In den Lehramtsstudiengängen der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg stellt das so genannte Fachpraktikum einen verpflichtenden Bestandteil des zweiten Studienabschnittes dar. Dieses Praktikum konzentriert sich neben dem Allgemeinen Schulpraktikum, welches im Grundstudium allgemeine Einblicke in die Schulwirklichkeit vermittelt, schwerpunktmäßig auf den Fachunterricht eines der studierten Langfächer.
Als Studierender der Fächer Germanistik und Kunst für das gymnasiale Lehramt entscheide ich mich im Wintersemester 2003 / 2004 dieses Praktikum im Fach Deutsch zu absolvieren. Fester Bestandteil des Praktikums ist im Vorfeld der Besuch eines Vorbereitungsseminars an der Hochschule, welche sich über ein Semester erstreckt.
Die Zuteilung einer Praktikumsschule erfolgt durch das didaktische Zentrum der Universität Oldenburg. Zusammen mit einem Kommilitonen im gleichen Fach teilt man mich der Kooperativen Gesamtschule Rastede zu. Diese Schule befindet sich in einer ländlichen Anrainergemeinde der Stadt Oldenburg.
Bereits mehrere Monate vor dem Praktikumsbeginn werden erste Kontakte mit dem betreuenden Lehrer an der Schule geknüpft. Diese Vorabgespräche mit dem Mentor dienen überwiegend dem ersten Kennen lernen sowie dem Austausch allgemeiner Informationen, beispielsweise zur Praktikumsschule, dem Lernumfeld oder den unterrichteten Klassen. Mein Mentor unterrichtet an der KGS Rastede die Fächer Deutsch, Politik und darstellendes Spiel. Zum Praktikumszeitpunkt konzentriert sich sein unterrichtliches Handeln meistenteils auf Lerngruppen in der Oberstufe. Neben dem Fachunterricht nimmt er in einer 11. Klasse die Aufgabe des Klassenlehrers wahr, daneben in einem Deutschleistungskurs der 12. Jahrgangsstufe die des Tutors.
Inhaltsübersicht
1. EINLEITUNG
1.1 ERWARTUNGEN VOR DEM PRAKTIKUM
2. BEMERKUNGEN ZUR SCHULE
2.1 DIE KOOPERATIVE GESAMTSCHULE RASTEDE
2.2 EIN SCHULKONZEPT IM UMBRUCH?
3. HOSPITATIONEN MIT AUSWERTUNG
3.1 POLITIK, KLASSE 9 – GESETZGEBUNGSVERFAHREN IN DER EU
3.1.1 AUSWERTUNG UND BEOBACHTUNGSSCHWERPUNKT
3.2 DEUTSCH, KLASSE 9 – GOETHES „NÄHE DES GELIEBTEN“
3.2.1 AUSWERTUNG UND BEOBACHTUNGSSCHWERPUNKT
3.3 KUNST, KLASSE 8 – SIMULTANANSICHT
3.3.1 AUSWERTUNG UND BEOBACHTUNGSSCHWERPUNKT
3.4 DEUTSCH, KLASSE 12 – BÜCHNERS „WOYZECK“
3.4.1 AUSWERTUNG UND BEOBACHTUNGSSCHWERPUNKT
4. EIGENER UNTERRICHT – AUSFÜHRLICHE STUNDENBETRACHTUNGEN
4.1 DEUTSCH, KLASSE 11 – DIE VERANTWORTUNG DES WISSENSCHAFTLERS
4.1.1 BEMERKUNGEN ZUR LERNGRUPPE
4.1.2 DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.1.3 METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.1.4 LERNZIELE DER STUNDE
4.1.5 VERLAUFSÜBERSICHT UND ARBEITSMATERIAL
4.1.6 STUNDENREFLEXION
4.2 DEUTSCH, KLASSE 11 – SZENISCHE INTERPRETATION
4.2.1 DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.2.2 METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.2.3 LERNZIELE DER STUNDE
