Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Ethnology / Cultural Anthropology

Eine Analyse des persönlichen Forschungszugangs von Hexereiforschern innerhalb der Religionsethnologie

Title: Eine Analyse des persönlichen Forschungszugangs von Hexereiforschern innerhalb der Religionsethnologie

Term Paper , 2012 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Oliver Ruck (Author)

Ethnology / Cultural Anthropology
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit untersucht den Umgang ethnologischer Forscher mit dem Phänomen der Hexerei. Im Vordergrund der Betrachtung steht dabei der persönliche Zugang des Forschers zu seiner ethnographischen Frage. Bei diesem persönlichen Zugang spielt insbesondere der Umgang mit Religion und Übernatürlichem eine Rolle. Die von der Arbeit zu beantwortende Frage lässt sich demnach wie folgt formulieren: Gibt es den einen richtigen ethnologischen Forschungszugang? Um diese Fragen zu beantworten, werden zunächst allgemeine Methoden der Ethnologie wie in etwa die Feldforschung thematisiert. Außerdem wird die Entwicklung des methodischen Zugangs dargestellt und danach wird eine Kritik an ethnologischer Arbeit im Allgemeinen vorgestellt. Die Aufgabe der Ethnologie, Hexerei nachvollziehbar und verständlich zu machen, wird im Anschluss anhand von zwei ethnographischen Beispielen analysiert. Diese Ethnographien sollen zeigen, wie Ethnologen Hexerei sichtbar und verständlich machen. Es handelt sich bei den Ethnographien einerseits um das für die Religionsethnologie prägendste Werk von Edward E. Evans-Pritchard „Witches, Oracles, and Magic among the Zande“ aus dem Jahr 1937, sowie den ethnographischen Roman „Madumo – A Man bewitched“ von Adam Ashforth aus dem Jahr 2000. Die beiden ausgewählten Ethnographien lassen sich kontrastierend gegenüberstellen, weil sie einerseits eine große zeitliche Differenz aufweisen, aber auf der anderen Seite auch im Umgang der Ethnologen mit der Religion Unterschiede aufweisen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Themeneingrenzung

2. Definition und Entwicklung religionsethnologischer Forschungsarbeit

3. Persönlicher Zugang des Forschers zur Feldforschung

3.1 Methodologischer Agnostizismus

3.2 Glaube als Instrument bei Evans-Pritchard

3.3 Allgemeine Kritik an der ethnologischen Arbeitsweise

4. Ethnographische Beispiele

4.1 Methodologie von Evans-Pritchard

4.2 Methodologie von Ashforths

5. Der richtige Zugang?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht den Umgang ethnologischer Forscher mit dem Phänomen der Hexerei, wobei der Fokus insbesondere auf dem persönlichen Forschungszugang, dem Glauben und der Distanz des Forschers zum Forschungsgegenstand liegt. Die zentrale Forschungsfrage lautet, ob es einen „richtigen“ ethnologischen Forschungszugang gibt, um diese sensiblen, oft schwer fassbaren gesellschaftlichen Phänomene zu untersuchen.

  • Die Rolle des persönlichen Glaubens bei der Feldforschung
  • Methodologischer Agnostizismus als wertneutraler Forschungsansatz
  • Vergleich der Methodiken von Edward E. Evans-Pritchard und Adam Ashforth
  • Herausforderungen der Distanzwahrung in der Religionsethnologie
  • Soziale Funktion und Bedeutung von Hexerei in verschiedenen Gesellschaften

Auszug aus dem Buch

3.1 Methodologischer Agnostizismus

Der methodologische Agnostizismus nach Hubert Knoblauch besagt, dass die Frage nach übernatürlichen Mächten, wie z.B. einem Gott, unbeantwortet gelassen wird bzw. nicht zu beantworten ist (Knoblauch 1999: 14-15). Er lässt sich demnach als wertneutral charakterisieren und soll somit Voreingenommenheit verhindern. Dieser theoretische Entwurf ist allerdings auch für Knoblauch selbst nur sehr schwer in einer optimalen Art und Weise umsetzbar: „[…] Der vollständige Agnostizismus [ist] fast unmöglich, da er eine beinahe vollkommene Enthaltsamkeit der Beurteilung erfordert“ (Knoblauch 1999: 15). Gleichzeitig verdeutlicht er aber auch, dass dieser Entwurf seiner Ansicht nach das beste Verständnis für Religionsforschungen ermöglicht. „Wenn wir aber wirklich wissen wollen, was es mit […] Glaubensgemeinschaften auf sich hat, ist dieses Prinzip wenigstens als Maxime und Leitsatz unumgänglich“ (ebd.).

Dieser Zugang findet auch bei anderen Wissenschaftlern wie zum Beispiel Matthew Engelke Anklang. Er wirft in seinem Artikel „The Problem of Belief“ aus dem Jahr 2002 ebenfalls die Frage auf, ob man als Forscher selbst an etwas glauben muss, um übernatürliche Phänomene zu verstehen oder ein wertneutraler Zugang ohne Zustimmung und Ablehnung der Werte größeren Forschungserfolg verspricht. Es lässt sich somit eine Ähnlichkeit zwischen Matthew Engelke und Hubert Knoblauch erkennen. Engelke spricht beim Glauben vor allem von einer persönlichen Erfahrung, und sieht aufbauend auf Durkheim das gleiche Problem wie Hubert Knoblauch. Er erkennt die Schwierigkeit, diesen Ansatz optimal umzusetzen. So scheint es schwer sich während des Forschungsaufenthalts von persönlichen Gefühlen und Subjektivität freizumachen. „Belief is subjective, and therefore personal, experience. But subjectivity makes understanding religion as simply a ´social fact´ difficult” (Engelke 2002: 3). Er bezeichnet Ethnographien allerdings als sehr geeignet für den Zugang des methodologischen Agnostizismus: „The ethnography […] is richer for it“ (ebd.). Zumindest das Leitprinzip sollte nach Engelke trotz der anspruchsvollen Umsetzung eingehalten werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Themeneingrenzung: Einführung in die Thematik der Hexerei und Definition der zentralen Forschungsfrage bezüglich des richtigen ethnologischen Zugangs.

