USA und Vereinte Nationen – eine echte Partnerschaft?
Diese Hausarbeit untersucht das Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika (USA) und den Vereinten Nationen (UNO/UN). Sie wird insbesondere aus der US-amerikanischen Perspektive die Beziehung der beiden Akteure beleuchten. Zunächst erfolgt eine kurze Analyse der Beziehung von der Gründung der UNO über den Kalten Krieg bis hin zu den 90er-Jahren nach dem Fall des Eisernen Vorhangs. Danach soll durch aktuellere Beispiele die Möglichkeit gegeben werden, den Status quo der Beziehung zwischen USA und UNO zu erfassen und die zukünftige Entwicklung zu prognostizieren. Als Beispiel eignet sich zunächst ein genauerer in das politische System der USA. Der Präsident und der Kongress stehen sich nicht immer wohlgesonnen gegenüber und deshalb lässt sich vermuten, dass die innenpolitische Struktur auch die Außenpolitik zu den Vereinten Nationen beeinflusst. Die sogenannten checks and balances des politischen Systems spielen dabei eine besondere Rolle. Diese These gilt es zu überprüfen.
Danach soll die strukturelle Bedeutung der USA für die UNO geklärt werden. Als größter Beitragszahler scheint die UNO auf die Vereinigten Staaten angewiesen. Es soll geprüft werden, inwieweit die Interessen der Vereinten Staaten nicht mit den UNO-Interessen konform sind. Dabei gilt zu untersuchen, ob die UNO für die Vereinigten Staaten nur eine Art Instrument darstellt, um eigene Interessen zu verfolgen ober ob eine gemeinsame Zielbasis überwiegt. Diese Frage soll anhand konkreter Beispiele beantwortet werden. Auf der einen Seite wird die fehlende US-amerikanische Zahlungsmoral der Mitgliedsbeiträge für die Vereinten Nationen beleuchtet. Auf der anderen Seite steht der Krieg im Irak im Jahr 2003 im Fokus, den die Vereinigten Staaten trotz fehlender UN-Resolution begonnen haben. Beide Beispiele verweisen auf eine unilaterale amerikanische Außenpolitik, die sich gegen den Multilateralismus der UNO zu richten scheint.
Somit kann die Hauptfragestellung der Arbeit wie folgt formuliert werden: Sehen die Vereingten Staaten die UNO nur als Instrument ihrer Interessen oder besteht ein ernsthaftes Interesse an einer konstruktiven, partnerschaftlichen Zusammenarbeit? Inwieweit bestimmt Unilateralismus die US-amerikanische Außenpolitik und drängt damit den Multilateralismus der UN in den Hintergrund?
Inhaltsverzeichnis
1. USA und Vereinte Nationen – eine echte Partnerschaft?
2. Entwicklung der Beziehung zwischen den USA und der UNO
3. Die Vereinten Nationen als Instrument der USA?
3.1 Der Einfluss des politischen Systems der USA auf die Außenpolitik zur UNO
3.1.1 Fehlende Zahlungsdisziplin der USA gegenüber der UNO
3.2 Irakkrieg 2003
4. Notwendigkeit einer intakten Beziehung zwischen den USA und der UNO
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht das Spannungsverhältnis zwischen den Vereinigten Staaten und den Vereinten Nationen, wobei sie analysiert, ob die USA die UNO primär als machtpolitisches Instrument nutzen oder ein ernsthaftes Interesse an einer konstruktiven, multilateralen Zusammenarbeit besteht.