4.2.4 VERLAUFSÜBERSICHT UND ERGEBNISSE DER GRUPPENARBEIT
4.2.5 STUNDENREFLEXION
4.3 DEUTSCH, KLASSE 11 – SACHTEXTANALYSE
4.3.1 DIDAKTISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.3.2 METHODISCHE ÜBERLEGUNGEN
4.3.3 LERNZIELE DER STUNDE
4.3.4 VERLAUFSÜBERSICHT UND ARBEITSMATERIAL
4.3.5 STUNDENREFLEXION
5. EIGENER UNTERRICHT – WEITERE STUNDEN IN KURZFORM
5.1 DIE PHYSIKER – HINFÜHRUNG AN DIE GANZSCHRIFT
5.1.1 VERLAUFSÜBERSICHT
5.1.2 STUNDENREFLEXION
5.2 HANDLUNGS- UND PRODUKTIONSORIENTIERTE METHODEN IM VERGLEICH
5.2.1 VERLAUFSÜBERSICHT UND ARBEITSMATERIAL
5.2.2 STUNDENREFLEXION
5.3 GATTUNGSFELD DRAMA
5.3.1 VERLAUFSÜBERSICHT UND ARBEITSMATERIAL
5.3.2 STUNDENREFLEXION
5.4 METHODENEXPERIMENT UND SZENENANALYSEN
5.4.1 VERLAUFSÜBERSICHT UND ARBEITSMATERIAL
5.4.2 STUNDENREFLEXION
5.5 ENTSTEHUNGSKONTEXT UND FIGURENDARSTELLUNG
5.5.1 VERLAUFSÜBERSICHT UND ARBEITSMATERIAL
5.5.2 STUNDENREFLEXION
5.6 DIE PHYSIKER – WISSENSCHAFTSPUBLIZISTISCHE EINFLÜSSE
5.6.1 VERLAUFSÜBERSICHT UND ARBEITSMATERIAL
5.6.2 STUNDENREFLEXION
6. EIGENER UNTERRICHT – DIE ABSCHLUSSKLAUSUR
7. REFLEXION ZUM FACHPRAKTIKUM
7.1 ALLGEMEINE ÜBERLEGUNGEN
7.2 STELLENWERT DES PRAKTIKUMS INNERHALB DES LEHRAMTSSTUDIUMS
7.3 BETRACHTUNGEN ZU UNTERRICHT UND BETREUUNGSSITUATION
Zielsetzung und Themenbereiche
Das Hauptziel dieses Abschlussberichts ist die detaillierte Reflexion und Dokumentation des Fachpraktikums im Fach Deutsch an der Kooperativen Gesamtschule Rastede. Der Autor setzt sich kritisch mit den eigenen Unterrichtsversuchen sowie der methodisch-didaktischen Planung auseinander, um die eigene Berufsentscheidung für das Lehramt fundiert zu evaluieren.
- Analyse und Durchführung von handlungsorientiertem Deutschunterricht in der Oberstufe
- Didaktische Aufbereitung von Ganzschriften, insbesondere Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker"
- Reflexion über die Rolle des Lehrers und die eigene unterrichtspraktische Souveränität
- Evaluierung integrativer Ansätze in der kooperativen Gesamtschulform
- Auseinandersetzung mit wissenschaftstheoretischen Inhalten und Sachtextanalysen im Unterricht
Auszug aus dem Buch
Die Verantwortung des Wissenschaftlers
Dürrenmatts Physiker ist eines der bedeutendsten Wissenschaftsdramen des 20. Jahrhunderts. Als zentrales Thema behandelt es die unmittelbare Bedrohung und Gefährdung der Welt durch die Erkenntnisse der modernen Kernphysik.
Das Stück spielt in einem schweizerischen Privatsanatorium. Dort behandelt die die Leiterin der Irrenanstalt, Fr. Dr. v. Zahnd drei offensichtliche harmlose Irre, die Physiker Möbius, Newton und Einstein. Im Sanatorium geschehen im Laufe der Handlung zwei Morde, für die sich auch die Polizei interessiert.
Diese Morde spiegeln gleichzeitig den parallelen Bau der beiden Akte wider, sie werden jeweils mit der Untersuchung des zuletzt erfolgten Mordes eingeleitet.
