Wissenschaftliches Arbeiten. Zeitmanagement, Literaturrecherche, Aufbau, Zitierweisen


Seminararbeit, 2011
22 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Ziel
1.2 Vorgehensweise

2. Was ist eine wissenschaftliche Arbeit?
2.1 Allgemeines zum wissenschaftlichen Arbeiten
2.2 Mögliche Formen von Abschlussarbeiten
2.3 Nutzen einer Abschlussarbeit nach dem Studium

3. Themensuche und Zeiteinteilung

4. Wie geht man bei der Literatursuche vor?

5. Aufbau
5.1 Titel
5.2 Inhaltsverzeichnis
5.3 Einleitung
5.4 Grundlagen und Definitionen
5.5 Hauptteil
5.6 Schluss (Fazit)

6. Tipps zum Schreiben

7. Zitate

8. Weitere nützliche Themen

9. Literaturverzeichnis

10. Anhang Fehler! Textmarke nicht definiert.

1. Einleitung

Es gibt unzählige Bücher zu den Themen „wissenschaftliche Abschlussarbeit“ und „wissenschaftlich Arbeiten“. Die genauen Vorgaben bzw. Richtlinien variieren jedoch je Fachbereich, Institut und Betreuer (oder auch Auftraggeber), nach denen man sich in erster Linie richten muss. (vgl. Karmasin 2009, S. 11) Trotzdem soll die vorliegende Ausarbeitung eine Orientierung und Hilfe zur Herangehensweise für diese Themen verschaffen.

Im Masterstudiengang haben zwar schon alle eine Bachelor- oder Diplomabschlussarbeit verfasst, aber tatsächlich alles über das wissenschaftliche Arbeiten wissen, kann vermutlich doch nicht jeder. Früher wurden die Universitäten hauptsächlich von der Elite besucht. Die Dozenten hatten weniger Studenten zu betreuen, kümmerten sich intensiver um die Forschungsarbeiten und verfolgten diese Tag für Tag. In der heutigen „Massenuniversität“ sind die Studenten dagegen mehr auf sich allein gestellt und müssen sich viele Informationen selber aneignen. (vgl. Eco 2010, S. 1)

Ich habe mich dazu entschieden, dieses Thema zu erarbeiten, weil ich etwas ausarbeiten wollte, was für uns Studierende relevant ist und für jeden einen Zweck erfüllt.

Im Bachelor-Studiengang gab es keine gute Vorbereitung auf die Abschlussarbeit. Dies wurde mir vor allem deutlich, nachdem ich die im Literaturverzeichnis stehenden Bücher durchgearbeitet habe. Beim Lesen ist mir klar geworden, dass ich noch lange nicht alles beherrscht habe. Dies wird wahrscheinlich auch nur der Fall sein, wenn genügend Erfahrung gesammelt werden konnte.

1.1 Ziel

Das Ziel dieser Ausarbeitung ist eine Wiederholung und (eventuelle) Vertiefung der Thematik des wissenschaftlichen Arbeitens für eine kompetentere Erarbeitung der Seminar- und Hausarbeiten, die im Masterstudiengang noch vor uns liegen, aber auch eine Vorbereitung für unsere Master-Abschlussarbeiten.

Folgende Fragen sollen durch diese Ausarbeitung beantwortet werden:

- Was ist wissenschaftliches Arbeiten?
- Wie komme ich zu einem Thema?
- Wie viel Zeit brauche ich, um eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben?
- Wie komme ich am besten an Literatur/Quellen?
- Wie ist eine wissenschaftliche Arbeit aufgebaut?
- Wie zitiere ich richtig?

1.2 Vorgehensweise

Die Kunst wissenschaftlich zu Arbeiten ist umfangreicher als es einige glauben mögen. Diese Ausarbeitung stellt relevante und wichtige Aspekte des wissenschaftlichen Arbeitens dar. Es konnte jedoch in einem Rahmen von 20 Seiten nicht auf alle Bereiche eingegangen werden. Einige Themenbereiche wie z.B. Formatierung und Layout wurden mit Absicht nicht erläutert, da sie nicht verallgemeinert werden können, denn jeder Professor stellt seine eigenen Anforderungen. In den im Literaturverzeichnis angegebenen Büchern gab es bspw. mehrere Varianten zum Zitieren. Ich gebe jeweils nur ein Beispiel, bei dem ich durch Erfahrung sagen kann, dass es an unserer Fachhochschule anerkannt wird.

