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Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt

Anwendung, Kritik und Ausblick

Titel: Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 34 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Bente-Aileen Frede (Autor:in)

Politik - Thema: Europäische Union
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Europäische Integration ist ein voranschreitendes, Ländergrenzen überschreitendes Großprojekt der Europäischen Union mit der Zielsetzung, in allen Mitgliedsstaaten den Euro einzuführen. Bisher (Stand 2013) haben 17 Länder ihre Währung durch den Euro ersetzt, der die Handlungsbedingungen im Europäischen Wirtschaftsbereich erleichtern und durch eine hohe Preisstabilität eine Stabilität des Marktes gewährleisten soll. Die Schaffung der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) auf Grundlage eines dreistufigen Programmes im Jahre 1990 stellte die Basis, der Vertrag von Maastricht die ersten EU-vertraglich festgehalte-nen Kriterien, dessen Einhaltung den Eintritt in die EU gewähren sollten. Genau unter diesen sogenannten Konvergenzkriterien befinden sich zwei, welche weiterführend defizitäre Haus-halte innerhalb der Europäischen Union (EU) identifizierbar machen; ein Defizit von 3% oder mehr des Bruttoinlandprodukts (BIP), sowie eine Staatsverschuldung von über 60% des BIP.(...)
Die folgende Hausarbeit hat sich mit dem Thema der Entwicklung des ESWP in den Jahren von 1992, dem Vertrag von Maastricht, bis zu der Reform des „Sixpack“ 2011 beschäftigt. Diese Auseinandersetzung nimmt besonderen Bezug auf die Umsetzung der Theorie in die Praxis in Form der „Nichtbeistands-Klausel“ und den Hilfsmaßnahmen für Griechenland. Eine zentrale Rolle dabei spielt die Zukunft des ESWP. Kann eine stärkere Regelbindung helfen, zukünftige Krisen zu vermeiden? Oder muss der allgemeine Disziplinierungseffekt infrage gestellt werden, was zur Konsequenz hätte, dass der ESWP letztendlich kein geeignetes Instrumentarium wäre? Ralf Rotte und Sascha Derichs (2005) stellen die These auf, dass die Krise des ESWP ebenso sein Ende sei und zugleich eine Krise des europäischen Integrati-onsprozesses darstelle. Bereits 5 Jahre später spricht Daniela Schwarzer über ein „Versagen der wirtschafts- und fiskalpolitischen Überwachung“ . Die wirtschaftliche Relevanz kann an dieser Stelle gleich der Zukunft der Wirtschafts- und Währungsunion, der Eurozone und somit dem gesellschaftlichen Zusammenleben in der EU gesetzt werden.(...)
Wichtig zu erwähnen scheint an dieser Stelle, dass sich die rechtlichen Grundlagen in den alten Artikel 104 EGV und des Artikels 126 AEUV überschneiden, durch die Literatur in erster Linie aber über erstgenannten berichtet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

II. EINLEITUNG

III. DEFIZITÄRE HAUSHALTE

IV. GRUNDSTEINLEGUNG IM VERTRAG VON MAASTRICHT 1992

4.1 PROTOKOLL 13: DIE KONVERGENZKRITERIEN IM VERTRAG VON MAASTRICHT

V. DER STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKT

5.1 ZIELE DES SWP: THEO WAIGELS „DEUTSCHE STABILITÄTSKULTUR“

5.2 DIE INSTRUMENTARIEN DES ESWP ZUR HAUSHALTSÜBERWACHUNG

5.2.1 „FRÜHWARNSYSTEM“

5.2.2 „ÜBERWACHUNG DES NATIONALEN HAUSHALTSPROGRAMMS“

5.2.3 „VERFAHREN BEI ÜBERMÄßIGEN DEFIZIT“

5.2.4 SANKTIONSMECHANISMEN

5.3 DER ECOFIN-RAT

VI. KRISE DES ESWP UND NEUINTERPRETATION 2005

VII. DER STABILITÄTSPAKT NACH LISSABON

7.1 NO-BAIL OUT KLAUSEL

VIII. GRIECHISCHE STAATSSCHULDENKRISE 2010 UND DER EFSF

8.1 EFSF, EFSM UND ESM

8.2 „SIXPACK“- REFORM 2011

IX. FAZIT

X. ANHANG

10.1 TAB 1

10.2 ABB. 1

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die Anwendung sowie die Krisenanfälligkeit des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP) der Europäischen Union. Dabei wird untersucht, inwiefern der Pakt als Instrument zur Sicherung der Haushaltsdisziplin geeignet ist und welche Herausforderungen sich durch nationale Interessen sowie die Euro-Krise ergeben haben.

