Chronologie des Alten Reichs und der I. Zwischenzeit im Überblick


Hausarbeit, 2014

18 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Quellen
2.1. Schriftliche Quellen
2.2. Archäologische Quellen
2.3. Quellenkritik

3. Zeitrechnung des Alten Ägyptens

4. Das Alte Reich
4.1. Die 3. Dynastie
4.2. Die 4. Dynastie
4.3. Die 5. Dynastie
4.4. Die 6.- 8. Dynastie und das Ende des Alten Reiches

5. Die I. Zwischenzeit

6. Fazit

7. Quellenverzeichnis

8. Literatur

1. Einleitung

In der folgenden Ausarbeitung wird das Thema Chronologie im Alten Ägypten behandelt, mit dem Schwerpunkt Altes Reich und dem besonderen Zeitabschnitt der I. Zwischenzeit. Vorab soll auf die Quellen als solche Bezug genommen werden. Dabei ist auffällig, dass die Historiker der Antiken Kulturen im großen mehrere Möglichkeiten haben, einen chronologischen Abriss zu gewährleisten.

Als eine der wichtigsten und aufschlussreichsten Quelle ist die schriftliche Quelle zu nennen. Durch diese gewinnt der Forscher einen direkten Einblick in das Leben der jeweiligen Zeit. Dabei können die schriftliche Quellen ganz unterschiedliche Formen haben, es kann sich hierbei um ein wirtschaftlichen Schriftstück handeln, der bestimmte Güter auflistet, oder Steuern zeigt; oder aber um einen literarischen Text, z.B. in einen mythologischen Kontext.

Neben den Schriftlichen Quellen finden wir archäologische Funde, dabei kann es sich um Statuen und Abbildungen von Göttern, Herrschern, aber auch privaten Personen (z.B. im sakralen Bereich) handeln, oder um Kleinteil und Gebrauchsgegenstände im alltäglichen Bereich, wie etwa Geschirr und Möbel. Darüber hinaus können Archäologen ganz Wohnkomplexe und Städte finden.

Doch trotz der Vielfalt der Quellen und Möglichkeiten eine Chronologie aufzuführen, gibt es nicht unerhebliche Probleme, die im verlauf der Arbeit deutlich werden. So ist es nur bedingt möglich eine absolute Chronologie für das Alte Ägypten anzufertigen.

2. Quellen

Grundlage zur Datierung, Chronologisierung und Katalogisierung von geschichtswissenschaftlichen gewonnen Kenntnissen aller vergangenen Kulturen, sind aus dieser Zeit stammenden Zeugnisse.

„Die dieser Definition historischer Quellen entsprechenden Zeugnisse lasen sich insgesamt in drei Kategorien einteilen: schriftliche (literarische, epigraphische) und unmittelbar- gegenst ä ndliche (archäologische) Zeugnisse sowie naturwissenschaftliche

(anthropologische, faunistische, botanische und geologische) Befunde.1

2.1. Schriftliche Quellen

Die Schriftquellen als solche lassen sich in zwei Kategorien einteilen. Zum einen zeitgenössische Quellen, die z.B. im Bereich der Wirtschaft, im sozialen Bereich und im religiösen Bereich auftreten. Neben diesen Zeitgenössischen Quellen liegen uns noch jene vor, die aus antiker Zeit stammen, aber über Vergangenes berichten2. Wobei eine absolute Chronologie für Ägypten zu erstellen schwierig ist, da Quellen zum einen beschädigt sind, oder aber z.B. aus kulturellen, religiösen Gründen nicht immer vertrauenswürdig sind3. Hinzu kommen Abschreibfehler die sich im laufe der tradierten Geschichte eingeschlichen haben könnten.

Insbesondere für das Mittlere Reich, die I. Zwischenzeit und das Alte Reich, sind in der Forschung unterschiedliche Chronologien bekannt.

