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Leben und Wirken von Johann Hinrich Wichern und Handhabung seiner Ansätze in der heutigen Diakonie

Titel: Leben und Wirken von Johann Hinrich Wichern und Handhabung seiner Ansätze in der heutigen Diakonie

Hausarbeit , 2007 , 38 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Damaris Bretzner (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Diakonische Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V. gehört zu den Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und zählt mit mehr als 420.000 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Die Anfänge des Werkes liegen inzwischen etwa 160 Jahre zurück. Damals wurde die Innere Mission gegründet, die sich später mit dem Hilfswerk der Evangelischen Kirche in Deutschland zum Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e. V. zusammenschloss.

Einer der maßgeblichen Mitbegründer der Inneren Mission war Johann Hinrich Wichern. Er war eine faszinierende Persönlichkeit voller Ideenreichtum und Schaffenskraft. In meiner Hausarbeit möchte ich zunächst auf Leben, Werke, Denkweisen und Handlungsansätze Wicherns eingehen und mich anschließend mit der gegenwärtigen Situation des Diakonischen Werkes und des Rauhen Hauses befassen. Dabei beschäftigt mich die Frage, ob in der heutigen Diakonie noch Ansätze Wicherns zu finden sind oder ob die Diakonie gänzlich andere Ziele und Handlungsweisen aufweist als damals Wichern.

Beginnen werde ich meine Arbeit mit einer kurzen Darstellung der Ursprünge der Worte Mission und Diakonie, um daraus ableiten zu können, welche Motivation hinter den Namen Innere Mission bzw. Diakonisches Werk stecken könnte. Im nächsten Schritt möchte ich auf Wicherns Biographie und die von ihm mitgegründeten Werke eingehen. Da das Rauhe Haus mein besonderes Interesse geweckt hat, werde ich durch die Hausarbeit hinweg auf diesen Arbeitsbereich Wicherns besonders viel Aufmerksamkeit legen. Danach werde ich mich damit befassen, was Wichern zu seinem Aktivismus motivierte und wie er dies umsetzte. Außerdem werde ich darauf eingehen, was das Besondere an der Erziehung im Rauhen Haus war und wie Wicherns Ansätze zur Ausbildung von Mitarbeitern für die Innere Mission aussahen. Im weiteren Verlauf meiner Arbeit möchte ich die gegenwärtige Situation in der Diakonie und dem Rauhen Haus betrachten, um eine Antwort auf meine Frage, inwieweit Wicherns Ansätze heute noch Berücksichtigung finden, zu gewinnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Ursprung der Worte Mission und Diakonie

3. Biographie und Werke Johann Hinrich Wicherns

3.1. Der Werdegang Wicherns bis zur Gründung des Rauhen Hauses

3.2. Entstehung und erste Entwicklungen des Rauhen Hauses

3.3. Der Wittenberger Kirchentag und die Gründung des Centralausschusses

3.4. Sonstige Schwerpunkte in Wicherns Leben

3.5. Weiterer Lebensweg Wicherns

4. Motivation und Handlungsansätze Wicherns

4.1. Dem Elend begegnen

4.2. Weitergabe des Evangeliums

4.3. Erziehung im Rauhen Haus und Ausbildung von Mitarbeitern

4.3.1. Wicherns Erziehungsstrategien

4.3.2. Ansätze Wicherns zur Ausbildung in der Inneren Mission

5. Veränderungen in der Diakonie

5.1. Diakonie als Sektor der Sozialen Arbeit

5.2. Der Stellenwert des Evangeliums in der heutigen Diakonie

5.3. Veränderungen bezüglich Praxis und Ausbildung im Rauhen Haus

6. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen Wurzeln und Handlungsansätze von Johann Hinrich Wichern, dem Mitbegründer der Inneren Mission, und setzt diese in Bezug zur heutigen Situation des Diakonischen Werkes. Die zentrale Forschungsfrage lautet, inwieweit die ursprünglichen Ansätze Wicherns in der modernen Diakonie noch fortbestehen oder ob sich deren Ziele und Arbeitsweisen grundlegend gewandelt haben.

