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Warum gibt es Tiere in der Fabel?

Historische Begründungen

Title: Warum gibt es Tiere in der Fabel?

Term Paper , 2012 , 11 Pages , Grade: 3,0

Autor:in: Desiree Wolny (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Diese Arbeit beschäftigt sich mit den historischen Begründungen für die Verwendung von Tieren in der Fabel. Die Fabel ist eine kurze Geschichte, die zu gleichen Teilen unterhalten und belehren will und in der häufig Tiere die Protagonisten sind. Reinecke, der schlaue und hinterlistige Fuchs, Meister Lampe, der vorlaute, aber zugleich ängstliche Hase und viele andere tierische Darsteller sind ein fester Bestandteil der Tierfabeldichtung. Es gibt bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen, die den Fabeltieren eigen sind und die man auch in Sprichwörtern, Redensarten und in der Heraldik findet. Aber aus welchem Grund ist das so? Warum gibt es Tiere in der Fabel?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hauptteil

2.1. Historische Begründungen für die Verwendung von Tieren in der Fabel

2.1 „Von dem Gebrauche der Tiere in der Fabel“

3. Schlussbetrachtung

4. Quellen- und Literaturverzeichnis einschließlich weiterführender Literatur

4.1. Quellenverzeichnis

4.2. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die literaturwissenschaftliche Diskussion zur Rolle und Funktion von Tieren in der Fabel über drei Jahrhunderte hinweg zusammenzufassen. Dabei wird insbesondere untersucht, welche historischen Begründungen für die Vermenschlichung von Tierfiguren angeführt werden und wie diese durch Theoretiker wie Breitinger, Grimm und Lessing kritisch hinterfragt oder weiterentwickelt wurden.

  • Historische Begründungen für die Einbindung tierischer Protagonisten in Fabeln
  • Die Kontroverse um das "Wunderbare" als Gattungsmerkmal
  • Die Rolle der Fabeltiere als Träger fester, allgemein bekannter Charaktermasken
  • Sprachökonomie und die Wirkung der Fabel auf das menschliche Erkenntnisvermögen
  • Vergleich der theoretischen Ansätze von Johann Jacob Breitinger, Jacob Grimm und Gotthold Ephraim Lessing

Auszug aus dem Buch

2.1 „Von dem Gebrauche der Tiere in der Fabel“

Für den berühmten Fabeldichter und Theoretiker Gotthold Ephraim Lessing besitzt die Verwendung von Tieren in der Fabel eine solche Wichtigkeit, dass er dieser Thematik ein ganzes Kapitel in seinen „Abhandlungen über die Fabel“ zuweist. Im Kapitel „Von dem Gebrauche der Tiere in der Fabel“ beschreibt er seine Auffassung zur Verwendung von Tierfiguren in der Fabel und begründet diese.

In Lessings‘ Schrift „Von dem Gebrauche der Tiere in der Fabel“ heißt es: ,,Folglich würde auch die Einführung der Tiere uns höchstens nur in den ersten Fabeln wunderbar vorkommen; fänden wir aber, daß die Tiere fast in allen Fabeln sprächen und urteilten, so würde diese Sonderbarkeit, so groß sie auch an und vor sich selbst wäre, doch gar bald nichts Sonderbares mehr für uns haben“.21 Lessing widerlegt hier oben erwähnte These Breitingers, das Auftreten von Tieren in der Fabelbedeute das Wunderbare, da „das Wunderbare seine Wirkung verliert durch das häufige Vorkommen. Nur bei den ersten Fabeln, die man kennenlerne, wirke das Auftreten von Tieren, die reden können sonderbar; später nicht mehr.“22 Für Lessing ist das Auftreten von Tieren ein Gattungsmerkmal, denn „daß die Tiere, und andere niedrigere Geschöpfe, Sprache und Vernunft haben, wird in der Fabel vorausgesetzt; es wird angenommen und soll nichts weniger als wunderbar sein.“23 Lessing kann Breitingers These vom Wunderbaren als Kennzeichen der Fabel nicht akzeptieren, da für ihn die Besonderheit der Fabel als Genre in ihrer Annäherung an die Wirklichkeit besteht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die thematische Relevanz der Tierfabel ein und umreißt die theoretischen Positionen von Autoren wie Breitinger, Grimm und Lessing, die im Verlauf der Arbeit analysiert werden.

