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Jungs in der Krise? Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen anhand der Shell-Jugendstudie

Titel: Jungs in der Krise? Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen anhand der Shell-Jugendstudie

Hausarbeit , 2012 , 9 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Tobias Molsberger (Autor:in)

Pädagogik - Pädagogische Soziologie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Jungen scheinen heute nach den Ergebnissen von Studien über geschlechtsspezifische Leistungen im Bildungssystem benachteiligt, was sich zum Beispiel in schlechteren Leistungen gerade beim Lesen äußert. Dies zeigt gerade die PISA-Studie der OECD-Staaten, bei der die Jungen in praktisch allen Ländern beim Lesen schlechter abschnitten, als die Mädchen.
Das untere Schaubild der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom Dezember 2010 verdeutlicht die bestehenden Leistungsunterschiede zwischen deutschen Jungen und Mädchen im Bereich der Lesekompetenz. 2000 wie 2009 haben die Mädchen die besseren Leistungen im Lesen erzielt. Die 15jährigen Jungen repräsentieren dabei vor allem den unteren Leistungsbereich (ca. 25 %) und sind nur zu geringer Zahl im oberen Leistungsbereich (ca. 4-5 %) vertreten, wohingegen die Mädchen den oberen Leistungsbereich dominieren (ca. 11 %).
Diese Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Frage, ob sich die Jungen und jungen Männer von heute in einer Art Krise befinden, gemessen am Erfolg der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben von männlichen Jugendlichen. Basis dieser Arbeit ist ein Artikel vom Soziologen Klaus Hurrelmann und der Sozial- und Kulturwissenschaftlerin Gudrun Quenzel, in dem sie sich mit der geschlechtsspezifischen Bewältigung von Entwicklungsaufgaben und dem daraus resultierenden Schulerfolg beschäftigen. Sie fragen sich dabei, ob geschlechtsspezifische Bewältigungsmuster solcher Entwicklungsaufgaben hinter dem Bildungserfolg und dem daraus resultierenden scheinbaren Misserfolg von Jungen stehen, was der oberen Statistik zu den Ergebnissen der Pisa-Studie bezüglich Lesekompetenz der Jungen entnommen werden konnte. In dieser Arbeit soll zunächst ein kurzer Überblick über das Konzept der Entwicklungsaufgaben gegeben werden und Thesen der aktuellen Forschung benannt werden. Dann wird schwerpunktmäßig auf Schlussfolgerungen eingegangen, die von den Autoren aus den Ergebnissen der Shell-Jugendstudie 2010 interpretiert wurden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Konzept der Entwicklungsaufgaben

3. Wie bewältigen Jungen Entwicklungsaufgaben?

4. Schlussbetrachtung

5. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, ob sich Jungen und junge Männer in Deutschland gegenwärtig in einer Krise befinden, wobei der Fokus auf dem Erfolg bei der Bewältigung geschlechtsspezifischer Entwicklungsaufgaben liegt. Unter Rückgriff auf Ergebnisse der Shell-Jugendstudie 2010 wird analysiert, inwieweit veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen und Lernkulturen zu einer Benachteiligung männlicher Jugendlicher im Bildungssystem beitragen.

  • Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bildungsbiografie
  • Konzept und Herausforderungen von Entwicklungsaufgaben
  • Einfluss ökonomischer Strukturwandel auf die Jugendphase
  • Freizeitverhalten und Problemlösungsstrategien im Geschlechtervergleich
  • Die Rolle der Schule bei der Förderung männlicher Jugendlicher

Auszug aus dem Buch

Wie bewältigen Jungen Entwicklungsaufgaben?

Im Folgenden wird untersucht, wie heutige Jugendliche Entwicklungsaufgaben bewältigen beziehungswiese in welcher Form Entwicklungsaufgaben dem gesellschaftlichen Wandel unterliegen.

Eine bedeutende ökonomische Veränderung der letzten Jahrzehnte ist die fortschreitende Globalisierung, mit der eine zunehmende Flexibilisierung des Arbeitsmarktes und dem damit verbundenen Rückgang der Routinetätigkeit einhergeht. Eine steigende Nachfrage von Hochqualifizierten geht dabei mit stetig steigenden beruflichen Anforderungen einher. (Ebd.: 129/130). Gleichzeitig hat sich die Jugendphase bis heute stark verändert, da Jugendliche nun wesentlich mehr Zeit in den Bildungseinrichtungen zubringen, um den höheren Anforderungen der Wirtschaft gerecht werden zu können. Daraus resultiert, dass heutzutage höhere Schulabschlüsse von wachsender Bedeutung für einen erfolgreichen Eintritt ins Berufsleben sind, der Hauptschulabschluss erhält nach und nach eine negativere Konnotation, weshalb die Autoren auch von der „Inflation der Bildungstitel“ sprechen (Quenzel/Hurrelmann 2011: 131 ff.). Andererseits ging der ökonomische Wandel auch mit steigender Jugendarbeitslosigkeit einher. Diese, sich daraus ergebende vermeintliche Chancenlosigkeit könnte sich laut Quenzel und Hurrelmann vor allem auf junge Männer bildungsfernerer Milieus negativ auswirken, da diese dazu neigen, gerade bei Unsicherheiten beziehentlich der eigenen Zukunftsperspektiven wegen geringer Motivation ihre Investitionen in Bildung einzustellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die bildungspolitische Relevanz geschlechtsspezifischer Leistungsunterschiede, insbesondere anhand der PISA-Studien, und stellt die Forschungsfrage nach einer möglichen Krise männlicher Jugendlicher.