2. Was ist eine wissenschaftliche Arbeit?

Für die meisten Studien-Abschlüsse wird eine Abfassung einer wissenschaftlichen (Abschluss-)Arbeit verlangt, wobei die inhaltlichen Ansprüche verschieden sein können. (vgl. Karmasin 2009, S. 14) Über die formalen Aspekte entscheidet in Deutschland die jeweilige Prüfungskommission. (vgl. Eco 2010, S. 8)

Eco definiert eine wissenschaftliche Abschlussarbeit folgendermaßen:

„Eine wissenschaftliche Abschlussarbeit ist eine maschinenschriftliche Ausarbeitung, deren durchschnittliche Länge zwischen einhundert und vierhundert Seiten schwankt und in der der Student ein Problem abhandelt, das aus demjenigen Studienfach stammt, in dem er den Abschluss erwerben will.“ (vgl. Eco 2010, S. 6)

Der wissenschaftliche Aspekt einer Arbeit liegt vor allem darin, wie man Gedanken unabhängig vom Thema ordnet. (vgl. Eco 2010, S. 29) Aufgabe und Ziel des Studiums ist die Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden. Die Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens sind nur ein kleiner Teil von dem, was von Studenten verlangt wird.[1] Ziel einer wissenschaftlichen Arbeit ist immer das Ergebnis. Die Wissenschaftlichkeit definiert eine Methode, das Ergebnis nachvollziehbar zu machen. Das Ergebnis einer wissenschaftlichen Arbeit soll eine Antwort liefern, und zwar eine Antwort auf eine Forschungsfrage. (vgl. Karmasin 2009, S. 21)

2.1 Allgemeines zum wissenschaftlichen Arbeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wissenschaftlich zu arbeiten. Nachstehend werden einige Beispiele genannt:

- Seminararbeiten
- Bachelorarbeiten
- Masterarbeiten
- Magisterarbeiten
- Diplomarbeiten
- Dissertationen (vgl. Karmasin 2009, S. 5)

Grundsätzlich bedeutet wissenschaftliches Arbeiten verantwortlich zu arbeiten. Dazu zählen Ehrlichkeit, klare Begriffsverwendung, Übersichtlichkeit, Allgemeingültigkeit und Überprüfbarkeit. Wichtige Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten sind die gründliche Literaturauswertung, die Orientierung am Stand der Forschung („State oft the Art“), die Berücksichtigung unterschiedlicher Lehrmeinungen, die Objektivität (Bewertungsmaßstäbe, nachvollziehbare Kriterien) und die Regeln des wissenschaftlichen Arbeitens.

Eigenständige Forschung bedeutet zu wissen, was andere über den gleichen Gegenstand gesagt haben und etwas Neues zu entdecken, was andere noch nicht gesagt haben (Dissertation!). (vgl. Eco 2010, S. 8) Wissenschaftlich können zudem auch bescheidenere Entdeckungen sein, wie z.B. eine Neubewertung und Neuinterpretation. Eine Untersuchung muss jedenfalls einen erkennbaren Gegenstand behandeln, der genau umrissen ist und somit für andere erkennbar ist, muss für andere einen Nutzen darstellen und ermöglichen, die Auseinandersetzung in der wissenschaftlichen Diskussion fortzusetzen.

