Unsere Projektarbeit beschäftigt sich mit den Anforderungen von Außentüren aus Holz.
Wie kam es zu diesem Thema?
In unseren Augen sollte die Projektarbeit einen hohen praktischen Verwendungszweck
für ein Unternehmen darstellen.
Bei der Suche nach einem geeigneten Thema für eine Projektarbeit bot sich eine Zusammenarbeit
mit der Schreinerei Daxenberger an.
Bei einer Anfrage bei der Geschäftsleitung, wie wir im Rahmen einer Projektarbeit dem
Unternehmen helfen könnten, war das Thema „Haustüren“ schnell gefunden.
Was können unsere Haustüren leisten? Sind die bestehenden Eigenschaften ausreichend
für die aktuellen Anforderungen? Was muss bzw. was sollte verändert werden?
Welche Anforderungen oder Normen müssen und welche sollten eingehalten werden?
Nun waren wir gefragt. Warum eigentlich wir? Dieses Thema hörte sich zunächst recht
unspektakulär an. Aber nach einer Informationsvisite bei der Schreinerei Daxenberger,
mit Unterlagen vom ift (Institut für Fenstertechnik e.V., Rosenheim), PTE (Prüfinstitut
Türentechnik + Einbruchsicherheit, Rosenheim) und erste Informationen aus dem Internet,
war sehr schnell klar, dass dieses Thema umfangreicher ist, wie der erste Gedanke
es erahnen lies.
Mandatierte Eigenschaften, nicht mandatierte Eigenschaften, Prüfnorm, Klassifizierungsnorm,
Produktnorm, Energieeinsparverordnung (EnEV), Landesbauordnung
(LBO), Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB), RALGütegemeinschaft
Auf den ersten Blick standen uns sehr viele Richtlinien gegenüber, die zu bearbeiten
waren.
In Absprache mit unserem betreuenden Dozenten, Herrn OStR Dipl.-Ing. (FH) Peter
Mölkner, konnten wir uns zu zweit auf dieses Thema stürzen.
Die Grundlage einer guten Projektarbeit ist immer noch eine kompetente Fachliteratur.
Auf der Suche nach geeigneten Unterlagen wurden wir immer wieder auf „Das Türenbuch“
von Dipl.-Ing. (FH) Rüdiger Müller, dem Geschäftsführer des PTE Rosenheim,
verwiesen.
Dieses Buch stellte sich später als Hauptgrundlage unserer Ausarbeitung heraus.
Inhaltsverzeichnis
1 Überblick
2 Ziele und Vorgespräche
3 Stand der Technik
4 Der Wärmeschutz nach DIN 4108 ; EnEV
4.1 Grundlagen
4.2 Berechnung Modell 1
4.3 Berechnung Modell 2
4.4 Bodenschwelle
5 Schallschutz nach DIN 4109
5.1 Grundlagen
5.2 Berechnung
5.3 Konstruktive Kriterien
6 Luftdurchlässigkeit nach DIN EN 12207:2000-06
6.1 Grundlagen
6.2 Konstruktive Kriterien
7 Schlagregendichtheit nach DIN EN 12208:2000-6
7.1 Grundlagen
8 Windwiderstandsfähigkeit nach DIN EN 12210:2000-6
8.1 Grundlagen
9 Zusammenfassung von Luftdurchlässigkeit, Schlagregendichtheit und Windwiderstandsfähigkeit
10 Einbruchschutz nach DIN V ENV 1627
10.1 Grundlagen
10.2 Konstruktive Kriterien
10.3 Konstruktive Vorschläge
10.4 Prüfung
11 Klimaprüfung nach DIN EN 1294 und DIN EN 1121
11.1 Prüfungen
11.2 Konstruktive Kriterien
11.3 Konstruktive Vorschläge
12 Sonderanforderungen
12.1 Durchschusshemmung nach DIN EN 1522
12.2 Rauch- und Feuerschutztüren nach DIN 18095 und DIN 4102-5
12.3 Strahlenschutz nach DIN 6834
12.4 Sprengwirkungungshemmung nach DIN EN 13123
13 Montage von Außentüren
14 Zusammenfassung der Verbesserungen
15 Gewährleistung nach VOB und BGB
16 Der Weg zum CE – Zeichen
17 Wartungs- und Pflege- Anweisung
Zielsetzung und Themen
Diese Projektarbeit zielt darauf ab, ein bestehendes Haustürenkonzept aus Holz systematisch an aktuelle technische Normen und Anforderungen anzupassen. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche bautechnischen Eigenschaften, insbesondere in Bezug auf Wärmeschutz, Einbruchsicherheit und Klimastabilität, für eine zeitgemäße, eigengefertigte Außentür optimiert werden müssen, um Reklamationen zu minimieren und eine praxisgerechte Qualitätssicherung zu gewährleisten.
