Sonne, Strand, Palmen, Hollywood. „Kalifornien und insbesondere Los Angeles sind häufig als diejenigen Orte vermarktet worden, in denen der amerikanische (suburbane) Traum am Besten realisiert wurde.“ (DEAR, 2005: 31) oder als „Dream Machine to the world“ (SOJA, 1986: 255). Doch was verbirgt sich hinter dem Image der Stadt?
In der Forschung wurde Los Angeles erst Ende des 20. Jahrhunderts als „paradigmatic expression of late capitalist industrialization, urbanization, and social life“ (SOJA & SCOTT, 1986: 254) zu einem häufigen Forschungsgegenstand. Zuvor hatte sich die Wissenschaft
kaum mit der Stadtentwicklung von Los Angeles auseinandergesetzt, zumal L.A. nicht in die typischen Stadtentwicklungsprozesse US-amerikanischer Städte passte.
Inhaltsverzeichnis
1. Überblick
1.1. Historische Stadtentwicklung
1.2. Industrialisierung und Stadtentwicklung im 20. Jahrhundert
1.3. Los Angeles School of Urbanism
1.4. Los Angeles heute
2. Besonderheiten
2.1. Downtown Los Angeles
2.2. Suburbs
2.3. Gated Communities
2.3.1. Allgemeiner Überblick
2.3.2. Beispiele aus der Region
2.3.3. Verwaltung privater Wohnsiedlungen
2.3.4. Gründe der Konsumenten
2.3.5. Kritik
2.3.6. Ausblick
3. Probleme der Stadt Los Angeles
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die städtebauliche Entwicklung von Los Angeles und analysiert, wie sich der Übergang zu post-fordistischen Strukturen in einer zunehmenden sozioökonomischen Fragmentierung und der Ausbreitung privatisierter Wohnformen widerspiegelt.
- Historische Transformation vom mexikanischen Dorf zur Weltstadt
- Einfluss der "Los Angeles School of Urbanism" auf das Verständnis moderner Metropolen
- Bedeutung der Suburbanisierung und Entstehung von "Edge Cities"
- Analyse privatisierter Wohnsiedlungen ("Gated Communities") und deren Auswirkungen auf die Stadtgesellschaft
- Herausforderungen durch sozioökonomische Polarisierung und räumliche Segregation
Auszug aus dem Buch
1.3. Los Angeles School of Urbanism
Nachdem Los Angeles so vielfältig und einzigartig zugleich ist und in kein etabliertes Modell amerikanischer Städte zu passen schien, entstand Mitte der 1980er ein neues Paradigma der Stadtentwicklung: die Los Angeles School of Urbanism, welche den Prototypen der post-fordistischen bzw. post-modernen US-Stadt darzustellen versucht und die überkommene Chicagoer Schule erneuert. Der Hauptunterschied zwischen den beiden Konzepten liegt, DEAR (2005, 2008) zufolge, in der Tatsache, dass nicht mehr das Zentrum als treibende Kraft der Urbanisierung angesehen wird (Chicago School), sondern, dass Stadtentwicklung vielmehr an zufälligen Orten außerhalb des Stadtkerns stattfindet.
Somit werden bekannte Stadtmodelle wie z.B. das Modell der konzentrischen Ringe von Burgess (1925), das Sektorenmodell nach Hoyt (1939) oder das Mehrkernemodell nach Harris & Ullman (1945) abgelöst und durch ein post-modernes, nicht lineares Modell der Stadtentwicklung ersetzt, bei dem die Peripherie entscheidet, was vom Zentrum übrig bleibt (DEAR, 2005). L.A. wird hierbei als Prototyp, als „paradigmatic industrial metropolis of the modern world“ (SCOTT, 1986: 249) angesehen.
DEAR fasst die Eckpunkte der Los Angeles School of Urbanism wie folgt zusammen: „Post-moderne Stadtentwicklung wird durch globale Restrukturierung vorangetrieben. Die Bevölkerung ist sozial und kulturell heterogen, aber politisch und wirtschaftlich polarisiert und dazu erzogen, Traumlandschaften zu konsumieren. Die Ärmsten werden auf die Straße verwiesen (Cerceral Cities) und somit von den wohlhabenden verbotenen Städten (Edge Cties, Privatopia) durch Sicherheitsmaßnahmen räumlich getrennt. Obwohl die natürliche Umgebung bis zur Unbewohnbarkeit ausradiert ist, entwickelt sie sich gleichzeitig zum Brennpunkt politischer Aktionen (Politics of Nature).“ (2005: 33).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Überblick: Dieses Kapitel zeichnet die historische Genese von Los Angeles nach, von der Gründung als mexikanisches Pueblo bis hin zur Entwicklung als Zentrum für Industrie und moderne Informationstechnologie.
2. Besonderheiten: Hier werden zentrale städtebauliche Merkmale wie Downtown, die Suburbanisierung und die spezifische Ausprägung von Gated Communities als Ausdruck privatisierter Lebenswelten analysiert.
3. Probleme der Stadt Los Angeles: Das abschließende Kapitel beleuchtet die negativen Begleiterscheinungen wie Verkehrsbelastung, soziale Polarisierung und die zunehmende Fragmentierung der Stadtlandschaft.
Schlüsselwörter
Los Angeles, Stadtentwicklung, Industrialisierung, Suburbanisierung, Los Angeles School of Urbanism, Gated Communities, Privatopia, Edge Cities, Segregation, Sozioökonomische Polarisierung, Fragmentierung, Urbanisierung, Post-Fordismus, Metropolregion, Stadtplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der städtebaulichen und gesellschaftlichen Entwicklung von Los Angeles als Modell einer modernen, post-fordistischen Metropole.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Industrialisierung, der Suburbanisierung, dem Konzept der Los Angeles School of Urbanism sowie der massiven Ausbreitung von Gated Communities.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die räumlichen und sozialen Transformationsprozesse in Los Angeles aufzuzeigen, insbesondere die Privatisierung des öffentlichen Raums und die damit verbundene soziale Ausgrenzung.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung stadtgeographischer Modelle, um die spezifische Entwicklung von Los Angeles zu erklären.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die historische Stadtentwicklung, die Entstehung neuer Zentren abseits des Kerns und die Auswirkungen der Privatisierung auf das städtische Zusammenleben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie "Privatopia", "Suburban Sprawl", "Soziale Fragmentierung" und "Edge Cities" beschreiben das Kernanliegen der Analyse.
Was verbirgt sich hinter dem Begriff "Privatopia"?
Der Begriff beschreibt den Trend zur Privatisierung öffentlichen Raums durch Common-Interest Housing Developments, bei denen private Interessen und die Abschottung gegenüber der Öffentlichkeit im Vordergrund stehen.
Warum ziehen Menschen in Gated Communities?
Ein wesentlicher Grund ist das Bedürfnis nach Sicherheit und ein Identifikationsgefühl in einer homogenen sozialen Umgebung, kombiniert mit dem Wunsch nach privater Infrastruktur und hochwertigen Freizeiteinrichtungen.
- Quote paper
- Dorothea Wolschak (Author), 2013, Stadtentwicklung Los Angeles. Gated Communities und Suburbs, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/275975