Weiter können Abschlussarbeiten in kompilatorische Arbeit und Forschungsarbeit unterschieden werden. Für eine kompilatorische Arbeit braucht man nicht so viel Erfahrung/Reife als für eine Forschungsarbeit (vgl. Eco, S. 8 f.) Die Forschungsarbeit dauert länger, ist anstrengender und fordert höhere Anforderungen. Die kompilatorische Arbeit ist meist in kürzerer Zeit fertig und birgt ein geringeres Risiko. (vgl. Eco, S. 9) Der Vorteil bei dieser Arbeit besteht in der Klarheit durch umfassende Dokumentation vor allem für junge Forscher vor der eigentlichen Forschungsarbeit. Die Wahl zwischen diesen beiden Arten hängt von der Reife und Arbeitskraft des Kandidaten ab. (vgl. Eco 2010, S. 9)

Eine kompilatorische Abschlussarbeit zu schreiben bedeutet zusammengefasst:

1. ein bestimmtes klar umrissenes Thema ausfindig machen
2. Material zu diesem Thema sammeln
3. dieses Material ordnen
4. das Thema unter Berücksichtigung des gesammelten Materials überprüfen
5. alle Überlegungen in einen Zusammenhang bringen
6. alles auf einer Weise tun, dass der Leser verstehen kann, was mit dem Ergebnis gesagt werden soll und dass bei Bedarf auf das gleiche Material zurückgegriffen werden kann

Eine wissenschaftliche Untersuchung muss folgende Punkte berücksichtigen:

1. Eine Untersuchung behandelt einen erkennbaren Gegenstand, der so genau umrissen ist, dass er auch für Dritte erkennbar ist.
2. Die Untersuchung muss über diesen Gegenstand Dinge sagen, die noch nicht gesagt worden sind, oder sie muss Dinge, die schon gesagt worden sind, aus einem neuen Blickwinkel sehen. (Eine kompilatorische Arbeit kann nur wissenschaftlichen Nutzen haben, wenn es auf diesem Gebiet nichts Vergleichbares gibt. Sonst ist die Untersuchung verlorene Zeit oder sogar ein Plagiat.) (vgl. Eco 2010, S. 41)
3. Die Untersuchung muss für andere von Nutzen sein.
4. Die Untersuchung muss jene Angaben enthalten, die es ermöglichen nachzuprüfen, ob die Hypothesen falsch oder richtig sind. (vgl. Eco 2010, S. 44) Die Auseinandersetzung in der wissenschaftlichen Öffentlichkeit muss fortsetzbar sein. Folgende Aspekte geben die Möglichkeit weiter zu Forschen:

a. Beweise vorlegen
b. Vorgehensweise erklären
c. Ausblick geben
d. nach Möglichkeit verdeutlichen, was die Hypothese platzen lassen würde

Um eine Abschlussarbeit zu schreiben, ist vieles zu berücksichtigen. Es ist ein geistiges Training, eine harte Schule und benötigt die Fähigkeit, Material zu ordnen. (vgl. Eco 2010, S. 47) Wenn man sich für ein wissenschaftliches Thema entscheidet, bei dem es sich um einen aktuellen Gegenstand handelt, sollte man folgendermaßen vorgehen: (vgl. Eco 2010, S. 50)

- örtlichen und zeitlichen Bereich (auf den sich die Arbeit erstreckt) genau abgrenzen, denn die Lage kann sich ständig verändern
- Kriterien für die Auswahl festlegen, offenlegen und erläutern, warum bestimmte Phänomene aus der Untersuchung ausgeschlossen werden
- Begriffe unzweideutig definieren
- Struktur beschreiben
- gemeinsame Charakteristika nennen
- Quellen wie amtliche Unterlagen, Äußerungen der Beteiligten und Hörprotokolle sind möglich (vgl. Eco 2010, S.53)

2.2 Mögliche Formen von Abschlussarbeiten

Abschlussarbeiten (und auch Projektarbeiten) können unterteilt werden in:

- Literaturarbeit
- Empirische Arbeit
- Praxisprojekt

Außerdem kann zwischen Übersichtsarbeit und monographische Arbeit unterschieden werden. Bei der erst genannten handelt es sich um eine Untersuchung, die zum Schluss eine hypothetische Schlussfolgerung aufweist. Bei einer Monographie geht es um die Behandlung eines einzigen Gegenstandes. Hier untersucht man z.B. eine Vielzahl von Schriftstellern unter dem Blickwinkel einer bestimmten Fragestellung. Eine sehr gute Monographie zu schreiben und somit die Aufgabe gut erfüllen, würde bedeuten, dass alle Schriftsteller, die das Thema behandelt haben, einbezogen werden, auch die Unbedeutenden, an die sich keiner erinnern kann. Dies kann unendlich viele Lektüren in Anspruch nehmen. Deshalb sollte das Thema soweit es geht eingeschränkt werden. So wird der Bereich enger und man weiß, was man untersuchen muss und was man auslassen darf. Der Unterschied zu einer Übersichtsarbeit liegt darin, dass anstatt einen Überblick zu geben, ein theoretischer Überblick als Hintergrund benutzt wird. (vgl. Eco 2010, S. 21) Je begrenzter das Gebiet ist, umso besser kann man arbeiten und auf umso sicherem Grund steht man.

Laut Eco ist die monographische Arbeit vorzuziehen, da eine Abschlussarbeit eher ein wissenschaftlicher Aufsatz ist, anstelle eines Geschichtsbuches.

Außerdem ist zu sagen, dass manche Themen erst nach Jahrzehnten langen Überlegungen sinnvoll sind. (vgl. Eco 2010, S. 22) Denn ein Student hat eine beschränkte wissenschaftliche Erfahrung.

Bei einer wissenschaftlichen Arbeit ist es sinnvoll einen Punkt zu finden, auf den man sich stützen kann. Es ist schwierig Überlegungen ab „initio“ zu beginnen. (vgl. Eco 2010, S. 24)

2.3 Nutzen einer Abschlussarbeit nach dem Studium

Eine Abschlussarbeit kann zum einen eine Grundlage für breiter angelegte Forschungen darstellen und zum anderen kann dieser erarbeitete Gegenstand auch für andere nützlich sein. Dabei ist das Thema der Arbeit weniger wichtig, als die Arbeitsmethode und die Erfahrung, die sie mit sich bringt. (vgl. Eco 2009, S. 12) Es geht dabei mehr um das Erlernen der Methode und die Erfahrung.

3. Themensuche und Zeiteinteilung

Allgemein kann man sagen, dass es kein schlechtes Thema für eine Abschlussarbeit gibt, wenn man gut arbeitet. Zu der Frage, ob man besser zu einem historischen oder doch lieber zu einem aktuellen Thema schreiben soll, kann gesagt werden, dass ein guter Forscher eine historische oder stilistische Analyse über einen zeitgenössischen Autor mit der gleichen Gründlichkeit und Präzision durchführen kann, mit der er sonst über einen antiken Autor arbeitet. (vgl. 2009 Eco, S. 25) Trotzdem sollte über den Nutzen, die Aktualität und die Anforderungen des Gegenstandes der Arbeit nachgedacht werden. Die Orientierung an folgenden 4 (5) Punkten/Regeln kann bei der Suche nach einem Thema helfen:

1. Das Thema sollte den Interessen des Kandidaten entsprechen.
2. Die Quellen, die herangezogen werden müssen, sollen für den Kandidaten auffindbar sein.
3. Der Kandidat soll mit den Quellen umgehen können.
4. Die methodischen Ansprüche des Forschungsvorhaben müssen dem Erfahrungsbereich des Kandidaten entsprechen.
(5. Wahl des richtigen Professors.) (vgl. 2010 Eco, S. 13 f.)

[...]


[1] weitere Anforderungen an einen Studenten: guter Überblick über wissenschaftliche Ergebnisse im eigenen Fach, wissenschaftliche Untersuchungen auf Aussagekraft beurteilen, wissenschaftliche Erkenntnisse auf Anwendbarkeit einschätzen, Analyse-, Erhebungs- und andere Forschungsmethoden

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Wissenschaftliches Arbeiten. Zeitmanagement, Literaturrecherche, Aufbau, Zitierweisen
Hochschule
Fachhochschule Münster
Note
1,0
Autor
Jahr
2011
Seiten
22
Katalognummer
V277493
ISBN (eBook)
9783656711650
ISBN (Buch)
9783656713449
Dateigröße
507 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Forschungsmethode, wissenschaftliches Arbeiten
Arbeit zitieren
Melani Surla (Autor), 2011, Wissenschaftliches Arbeiten. Zeitmanagement, Literaturrecherche, Aufbau, Zitierweisen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277493

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