Sozialisation. Gegenüberstellung der Definitionen und Diskussion


Hausarbeit, 2008

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sozialisation
2.1 Darstellung des Sozialisationsbegriffes aus dem „Wörterbuch der Pädagogik“ von Winfried Böhm
2.2 Darstellung des Sozialisationsbegriffes aus dem „Wörterbuch Pädagogik“ von Horst Schaub und Karl G. Zenke
2.3 Kurzdarstellung des Sozialisationsbegriffes aus dem „Pädagogik- Lexikon“ von Gerd Reinhold, Guido Pollak und Helmut Heim

3. Gegenüberstellung der Sozialisationsbegriffe
3.1 Gemeinsamkeiten der Definitionen
3.2 Unterschiede der Definitionen

4. Diskussion
4.1 Ist eine allumfassende Definition von Sozialisation möglich?
4.2 Wäre eine solche allumfassende Definition sinnvoll?

5. Eigene Definition von Sozialisation

6. Schlussbemerkung

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Ziel dieser Arbeit ist es, die Begriffsdefinitionen eines Fachbegriffes aus verschiedenen Fachlexika darzustellen, zu vergleichen und auf ihre Pauschalität zu untersuchen. Hierbei werden wir auf den Begriff der Sozialisation eingehen.

Als Hauptquellen wurden zwei Lexika Artikel ausgewählt, die auf das Grundstudium der Erziehungswissenschaft ausgerichtet sind. Zusätzlich beziehen wir uns auf einen Eintrag aus einem Pädagogiklexikon. Im zweiten Kapitel folgen Eigendarstellungen der Definitionen aus dem Wörterbuch der Pädagogik von Winfried Böhm, sowie aus dem Wörterbuch Pädagogik von Horst Schaub und Karl G. Zenke und eine Kurzdarstellung des Begriffes aus dem Pädagogik- Lexikon von Gerd Reinhold, Guido Pollak und Helmut Heim. Darauf folgt im dritten Kapitel ein detaillierter Vergleich der beiden Hauptartikel, indem Gemeinsamkeiten und Unterschiede herausgearbeitet werden. Dabei wird die dritte Quelle miteinbezogen. Das vierte Kapitel wird als Diskussionsraum genutzt. Es wird versucht die Frage zu klären, ob eine allumfassende Definition für Sozialisation gefunden werden kann. Dabei wird besonders auf die daraus folgende Problematik in der Wissenschaft eingegangen, ob der Begriff der Sozialisation abschließend und umfassend definiert werden kann, oder dieser einem stetigen Wandel unterliegt. Im fünften Kapitel wird nun der Versuch einer eigenen Definition von Sozialisation dargelegt, indem ein Kern aus den drei wissenschaftlichen Lexika Artikeln gebildet wird.

2. Sozialisation

2.1 Darstellung des Sozialisationsbegriffes aus dem „Wörterbuch der Pädagogik“ von Winfried Böhm

Nach Winfried Böhms Verständnis ist Sozialisation, allgemein gesehen, die soziale Prägung eines Menschen durch die Umwelt und dem Milieu, in dem er sich befindet. Dabei wird Enkulturation, Personalisation und Erziehung in Abgrenzung zum Sozialisationsbegriff gesehen. Begründet wird dies folgendermaßen: Enkulturation dient nach seiner Auffassung zur kulturellen Bildung des Menschen, Personalisation ist die selbstständige Entfaltung der eigenen Personalität eines jeden Menschen und Erziehung dient ihm nur als Lernhilfe. Sozialisation ist jedoch .nach Böhm. die reine Vergesellschaftung des (heranwachsenden) Menschen. Dies geschieht durch viele verschiedene, komplexe Prozesse, so genannte primäre und sekundäre Phasen, sowie Instanzen der Sozialisation wie zum Beispiel Familie, Vorschule, Schule, peer group, Beruf und Medien. Der Mensch passt sich den sozialen Selbstverständlichkeiten seiner Umwelt an. Dies bedeutet nichts anderes. als dass der Mensch Verhaltensmuster, Regeln, das Werte- und Normensystem, Denkweisen und Erwartungen übernimmt. Abhängig vom Forschungsinteresse wird dabei der kognitive, emotionale, motivationale, moralische oder sprachliche Faktor untersucht und des Weiteren die Abhängigkeit konkreter Lern-Erfahrungen von sozial-kulturellen und politisch- ökonomischen Rahmen-Bedingungen der Lebensumstände in den Soziotopen bzw. Gruppen nach Alter, Geschlecht, sozialer Herkunft, Konfession und Rasse. Es gibt hierbei wiederum die verschiedensten Theorieansätze in der Sozialisationsforschung wie z.B. lern-, verhaltens-, entwicklungstheoretische, psycho- analytische, ethologische, interaktions-, rollen- und gesellschaftstheoretische Ansätze. Laut Böhm ist es leider bisher noch nicht gelungen all die Theorien zu einer vereinten, integralen 'Supertheorie' der Sozialisation zu verbinden. Je nach Auffassung des Menschenbildes wird in der Sozialisationsforschung entweder die Vergesellschaftung des Menschen durch Entwicklungs- und Lernprozesse untersucht und behandelt, oder der Freiheits- und Handlungsspielraum und der Widerstand gegen die Gesellschaft des Menschen thematisiert. (vgl. Böhm 2000, S. 501.)

