Grundlagen des Contracting. Entstehung und Marktbedingungen


Akademische Arbeit, 2007

24 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1 Einleitung
1.1 Einführung
1.2 Entstehung und historische Entwicklung
1.3 Ursprung

2 Markt und Rahmenbedingungen
2.1 Marktpotenzial
2.2 Anbieter
2.3 Zugang zum Markt durch die Partner
2.3.1 Marktzugang
2.3.2 Marktpartner
2.4 Risiken
2.4.1 Bonitätsrisiko
2.4.2 Betriebsrisiko
2.4.3 Technisches Risiko
2.5 Wirtschaftlichkeit
2.6 Der Energieberater

3 Literaturverzeichnis (inklusive weiterführender Literatur)

1 Einleitung

1.1 Einführung

In dieser schriftlichen Ausarbeitung soll eine Übersicht über die Grundlagen des Contracting gegeben werden. Hierzu werden zunächst die Entstehung sowie der Ursprung des Contracting behandelt. Anschließend geht es um die Marktsituation und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Contractings.

1.2 Entstehung und historische Entwicklung

Gegen Ende der siebziger Jahre legte die US-amerikanische Regierung den Schwerpunkt ihrer energiepolitischen Reformen auf das Aufspüren und Ausnutzen von Energieeinsparpotentialen. Dies erfolgte angesichts des erneuten drastischen Ölpreisanstiegs und der, verglichen mit anderen westlichen Industriestaaten, deutlich höheren Energieintensität der amerikanischen Volkswirtschaft. Um Investitionen in energieeffizienzsteigernde Maßnahmen anzuregen, wurden nachhaltige Steuervergünstigungen eingeräumt. Neben dem für alle privatwirtschaftlichen Investitionen gewährten Steuerkredit in Höhe von zehn Prozent der Investitionssumme war bis zum Jahr 1983 zusätzlich eine Steuerabzugsmöglichkeit von weiteren zehn Prozent für Investitionen in bestimmte energieeffizienzsteigernde Technologien verfügbar.

Dieser Steuervorteil bildete eine Triebfeder für die Entstehung des Contracting-Konzeptes und das Auftreten verschiedener Anbieter für diesen neuartigen Dienstleistungsansatz.

Neben Herstellern von energietechnischen Anlagen, Consulting-Unternehmen sowie Elektrizitäts- und Erdgasversorgungsunternehmen entstand in den USA ein neuer Dienstleistungszweig, dessen alleiniger Geschäftszweck im Angebot von Contracting-Leistungen bestand.

1.3 Ursprung

Contracting basiert auf einer Idee des schottischen Erfinders James Watt. „Wir werden Ihnen kostenlos eine Dampfmaschine überlassen. Wir werden diese installieren und für fünf Jahre den Kundendienst übernehmen. Wir garantieren Ihnen, dass die Kohle für die Maschine weniger kostet, als Sie gegenwärtig an Futter (Energie) für die Pferde aufwenden müssen, die die gleiche Arbeit tun. Und alles, was wir von Ihnen verlangen, ist, dass Sie uns ein Drittel des Geldes geben, das Sie sparen.“ (James Watt, 1736–1819)

In Deutschland wurde ab etwa 1980 betriebswirtschaftliche Modelle basierend auf dem in den USA verwendeten Performance-Contracting entwickelt. Erste Modelle des Wärme - Contractings entstanden. Im folgenden Jahrzehnt entwickelte sich der Anbieter – Markt. Fast 500 Anbieter traten in den 1990er Jahren auf dem Markt auf, eine ganze Reihe davon sind zwischenzeitlich wieder verschwunden. In der Branche hat ein Konzentrationsprozess eingesetzt, den die leistungsfähigsten Unternehmen (Umsätze > 80 Mio. € p.a.) überstanden haben. Hier besonders die Firmen Siemens und Honeywell.

Nach drei Jahrzehnten kontinuierlich steigender Primärenergieverbräuche hat sich der Verbrauchsanstieg in der Bundesrepublik Deutschland seit 1973 deutlich verlangsamt. Zugleich ist das Bruttosozialprodukt in den alten Bundesländern um mehr als 50% angewachsen, hat die Anzahl von Haushalten um mehr als 5 Millionen zugenommen und ist die Ausstattung mit Verbrauchsaggregaten – insbesondere Kraftfahrzeuge – deutlich gestiegen. Damit hat die Energieintensität - gemessen als Primärenergieverbrauch je 500,- € Bruttoinlandsprodukt – der deutschen Volkswirtschaft um etwa 31% abgenommen.

Den Auslöser für verstärkte Energieeinsparanstrengungen bildete die mit der Ölkrise 1973/74 ausgelöste Verknappung des Energieangebotes und die damit einhergehenden drastischen Energiepreisverteuerungen. Eine ähnliche Entwicklung lässt sich zur momentanen Zeit beobachten, nachdem durch den Hurrikan „Kathrina“ Ölreserven der USA betroffen waren.

Seit dieser Zeit hat sich der energietechnische Fortschritt kontinuierlich fortgesetzt. Energietechnischer Fortschritt bedeutet, dass sich mit dem gleichen Ressourceneinsatz mehr Output produzieren lässt oder das bisherige Produktionsergebnis mit weniger Ressourcen bereitgestellt werden kann. Eine zunehmende Diffusion dieser Innovationen bewirkte ein Absinken der spezifischen Energieverbräuche in nahezu allen Anwendungsbereichen.