- US-amerikanische Außenpolitik und das Verhältnis zu internationalen Organisationen
- Einfluss des politischen Systems (Präsident und Kongress) auf die UNO-Politik
- Problematik der US-Zahlungsmoral gegenüber der Vereinten Nationen
- Rolle des Irakkriegs 2003 als Beispiel für unilaterale Tendenzen
- Notwendigkeit und Perspektiven einer intakten Partnerschaft
Auszug aus dem Buch
3.1 Der Einfluss des politischen Systems der USA auf die Außenpolitik zur UNO
Präsident und Kongress (zusammengesetzt aus Senat und Repräsentantenhaus) stehen sich im politischen System der Vereinigten Staaten in einem ganz speziellen Verhältnis gegenüber. Der Präsident ist laut Verfassung der „Oberbefehlshaber der Streitkräfte“, allerdings steht er mit dem Kongress in einem ständigen Wettkampf um die außenpolitische Deutungshoheit. Wie diese wechselseitige Beziehung jeweils ausgelebt wird, hängt einerseits vom Charakter des Präsidenten und andererseits von den anstehenden außenpolitischen Herausforderungen ab. Herbert Dittgen beschreibt die Situation: „Abgesehen von Krisensituationen, in denen der Präsident größte Autorität und Entscheidungsfreiheit genießt, sind in Washington zumeist eine Vielzahl von außenpolitischen Stimmen zu vernehmen […].“ Im Regelfall ist ein amerikanischer Präsident darauf aus, die Unterstützung des Kongresses und die öffentliche Meinung der Medien und Wähler hinter sich zu haben. Da aber, wie bereits erwähnt, meist mehrere Positionen zu einer Thematik vorherrschen, ist dieses Unterfangen nur schwierig in die Praxis umzusetzen. Diese Tatsche hat auch bei der Entscheidungsbildung zum Irakkrieg 2003 eine entscheidende Rolle gespielt (vgl. 3.2).
Der Kongress soll im Allgemeinen primär die politischen Entscheidungen des Präsidenten und seiner Regierung kontrollieren und legitimieren (checks and balances). Als wichtigstes Kontrollinstrument kann hierbei das Budgetrecht genannt werden. Der Kongress hat das Recht, über die Höhe der Geldmittel für internationale Organisationen wie die Vereinten Nationen zu entscheiden und hat somit einen gewichtigen Einfluss auf die Beziehung zwischen der USA und der UNO. Im sogenannten Bewilligungsverfahren kann er genau festlegen, wie viel Geld in den Auslandsetat geht und wofür dieses bestimmt ist. Zusätzlich zur Kontrolle kann er darüber hinaus auch selbst in der Gesetzgebung initiativ werden und seine Richtlinien in die amerikanische Außenpolitik einbringen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. USA und Vereinte Nationen – eine echte Partnerschaft?: Das Kapitel führt in die Problemstellung ein und untersucht, ob die USA die Vereinten Nationen als gleichberechtigten Partner sehen oder lediglich als Instrument ihrer eigenen Interessen.
2. Entwicklung der Beziehung zwischen den USA und der UNO: Hier wird die historische Entwicklung seit der Gründung der UNO bis zum Ende des Kalten Krieges und dem ersten Irakkrieg analysiert, um den Wandel in der Wahrnehmung der Organisation aufzuzeigen.
3. Die Vereinten Nationen als Instrument der USA?: Dieser Hauptteil beleuchtet, wie das politische System der USA, insbesondere das Wechselspiel zwischen Präsident und Kongress, die Außenpolitik beeinflusst.
3.1 Der Einfluss des politischen Systems der USA auf die Außenpolitik zur UNO: Es wird dargelegt, dass der Kongress durch sein Budgetrecht und ideologische Vorbehalte die UN-Politik des Präsidenten maßgeblich beeinflussen und einschränken kann.
3.1.1 Fehlende Zahlungsdisziplin der USA gegenüber der UNO: Das Unterkapitel veranschaulicht anhand der ausstehenden Beitragszahlungen der USA das Spannungsfeld zwischen nationalen politischen Interessen und der finanziellen Abhängigkeit der UNO.
3.2 Irakkrieg 2003: Anhand des Irakkriegs wird verdeutlicht, wie die USA durch unilaterale Handlungen trotz fehlender UN-Mandatierung die Autorität der Vereinten Nationen untergraben haben.
4. Notwendigkeit einer intakten Beziehung zwischen den USA und der UNO: Es wird erörtert, warum trotz der Spannungen eine Zusammenarbeit für beide Akteure unerlässlich ist, um globale Ziele wie Sicherheit und westliche Werte durchzusetzen.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Feststellung, dass eine Kooperation trotz aller Komplikationen notwendig bleibt und der Unilateralismus langfristig in eine machtpolitische Isolation führen könnte.
Schlüsselwörter
USA, Vereinte Nationen, UNO, Außenpolitik, Multilateralismus, Unilateralismus, Kongress, Budgetrecht, Irakkrieg 2003, Internationale Organisationen, Machtanspruch, Sicherheitspolitik, Diplomatie, Politikwissenschaft, Internationale Beziehungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das komplexe und oft spannungsreiche Verhältnis zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und den Vereinten Nationen unter dem Aspekt, ob die USA die UNO als eigenständigen Akteur respektieren oder primär als Instrument ihrer Außenpolitik betrachten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind das politische Entscheidungssystem der USA, die Rolle des Kongresses bei außenpolitischen Fragen, die Finanzierung der UNO durch die USA sowie die Auswirkungen unilateraler US-Interventionen wie im Irakkrieg 2003 auf die Autorität der Weltorganisation.
Welches primäre Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt die Arbeit?
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die Vereinigten Staaten die UNO lediglich als Instrument für ihre eigenen Interessen sehen oder ob ein ernsthaftes Interesse an einer konstruktiven, partnerschaftlichen Zusammenarbeit besteht, und inwiefern Unilateralismus den Multilateralismus der UN schwächt.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die den aktuellen Status quo der Beziehung auf Basis historischer Entwicklungen (Gründung, Kalter Krieg) sowie aktueller Fallbeispiele (Zahlungsmoral, Irakkrieg) untersucht und durch politikwissenschaftliche Fachliteratur stützt.
Was wird im Hauptteil der Untersuchung primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der internen US-amerikanischen Einflussfaktoren (Präsident und Kongress) und die Analyse konkreter politischer Konfliktfelder, insbesondere die Nicht-Zahlung von Beiträgen und die militärische Alleingang-Mentalität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie US-Außenpolitik, Multilateralismus, Unilateralismus, internationale Institutionen, checks and balances sowie der Macht-Interessen-Dynamik zwischen Supermächten und der UNO beschreiben.
Welchen Einfluss hat das politische System der USA konkret auf die UN-Politik?
Das politische System, insbesondere die Rivalität zwischen Präsident und Kongress, führt dazu, dass die Außenpolitik nicht immer einheitlich ist. Der Kongress nutzt seine Budgethoheit, um Druck auf die UNO auszuüben oder Zahlungen an Bedingungen zu knüpfen, was die Handlungsfähigkeit des Präsidenten einschränkt.
Wie bewertet die Arbeit den Irakkrieg von 2003 im Kontext der UN-Autorität?
Der Irakkrieg wird als „Musterbeispiel“ für eine Politik gewertet, die die UN-Autorität untergräbt. Da die USA trotz fehlender UN-Resolution militärisch handelten, wurde der unilaterale Anspruch über die multilateralen Normen der Charta der Vereinten Nationen gestellt.
Was ist das zentrale Fazit zur zukünftigen Beziehung zwischen USA und UNO?
Das Fazit betont, dass eine Kooperation alternativlos ist. Zwar bleibt der US-Hegemonieanspruch bestehen, doch erkennen die USA zunehmend, dass eine dauerhafte Isolation durch Unilateralismus weniger effizient ist als die Einbettung in multilaterale Strukturen der UNO.
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- Oliver Ruck (Author), 2013, Die Beziehung zwischen den USA und den Vereinten Nationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277464