  • Evolution des SWP vom Vertrag von Maastricht bis zur Sixpack-Reform 2011
  • Analyse der Überwachungsmechanismen und Sanktionsmöglichkeiten
  • Reflektion der griechischen Staatsschuldenkrise als Fallbeispiel
  • Diskussion über die Wirksamkeit der Nicht-Beistands-Klausel
  • Prognose zur Zukunftsfähigkeit des SWP im europäischen Integrationsprozess

Auszug aus dem Buch

V. DER STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKT

Nach Erfüllung von Stufe I und II des WWU findet der ESWP seine Präzisierung der oben genannten Bestimmungen und Bedingungen in der dritten Stufe, welche am 1. Januar 1999 begann; in dieser wurden Wechselkurse der Währungen unwiderruflich festgelegt, der Euro als Einheitswährung eingeführt und die Europäische Zentralbank (EZB) mit der Durchführung einer einheitlichen Währungspolitik betraut. Die Gemeinschaft übernimmt dadurch nicht nur geld- sondern auch finanzpolitische Kompetenzen. Durch das Abkommen des ESWP hatten sich die damaligen Mitgliedsstaaten ein hohes Ziel gesetzt: die angestrebten nahezu ausgeglichenen Haushalte bzw. Haushaltsüberschüsse könnten zur Bewältigung von normalen Konjunkturschwankungen führen, ohne dass dabei die Defizitquote überschritten würde.

In der EWWU sollten also durch Beitritt zum Euro und die dadurch verbundene Vollmitgliedschaft nicht nur die Maastrichter Kriterien erfüllt, die nationale Geldpolitik an die europäische Zentralbank übertragen, sondern auch eine generelle Verpflichtung „im Rahmen einer koordinierter Wirtschaftspolitik zukünftig eine stabile Finanzpolitik zu betreiben“, eingegangen werden. Da die Folgen einer mangelhaften Haushaltsdisziplin in der Währungsunion erst später in Erscheinung traten und die Vorgaben faktisch nur Euro-Staaten zu einer stabilitätsorientierten Finanzpolitik trieb, wurden die „institutionellen Vorgaben der Artikel 99 bis 104 des EG- Vertrags (EGV) […] seit 1997 durch den […] Stabilitäts- und Wachstumspakt ergänzt und präzisiert.“

Zusammenfassung der Kapitel

II. EINLEITUNG: Die Einleitung erläutert die Entstehung der EWWU und die Notwendigkeit des Stabilitäts- und Wachstumspaktes zur Sicherung der Haushaltsdisziplin in der Eurozone.

III. DEFIZITÄRE HAUSHALTE: Dieses Kapitel thematisiert die ökonomischen Risiken durch hohe Staatsverschuldung und die Bedeutung der Maastricht-Kriterien für die Stabilität der Währungsunion.

IV. GRUNDSTEINLEGUNG IM VERTRAG VON MAASTRICHT 1992: Der Abschnitt beschreibt den historischen Prozess der europäischen Integration und die Festlegung der wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

4.1 PROTOKOLL 13: DIE KONVERGENZKRITERIEN IM VERTRAG VON MAASTRICHT: Hier werden die spezifischen monetären Anforderungen an Mitgliedstaaten für den Eintritt in die Währungsunion detailliert dargelegt.

V. DER STABILITÄTS- UND WACHSTUMSPAKT: Das Kapitel erläutert die institutionellen Mechanismen und Ziele des Paktes zur Überwachung der Haushaltsdisziplin.

5.1 ZIELE DES SWP: THEO WAIGELS „DEUTSCHE STABILITÄTSKULTUR“: Der Text beleuchtet die Rolle Theo Waigels bei der Etablierung des Paktes und den Wunsch nach strengeren Konsolidierungszielen.

5.2 DIE INSTRUMENTARIEN DES ESWP ZUR HAUSHALTSÜBERWACHUNG: Es wird das System der gemeinschaftlichen Überwachung sowie die drei Säulen der Kontrolle innerhalb der EU vorgestellt.

5.2.1 „FRÜHWARNSYSTEM“: Das Kapitel erklärt die Pflicht zur Vorlage von Stabilitäts- und Konvergenzprogrammen zur frühzeitigen Erkennung negativer Entwicklungen.

5.2.2 „ÜBERWACHUNG DES NATIONALEN HAUSHALTSPROGRAMMS“: Der Abschnitt behandelt die halbjährliche Prüfung von Budgetdaten durch Kommission und Finanzkomitee.

5.2.3 „VERFAHREN BEI ÜBERMÄßIGEN DEFIZIT“: Das Kapitel beschreibt den Prozess der Entscheidung über das Vorliegen eines übermäßigen Defizits durch den EcoFin-Rat.