Als eine Quelle dient uns der Turiner Königspapyrus, ein Manuskript, welcher die Regierungsjahre von Pharaonen vermerkt, er berichtet von Menes, dem ersten König der

1. Dynastie, bis zur 17. Dynastie. Als eine weitere schriftliche Quelle dient uns der Palermostein, der die Jahre von Regierungen und wichtigen Ereignissen seit vordynastischer Zeit bis zum Ende der 5. Dynastie zählt4. Eine der aufschlussreichsten Quellen sind die Schriften Manethos. Über ihn selber ist wenig bekannt, doch seine Schriften sind auf griechisch in Auszügen überliefert. Die Verteilung auf Dynastien geht auf diesen zurück. Von Manethos Ursprungswerk ist heute leider nichts mehr übriggeblieben. Aber Gelehrte aus späterer Zeit fertigten Abschriften an. In diesem Zusammenhang seien besonders Josephus, Africanus und Eusebius erwähnt, die aber alle 300 bis 600 Jahre nach Manetho gelebt haben und die wahrscheinlich schon selbst nicht mehr das Original vorliegen hatten. Dadurch sind seine Zahlenangaben leider nicht immer verlässlich und daher korrigiert wurden, wodurch eine absolute Chronologie auch hier nicht möglich zu erschließen ist5.

Daneben seien noch die Königslisten genannt. Diese haben aber in erster Linie einen mythischen, magischen dem Totenkult geweihten Hintergrund. So gibt etwa Thutmosis III. seinen Vorfahren im Tempel von Karnak ein Opfer dar und listet zu diesem Zweck 61 seiner Vorgänger auf (außer seine direkte Vorgängerin Königin Hatschepsut). Das Relief befindet sich heute im Louvre Paris. Die Reihenfolge der Herrscher ist nicht zeitlich geordnet.

Eine Chronologie findet sich aber in der Königsliste im Tempel von Abydos. Sethos I. opfert zusammen mit seinem Sohn Ramses II. 76 seiner Vorfahren, von der 1. Dynastie bis hin zu Sethos selbst. Ein Priester, der wahrscheinlich für das Totenopfer der verstorbenen Pharaonen zuständig war, ließ eine Kopie dieser Liste in seinem Grab einmeißeln

2.2. Archäologische Quellen

Aus Ägypten sind uns je nach Reich besondere archäologische Funde bekannt. So wird das Alte Reich nicht selten auch die Pyramiden Zeit genannt. Da hier wohl zum ersten mal der Ausbau, die Erweiterung von einem einfachen Mastaba Grab zu einer Pyramide gegeben ist. Der Totenkult im ganzen tritt hier also in den Vordergrund, sodass wir im sakralen Bereich verschiedene Funde haben, die Typisch für das Alte Reich sind. Dazu zählen die Pyramiden, Schreiberfiguren und Dienerfiguren.

Durch die Ausschmückung der Grabkammern finden wir verschiedene Hieroglyphen die wir zeitlich einordnen können; sowie Figuren.

Im Alten Reich wurden entsprechend der Vorstellung des Totenkultes auch als Dienerfiguren bezeichnete rundplastische Figuren dem Grabherren mitgegeben. Dienerfiguren sind im Alten Reich meist Einzelfiguren, selten Doppelfiguren, die aber zu größeren Figurenkomplexen zusammengestellt werden konnten, so dass verschiedenen Dienstleistungen vertreten sein konnten. Sie wurden dabei recht lebensnah bei der Ausübung ihrer häuslichen Tätigkeiten wie Bier brauen, Getreide mahlen, Backen und Kochen wiedergegeben. Sie stellen den Versuch dar, die ewige leibliche Versorgung des Grabherren mit dem mittel der Bildmagie sicherzustellen.6 (Abb. 1 und 2) Die ungewöhnlich lebhafte und realistische Körperhaltung ist typisch für Dienerfiguren

2.3. Quellenkritik

Insbesondere die Schriftlichen Quellen sind nicht immer sicher und können nicht genug fundiertes Wissen wiedergegeben, die für eine absolute Chronologie reichen würde. Hier seinen in erster Linie die Königslisten genannt. Einige Pharaonen, besonders in den chaotischen Phasen der Zwischenzeiten, wurden einfach weggelassen. So verzeichnet z.B. die Königsliste von Abydos nicht die Herrscher der 1. Zwischenzeit aus Herakleopolis und lässt die Könige der 2. Zwischenzeit gänzlich weg. Dafür listet sie 18 weitere Könige nach Pepi II. aus der 6. Dynastie auf, die im Turiner Königspapyrus fehlen.

