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Die Rolle des Menschen im sozialistischen Weltbild der DDR

Title: Die Rolle des Menschen im sozialistischen Weltbild der DDR

Term Paper , 2013 , 21 Pages

Autor:in: Sebastian Selzer (Author)

Social Work
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Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem System der Jugendhilfe und den Heimen der DDR. Es soll an das erlittene Unrecht der Kinder, Jugendlichen und deren Familien erinnert werden, dessen Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Die Hausarbeit beschäftigt sich mit einen dunklen Teil der DDR-Sozialgeschichte, die schon fast wieder in Vergessenheit geraten ist. Heutzutage wird in Ostalgie-Fernsehshows die Geschichte der DDR verklärt und schön geredet bzw. werden wieder Stimmen laut, die eine härtere und schärfere Bestrafung von Jugendlichen fordern. Die Schicksale der Einzelnen werden dabei völlig außer Acht gelassen und sind nicht im öffentlichen Bewusstsein vorhanden. Erst seit 2009 beschäftigt sich ein Runder Tisch des Deutschen Bundestages mit den Menschenrechtsverletzungen in konfessionellen und staatlichen Heimen, das verdrängte Schicksal wird nun aufgearbeitet. Diese Hausarbeit soll ein kleiner Beitrag zur Aufarbeitung über die Jugendhilfe in der DDR sein und soll gegen das Vergessen erinnern.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Problemaufriss

1.2. Zentrale Fragestellung

1.3. Methodische Vorgehensweise

2. Der Mensch und das sozialistische System

2.1. Die Rolle des Menschen im sozialistischen Weltbild der DDR

2.2. Merkmale einer sozialistischen Persönlichkeit

3. Jugendliche und das sozialistische System

3.1. Definitionsversuche abweichendes Verhalten in der DDR

3.2. Ursachen von deviantes Verhalten und Jugendkriminalität aus Sicht der DDR

3.3. Formen der Devianz bei Jugendlichen in der DDR

3.3.1. Die Rowdys

3.3.2. Die Eckensteher

3.3.3. Hippies und Gammler

3.3.4. Punks und Skinheads

4. Die Jugendhilfe in der DDR

4.1. Die Entwicklung der Jugendhilfe in der DDR

4.2. Aufbau der Jugendhilfe in der DDR

4.3. Das Heimsystem in der DDR

4.4. Die Maßnahmen der Jugendhilfe und ihr rechtlicher Hintergrund

5. Die Jugendwerkhöfe (JWH) in der DDR

5.1. Die Entstehung der JWH und ihre Aufgaben

5.2. Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau (GJWH) - ein Haus der Jugendhilfe

6. Schlussfolgerung für die Soziale Arbeit

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Jugendhilfesystem der DDR unter besonderer Berücksichtigung des Umgangs mit als abweichend definiertem Verhalten Jugendlicher und der Funktion von Umerziehungsmaßnahmen. Ziel ist es, die ideologischen Hintergründe, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Praxis der Heimunterbringung, insbesondere in den Jugendwerkhöfen, zu beleuchten und aufzuarbeiten.

  • Ideologie und sozialistisches Menschenbild in der DDR
  • Definition und Einordnung von abweichendem Verhalten und Jugendkriminalität
  • Struktur und Entwicklung des Jugendhilfesystems und der Heimerziehung
  • Maßnahmen zur Umerziehung und deren rechtliche Legitimierung
  • Die Rolle und Arbeitsweise des Geschlossenen Jugendwerkhofs Torgau

Auszug aus dem Buch

5.2 Der Geschlossene Jugendwerkhof Torgau – ein Haus der Jugendhilfe

In Torgau befand sich das einzigste Geschlossene Jugendwerkhof (GJWH) der DDR, eine Disziplinierungsanstalt der Jugendhilfe, die direkt dem Ministerium für Volksbildung, unter der Bildungsministerin Margot Honecker unterstand. Vom 01.05.64 bis zum 11.11.89 wurden über 4.000 Jugendliche im Alter zw. 14 und 18 Jahren eingewiesen die in anderen Erziehungseinrichtung negativ aufgefallen sind. Durch seine hohen Mauern, vergitterten Fenstern, Stacheldraht, Wachtürmen, Diensthunden, Scheinwerfen und Sirenen glich der GJWHT einen Gefängnis (www.jugendwerkhof-torgau.de).

Die Jugendlichen erfuhren meist erst während der Transportfahrt, das sie nach Torgau gebracht wurden. Nach der Ankunft mussten sie alle persönlichen Gegenstände abgeben und mussten Häftlingskleidung tragen. Ihre Haare wurden abgeschoren und sie wurden am ganzen Körper desinfiziert. Anschließend erfolgte die Isolierung in einer Arrestzelle für drei Tage. Nach drei Tage führte ein Erzieher das Aufnahmegespräch (Krausz 2010, S. 51f).

