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Schweizergeschichte fürs Volk

Die Darstellung der Schweizergeschichte in den vier Dokufiction-Filmen im Rahmen des Themenmonats „Die Schweizer“ des Schweizer Fernsehens (SRF) im November 2013 und deren Verwendung im Unterricht

Title: Schweizergeschichte fürs Volk

Master's Thesis , 2014 , 92 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: David Christen (Author)

Didactics - History
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Summary Excerpt Details

In dieser Arbeit werden zuerst die Möglichkeiten von filmischer Umsetzung von Geschichte analysiert, dann wird die Verwendung von Filmen im Unterricht beleuchtet und deren Vor- und Nachteile aufgezeigt. Weiter wird die Bedeutung der Nationalgeschichte für die Schweiz aufgezeigt, um danach die vier Dokufiction-Filme auf ihre Geschichtsdarstellung zu untersuchen. Zu diesem Zweck wird auch die mediale Debatte, die durch die Ausstrahlung der Filme ausgelöst wurde, dargestellt. Mit einer Umfrage unter Geschichtslehrpersonen wird dann untersucht, wie diese die Filme beurteilen und ob sie sich vorstellen können, diese im Unterricht zu verwenden. Abschliessend wird erläutert, zu welchen Themen und auf welche Art und Weise die Filme im Unterricht eingesetzt werden können.
Die Arbeit zeigt auf, dass die Filme trotz der vielfältigen Kritik, die zum Teil berechtigt ist, sich für den Unterricht eignen. Anlass für die Kritik gab vor allem das Fehlen der Frauen, die Personifizierung und der veraltete Geschichtszugang, der sich an die Nationalgeschichtsschreibung früherer Zeiten anlehnt. Da die nationale Geschichte in der Schweiz eine besondere Bedeutung hat, werden Geschichtsdarstellungen von dieser schnell kritisch beurteilt. Es sind dabei die aktuellen politischen Ansichten, die die Beurteilung der Geschichte beeinflussen. Konservative Kreise befürworten ein unkritisches Darstellen von den alten Mythen während progressivere Gruppierungen einen neuen Blick auf die Geschichte wünschen. Die Serie des Schweizer Fernsehens kann keine dieser Vorgaben erfüllen. Die mythische Ursprungsgeschichte ist ein wichtiger Bestandteil der schweizerischen Identität. Da sie aber verschieden interpretiert und dargestellt werden kann, sind Diskussionen vorprogrammiert. In der Ursprungsgeschichte werden Argumente für aktuelle politische Positionen, zum Beispiel in Bezug auf Europa, gesucht.
Für das Verwenden im Unterricht muss beachtet werden, dass die Inhalte nicht unkommentiert präsentiert werden dürfen. Es muss unbedingt das in den Filmen dargestellte Geschichtsbild hinterfragt und analysiert werden. Aus den Filmen und der daraus entstandenen Diskussion kann herausgelesen werden, wie der gegenwärtige Blick auf die Geschichte ist und welche Fragen wir heute an diese stellen. Um dies zu analysieren eignet sich vor allem die erste Folge über Werner Stauffacher, die auch am heftigsten kritisiert wurde, da die Darstellung rein fiktiv ist. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Filmische Darstellungen von Geschichte

