugsanalyse ausgewählt habe.

Der zweite Teil dieser Arbeit widmet sich dann den Übersetzungen. Um diese systematisch analysieren zu können, soll zunächst eine passende Theorie vorgestellt werden. Hierzu habe ich das ’Äquivalenz Paradigma’ ausgewählt, denn unter dieses fallen mehrere verschiedene Ansätze (wortwörtliche Äquivalenz, formale Äquivalenz, funktionale Äquivalenz), was eine gute Basis für einen Vergleich schafft. Anhand dieser Theorie sollen dann drei ausgewählte Übersetzungen des Sonett 18 analysiert und verglichen werden. Da die ausgewählten Übersetzungen aus drei verschiedenen Jahrhunderten stammen, sollen die Ergebnisse auch jeweils in den Kontext derzeitiger Übersetzungspraxen eingeordnet werden. Hierbei ist davon auszugehen, dass jede Epoche andere Vorstellungen davon hatte, wie eine gelungene Übersetzung auszusehen hat: Soll die Wortwahl des Original möglichst erhalten bleiben oder sind Melodie und Klang von größerer Wichtigkeit? Kommt es auf den Inhalt an oder vielmehr darauf, die Intention des Autors und die emotionale Wirkung in der Übersetzung zu transportieren? Die These die hier überprüft werden soll lautet folgendermaßen:

Übersetzer stellen epochenspezifisch unterschiedliche übersetzungstheoretische Ansprüche an ihre Sonettübertragung.

Abschließend soll im Fazit eine Zusammenfassung der Ergebnisse erfolgen und eine persönliche Einschätzung in Bezug auf die verschiedenen Übersetzungen gegeben werden.

1.2 Shakespeares Sonette

„Ich kann mich noch erinnern, dass Shakespeares Sonette, als ich sie vor vielen Jahren zum ersten Mal las, unmittelbar eine faszinierende Wirkung ausübten. Die Lebendigkeit der Gedichte, ihre direkte menschliche Ansprache, das Zusammenwirken von existentieller Problematik, Reflexion der Lebenswirklichkeit und gedanklicher Tiefe werden auch für die Leser der Gegenwart und der Zukunft bedeutsam bleiben.“[3]

„Shakespeares Sonette“ (eng. Shakespeare's Sonnets) ist ein Gedichtband, der insgesamt 154 Sonette enthält und zu den größten Werken der englischen Literatur gezählt wird. Man geht davon aus, dass die meisten Gedichte um 1580 entstanden sind, erstmals veröffentlicht wurden sie aber erst 1609 durch den Drucker Thomas Thorpe.[4] In diesem ersten Band findet sich auch die berühmte rätselhafte Widmung: „To the onlie begetter of these insving sonnets Mr. W. H.“. Bis heute ist es ein Geheimnis, wer diese Person war, an die sich die heute weltbekannten Gedichte richteten.[5]

Thema der Sonette ist die emotionale und gedankliche Auseinandersetzung mit der Liebe, die sich dabei aber nicht auf ein einzelnes Liebeskonzept reduzieren lässt: Die Gedichte handeln sowohl von der großen heterosexuellen Leidenschaft als auch von Männerliebe, Liebe zwischen Eltern und Kind oder von komplizierten Dreiecks- oder Vierecksbeziehungen.[6] Wie Jürgen Klein in seinem Standartwerk zum Thema treffend zusammenfasst: „Es geht in den Sonetten um Liebe in allen Höhen und Tiefen - und in der letzten Konsequenz um ein Vordringen zu ihrem wechselhaften, unfasslichen und mysteriösen Wesen.“[7]

Die vorkommenden Figuren (der Dichter, der Freund, die Dame, der Dichterrivale) sind dabei mehrschichtige und wandlungsfähige Charaktere, komplex und unberechenbar. Es ist nicht bewiesen aber anzunehmen, dass die Figuren realen Personen aus Shakespeares Leben nachempfunden sind.[8]

Besonders bewundert werden die Sonette neben der ausdrucksvollen Sprache wegen ihrer Zeitlosigkeit und Allgemeingültigkeit. Die mittlerweile über 400 Jahre alten Gedichte haben an Aktualität nichts eingebüßt. So schreibt Jürgen Klein: „Die Lebendigkeit der Sonette kann nur andeuten, dass die Gedanken und Leidenschaften, ja die Verstrickungen und Irrungen, wie sie in den Sonetten ihren Ausdruck finden, auch heute noch die condition humaine treffen.“[9]

[...]


[1] Vgl. Borgmeier 2011, S. 201

[2] Vgl. Horstmann 2002, S. 2

[3] Klein 2002, S. 6

[4] Vgl. ebd., S. 14 f.

[5] Vgl. Callaghan 2007, S. 4

[6] Vgl. Klein 2002, S. 12 f.

[7] Ebd., S. 13

[8] Vgl. ebd., S. 16 ff.

[9] Ebd., S. 8

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Shakespeares Sonette. Eine Analyse epochenspezifischer Übersetzungen
Hochschule
Leuphana Universität Lüneburg  (Institut für English Literature)
Veranstaltung
Literatur und Übersetzung
Note
1,3
Autor
Jahr
2012
Seiten
13
Katalognummer
V273507
ISBN (eBook)
9783656657071
ISBN (Buch)
9783656657040
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Literatur, Übersetzung, Shakespeare, Sonette, English Literature, Übersetzungstheorie
Arbeit zitieren
Natalja Fischer (Autor), 2012, Shakespeares Sonette. Eine Analyse epochenspezifischer Übersetzungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273507

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