Der Tagesablauf war straff geordnet und nach militärischen Vorbild organisiert. Der Tagesablauf bestand Hautsächlich aus Arbeit, Schule und Sport. Bei Verstöße gegen die Hausordnung, bei Arbeitsverweigerungen oder bei Fluchtversuchen erfolgte eine Arreststrafe in einer der Isolierungszellen oder der Aufenthalt im GJWHT wurde verlängert. Die Dunkelhaft konnte sich bis zu 14 Tage hinziehen. Dort war man vollständig von allen äußeren Reizen abgeschottet. In den Arrestzellen gab es keine Toiletten, zur Notdurft gab es nur einen Eimer.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der DDR-Jugendhilfe ein und formuliert das Ziel, das erlittene Unrecht in den Heimen durch Aufarbeitung ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

2. Der Mensch und das sozialistische System: Dieses Kapitel erläutert das auf Kollektivismus basierende Menschenbild der DDR, welches die Unterordnung des Individuums unter die staatlichen Interessen forderte.

3. Jugendliche und das sozialistische System: Es wird dargestellt, wie die DDR-Führung abweichendes Verhalten definierte, als asozial stigmatisierte und verschiedene Jugendgruppen (z.B. Punks, Rowdys) aufgrund ihrer Nichtanpassung sanktionierte.

4. Die Jugendhilfe in der DDR: Das Kapitel beschreibt die Entwicklung, den Aufbau und die Maßnahmen des Jugendhilfesystems, das als Instrument der staatlichen Erziehung und Kontrolle fungierte.

5. Die Jugendwerkhöfe (JWH) in der DDR: Dieser Abschnitt behandelt die Entstehung und Aufgaben der Jugendwerkhöfe mit einem Fokus auf die menschenrechtsverletzenden Bedingungen im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau.

6. Schlussfolgerung für die Soziale Arbeit: Der Verfasser kommt zu dem Schluss, dass die Jugendhilfe ihre sozialpädagogischen Prinzipien verletzte und als Handlanger des Systems die Persönlichkeit der Jugendlichen unterdrückte.

7. Zusammenfassung: Die Arbeit rekapituliert die Ergebnisse zur Einordnung abweichenden Verhaltens und zur Praxis der Heimerziehung als schwarze Pädagogik innerhalb der DDR-Sozialgeschichte.

Schlüsselwörter

DDR, Jugendhilfe, Jugendwerkhof Torgau, Heimerziehung, Umerziehung, Sozialismus, Jugendkriminalität, Abweichendes Verhalten, Schwererziehbarkeit, Menschenrechte, Repression, Sozialpädagogik, SED, Staatssicherheit, DDR-Sozialgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Jugendhilfesystem der DDR und die staatliche Reaktion auf als abweichend definiertes Verhalten Jugendlicher.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die sozialistische Ideologie, die Definition von Devianz, der Aufbau der Jugendhilfe, die Heimerziehung und die spezifischen Zustände in Jugendwerkhöfen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Aufarbeitung der Geschichte der DDR-Jugendhilfe und das Erinnern an das dort begangene Unrecht, um das Thema vor dem Vergessen zu bewahren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf Literaturanalyse, der Auswertung von Rechtsvorschriften und historischen Dokumenten basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert das sozialistische Menschenbild, Erscheinungsformen jugendlicher Devianz, die Strukturen und Maßnahmen der Jugendhilfe sowie die Zustände im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind DDR, Jugendhilfe, Jugendwerkhof, Umerziehung, Heimerziehung, Repression und Menschenrechte.

Welche Rolle spielte das Ministerium für Volksbildung?

Das Ministerium war die oberste Behörde für alle Heime und somit direkt verantwortlich für die Organisation und Aufsicht des gesamten Heimsystems sowie der Jugendwerkhöfe.

Wie war die Situation im Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau?

Torgau fungierte als Disziplinierungsanstalt mit gefängnisähnlichen Bedingungen, in denen Jugendliche unter anderem durch körperlichen Drill, Arreststrafen, Isolation und Zwangssport umerzogen werden sollten.

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Details

Title
Die Rolle des Menschen im sozialistischen Weltbild der DDR
College
Erfurt University of Applied Sciences
Author
Sebastian Selzer (Author)
Publication Year
2013
Pages
21
Catalog Number
V276176
ISBN (eBook)
9783656698968
ISBN (Book)
9783656700241
Language
German
Tags
rolle menschen weltbild
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Selzer (Author), 2013, Die Rolle des Menschen im sozialistischen Weltbild der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276176
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