Die vielfach geforderte Effizienzrevolution ist demnach bereits zur Realität geworden und wird sich auch zukünftig fortsetzen, denn mit der zunehmenden Diffusion energietechnischer Innovationen schreitet die Entkoppelung von Energieverbrauch und Wirtschaftswachstum weiter voran. Wie schnell der Diffusionsprozess voranschreitet, hängt nicht nur von der Nutzen-/Kostenrelation der Investition, sondern entscheidend von dem Wissen um energietechnische Innovationen, der Verfügbarkeit von investiven Mitteln und einer Reihe von weiteren Faktoren ab. Diese Faktoren gilt es positiv zu beeinflussen, um die Diffundierung energieeffizienter Technologien zu beschleunigen. Hierzu bieten neue Dienstleistungen wie das Energie-Contracting einen denkbaren Ansatzpunkt.

Energie-Contracting bedeutet Planung, Finanzierung und Realisierung von Energieeinsparmaßnahmen und Energiedienstleistungen durch Dritte, sowohl direkt beim Energieverbraucher als auch in Einzelfällen beim Energieerzeuger.

Dieser ursprüngliche US-amerikanische Modellansatz basiert auf der Idee, Energieeinsparpotentiale bei Dritten mit wirtschaftlichem Erfolg auszuschöpfen.

Contracting-Konzepte verschieben die traditionellen Berührungspunkte zwischen Energieangebot und Energienachfrage. Dieser Sachverhalt lässt sich treffend mit dem erschließen von Märkten hinter den Gas- und Stromzählern umschreiben. Zwangsläufig entsteht hierbei eine Reihe von ökonomischen und rechtlichen Problemen, die identifiziert und bewertet werden sollen. Mittlerweile haben Contracting-Konzepte schon lange die Laborphase verlassen und werden von einer stetig wachsenden Zahl unterschiedlicher Anbieter praktiziert. Deshalb interessiert neben theoretischen Überlegungen vor allem die praktische Umsetzung dieses Dienstleistungsansatzes.

Das nachfolgende Kapitel 2 stellt zunächst den Markt und die Rahmenbedingungen des Contracting dar. Es wird ein Querschnitt aller bisherigen praktizierten Contracting-Aktvitäten dargestellt und das eigentliche Contracting von ähnlichen Dienstleistungen abgegrenzt.

2 Markt und Rahmenbedingungen

2.1 Marktpotenzial

Obwohl Contracting in Deutschland bereits seit Anfang der 90’er Jahre bekannt ist und seit Anfang an für die Ziele Kostensenkung, rationelle Energieverwendung, Umweltschutz und Kundenbindung steht, kann von einem wirklichen Durchbruch – trotz eines Wachstums des Marktes für Energiedienstleistungen – indes bis heute nicht gesprochen werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig.

Jüngste Studien gehen von einem derzeitigen Marktanteil von etwa 10 Prozent am bislang realisierten Vertragsbestand aus. Der Erschließungsgrad für Contracting allgemein beträgt wiederum erst 6 bis 7 Prozent (Stand: 2005) des insgesamt geeigneten Gebäudepotenzials von ca. 1,4 Mio. Objekten in Deutschland.

Derzeit bemühen sich rund 500 in Deutschland tätige Contractoren aus unterschiedlichen Herkunftsbranchen, Kunden aus Reihen der Wohnungswirtschaft, der öffentlichen Verwaltungen, der Krankenhäuser oder aus Gewerbe und Industrie von den wirtschaftlichen, organisatorischen oder auch ökologischen Vorteilen dieser Betreiber- und Finanzierungsmodelle zu überzeugen.

Das Hauptgeschäft der meisten Contractoren stellt das weitgehend standardisierte Wärmeliefer-Contracting dar. Die Lieferung der Nutzenergie Wärme beinhaltet rund 85 Prozent aller abgeschlossenen Contracting-Verträge. Die Nutzenergie Druckluft ist gerade bei Industriekunden in letzter Zeit in den Blickpunkt von Anbietern und Kunden gerückt.

2.2 Anbieter

Contracting wird seit Anfang der neunziger Jahre von Unternehmen aus verschiedenen Branchen angeboten und wird meistens als eigenständige Energiedienstleistung neben den anderen Geschäftsfeldern vermarktet.

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Ende der Leseprobe aus 24 Seiten

Details

Titel
Grundlagen des Contracting. Entstehung und Marktbedingungen
Hochschule
Hochschule Albstadt-Sigmaringen; Albstadt
Veranstaltung
Vetragsmanagement
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
24
Katalognummer
V275001
ISBN (eBook)
9783656670261
ISBN (Buch)
9783656716457
Dateigröße
503 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
grundlagen, contracting, entstehung, marktbedingungen
Arbeit zitieren
Dipl.-Wirt.-Ing. (FH), Dipl.-FM (GEFMA) Tobias Neth (Autor:in), 2007, Grundlagen des Contracting. Entstehung und Marktbedingungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275001

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