3. Zeitrechnung des Alten Ägyptens

Die Ägypter kannten einen Mondkalender, doch war dieser wahrscheinlich nur im Zusammenhang mit kultischen Festen von Gebrauch und wurde nicht im privaten Bereich genutzt. So kann man mit diesen weder die Jahreslänge noch den Jahresbeginn festlegen.7 Allerdings kann man davon ausgehen, dass das Hochwasser des Nils zu einen 365 tägigen Wandeljahr führte. In Verbindung damit, steht die Beobachtung, dass der Stern Sirius (Sothis) zum Zeitpunkt des Nilhochwasseres in der Morgendämmerung aufgeht. Mit diesem Aufgehen begann das neue Jahr.8 Die Einteilung eines ägyptischen Jahres erfolgte in 12 Monaten und 30 Tagen. Zusätzlich zu diesen 360 Tagen wurden noch weitere fünf angefügt, die den Gottheiten Osiris, Horus, Seth, Isis und Nephtys geweit wurden und eine dem Totenkult geweihte Funktion hatten. Des weiteren wurden vier Monate zu einer Jahreszeit zusammengefasst, die in erster Linie Auskunft zum Nilhochwasser und die damit zusammenhängende Landwirtschaft geben soll.9

Wir unterscheiden die relativen Chronologie (d.h. die zeitliche Relation der Einzelerscheinungen zueinander) und die absolute Chronologie (die Bestimmung nach Jahren, Jahrhunderten oder Jahrtausenden) von einander.

Der Rückschluss der relativen Chronologie wird durch überprüfbare Königslisten gewonnen, die uns die Abfolge von Königen und Dynastien zeigen10. In den politisch Geordneten Zeitspannen, also im Alten, Mittleren und Neuem Reich können wir leicht und relativ genau eine solche Chronologie erschließen. In den Zeiten der Unruhe, also in den Zwischenzeit wird dies schon schwieriger, da hier die Quellenlage nahezu nicht gegeben ist.

Nach dem man eine relative Chronologie gesichert hat und so ein Grundgerüst gebaut hat, kann man zur Methode der Absoluten Chronologie vordringen. Dabei schaffen in Ägypten die Kalender ein Fundament, wie bereits erwähnt, haben wir hier bei ein auf die Sonne bezogenes Verwaltungsjahr von 365 Tagen und des weiteren ein Landwirtschaftliches Jahr, bezogen auf die Nilüberschwemmung. So können z.B. Doppeldatierungen aufgeschlüßelt werden.11 Daneben soll noch die C14 Methode erwähnt werden, die eine genaue Erschließung der absoluten Chronologie ermöglicht.

4. Das Alte Reich

Das Alte Reich wird aufgrund der Bauwerke als Pyramidenzeitalter bezeichnet. Der heute verwendete Begriff Altes Reich stammt aus dem 19. Jahrhundert, als erstmals eine historische Einteilung der ägyptischen Geschichte angestrebt wurde.12

3. Dynastie ist Beginn des Alten Reiches. Diese Dynastie wird geprägt von einem Aufschwung, der durch Landwirtschaft, Handwerk und Wissenschaft fundiert wird, für uns sichtbar durch Rundbilder wie auch Flachbilder und die ersten Pyramiden.13 (S. 79) Die königliche Residenz und damit spätere Hauptstadt war Memphis. Nebka war wohl der erste Pharao der 3. