Diese literaturgestützte Arbeit beschäftigt sich mit der künftigen Entwicklung des Privatkundengeschäfts der Filialbanken im Umfeld des zunehmenden Wettbewerbsdrucks, insbesondere durch Direktbanken. Für die Inhalte wurden neben einer Reihe von Standardwerken auch aktuelle Artikel aus Fachzeitschriften sowie aktuelle Informationen zum Thema aus dem Internet herangezogen.
Zu Beginn werden die beiden Bankenarten, die Filial- und die
Direktbanken, definiert. Gleichzeitig werden wesentliche Vor- und Nachteile der beiden Arten erläutert.
Im daran anschließenden Kapitel wird beginnend mit einer kurzen geschichtlichen Einleitung die aktuelle Situation am deutschen Bankenmarkt mit den daraus entstehenden Problemen für die klassischen Filialbanken ausführlich dargestellt.
Darauf folgend werden einige innovative Ansätze zur Filialgestaltung sowiezur Beratung und Betreuung veranschaulicht, die zu einer erfolgreichen Zukunft der Filialbanken trotz des hohen Konkurrenzdrucks führen sollen. Abschließend wird eine Prognose über die zukünftige Entwicklung der Filialbanken erstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition, Stärken und Schwächen der Bankenarten
2.1 Die klassischen Filialbanken
2.2 Die Direktbanken
3. Gegenwärtige Situation am Bankenmarkt
4. Konzepte für die Zukunft der Filialbanken
5. Ausblick: Zukunftsprognose zur Entwicklung der Filialbanken
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die künftige Wettbewerbsfähigkeit klassischer Filialbanken gegenüber dem wachsenden Einfluss von Direktbanken. Im Fokus steht dabei die Analyse, wie Filialbanken durch innovative Konzepte, moderne Beratungsansätze und eine stärkere Kundenorientierung ihre Marktposition trotz des zunehmenden Wettbewerbsdrucks und des technologischen Wandels behaupten können.
- Vergleichende Analyse von Filial- und Direktbanken
- Herausforderungen durch den Wandel zum Käufermarkt
- Innovative Ansätze für die zukünftige Filialgestaltung
- Bedeutung von Kundenorientierung und emotionaler Beratung
- Prognose zur weiteren Entwicklung des Filialnetzes
Auszug aus dem Buch
3. Gegenwärtige Situation am Bankenmarkt
Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre war die Boomphase der Bankfilialen. Viele Unternehmen stellten die Lohnauszahlung weg von der „Lohntüte“ hin zur Überweisung auf ein Bankkonto um. Somit waren die Arbeitnehmer dazu aufgefordert, Girokonten bei den Banken zu eröffnen. Hauptkriterium für die Wahl des Kreditinstituts lag damals in der örtlichen Nähe, um die täglichen Geldgeschäfte mit möglichst wenig Aufwand bewältigen zu können. Dies erkannten die Banken und boten den Kunden daher ein möglichst flächendeckendes Filialnetz.
War die deutsche Bankenbranche früher zudem als Verkäufermarkt mit einer starken Stellung der Banken gegenüber den Kunden gekennzeichnet, so spricht man heute von einem Käufermarkt: Es gibt eine Vielzahl von Banken, die jeweils verhältnismäßig nur geringe Marktanteile besitzen. Der Konkurrenzdruck ist enorm. Neben Direktbanken expandieren zunehmend auch ausländische Kreditinstitute auf dem deutschen Markt. Dazu kommen Non- und Near-Banks, wie z.B. Automobilkonzerne, die PKW-Finanzierungen anbieten oder Versicherungsgesellschaften, die Geldanlagen anpreisen. Der Trend geht außerdem zur wachsenden Preistransparenz und damit einhergehend zu einer gesteigerten Preissensibilität der Kunden. Preis- bzw. Zinsvergleichsportale im Internet bieten Kunden eine unkomplizierte Möglichkeit Angebote verschiedener Banken miteinander zu vergleichen.
Die Kreditinstitute leiden auch unter dem Trend der nachlassenden Loyalität ihrer Kunden. Immer mehr Kunden werden zu „Rosinenpickern“, d.h. sie suchen sich aus den Angeboten verschiedener Banken das Beste heraus. Die eine Hauptbankverbindung gibt es nicht mehr.
