Ist der Mensch angesichts seiner Unvollkommenheit für Kritik geschaffen?

Philosophischer Essay über die Unvereinbarkeit menschlicher Fehlbarkeit und Negativkritik


Essay, 2014

4 Seiten, Note: keine Benotung, da Übung


Leseprobe

Ist der Mensch angesichts seiner Unvollkommenheit für Kritik geschaffen?

Der vorliegende Essay wird der Frage nachgehen, ob der Mensch in seiner eigenen Unvollkommenheit für Negativkritik geschaffen ist. Zunächst werden die unterschiedlichen Bedeutungsebenen des Wortes „Kritik“ genauer betrachtet und danach auf die entsprechende Bedeutung für die zentrale Frage des Essays fokussiert. Im Anschluss wird das im Mittelpunkt des Essays stehende Thema über die Unvereinbarkeit von Kritik mit der Beschaffenheit des menschlichen Wesens erörtert. Im Abschlussteil werden die wichtigsten Punkte der Erörterung in Form von Schlussfolgerungen zusammengefasst.

Der Ursprung des Ausdrucks „Kritik“ geht auf die altgriechische Sprache zurück, wo es vom altgriechischen Wort „krinein“ abgeleitet wurde, was in die deutsche Sprache mit „unterscheiden, trennen, prüfen“ zu übersetzen ist. In der heutigen Bedeutung kommt vor allem der Aspekt des Prüfens zum Vorschein, da Kritik zum einen als prüfende Beurteilung zu verstehen ist und zum anderen als das Tadeln, was konkret eine negative Beurteilung bedeutet. Auf die Kritik als negative Beurteilung wird sich nunmehr der erörternde Teil des Essays beschränken.

Die Negativkritik ist in diesem Sinne als eine Auflistung von Negativpunkten anzusehen, welche sich an einen Gegenüber richten. Zweck der besagten Form von Negativkritik scheint es zu sein, unerwünschte Verhaltensweisen zur Sprache zu bringen. Negativritik ist demzufolge als eine Reaktion auf nonkonformes Verhalten zu erachten. Daraus ist eindeutig der Schluss zu ziehen, dass die Negativkritik eine besondere Art von Konformitätsdruck darstellt. Konformität ist hier als Übereinstimmung mit gewissen ethischen Vorstellungen, Konventionen wie auch Idealbildern von Handlungsweisen zu definieren. Kurzum liegt der Negativkritik ein Maßstab von geforderten Verhaltensweisen zugrunde, dessen Erwartungen der Rezipient nicht erfüllt hat. Weiterhin lässt sich sagen, dass in der Negativkritik ein Kommunikationsprozess erkennbar ist, worin ein Kommunikator wie auch Rezipient vorkommen. Nunmehr wird sich auf die zwischenmenschlichen Interaktion dieser Kommunikationsform fokussiert sowie die Auswirkungen auf den Rezipienten von Negativkritik.

Wie aus der Leitfrage zu entnehmen ist, wird der Essay vorrangig um Apologie des Rezipienten von Negativkritik bemüht sein. Darüber hinaus wird in der Leitfrage der Mensch als unvollkommenes Wesen vorausgesetzt. Dass niemand ein fehlerfreies Leben führt, ist als unumstößliche Tatsache zu sehen. Gestützt wird die vorangehende Aussage, dass ein jeder Mensch durch seine persönliche Erfahrung dies bestätigen wird. Daraus ist wiederum zu konstatieren, dass der Mensch als unvollkommenes Wesen zu charakterisieren ist. Die Negativkritik hält dem Menschen den Spiegel für seine eigene Unvollkommenheit vor. Dass mit der Negativkritik Besserung des Verhaltens wie auch Förderung von Einsicht des Rezipienten erreicht werden, wage ich zu bezweifeln. Zunächst ist die Frage zu stellen, wie Negativkritik überhaupt aufgenommen wird von demjenigen, an den sie sich richtet.

[...]

Ende der Leseprobe aus 4 Seiten

Details

Titel
Ist der Mensch angesichts seiner Unvollkommenheit für Kritik geschaffen?
Untertitel
Philosophischer Essay über die Unvereinbarkeit menschlicher Fehlbarkeit und Negativkritik
Hochschule
Universität Rostock  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Textseminar: "Philosophie der Neuzeit"
Note
keine Benotung, da Übung
Autor
Jahr
2014
Seiten
4
Katalognummer
V275211
ISBN (eBook)
9783656675372
ISBN (Buch)
9783656675341
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mensch, Fehlbarkeit, Unvollkommenheit, Anthropologie, Verhalten, Kritik, Tadelung, Menschenbild
Arbeit zitieren
stud.phil. Wilhelm Weber (Autor), 2014, Ist der Mensch angesichts seiner Unvollkommenheit für Kritik geschaffen?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275211

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Ist der Mensch angesichts seiner Unvollkommenheit für Kritik geschaffen?



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden