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Die Pariser Vorortverträge und die Neuordnung Europas

Title: Die Pariser Vorortverträge und die Neuordnung Europas

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 41 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andrea Benesch (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges, lag nicht nur ein Teil Europas in Trümmern, sondern auch die Staatenwelt hatte sich dauerhaft verändert. Beinahe gleichzeitig mit ihrer Bitte um Waffenstillstand war die Habsburger Monarchie, ebenso wie das Deutsche Kaiserreich zusammengebrochen. Revolutionen überrollten Europa und aus den Überresten der ehemaligen Vielvölkerreiche entstanden neue Staaten.
In dieser Situation kam den ‚Pariser Vorortverträgen‘ eine besondere Bedeutung zu. Ihre Aufgabe bestand darin, einen möglichst dauerhaften Frieden zu garantieren, und gleichzeitig die Landkarte der Welt, insbesondere Europas neu zu gestalten.
Mit den Ergebnissen dieser Verträge waren allerdings beide Seiten nicht zufrieden. Es seien zu viele Kompromisse gemacht worden, sodass man zum Teil sogar von einem „verstümmelten Sieg“, oder im Falle der Verlierer-Staaten von einem „Diktatfrieden“ sprach.

Doch wie genau ging diese territoriale Neuordnung Europas vonstatten? Diese Frage gilt es im Folgenden zu beantworten.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Europa vor dem Ersten Weltkrieg

3. Die Pariser Vorortverträge und die Neuordnung Europas

3.1. Gebietsabtretungen

3.2. Volksentscheide

3.3. Das Verschwinden und Entstehen von Staaten

4. Ausblick: Zweite Neuordnung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges

5. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Pariser Vorortverträge bei der territorialen Neuordnung Europas nach dem Ersten Weltkrieg. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern diese Verträge tatsächlich zur Gründung neuer Staaten beitrugen und ob sie das Ziel eines dauerhaften Friedens unter Wahrung des Selbstbestimmungsrechts der Völker erreichen konnten.

  • Analyse des Vorkriegseuropas und der monarchischen Strukturen.
  • Untersuchung der Pariser Vorortverträge hinsichtlich Gebietsabtretungen und Volksabstimmungen.
  • Betrachtung der Entstehung und des Verschwindens von Staaten im Kontext der Friedensordnung.
  • Kritische Reflexion über die Stabilität der neuen Grenzziehungen und das Minderheitenproblem.
  • Ausblick auf die territoriale Neuordnung Europas nach 1945 im Vergleich zu 1919.

Auszug aus dem Buch

3.1. Gebietsabtretungen

Vor der Aushändigung des Versailler Vertrages machten sich die Deutschen Hoffnung einen Frieden im Sinne der 14-Punkte Wilsons zu erhalten. Dazu gehörte im Bezug auf die Selbstbestimmung der Völker, dass „Territorialfragen [...] nur in wirklich strittigen Fällen durch Volksabstimmungen gelöst werden [sollten], das hieß in Elsaß-Lothringen, der Provinz Posen und Schleswig, nicht aber im Rheinland oder Westpreußen.“47 Diese Gebiete seien selbstverständlich Deutsch. Die Illusion wurde durch den Vertragsentwurf am 7. Mai 1919 zerstört.48 „Wilson hatte sich schon in seinen vierzehn Punkten festgelegt, und die Engländer hatten bereits bald nach Kriegsbeginn den französischen Anspruch auf Rückgabe Elsaß-Lothringens anerkannt - ohne Volksabstimmung“.49 Darüber hinaus solle Deutschland durch die Abtretung des Gebiets „das Unrecht“ wieder gut machen, dass es „im Jahre 1871 sowohl dem Rechte Frankreichs als [auch] dem Willen der trotz des feierlichen Widerspruchs [...] von ihrem Vaterlande getrennten elsaß-lothringischen Bevölkerung gegenüber begangen hat“.

Ebenfalls ohne Abstimmung musste das Reich in Schlesien das Hultschiner Ländchen, Teil des Kreises Ratibor,51 an die Tschechoslowakei abtreten. (vgl. VV, Artikel 83) Polen erhielt den größten Teil Westpreußens und Posens.52 Die deutsche Stadt Danzig war jedoch ein Sonderfall; sie „erhielt den Status einer auf Dauer dem Völkerbund unterstellten Freien Stadt.“53 (vgl. VV, Artikel 100 und 102) Allerdings sollte Danzig dem „polnischen Zollverein“ angehören und somit an Polen gebunden werden. (VV, Artikel 104) Ebenfalls an den Völkerbund abgetreten werden, musste das Memelland, (vgl. VV, Artikel 99) das zunächst von den Franzosen besetzt wurde und „ab 1923/24 [unter] litauische Oberhoheit“ kam.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die Ausgangslage nach dem Ersten Weltkrieg, den Zusammenbruch der Großreiche und die Zielsetzung der Pariser Vorortverträge bei der Neuordnung Europas.