2. Hauptteil: Das Kapitel untersucht die verschiedenen historischen Begründungen für das Auftreten von Tieren in der Fabel und stellt dabei die divergierenden Auffassungen von Theoretikern des 18. bis 20. Jahrhunderts gegenüber.

2.1. Historische Begründungen für die Verwendung von Tieren in der Fabel: Dieser Abschnitt widmet sich den Argumenten von Johann Jacob Breitinger und Jacob Grimm, welche die Tiere als wesentliche, das "Wunderbare" erzeugende Akteure innerhalb der Fabel betrachten.

2.1 „Von dem Gebrauche der Tiere in der Fabel“: Dieses Kapitel analysiert Gotthold Ephraim Lessings Kritik am "Wunderbaren" und begründet die Verwendung von Tieren primär mit deren Funktion als Typisierungsmittel und ihrer Bedeutung für die moralische Erkenntnis.

3. Schlussbetrachtung: Das Schlusswort resümiert, dass die Fabeldichtung nicht auf naturkundlicher Beobachtung beruht, sondern auf der bewussten Verwendung eines tradierten Figurenarsenals basiert, um menschliche Verhaltensweisen prägnant abzubilden.

4. Quellen- und Literaturverzeichnis einschließlich weiterführender Literatur: Dieses Kapitel listet die verwendeten Primär- und Sekundärquellen auf, die der literaturwissenschaftlichen Untersuchung zugrunde liegen.

Schlüsselwörter

Fabel, Tierfabel, Johann Jacob Breitinger, Jacob Grimm, Gotthold Ephraim Lessing, Fabelforschung, Gattungsmerkmale, Anthropomorphismus, Moralische Belehrung, Literaturwissenschaft, Charaktermasken, Historische Poetik, Sprachökonomie, Äsop, Fabeltheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der literaturtheoretischen Frage, warum in Fabeln bevorzugt Tiere als Akteure eingesetzt werden und welche Funktionen diese innerhalb der Gattungsgeschichte erfüllen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die historische Entwicklung der Fabeltheorie, die Bedeutung des "Wunderbaren" im Kontext von Tierfiguren sowie die Abgrenzung der Fabel zu anderen literarischen Formen wie dem Märchen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, eine systematische Übersicht über die literaturwissenschaftliche Diskussion zur Rolle der Tiere in der Fabel zu geben und die verschiedenen Begründungsansätze, insbesondere von Gotthold Ephraim Lessing, kritisch zu würdigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine literaturwissenschaftliche Analyse und den Vergleich theoretischer Texte aus dem 18. bis 20. Jahrhundert, um die unterschiedlichen Definitionen und Funktionen der Fabel herauszuarbeiten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung historischer Begründungen für die Tierverwendung durch Breitinger und Grimm sowie eine detaillierte Analyse der Thesen Lessings aus seinen "Abhandlungen über die Fabel".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Fabeltheorie, Vermenschlichung, Gattungsmerkmale, moralische Erkenntnis, Charaktermasken und die theoretischen Auseinandersetzungen von Breitinger und Lessing charakterisieren.

Warum lehnt Lessing Breitingers Theorie des "Wunderbaren" ab?

Lessing lehnt die These ab, weil für ihn das Sprechen der Tiere kein "wunderbares" Element darstellt, sondern ein notwendiges Gattungsmerkmal der Fabel, das durch häufiges Vorkommen seinen Reiz als bloßes Wunder verliert.

Welche Bedeutung misst Lessing den Tieren in der Fabel bei?

Für Lessing dienen Tiere in der Fabel primär als "Charaktermasken", die es ermöglichen, menschliches Handeln ohne umständliche Beschreibungen anschaulich und wirtschaftlich darzustellen.

Ist die naturkundliche Korrektheit für Fabeln wichtig?

Nein, sowohl Lessing als auch die Schlussbetrachtung betonen, dass es für das Verständnis der Fabel unerheblich ist, ob die Eigenschaften der Fabeltiere mit biologischen Fakten oder naturkundlichem Wissen übereinstimmen.

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Details

Title
Warum gibt es Tiere in der Fabel?
Subtitle
Historische Begründungen
College
Johannes Gutenberg University Mainz
Grade
3,0
Author
Desiree Wolny (Author)
Publication Year
2012
Pages
11
Catalog Number
V273859
ISBN (eBook)
9783668502741
ISBN (Book)
9783668502758
Language
German
Tags
warum tiere fabel historische begründungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Desiree Wolny (Author), 2012, Warum gibt es Tiere in der Fabel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273859
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