Bankkunden sind zunehmend enttäuscht über nachlassenden Service bei Filialbanken. Wurde dieser doch jahrelang kostenlos angeboten und die Kunden geradezu dazu erzogen, ihn als kostenfrei anzusehen. Die Serviceleistungen konnten früher mit guten Erträgen aus anderen Geschäften finanziert werden. Heute, wo die Erträge z.B. durch den hohen Konkurrenzdruck zusammen geschmolzen sind, beginnen die Filialbanken Gebühren für Serviceleistungen wie z.B. das Eingeben einer Überweisung durch den Bankmitarbeiter einzuführen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wandel des deutschen Bankenmarktes durch Digitalisierung und zunehmenden Wettbewerb und steckt den Rahmen der literaturgestützten Untersuchung ab.
2. Definition, Stärken und Schwächen der Bankenarten: Dieses Kapitel stellt die grundlegenden Unterschiede zwischen klassischen Filialbanken und Direktbanken hinsichtlich Kostenstruktur, Beratungsqualität und Kundenbindung gegenüber.
3. Gegenwärtige Situation am Bankenmarkt: Der Abschnitt analysiert den Übergang vom Verkäufer- zum Käufermarkt, die nachlassende Kundenloyalität sowie den Einfluss von Preistransparenz und Finanzkrisen auf die Branche.
4. Konzepte für die Zukunft der Filialbanken: Hier werden innovative Strategien wie Shop-in-Shop-Konzepte, SB-Zentren und „Mass Customization“ vorgestellt, um die Filiale als Mehrwertstandort neu zu positionieren.
5. Ausblick: Zukunftsprognose zur Entwicklung der Filialbanken: Das abschließende Kapitel wagt eine Prognose zur Entwicklung der Filialdichte bis 2020 und unterstreicht die Notwendigkeit einer hybriden Strategie aus persönlicher Beratung und digitalen Kanälen.
Schlüsselwörter
Filialbank, Direktbank, Bankenmarkt, Kundenorientierung, Wettbewerbsdruck, Finanzdienstleistungen, Filialkonzepte, Kundenbindung, Digitalisierung, Online-Banking, Beratungsqualität, Käufermarkt, Preistransparenz, Mass Customization, ROPO-Effekt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen für klassische Filialbanken durch den Wettbewerbsdruck von Direktbanken und erarbeitet Strategien für eine zukunftsfähige Ausrichtung der Filialen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Bankenarten, die Analyse aktueller Markttrends wie des Käufermarktes und die Vorstellung moderner Konzepte für Beratung und Filialgestaltung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Filialbanken ihre Marktposition durch eine Kombination aus hoher Beratungsqualität, Kundenorientierung und effizienten digitalen Schnittstellen langfristig sichern können.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine literaturgestützte Arbeit, die aktuelle Fachzeitschriften, Standardwerke und Internetquellen zur Analyse der Marktsituation heranzieht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Banktypen, der aktuellen Marktsituation, innovativen Zukunftskonzepten für Filialen und der Bedeutung emotionaler Kundenansprache.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Filialbank, Direktbank, Wettbewerbsdruck, Kundenorientierung und digitale Transformation geprägt.
Was ist der sogenannte „ROPO-Effekt“?
Der „ROPO-Effekt“ (research online, purchase offline) beschreibt das Phänomen, dass Kunden sich zwar online über Finanzprodukte informieren, den Abschluss jedoch persönlich in einer Filiale tätigen.
Warum ist laut Autor die emotionale Ansprache in der Beratung so wichtig?
Der Autor argumentiert, dass Kaufentscheidungen zu einem großen Teil emotional getroffen werden, während viele Banken ihre Angebote jedoch zu rational präsentieren.
Welche Rolle spielt die Filiale der Zukunft nach Einschätzung des Autors?
Die Filiale wird weiterhin existieren, aber in geringerer Dichte und mit einem Fokus auf Mehrwertberatung, während einfache Transaktionen verstärkt über digitale oder telefonische Kanäle abgewickelt werden.
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- Manuel Heyse (Author), 2014, Die Konkurrenz durch Direktbanken. Folgen für das Privatkundengeschäft der klassischen Filialbank, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/273901