Geschichte der Alamannen vom 3. - 6. Jahrhundert


Hausarbeit, 2002

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Über die Alamannen
1. Herkunft und Ethnogenese
2. Siedlungsgebiet
3. Königtum

III. Geschichte der Alamannen bis zum Ende des 6. Jahrhunderts
1. Gegnerschaft zum römischen Reich im 3. und 4. Jahrhundert
1.1 Zusammentreffen germanischer Gruppen mit den Römern von 213 bis
1.2 Alamannische Landnahme im Dekumatenland ab
1.3 Auseinandersetzungen zwischen Römern und Alamannen von 268 bis
1.4 Alamannen und Römer ab
2. Erstarken der Alamannen im 5. Jahrhundert
3. Konfrontation mit den Franken
3.1 Auseinandersetzung zwischen Alamannen und Franken am Ende des 5. Jahrhunderts
3.2 Eingliederung der Alamannen in das Frankenreich ab 536

IV. Zusammenfassung

VI. Quellen und Literatur 10

I. Einleitung

Die vorliegende Hausarbeit besteht im Wesentlichen aus zwei Teilen. Zunächst wird auf Herkunft, Stammesgebiet und Ethnogenese des alamannischen Stammesbundes eingegangen. Daran anknüpfend werden bedeutsame Ereignisse aus der Geschichte der Alamannen von ihrer Entstehung als Stammesverband im dritten Jahrhundert bis zur Eingliederung des alamannischen Gebietes in das fränkische Reich im sechsten Jahrhundert dargestellt.

Sehr hilfreich waren die beiden Ausgaben „Quellen zur Geschichte der Alamannen“. Die Ausgabe „Quellen zur Geschichte der Alamannen 1-5“ enthält Texte von Autoren aus der Zeitspanne vom Beginn des dritten Jahrhunderts bis zum Jahr ca. 750.

Die Ausgabe „Quellen zur Geschichte der Alamannen 5-6“ enthält römische Inschriften und Münzen Informationen aus den Jahren 212 bis 530. Weiterhin ist hier eine Zeittafel mit Quellenverweisen enthalten, die bedeutsame Ereignisse im Zusammenhang mit den Alamannen aus dem Zeitraum von 213 bis 530 wiederspiegelt. Diese Zeittafel war mir in Verbindung mit den Quellen eine wertvolle Hilfe beim Erarbeiten der Alamannengeschichte.

Das Buch „Das Reich und die Germanen“ von Herwig Wolfram half mir besonders bei der Darstellung von Zusammenhängen zwischen römischer Politik und deren Auswirkungen auf die Alamannen. Weiterhin konnte ich auch hier viele Informationen und Anhaltspunkte zu bedeutsamen Ereignissen der Alamannengeschichte finden.

Der Band 2 „Westgermanen“ aus der „Geschichte der deutschen Stämme“ von Ludwig Schmidt beinhaltet in einem Kapitel die Alamannische Geschichte. Da mir das Erscheinungsjahr 1940 als möglicherweise nicht auf dem neuesten Stand erschien, habe ich damit nur sehr vorsichtig gearbeitet.

Das Werk „Die Alamannen“ von Rainer Christlein bildet die Grundlage für meine Ausführungen über das alamannische Stammesgebiet. Anhand von archäologischen Funden wie Grabbeigaben, Grabfeldern und Münzschatzfunden lassen sich Siedlungsgebiete und Kriegszüge auf römischem Gebiet feststellen und zeitlich einordnen.

II. Über die Alamannen

1. Herkunft und Ethnogenese

Erstmals werden kriegerische germanische Gruppen, die im Jahr 213 die Reichsgrenzen bei Mainz bedrohen, von Cassius Dio als Alamannen bezeichnet (Cassius Dio LXXVII 14, 2 aus: Quellen I; 1976, 9). Nach Herwig Wolfram lässt sich der Alamannenname jedoch erst ab 289 sicher nachweisen. Wahrscheinlich können jedoch die germanischen Gruppen, die ab der Mitte des 3. Jahrhunderts den Limes durchbrechen, als Alamannen betrachtet werden (Wolfram; 1990; 88).

Der Bedeutung nach kann der Alamannenname mit „Alle Männer“ oder „Alle Menschen insgesamt“ übersetzt werden. Es ist unklar, ob es sich dabei um eine Selbstbezeichnung der Alamannenstämme handelt oder ob der Name von benachbarten Germanenstämmen vergeben wurde (Wolfram; 1990; 80-81).