- Analyse und Optimierung von konstruktiven Details zur Verbesserung des Wärmeschutzes und der Formstabilität.
- Erarbeitung von Kriterien für den Einbruchschutz gemäß DIN V ENV 1627.
- Evaluierung von Anforderungen an die fachgerechte Montage zur Vermeidung von Wärmebrücken und Tauwasserbildung.
- Entwicklung praxisnaher Lösungen zur Einhaltung von Klimaklassen und CE-Konformität.
Auszug aus dem Buch
10.2 Konstruktive Kriterien
Kommen wir nun zur konstruktiven Seite von einbruchhemmenden Türen. Ein wichtiger Grundsatz vorneweg. Eine Tür ist nur so stark wie ihr schwächstes Einzelteil. Das hat zur Folge, dass alle Einzelteile einer einbruchhemmenden Tür aufeinander abgestimmt werden müssen. Bis jetzt wurde der Bereich Einbruchschutz gar nicht beachtet, so dass wir nur die Theorie als Grundlage hatten. Im Folgenden sind wir alle Einzelteile durchgegangen und haben alle Einflussfaktoren zusammengetragen.
Beginnen möchten wir mit dem Türblatt. Grundsätzlich gilt, dass Hohlraumtüren mit Streifen- oder Wabeneinlagen und einer Masse unter 20 kg keinen Sicherheitswert besitzen. Dies trifft auch auf Füllungen aus normalem Glas (auch Drahtglas) zu. Wenn Rahmen- und Füllungstüren gewünscht sind, dann sollten nur Harthölzer oder Plattenmaterialien Verwendung finden, da mit Weichhölzern (Nadelholz) erfahrungsgemäß die Widerstandklassen WK 2 und WK 3 schon schwer zu erreichen sind. Darüber hinaus ist auf die Konstruktion der Füllungsleisten besonderer Wert zu legen, aber dazu später mehr. Bei vollflächigen Türblättern sollten widerstandsfähige Materialien wie Sperrholz, Furnierplatten, Multiplex, Kunststoffe und auch Metalle verwendet werden. Einen wesentlichen Einfluss auf den Einbruchschutz hat auch die Falzgeometrie, hierbei ist eindeutig ein Doppelfalz einem Einfachfalz vorzuziehen. Des Weiteren gilt, dass je tiefer ein Falz ist, es umso schwerer ist das Hebelwerkzeug optimal anzusetzen, außerdem sollten die Verriegelungselemente soweit wie möglich von der Angriffsfläche des Türblattes entfernt sein. Wenn aus wärmetechnischen Gründen PU-Schaum oder Papierwaben in die Mitte des Türblattes eingearbeitet werden müssen, sollten die Deckplatten entweder eine Dicke von mindestens 10 mm aufweisen oder alternativ mit einem einliegenden Gitter versehen sein. Bei dünneren Türblättern muss ein höherer konstruktiver Aufwand geleistet werden. Dies könnte so aussehen, dass Tischlerplatten oder Spanplatten mit integrierter Aluminiumdampfsperre oder anderen Armierungen und Gittereinlagen verwendet werden müssen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Überblick: Darstellung der zu untersuchenden Haustürmodelle und ihrer technischen Basisdetails.
2 Ziele und Vorgespräche: Analyse von Problemstellungen aus der Unternehmenspraxis und Formulierung der Projektziele.
3 Stand der Technik: Zusammenfassung der rechtlichen Rahmenbedingungen und geltenden Richtlinien für Außentüren.
4 Der Wärmeschutz nach DIN 4108 ; EnEV: Berechnung der U-Werte und Optimierung der Bodenschwelle.
5 Schallschutz nach DIN 4109: Ermittlung der Schalldämmwerte und Ableitung konstruktiver Anforderungen.
6 Luftdurchlässigkeit nach DIN EN 12207:2000-06: Definition der Leistungsklassen und Dichtungsanforderungen.
7 Schlagregendichtheit nach DIN EN 12208:2000-6: Erläuterung der Prüfverfahren zur Sicherstellung der Wasserdichtheit.
8 Windwiderstandsfähigkeit nach DIN EN 12210:2000-6: Untersuchung der mechanischen Belastbarkeit durch Windlasten.
9 Zusammenfassung von Luftdurchlässigkeit, Schlagregendichtheit und Windwiderstandsfähigkeit: Zusammenführende Betrachtung der wesentlichen Leistungseigenschaften.
