„Wir haben ein staatliches Haus geerbt, ein großes ‘Welthaus‘, in dem wir zusammen leben müssen – Schwarze und Weiße, Menschen aus dem Osten und aus dem Westen, Heiden und Juden, Katholiken und Protestanten, Moslems und Hindus. Eine Familie, die in ihren Ideen, ihrer Kultur und ihren Interessen übermäßig verschieden ist und die – weil wir nie mehr ohne einander leben können – irgendwie lernen muss, in dieser großen Welt miteinander zu leben.“
Dieses Zitat von Martin Luther King verdeutlicht, dass trotz verschiedenster Kulturen es notwendig ist Wege zu finden, diese zusammen zu bringen.
Gerade wenn es um das immer aktuelle Thema Migranten und Migrantinnen geht spielen Medien und Kommunikation eine wichtige Rolle. Sie sind nicht nur wichtig für die Eingliederung in ein neues Land sondern auch für die Wahrung von Kulturen und das Zusammenbleiben von Familien. Zudem sind Kulturen heutzutage nicht mehr jenseits von Medien vorstellbar.
Aber welchem Wandel sind sie dadurch ausgesetzt? Andersrum betonte Max Weber 1910 schon die Bedeutung und den Einfluss der Kultur auf die Medien als er forderte „die Presse [auch] als Komponente der objektiven Eigenart der modernen Kultur“ zu untersuchen.
In der folgenden Hausarbeit sollen erst einmal die grundlegenden Begriffe transkulturelle Kommunikation, Kommunikation allgemein und Diaspora-Gemeinschaften geklärt werden, um dann anschließend deren Bezüge zueinander zu analysieren. Die Frage welchen Beitrag Medienkommunikation für den kulturellen Zusammenhalt von Diaspora-Gemeinschaften und deren Einbezug in die neuen Länder leisten kann soll hierbei im Vordergrund stehen.
Sowohl die These, dass Kommunikation ein wichtiger Bestandteil in der heutigen Migrationspolitik darstellt als auch die These, dass es die Medien der personalen Kommunikation wie auch der Massenkommunikation sind, die eine kommunikative Vernetzung der Diaspora sicherstellen sollen untersucht werden. Inwieweit der Begriff Globalisierung hier eine Rolle spielt wird sich im Laufe der Arbeit noch zeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kultur, Kommunikation und Diaspora-Gemeinschaften - Ein Überblick
2.1 Kultur
2.2 Kommunikation/ Transkulturelle Kommunikation
2.3 Migration und Diaspora-Gemeinschaften
3. Diskursanalyse am Beispiel der Medien und ihren Einfluss auf die Diaspora-Gemeinschaften
3.1 Transkulturelle Kommunikation als Mittel zur Integration
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Medienkommunikation auf den kulturellen Zusammenhalt von Diaspora-Gemeinschaften und analysiert, welchen Beitrag sie zur Integration in neue Aufnahmeländer leisten kann. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Rolle digitaler Medien bei der Aufrechterhaltung ethnischer Identität sowie bei der Bewältigung von Integrationsprozessen in der heutigen Informationsgesellschaft.
- Bedeutung von Kultur und transkultureller Kommunikation
- Einfluss der Globalisierung auf Migrationsprozesse
- Medien als Werkzeug für den Erhalt von Diaspora-Bindungen
- Medienkommunikation als Instrument der gesellschaftlichen Integration
Auszug aus dem Buch
Diskursanalyse am Beispiel der Medien und ihren Einfluss auf die Diaspora-Gemeinschaften
Die Beschäftigung mit Medien und Migration ist bis heute in der deutschen Kommunikationsforschung größtenteils nur im Rahmen einer nationalkulturellen Bedeutung der Fall, welche die Komplexität der Themen gar nicht alle abdecken kann.20
Allgemein kann man sagen, dass die fortschreitende Globalisierung digitaler Medien kommunikative Mobilität in der Diaspora ermöglicht und vereinfacht.21
Früher, als die neuen Medien noch nicht so auf dem Vormarsch waren, war er Kontakt zwischen Migranten und ihrem Herkunftsort noch um einiges mühsamer. Gerade das Internet ermöglichte ihnen neue und schnellere Wege der Kommunikation.
Besonders E-Mail und Chat stärken die Beziehungen zwischen geografisch getrenntlebenden Familienmitgliedern. Meist wird sich dabei über Alltägliches ausgetauscht, umso eine Intimität herzustellen wie man sie in einer normal funktionierenden Familie gewohnt ist.22 Manchmal kann eine Kommunikation zwischen Eltern und Kindern via Internet auch die Schuldgefühle von dem im Ausland lebenden dämpfen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit des Zusammenlebens in einer vielfältigen Welt und führt in die zentrale Rolle von Medien und Kommunikation für Migranten ein.
2. Kultur, Kommunikation und Diaspora-Gemeinschaften - Ein Überblick: Dieses Kapitel definiert die zentralen Grundbegriffe wie Kultur, transkulturelle Kommunikation und Diaspora-Gemeinschaften, um ein theoretisches Fundament für die Analyse zu legen.
3. Diskursanalyse am Beispiel der Medien und ihren Einfluss auf die Diaspora-Gemeinschaften: Hier wird analysiert, wie moderne Medien die Vernetzung innerhalb der Diaspora fördern und als Instrumente bei der Identitätswahrung sowie der Integration in Aufnahmeländer fungieren.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Bedeutung digitaler Medien für die translokale Vernetzung zusammen und betont, dass Kommunikation zwar Integration fördert, aber durch mediale Zuschreibungen auch Konflikte provozieren kann.
Schlüsselwörter
Migration, Diaspora, Transkulturelle Kommunikation, Medien, Integration, Globalisierung, Identität, Digitale Medien, Ethnische Minderheiten, Informationsgesellschaft, Vernetzung, Akkulturation, Kommunikation, Sozialkonstruktivismus, Aufnahmeland
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Medien und transkultureller Kommunikation im Kontext von Migration und der Vernetzung von Diaspora-Gemeinschaften.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen die Definitionen von Kultur und Diaspora, die Auswirkungen der Globalisierung auf die Kommunikation sowie die Integrationsfunktion medialer Angebote.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, welchen Beitrag Medienkommunikation für den kulturellen Zusammenhalt innerhalb von Diasporas und die Integration von Migranten in neue Länder leistet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse und führt eine Diskursanalyse durch, um den Einfluss von Medien auf Migrationsprozesse zu bewerten.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Kommunikation, die Bedeutung der Internetnutzung für geografisch getrennte Familien und die spezifischen Integrationsherausforderungen in Deutschland.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Transkulturelle Kommunikation, Diaspora, Mediennutzung, Integration, Identitätsverständnis und Globalisierung.
Welche Rolle spielen digitale Medien konkret für Diaspora-Gemeinschaften?
Sie dienen laut Arbeit als "Bühne für kulturelle Botschaften", stärken familiäre Bindungen über weite Distanzen und helfen bei der Verarbeitung emotionaler Erfahrungen.
Gibt es auch negative Aspekte der medienvermittelten Kommunikation?
Ja, die Arbeit weist darauf hin, dass Medien durch die Zuweisung eines Migrationsstatus Integration erschweren können und zu Konflikten führen können, wie beispielsweise beim Karikaturenstreit.
- Arbeit zitieren
- Friederike Selle (Autor:in), 2011, Transkulturelle Kommunikation und Medien sowie ihre Bedeutung für Diaspora-Gemeinschaften, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275351