Die Alamannen setzten sich aus verschiedenen Stämmen zusammen. Asinius Quadratus beschreibt sie als „zusammengelaufenes und gemischtes Volk“ (aus: Schmidt; 1938; 225). Nach Wolfram könnten sich die Alamannen um die Mitte des 3. Jahrhunderts aus Heerhaufen „nicht zuletzt suebischer Herkunft“ gebildet haben. Alamannenstämme wanderten vom Gebiet der Mittel/Niederelbe in das Gebiet des obergermanisch-raetischen Limes am Oberrhein ein. Die dort ansässigen Stämme der Hermunduren und Naristen schlossen sich vermutlich den Alamannenstämmen an (Wolfram; 1990; 80-82). Nach Schmidt handelte es sich bei den von der Elbe abwandernden Stämme um Semnonen (Schmidt; 1938; 224).

Mit dem Einrücken in das Dekumatenland bilden sich ab der Mitte des 4. Jahrhunderts alamannische Sondernamen heraus, die sich aus den besiedelten Landschaften ableiten. Diese sind z.B. Lentienses (Linzgau), Bucinobantes (gegenüber Mainz), Brisigavi (Breisgau) und die Raetovarii (Wolfram; 1990; 90).

Die Erstnennung der Juthungen als alamannischen Teilstamm geschieht durch Marcellinus zeitgleich zur Schlacht bei Straßburg 357 als Juthungen in Raetien einfallen (Wolfram; 1990; 80) (Ammianus Marcellinus XVII 6,1 aus: Quellen I; 1976; 59).

2. Siedlungsgebiet

Einen Überblick über das alamannische Stammesgebiet vom 3. bis 7. Jahrhundert geben die Karten a-e im Anhang.

Wie bereits erwähnt, siedeln alamannische Stämme ab 260 im Dekumatenland (Quellen VI; 1984; 103). Die Besiedelung des Dekumatenlandes durch Alamannen erfolgte nur zögerlich. So treten die ersten „alamannischen Sondernamen“ in diesem Gebiet, wie z.B. Lentienses für Alamannen am Nordufer des Bodensees, erst ab der Mitte des 4. Jahrhunderts auf (Wolfram; 1990; 90).

Aufgrund von vergleichbaren Grab- und Grabbeilagenfunden kann davon ausgegangen werden, daß mindestens bis zum Ende des 5. Jahrhunderts beidseitige Verbindungen zwischen dem Mittel-/Niederelbegebiet und Südwestdeutschland/Mittelrhein bestanden haben. Dabei ist eine ab dem letzten Drittel des 3. Jahrhunderts zunehmende Bevölkerungsverlagerung von Ost nach West feststellbar (Hartung, 1983, 34-35).

Christlein spricht von einer seit dem 3. Jahrhundert einsetzenden ständigen „Auszehrung des an die Alamannen angrenzenden römischen Gebietes zischen Iller und Lech, hinter der mittleren Rheingrenze sowie der Nordschweiz “ aufgrund ständiger alamannischer Angriffe. Diese machte sich schon ab 260 durch die Aufgabe zahlreicher raetischer Gutshöfe bemerkbar. Trotz wiederkehrender Angriffe auf römisches Gebiet siedelten Alamannen auf Dauer bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts nur in dem Gebiet, das im Norden nur unbestimmt vom Main und im Süden durch Rhein, Bodensee, Iller und Lech begrenzt war. Erst dann breiten sich Alamannen entlang der Donau weiter nach Osten hin aus. Neben Neugründungen wie Kipfenberg (Altmühltal) und Bittenbrunn (nördlich von Neuburg an der Donau) tritt eine Besiedelung des Raumes um Regensburg und Straubing durch Alamannen ein (Christlein; 1991; 25).

Eine Stabilisierung der alamannischen Gesellschaft lässt sich für das 5. Jahrhundert feststellen. Mit dem 5. Jahrhundert treten vermehrt Gräberfelder mit ganzen Siedlungsgemeinschaften auf, die langfristig genutzt werden. In der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts stellt Christlein einen „Höhepunkt an Siedlungsneugründungen“ fest (Christlein; 1991; 30).

[...]

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Details

Titel
Geschichte der Alamannen vom 3. - 6. Jahrhundert
Hochschule
Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt
Veranstaltung
Wahlpflichtfach: Geschichte der Völkerwanderungszeit
Note
1,0
Autor
Jahr
2002
Seiten
10
Katalognummer
V274494
ISBN (eBook)
9783656670933
ISBN (Buch)
9783656670872
Dateigröße
351 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
geschichte, alamannen, jahrhundert
Arbeit zitieren
Jochen Radau (Autor), 2002, Geschichte der Alamannen vom 3. - 6. Jahrhundert, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/274494

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