5.2.4 SANKTIONSMECHANISMEN: Hier werden die rechtlichen Instrumente und Strafmaßnahmen bei Nichteinhaltung der Haushaltsvorgaben erläutert.

5.3 DER ECOFIN-RAT: Der Abschnitt analysiert die Schlüsselrolle und die politische Verhandelbarkeit des EcoFin-Rates im Defizitverfahren.

VI. KRISE DES ESWP UND NEUINTERPRETATION 2005: Die Krise des Paktes infolge der Verstöße von Deutschland und Frankreich sowie die anschließende Reform von 2005 werden kritisch hinterfragt.

VII. DER STABILITÄTSPAKT NACH LISSABON: Es wird die Veränderung der wirtschaftspolitischen Koordinierung durch den Vertrag von Lissabon thematisiert.

7.1 NO-BAIL OUT KLAUSEL: Das Kapitel diskutiert das Verbot der Solidarhaftung und dessen Erosion in Krisenzeiten.

VIII. GRIECHISCHE STAATSSCHULDENKRISE 2010 UND DER EFSF: Die Eskalation der griechischen Schuldenkrise und die Reaktion der EU mittels Finanzhilfen werden detailliert reflektiert.

8.1 EFSF, EFSM UND ESM: Der Text beschreibt die Entstehung der europäischen Finanzrettungsschirme als Reaktion auf die Krise.

8.2 „SIXPACK“- REFORM 2011: Das Kapitel analysiert die Verschärfung des Paktes durch das Sixpack-Gesetzespaket zur präventiven Überwachung.

IX. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Zukunftsfähigkeit des Stabilitäts- und Wachstumspaktes angesichts politischer Realitäten.

Schlüsselwörter

Stabilitäts- und Wachstumspakt, Europäische Währungsunion, Maastricht-Kriterien, Haushaltsdisziplin, Defizitverfahren, Euro-Krise, Staatsverschuldung, EcoFin-Rat, Sixpack, ESM, No-Bail-Out-Klausel, Wirtschaftspolitik, Fiskalpolitik, Europäische Integration, Sanktionsmechanismen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Wirksamkeit des Stabilitäts- und Wachstumspaktes (SWP) der EU, von seiner Einführung durch den Vertrag von Maastricht bis zur Sixpack-Reform 2011.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Haushaltsüberwachung, die fiskalpolitische Disziplin der Mitgliedstaaten, das Management von Defizitverfahren und der Umgang mit der Staatsschuldenkrise innerhalb der Eurozone.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, ob der Stabilitäts- und Wachstumspakt in seiner bisherigen Form ausreicht, um zukünftige wirtschaftliche Krisen effektiv zu vermeiden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer Auswertung von Verträgen, institutionellen Dokumenten und aktueller Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Instrumentarien des SWP, die institutionellen Krisen des Paktes (insb. 2005), die Auswirkungen des Lissabon-Vertrags und die Auswirkungen der griechischen Staatsschuldenkrise.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Stabilitätskultur, Defizitquote, Haushaltsdisziplin, europäische Integration und fiskalpolitische Überwachung charakterisiert.

Warum war der SWP laut der Autorin in der Vergangenheit oft ineffektiv?

Die Autorin argumentiert, dass der Pakt durch politische Entscheidungen, insbesondere durch den Druck großer Mitgliedsstaaten, aufgeweicht wurde und der Sanktionsmechanismus mangels Automatismen zu sehr politisiert war.

Inwiefern hat die Griechenland-Krise die Interpretation der No-Bail-Out-Klausel verändert?

Die Klausel wurde in der Krise zunehmend als "verhandelbar" interpretiert, wobei bilaterale Hilfskredite die ursprüngliche Intention einer strikten Eigenverantwortung der Staaten in der Praxis verwässerten.

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Details

Titel
Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt
Untertitel
Anwendung, Kritik und Ausblick
Hochschule
Universität Rostock  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
WIRTSCHAFTS- FINANZ- UND HAUSHALTSPOLITIK IN DER EU- UNTER SPEZIELLER BERÜCKSICHTIGUNG DES EURO-RAUMES
Note
1,0
Autor
Bente-Aileen Frede (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
34
Katalognummer
V273672
ISBN (eBook)
9783656660026
ISBN (Buch)
9783656659983
Sprache
Deutsch
Schlagworte
europäische stabilitäts- wachstumspakt anwendung kritik ausblick
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Bente-Aileen Frede (Autor:in), 2014, Der Europäische Stabilitäts- und Wachstumspakt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273672
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  34  Seiten
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