10 Einbruchschutz nach DIN V ENV 1627: Detaillierte Analyse der Widerstandsklassen und konstruktiver Verbesserungsansätze.
11 Klimaprüfung nach DIN EN 1294 und DIN EN 1121: Untersuchung der Formstabilität unter verschiedenen klimatischen Bedingungen.
12 Sonderanforderungen: Kurze Betrachtung spezieller Türeigenschaften wie Strahlenschutz oder Sprengwirkungshemmung.
13 Montage von Außentüren: Erörterung der RAL-Montagegrundsätze und der Baukörperanschlussfugen.
14 Zusammenfassung der Verbesserungen: Aufstellung aller erarbeiteten konstruktiven Optimierungen.
15 Gewährleistung nach VOB und BGB: Rechtliche Erläuterungen zur Haftung und Mängelbeseitigung.
16 Der Weg zum CE – Zeichen: Beschreibung des Zertifizierungsweges und der Konformitätsbewertung.
17 Wartungs- und Pflege- Anweisung: Empfehlungen für den Endkunden zur Werterhaltung.
Schlüsselwörter
Außentür, Holzbau, Wärmeschutz, Einbruchschutz, Klimaprüfung, DIN EN 12207, Schalldämmung, RAL-Montage, VOB, BGB, CE-Zeichen, Widerstandsklasse, Bodenschwelle, Formstabilität, Qualitätssicherung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der technischen Anpassung von in Eigenproduktion gefertigten Holz-Außentüren an aktuelle Normen, um Anforderungen an Wärmeschutz, Sicherheit und Langlebigkeit zu erfüllen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen der Wärmeschutz (EnEV), Schallschutz (DIN 4109), Einbruchschutz (DIN V ENV 1627), Klimaprüfung sowie die fachgerechte Montage und gesetzliche Gewährleistungsregeln.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist die Optimierung des bestehenden Haustürenkonzepts sowie die Bereitstellung von fundierten Informationen für die Qualitätssicherung und den Kundenkontakt (z.B. Wartungsanleitungen).
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine Bestandsaufnahme, gefolgt von einer tiefgehenden Analyse der einschlägigen DIN-Normen und Literatur, kombiniert mit rechnerischen Nachweisen für U-Werte und konstruktiven Optimierungsvorschlägen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Kapitel, die Anforderungen an Außentüren (Wärme, Schall, Dichtigkeit, Einbruch, Klima) sowie deren praktische Umsetzung und rechtliche Absicherung detailliert beschreiben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Außentür, Holzbau, Wärmeschutz, Einbruchschutz, Klimaprüfung, Widerstandsklasse, RAL-Montage und CE-Kennzeichnung.
Welche Bedeutung hat das "3-Ebenenmodell" bei der Montage?
Das Modell ist zentral für eine fachgerechte RAL-Montage und folgt dem bauphysikalischen Grundsatz "innen dichter als außen", um Tauwasserbildung in der Baukörperanschlussfuge zu vermeiden.
Warum wird eine thermisch getrennte Bodenschwelle empfohlen?
Sie ist notwendig, um Tauwasserbildung im unteren Türanschluss im Winter zu verhindern, da herkömmliche Aluminiumschwellen die Taupunktstemperatur unterschreiten und so die Bausubstanz gefährden können.
Was unterscheidet die Widerstandsklassen WK 1 bis WK 6 beim Einbruchschutz?
Die Klassen definieren die Widerstandsfähigkeit gegen Einbruchsversuche durch spezifische Tätertypen und Werkzeuge. Höhere Klassen (ab WK 3) erfordern einen deutlich höheren konstruktiven Aufwand bei Beschlägen, Füllungen und Schließsystemen.
- Quote paper
- Alexander Möller (Author), Andreas Unterreitmeier (Author), 2004, Anpassung eines bestehenden Haustürenkonzeptes an den Stand der Normung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27519