  • Biographische Aufarbeitung des Wirkens von Johann Hinrich Wichern
  • Analyse der erzieherischen und diakonischen Grundkonzepte im Rauhen Haus
  • Vergleichende Untersuchung des Stellenwerts christlicher Verkündigung in der Diakonie
  • Gegenwärtige Herausforderungen und Profilbildung der heutigen Diakonie

Auszug aus dem Buch

4.1. Dem Elend begegnen

In Deutschland herrschte zur Zeit Wicherns wirtschaftlich, sozial und religiös eine schwierige Situation, die durch Entwurzelung, Industrialisierung und religiöse Traditionsabbrüche hervorgerufen wurde (vgl. Pfannkuche 1998, S. 59 f.).

Als Wichern 1831 nach Hamburg zurückkehrte, waren dort nur 20 % der Bevölkerung wirtschaftlich abgesichert, weitere 20 % verfügten über halbwegs gesicherte Einkommen, die restlichen 60 % lebten „von der Hand in den Mund“ (vgl. Sattler 1998, S. 44).

Wichern ließ sich von dem Elend, das er sah, stark berühren. Dies wird an vielen seiner schriftlichen und mündlichen Ausführungen deutlich.

Eine seiner schriftlichen Ausführungen ist das Manuskript „Hamburgs wahres und geheimes Volksleben“, in dem er die Beobachtungen, die er bei seiner Mitarbeit im Besuchsverein der Sonntagsschule machte, niederschrieb. Es erstreckt sich über die Jahre 1832 und 1833 und enthält Berichte über Familien und Personen, die er im Rahmen seiner Tätigkeit besuchte. Exemplarisch möchte ich aus diesem Manuskript einige Sätze Wicherns zitieren, weil sie erkennen lassen, wie sehr Wichern das Elend beschäftigte: „Wiese wohnt unter den Willers bei seinem Onkel. Entsetzliche Armut! Der Onkel heißt Wagner, 2 Kinder von 4 und 7 Jahren.(...) Es war heute (4. Januar 1833) bitter kalt. Kein Feuer im Ofen. Zwei zerbrochene Stühle, für die vier Personen nur eine Kinderbettstelle mit Stroh. Als ich den fürchterlich aussehenden Wiese fragte: ,Wo schläfst denn du?´, zeigte er in die leere Ecke: ,Da!´ In einem schmutzigen Sack so groß wie ein Kopfkissen lag eine Haufe Stroh.“ (Wichern 1958, Band IV / Teil 1, S. 37). Weiter schildert Wichern dann, wie wenig sich der Onkel um den Jungen kümmert (vgl. Wichern 1958, Band IV / Teil 1, S. 37).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Bedeutung des Diakonischen Werkes ein und formuliert die Leitfrage, ob heutige diakonische Ansätze noch mit denen des Mitbegründers Johann Hinrich Wichern übereinstimmen.

2. Der Ursprung der Worte Mission und Diakonie: Dieses Kapitel ergründet die biblische Herkunft der Begriffe Mission und Diakonie und erläutert deren historische Definition im Kontext der Inneren Mission.

3. Biographie und Werke Johann Hinrich Wicherns: Es werden der Lebensweg Wicherns, die Gründung des Rauhen Hauses und sein maßgeblicher Einfluss auf die Entstehung der Inneren Mission sowie die staatliche Arbeit beschrieben.

4. Motivation und Handlungsansätze Wicherns: Das Kapitel beleuchtet Wicherns Antrieb, dem sozialen Elend entgegenzutreten, und analysiert seine speziellen Ansätze in der Kindererziehung sowie der Ausbildung von Mitarbeitern.