2.1. Die verschiedenen Genres

2.1.1. Filmdokumente

2.1.2. Dokumentarfilme

2.1.3. Spielfilme

2.2. Die Frage der Authentizität

2.3. Die Geschichte als Projektion der Gegenwart

2.4. Der Einfluss von Filmen auf das aktuelle Geschichtsbild

3. Die Verwendung von Filmen im Geschichtsunterricht

3.1. Wie und wann werden Filme im Unterricht verwendet?

3.2. Der didaktische Mehrwert

3.3. Die problematischen Aspekte

4. Die Bedeutung der Nationalgeschichte in der Schweiz

4.1. Die Mythen der Schweizer Geschichte

4.2. Der Wandel in der Schweizer Geschichtsschreibung

4.3. Die Schweizer Geschichte im Unterricht

5. Der Themenmonat „Die Schweizer“

5.1. Die Ziele des Themenmonats

5.2. Die Methoden der Geschichtsvermittlung

5.3. Der Inhalt der Folgen

5.3.1. Folge 1: Die Schlacht am Morgarten - Werner Stauffacher

5.3.2. Folge 2: Haudegen und Heiliger - Hans Waldmann und Niklaus von Flüe

5.3.3. Folge 3: Der General, der die Schweiz rettete - Guillaume Henri Dufour

5.3.4. Folge 4: Kampf um den Gotthard - Alfred Escher und Stefano Franscini

5.4. Die Diskussion in der Öffentlichkeit

5.4.1. Das Fehlen der Frauen

5.4.2. Personifizierung

5.4.3. Nationalgeschichte

5.4.4. Darstellungsform

5.5. Analyse der öffentlichen Diskussion

6. Eine Umfrage bei Geschichtslehrpersonen

6.1. Methode

6.2. Ergebnisse

6.3. Analyse der Ergebnisse

7. Die Verwendung der vier Dokufiction-Filme im Unterricht

7.1. Für welche Themen eignen sich die Folgen?

7.1.1. Folge 1: Die Schlacht am Morgarten - Werner Stauffacher

7.1.2. Folge 2: Haudegen und Heiliger - Hans Waldmann und Niklaus von Flüe

7.1.3. Folge 3: Der General, der die Schweiz rettete - Guillaume Henri Dufour

7.1.4. Folge 4: Kampf um den Gotthard - Alfred Escher und Stefano Franscini

7.2. Ideen für die Verwendung im Unterricht

7.2.1. Erforschung von vorhandenen Mythen

7.2.2. Figurenvergleich zwischen Waldmann und von Flüe

7.2.3. Gegenüberstellung von Liberalen und Konservativen

7.2.4. Quellenanalyse zum Bau der Gotthardbahn und Bezug zur Aktualität

8. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Masterarbeit untersucht, wie nationale Geschichte in den vier Dokufiction-Filmen des Schweizer Fernsehens zum Themenmonat „Die Schweizer“ (November 2013) dargestellt wird, warum dieses Thema in der Schweiz intensive Diskussionen auslöst und wie diese Filme didaktisch sinnvoll im Geschichtsunterricht eingesetzt werden können.

  • Analyse der Darstellung von Nationalgeschichte und Mythen in Dokufiction-Formaten.
  • Untersuchung der Bedeutung und Funktion von Nationalgeschichte für die schweizerische Identität.
  • Didaktische Reflexion über den Einsatz filmischer Geschichtsdarstellungen im Unterricht.
  • Evaluation der öffentlichen Debatte über die historische Authentizität und die Auswahl der porträtierten Figuren.
  • Entwicklung konkreter Unterrichtsideen zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Medium Film.

Auszug aus dem Buch

2.3. Die Geschichte als Projektion der Gegenwart

Nicht nur im Film, sondern auch ganz allgemein ist jegliche Geschichtsdarstellung durch die Umstände der Zeit, in der sie entstanden ist, geprägt. Dies betrifft einerseits die Lücken in der Geschichtsüberlieferung, die gefüllt werden müssen, aber auch die Interpretation der überlieferten Fakten. Das gleiche Ereignis wird so von unterschiedlichen Personen, die jeweils verschieden geprägt sind und auf variierendes Vorwissen zurückgreifen, niemals genau gleich dargestellt. Die Einflussfaktoren sind zum Teil individuell, zum Teil gesellschaftlich und ideologisch geprägt. Die Darstellung von Geschichte ist immer eine Konstruktion und sagt oft mehr über die Zeit aus, in der sie entstanden ist, als über die Zeit, die sie beschreibt. Unter Einbezug dieses Aspekts kann es so etwas wie eine „historische Realität“ nicht geben. Auch zeitgenössische Darstellungen von Ereignissen zeigen diese oft auf unterschiedliche Weise. Die Geschichte wird also aus einer Ansammlung von subjektiven Quellen konstruiert.

Ein Film kann also nie zeigen, wie es wirklich war. Er kann aber eine spezifische, subjektive Wahrnehmung einer Situation darstellen und die Deutung dieser und somit das Geschichtsbild der Filmemacher aufzeigen. Da es keine übergeordnete objektive Realität gibt, kommt ein solcher subjektiver Blickwinkel der Wirklichkeit am nächsten. Filme, die mit dem Anspruch kommen, die Wirklichkeit darzustellen, müssen daran scheitern. Sie können höchstens von sich behaupten, eine Wirklichkeit zu rekonstruieren. Dies gilt sowohl für Spiel- als auch für Dokumentarfilme.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die mediale Debatte um die Dokufiction-Serie „Die Schweizer“ ein und skizziert das Forschungsziel, die Darstellung von Nationalgeschichte sowie den didaktischen Einsatz der Filme zu analysieren.

2. Filmische Darstellungen von Geschichte: Dieses Kapitel erläutert verschiedene filmische Genres wie Filmdokumente, Dokumentarfilme und Spielfilme, reflektiert die Frage der Authentizität und analysiert Geschichte als Konstruktion sowie deren Einfluss auf das Geschichtsbild.