2. Europa vor dem Ersten Weltkrieg: Hier wird das staatliche Gefüge des Jahres 1914 beschrieben, insbesondere die monarchischen "Riesenreiche" wie Österreich-Ungarn und das Zarenreich.

3. Die Pariser Vorortverträge und die Neuordnung Europas: Das Hauptkapitel untersucht die Friedenskonferenz, die spezifischen Vertragswerke, territoriale Veränderungen sowie die Rolle von Volksabstimmungen und die staatliche Neugründung.

3.1. Gebietsabtretungen: Dieser Abschnitt fokussiert sich auf die territorialen Verluste der Verliererstaaten, insbesondere Deutschlands, Österreichs und Ungarns.

3.2. Volksentscheide: Hier wird der Prozess der Volksabstimmungen kritisch beleuchtet, wobei Hintergründe und das teilweise umstrittene Zustandekommen der Abstimmungen analysiert werden.

3.3. Das Verschwinden und Entstehen von Staaten: Dieses Kapitel analysiert die Dynamik der Staatsgründungen und ordnet ein, welche Staaten durch die Verträge "erschaffen" wurden oder bereits zuvor existierten.

4. Ausblick: Zweite Neuordnung nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges: Dieser Teil setzt die Ergebnisse von 1919 in Bezug zu den territorialen Veränderungen und der geopolitischen Neuordnung nach 1945.

5. Fazit: Das Fazit führt die zentralen Untersuchungsergebnisse zusammen und bewertet den Erfolg der Pariser Vorortverträge bei der Schaffung einer dauerhaften Friedensordnung.

Schlüsselwörter

Pariser Vorortverträge, Neuordnung Europas, Erster Weltkrieg, Versailler Vertrag, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Gebietsabtretungen, Volksabstimmungen, Minderheitenproblem, Vielvölkerstaaten, Friedenskonferenz, Territorialverluste, Zwischenkriegszeit, Nation-Building, Grenzziehungen, Europäische Geschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der Pariser Vorortverträge auf die territoriale Struktur Europas nach dem Ersten Weltkrieg und untersucht, wie diese Verträge die Landkarte dauerhaft veränderten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Gebietsabtretungen der Kriegsverlierer, der Durchführung von Volksabstimmungen sowie der Entstehung neuer Nationalstaaten nach dem Zerfall der Vielvölkerreiche.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, den Prozess der territorialen Neuordnung nach 1919 aufzuzeigen und kritisch zu bewerten, ob das Ziel eines dauerhaften Friedens durch die neuen Grenzziehungen erreicht werden konnte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Analyse, die Verträge, zeitgenössische Quellen sowie Forschungsliteratur auswertet, um die diplomatischen und territorialen Entwicklungen der Zwischenkriegszeit zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Friedenskonferenz, die Analyse der Gebietsverluste für Deutschland, Österreich und Ungarn, die Problematik der Volksabstimmungen und die Frage der Entstehung neuer Staaten.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Selbstbestimmungsrecht, Minderheitenproblematik, Revisionismus und das Scheitern der Friedensordnung stehen im Zentrum der wissenschaftlichen Argumentation.

Wurde Polen als einziger Staat durch die Verträge "erschaffen"?

Die Analyse legt dar, dass Polen als Staat nach seiner langen Teilungsgeschichte durch die Verträge maßgeblich wiederhergestellt und territorial definiert wurde, während sich andere "neue" Staaten bereits vor Beginn der Friedenskonferenz im Kielwasser des Zusammenbruchs der Monarchien eigenständig gründeten.

Warum war das Minderheitenproblem so gravierend?

Die neuen Grenzziehungen sollten zwar ethnisch homogene Nationalstaaten schaffen, führten jedoch dazu, dass Millionen Menschen als Minderheiten in fremden Staaten lebten, was die Integrität dieser Staaten gefährdete und zu bleibenden Konflikten führte.

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Details

Title
Die Pariser Vorortverträge und die Neuordnung Europas
College
University of Dusseldorf "Heinrich Heine"  (Abteilung II - Neuere Geschichte)
Course
Der Versailler Vertrag - Masterseminar
Grade
1,0
Author
Andrea Benesch (Author)
Publication Year
2014
Pages
41
Catalog Number
V276376
ISBN (eBook)
9783656692485
ISBN (Book)
9783656693918
Language
German
Tags
pariser vorortverträge neuordnung europas
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Benesch (Author), 2014, Die Pariser Vorortverträge und die Neuordnung Europas, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/276376
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