2. Das Konzept der Entwicklungsaufgaben: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen der Entwicklungsaufgaben und diskutiert Thesen zur Erklärung des aktuellen Bildungsvorteils junger Frauen gegenüber männlichen Altersgenossen.

3. Wie bewältigen Jungen Entwicklungsaufgaben?: Der Hauptteil analysiert den Einfluss gesellschaftlicher und ökonomischer Wandlungsprozesse auf die Problemlösungsstrategien, das Freizeitverhalten und die soziale Entwicklung männlicher Jugendlicher.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Analyse zusammen, bestätigt die Tendenz zu einer männlichen Identitätskrise und regt fördernde Maßnahmen für Jungen an.

5. Literatur: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten wissenschaftlichen Quellen und die Grundlage der Analyse auf.

Schlüsselwörter

Jungen in der Krise, Entwicklungsaufgaben, Bildungsungleichheit, Shell-Jugendstudie, geschlechtsspezifische Bewältigungsmuster, Schulerfolg, Bildungsbiografie, Sozialisationsprozess, Problemlösungskompetenz, männliche Identität, Jugendphase, Bildungsferne Milieus, Freizeitverhalten, gesellschaftlicher Wandel, Geschlechtsidentität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die aktuelle Situation junger Männer unter dem Aspekt, ob sie im Hinblick auf die Bewältigung gesellschaftlicher Entwicklungsaufgaben eine Krise durchlaufen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind der Zusammenhang zwischen Geschlecht und Schulerfolg, die Bedeutung von Entwicklungsaufgaben im Jugendalter sowie der Einfluss sozioökonomischer Veränderungen auf männliche Lebensentwürfe.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Ursachen für die in Studien wie PISA oder der Shell-Jugendstudie beobachteten Benachteiligung von Jungen im Bildungssystem auf Basis des Konzepts der Entwicklungsaufgaben zu ergründen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Ausarbeitung gewählt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, insbesondere der Auswertung der Forschungsarbeiten von Klaus Hurrelmann und Gudrun Quenzel zur geschlechtsspezifischen Bewältigung von Entwicklungsaufgaben.

Was ist der inhaltliche Schwerpunkt im Hauptteil?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Auswirkungen von Globalisierung, Bildungsanforderungen, familiärem Wandel und Freizeitverhalten auf die Problemlösungsstrategien und die Leistungsbereitschaft von Jungen.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Entwicklungsaufgaben, Bildungsungleichheit, geschlechtsspezifische Sozialisation und die vermeintliche Verweiblichung der Lernkultur charakterisiert.

Warum schneiden Jungen in der Lesekompetenz laut PISA schlechter ab?

Die Arbeit deutet darauf hin, dass dies mit den geschlechtsspezifischen Bewältigungsmustern und einer geringeren Motivation zusammenhängt, sich den Anforderungen einer "weiblich" geprägten Lernkultur anzupassen.

Welche Rolle spielen Peer-Groups bei der Problemlösung?

Peer-Groups gewinnen als Bezugspersonen an Bedeutung, während Jungen bei Problemen eher dazu neigen, diese in sich hineinzufressen, anstatt sie durch Kommunikation zu lösen, was als unproduktive Strategie gewertet wird.

Was wird als möglicher Ausweg aus der "Krise" vorgeschlagen?

Als Auswege werden gezielte Förderprojekte für Jungen sowie eine intensivere Berufsberatung zur Integration in den Arbeitsmarkt und das Bildungssystem diskutiert.

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Details

Titel
Jungs in der Krise? Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen anhand der Shell-Jugendstudie
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Geschlecht, Schule, Politik, Alltag
Note
1,7
Autor
Tobias Molsberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
9
Katalognummer
V273731
ISBN (eBook)
9783656664253
ISBN (Buch)
9783656664383
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungsaufgaben Hurrelmann Jungen in der Krise Soziologie Bewältigung von Entwicklungsaufgaben Shell-Studie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Tobias Molsberger (Autor:in), 2012, Jungs in der Krise? Leistungsunterschiede zwischen Jungen und Mädchen anhand der Shell-Jugendstudie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273731
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Leseprobe aus  9  Seiten
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