5. Veränderungen in der Diakonie: Hier wird der Wandel von der Inneren Mission zum modernen Diakonischen Werk dargestellt, unter besonderer Betrachtung der Praxis, der Ausbildung und der Rolle des Evangeliums.

6. Fazit: Die abschließende Betrachtung resümiert, dass zwar einige Grundstrukturen und Prinzipien Wicherns erhalten blieben, der missionarische Auftrag jedoch eine deutliche Wandlung erfahren hat.

Schlüsselwörter

Johann Hinrich Wichern, Diakonie, Innere Mission, Rauhes Haus, soziale Arbeit, Evangelium, Armenfürsorge, Kindererziehung, Diakonenausbildung, christliches Menschenbild, Brüderschaft, soziale Nöte, Konfessionalität, Seelsorge, Sozialpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Wirken von Johann Hinrich Wichern, insbesondere die Gründung der Inneren Mission und des Rauhen Hauses, um daraus Parallelen und Unterschiede zur Arbeit des heutigen Diakonischen Werkes abzuleiten.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die Biographie Wicherns, seine Konzepte zur Kindererziehung, die Ausbildung von Mitarbeitern sowie der Stellenwert der christlichen Verkündigung (Evangelium) in der historischen und heutigen diakonischen Praxis.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu klären, ob in der heutigen Diakonie noch Ansätze Wicherns zu finden sind oder ob die Organisation heute gänzlich andere Ziele und Handlungsweisen verfolgt als zur Zeit ihrer Gründung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Studium historischer Schriften Wicherns sowie einer praxisorientierten Untersuchung, für die Stimmen aus dem aktuellen diakonischen Alltag herangezogen wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung von Wicherns Lebenswerk, seiner spezifischen Handlungsansätze zur Armutsbekämpfung und Erziehung sowie eine Analyse der Transformationen in der Diakonie bis in die Gegenwart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wichern, Diakonie, Innere Mission, soziale Arbeit, christliches Menschenbild und Reformbestrebungen charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die heutige diakonische Praxis von der frühen Inneren Mission laut Autor?

Der Autor stellt fest, dass die Innere Mission heute eher als professioneller sozialer Dienstleister agiert, wobei die ursprüngliche religiöse Mission und die direkte Verkündigung des Evangeliums im Vergleich zur Anfangszeit an Bedeutung verloren haben.

Welche Rolle spielt die Ausbildung laut der Untersuchung?

Die Ausbildung ist ein zentrales Bindeglied: Während Wichern seine "Brüder" im Rauhen Haus ausbildete, um den diakonischen Geist zu sichern, stehen moderne Ausbildungseinrichtungen vor der Herausforderung, neben Professionalität auch die konfessionelle Identität zu wahren.

Welche Kritik äußert der Autor an der heutigen Entwicklung?

Der Autor kritisiert, dass durch den zunehmenden Kostendruck und die staatliche Einbindung die Diakonie Gefahr läuft, zu einem bloßen Dienstleistungsunternehmen zu werden, wodurch das spezifisch Christliche hinter rein sozialen Aspekten zurücktreten könnte.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Leben und Wirken von Johann Hinrich Wichern und Handhabung seiner Ansätze in der heutigen Diakonie
Hochschule
Hochschule Hannover  (Fachhochschule Hannover)
Veranstaltung
Vom Almosen über Armenpflege und Fürsorge zur Sozialarbeit: Stationen auf einem langen Weg
Note
1,0
Autor
Damaris Bretzner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
38
Katalognummer
V274202
ISBN (eBook)
9783656668909
ISBN (Buch)
9783656668893
Sprache
Deutsch
Schlagworte
leben wirken johann hinrich wichern handhabung ansätze diakonie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Damaris Bretzner (Autor:in), 2007, Leben und Wirken von Johann Hinrich Wichern und Handhabung seiner Ansätze in der heutigen Diakonie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274202
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  38  Seiten
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