2.2 Darstellung des Sozialisationsbegriffes aus dem „Wörterbuch Pädagogik“ von Horst Schaub und Karl G. Zenke

Nach Schaub und Zenke beschreibt Sozialisation einen lebenslangen Prozess, indem ein Individuum eine eigene Persönlichkeit entwickelt und gesellschaftlich vorgegebene Normen und Werte durch Lernprozesse internalisiert. Hierbei wird besonders auf die Vermittlung dieser eingegangen. Die Normen und Werte werden von verschiedenen Instanzen und Institutionen, durch alltägliche Kommunikation und Interaktion weitergegeben. Mit Instanzen sind zum Beispiel Familien- Mitglieder und Bezugspersonen gemeint. In der Jugendphase nehmen vor allem Freunde und Klassenkameraden Einfluss auf den Einzelnen. Der Einfluss durch Institutionen wird bereits im Kindergarten deutlich. Im weiteren Lebensverlauf durch die Schule und anderen Systemen der Gesellschaft. Sowohl Instanzen, als auch Institutionen richten sich nach bestimmten kulturspezifisch vorgegebenen Kriterien, welche das Verhalten des Individuums regeln sollen. Es werden also Verhaltensmuster, Einstellungen und Verständigungsmittel erworben, welche gewünschtes, sowie unerwünschtes Verhalten hervorrufen. Durch diese Vorgaben wird die Kommunikation und Kontinuität in einer Gesellschaft, beziehungsweise Kultur gesichert. Das Verhalten eines Individuums ist also sozial abhängig und wird durch Erfahrungs- und Lernprozesse zum Bestandteil seiner Kultur. Zusammenfassend wird der Einzelne zur „soziokulturellen Persönlichkeit“. Ebenfalls wird erwähnt, dass die Sozialpsychologie von „Internalisierung einer Kultur“ spricht. Als zweiten Punkt wird der Sozialisationsprozess im Hinblick auf das Alter betrachtet. Die eigene Urteilsfähigkeit soll durch „subjektive Spontanität“ und „äußere Anregungen“ mit zunehmendem Alter größer werden. Das Individuum lernt sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Es kann Alternativen, Widersprüche und Wandlungen erkennen, Konflikte bewusst machen, sowie Endscheidungen fällen. Der Einzelne ist somit nicht nur von außen bestimmt, sondern ist aktiv an der Gestaltung und Entwicklung seiner Persönlichkeit beteiligt. Diese Teilnahme des Einzelnen an seiner Sozialisation ist Voraussetzung eines jeden kulturellen Wandels. In der Sozialwissenschaft wird der Prozess der Sozialisation differenzierter betrachtet. Er wird unterteilt in Soziabilisierung,

Enkulturation, Personalisation und Akkulturation. Der Erziehungsbegriff wird von Schaub und Zenke zum Schluss verdeutlicht. Erziehung wird als absichtlicher und kontrollierbarer Teilprozess der Sozialisation verstanden. (vgl. Schaub/Zenke 2000, S.519f.)

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Sozialisation. Gegenüberstellung der Definitionen und Diskussion
Hochschule
Universität Duisburg-Essen  (Historische und allgemeine Pädagogik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2008
Seiten
16
Katalognummer
V275531
ISBN (eBook)
9783656682486
ISBN (Buch)
9783656682455
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialisation, Definition Sozialisation, Begriff Sozialisation, Bedeutung Sozialisation, Sozialisationsprozess, Sozialisationsforschung, Persönlichkeit, Persönlichkeitsentwicklung, Entwicklungsprozess, Sozialisationsinstanz, Sozialisationsinstanzen, Soziokulturell, Gesellschaft Individuum, Gesellschaft, Gesellschaft Individualität, Individuum, Menschenbild
Arbeit zitieren
Caroline Siwiecki (Autor), 2008, Sozialisation. Gegenüberstellung der Definitionen und Diskussion, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275531

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