Der zweite Akt schließlich hält eine überraschende Wende bereit und erklärt gleichzeitig die geschehenen Tötungsdelikte: Keine der Physiker ist tatsächlich nervenkrank; Newton und Einstein sind Agenten zweier Geheimdienste, die sich der Erfindungen des dritten Physikers, Johann Wilhelm Möbius, bemächtigen und sie für ihre Zwecke und Ideologien missbrauchen wollen. Im gleichen Akt erfährt der Zuschauer die tatsächlichen Hintergründe der Maskerade.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Der Autor erläutert den Rahmen des Fachpraktikums im zweiten Studienabschnitt und die Vorbereitungen für den Einsatz an der Kooperativen Gesamtschule Rastede.
2. BEMERKUNGEN ZUR SCHULE: In diesem Kapitel wird das Konzept der kooperativen Gesamtschule, deren struktureller Aufbau und die integrativen Bestrebungen in Rastede analysiert.
3. HOSPITATIONEN MIT AUSWERTUNG: Es folgt eine detaillierte Beobachtung und Auswertung exemplarischer Unterrichtsstunden in verschiedenen Fächern und Jahrgangsstufen.
4. EIGENER UNTERRICHT – AUSFÜHRLICHE STUNDENBETRACHTUNGEN: Der Hauptteil dokumentiert die Planung, Durchführung und Reflexion der eigenen Unterrichtsversuche zu den Themen Verantwortung des Wissenschaftlers, szenische Interpretation und Sachtextanalyse.
5. EIGENER UNTERRICHT – WEITERE STUNDEN IN KURZFORM: Eine komprimierte Darstellung weiterer gehaltener Unterrichtseinheiten zum Werk "Die Physiker".
6. EIGENER UNTERRICHT – DIE ABSCHLUSSKLAUSUR: Reflexion über die Konzeption und Korrektur der Abschlussklausur in der 11. Klasse.
7. REFLEXION ZUM FACHPRAKTIKUM: Abschließende Betrachtungen über den Stellenwert des Praktikums für das Lehramtsstudium und die persönliche berufliche Entwicklung.
Schlüsselwörter
Fachpraktikum, Lehramt, Friedrich Dürrenmatt, Die Physiker, Deutschunterricht, Szenische Interpretation, Schulpraxis, Verantwortung des Wissenschaftlers, Kooperative Gesamtschule, Didaktik, Unterrichtsreflexion, Fachdidaktik, Methodik, Oberstufe, Ganzschrift.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dem Bericht grundlegend?
Der Bericht dokumentiert die Erfahrungen, Beobachtungen und eigenen Unterrichtsversuche des Autors während eines sechswöchigen Fachpraktikums im Fach Deutsch an der KGS Rastede.
Welche Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die Planung und Durchführung von Unterricht zu Friedrich Dürrenmatts "Die Physiker", die Auseinandersetzung mit verschiedenen Lehrmethoden sowie die Reflexion der Lehrerrolle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Überprüfung der getroffenen Berufsentscheidung für das Lehramt durch eine kritische Auseinandersetzung mit der Unterrichtspraxis und den Anforderungen an eine Lehrkraft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor verwendet eine Kombination aus Unterrichtshospitationen, quantitativen Erhebungen von Schülerbeiträgen und qualitativer Selbstreflexion der eigenen Unterrichtsstunden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in ausführliche Stundenbetrachtungen, die von didaktischen Überlegungen über Verlaufspläne bis hin zur persönlichen Stundenreflexion reichen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Neben fachdidaktischen Begriffen wie "Handlungsorientierung" und "Szenische Interpretation" stehen Begriffe wie "Selbstreflexion", "Lehrerrolle" und "Schulpraxis" im Vordergrund.
Warum ist die Arbeit mit Dürrenmatts "Physikern" so zentral in diesem Bericht?
Das Werk dient als Grundlage für die meisten eigenen Unterrichtsversuche und ermöglicht es dem Autor, verschiedene didaktische Ansätze wie Szenenanalysen und Sachtextarbeit zu erproben.
Welche Rolle spielt die "Wanderklasse" für den Unterrichtserfolg?
Die fehlende feste räumliche Struktur erschwert die Lernatmosphäre und kostet in jeder Stunde Zeit für organisatorische Prozesse, was den Unterrichtsfluss beeinflusst.
- Citation du texte
- Frank Kretschmann (Auteur), 2004, Lebensraum Schule: Abschlussbericht über das Fachpraktikum Deutsch, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27547