3. Die Verwendung von Filmen im Geschichtsunterricht: Hier wird der Einsatz von Filmen im Unterricht thematisiert, wobei didaktische Mehrwerte (wie Anschaulichkeit) sowie problematische Aspekte (wie die Überlagerung von Fakten durch emotionale Bilder) kritisch beleuchtet werden.

4. Die Bedeutung der Nationalgeschichte in der Schweiz: Dieses Kapitel analysiert die Funktion von Mythen und Nationalgeschichte für die Identitätsbildung in der Schweiz und zeigt den Wandel der Geschichtsschreibung sowie deren Vermittlung in der Schule auf.

5. Der Themenmonat „Die Schweizer“: Hier werden die Ziele, Methoden und Inhalte der Dokufiction-Serie untersucht sowie eine Analyse der breit geführten öffentlichen Debatte zur Serie (Kritik an Frauenbild, Personifizierung und Darstellungsform) präsentiert.

6. Eine Umfrage bei Geschichtslehrpersonen: Dieses Kapitel wertet eine Umfrage unter Lehrpersonen aus, um deren Einschätzung zu den Filmen und deren Einsatz im Unterricht zu erfassen.

7. Die Verwendung der vier Dokufiction-Filme im Unterricht: Basierend auf den Analysen werden konkrete Unterrichtsthemen sowie methodische Ideen für die vier Folgen der Serie entwickelt.

8. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Serie zwar kontrovers diskutiert wurde, jedoch durch ihre hohe mediale Präsenz zur Reflexion über Schweizer Geschichte und Identität angeregt hat und mit didaktischer Begleitung als wertvolles Unterrichtsmittel dienen kann.

Schlüsselwörter

Schweizergeschichte, Nationalgeschichte, Dokufiction, Geschichtsunterricht, Identität, Mythen, Geschichtsdarstellung, Medienkompetenz, Film, Authentizität, Erinnerungskultur, Werner Stauffacher, Hans Waldmann, Niklaus von Flüe, Guillaume Henri Dufour.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Darstellung nationaler Geschichte in der Dokufiction-Serie „Die Schweizer“ des Schweizer Fernsehens aus dem Jahr 2013 sowie deren didaktische Nutzbarkeit im Geschichtsunterricht.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die filmische Inszenierung von Geschichte, die Bedeutung der Schweizer Nationalgeschichte inklusive ihrer Mythenbildung sowie der reflektierte Einsatz audiovisueller Medien im schulischen Kontext.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, zu analysieren, wie nationale Geschichte filmisch vermittelt wird und ob und wie diese Filme von Lehrpersonen zur Förderung eines kritischen Geschichtsbewusstseins im Unterricht eingesetzt werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Analyse der fachdidaktischen Literatur zum filmischen Geschichtsverständnis, einer Untersuchung der öffentlichen Debatte über die Serie und einer empirischen Umfrage unter Geschichtslehrpersonen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Filmgattungen, die Rolle der Nationalgeschichte für die Identität der Schweiz, eine detaillierte Analyse der Serie inklusive der medialen Kritik sowie praktische didaktische Vorschläge für den Unterricht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den zentralen Begriffen gehören Schweizergeschichte, Nationalgeschichte, Dokufiction, Mythen, Identität, Geschichtsdarstellung, Medienkompetenz und historisches Lernen.

Warum wird die erste Folge über Werner Stauffacher so kritisch hinterfragt?

Kritiker monieren, dass Stauffacher eine weitgehend fiktive Figur ist, über deren historische Taten kaum gesicherte Quellen existieren, und dass die Darstellung die Schlacht am Morgarten als historischen Fakt festigt, anstatt den Mythencharakter transparent zu machen.

Welche Kritikpunkte äußerten die Parlamentarierinnen am Themenmonat?

Die Hauptkritik richtete sich gegen die massive Unterrepräsentation oder das komplette Fehlen von Frauen als historische Akteurinnen in der Serie, was als zeitlich nicht mehr angemessene Geschichtsdarstellung wahrgenommen wurde.

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Details

Title
Schweizergeschichte fürs Volk
Subtitle
Die Darstellung der Schweizergeschichte in den vier Dokufiction-Filmen im Rahmen des Themenmonats „Die Schweizer“ des Schweizer Fernsehens (SRF) im November 2013 und deren Verwendung im Unterricht
College
University of Applied Sciences Northwestern Switzerland  (Pädagogische Hochschule)
Grade
1,5
Author
David Christen (Author)
Publication Year
2014
Pages
92
Catalog Number
V274199
ISBN (eBook)
9783656660705
ISBN (Book)
9783656660682
Language
German
Tags
schweizergeschichte volk darstellung dokufiction-filmen rahmen themenmonats schweizer fernsehens november verwendung unterricht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Christen (Author), 2014, Schweizergeschichte fürs Volk, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274199
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