2. Definition und Entwicklung religionsethnologischer Forschungsarbeit: Darstellung der Feldforschung als zentrale Methode und deren Entwicklung im historischen Kontext der Ethnologie.

3. Persönlicher Zugang des Forschers zur Feldforschung: Erläuterung der beiden divergierenden Grundpositionen bezüglich des eigenen Glaubens und der methodologischen Distanz.

3.1 Methodologischer Agnostizismus: Analyse des Konzepts der Wertneutralität bei Hubert Knoblauch und Matthew Engelke.

3.2 Glaube als Instrument bei Evans-Pritchard: Untersuchung, wie der eigene Glaube als Hilfsinstrument zur Erforschung einer fremden Religion dienen kann.

3.3 Allgemeine Kritik an der ethnologischen Arbeitsweise: Zusammenfassung der Kritik an ethnologischen Methoden im Kontext der Hexereiforschung durch Forscher wie Mary Douglas und Alan Macfarlane.

4. Ethnographische Beispiele: Einleitung in den praktischen Vergleich zweier ausgewählter Ethnographien.

4.1 Methodologie von Evans-Pritchard: Analyse der Feldforschung bei den Zande und der sozialen Funktion von Hexerei.

4.2 Methodologie von Ashforths: Untersuchung des Romans „Madumo – A man bewitched“ hinsichtlich Integration und persönlicher Erfahrung.

5. Der richtige Zugang?: Reflexion darüber, dass es keinen universell richtigen Forschungszugang gibt, sondern eine Balance zwischen Nähe und Distanz notwendig ist.

6. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der methodischen Möglichkeiten und Herausforderungen in der modernen Religionsethnologie.

Schlüsselwörter

Religionsethnologie, Hexerei, Feldforschung, methodologischer Agnostizismus, Evans-Pritchard, Adam Ashforth, Ethnographie, persönlicher Glaube, Teilnehmende Beobachtung, soziale Funktion, Nähe und Distanz, Zande, Südafrika, Wertneutralität, Übernatürliches.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie Ethnologen das Phänomen der Hexerei in fremden Kulturen erforschen und welche Rolle dabei der persönliche Hintergrund, der Glaube und die Distanz des Forschers spielen.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind Feldforschungsmethoden, der Einfluss von Religiosität auf die wissenschaftliche Beobachtung, die Kritik an ethnologischer Arbeitsweise sowie der Wandel der ethnographischen Forschung im 20. Jahrhundert.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es zu klären, ob es einen „richtigen“ ethnologischen Forschungszugang gibt oder ob verschiedene Ansätze je nach Kontext notwendig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin oder der Autor nutzt eine vergleichende Analyse von zwei prominenten Ethnographien, nämlich von Edward E. Evans-Pritchard und Adam Ashforth, um die theoretischen Konzepte in der Praxis zu prüfen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die methodischen Grundlagen des Agnostizismus, die Rolle des Glaubens als Forschungsinstrument bei Evans-Pritchard, allgemeine Fachkritik sowie die detaillierte Analyse der ethnographischen Fallbeispiele.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Religionsethnologie, Hexerei, methodologischer Agnostizismus, Feldforschung und die Balance zwischen Nähe und Distanz.

Wie unterscheidet sich der Ansatz von Evans-Pritchard von dem von Adam Ashforth?

Evans-Pritchard nutzt seinen persönlichen Glauben als bewusstes Hilfsinstrument, um sich in die Zande-Gesellschaft einzufühlen, während Adam Ashforth eher einen wertneutralen, agnostizistischen Zugang wählt und persönliche Erfahrungen als Teil der Ethnographie stärker integriert.

Welches Fazit zieht der Autor in Bezug auf die „richtige“ Methode?

Das Fazit lautet, dass es keine universelle „richtige“ Methode gibt. Eine erfolgreiche Forschung erfordert ein individuelles Gleichgewicht zwischen Indentifikation und Distanz, wobei der methodologische Agnostizismus zwar ein erstrebenswertes Ideal darstellt, in der Praxis jedoch schwer vollständig umsetzbar ist.

Excerpt out of 13 pages  - scroll top

Details

Title
Eine Analyse des persönlichen Forschungszugangs von Hexereiforschern innerhalb der Religionsethnologie
College
Martin Luther University
Grade
2,0
Author
Oliver Ruck (Author)
Publication Year
2012
Pages
13
Catalog Number
V277463
ISBN (eBook)
9783656701248
ISBN (Book)
9783656702580
Language
German
Tags
eine analyse forschungszugangs hexereiforschern religionsethnologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Oliver Ruck (Author), 2012, Eine Analyse des persönlichen Forschungszugangs von Hexereiforschern innerhalb der Religionsethnologie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277463
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  13  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint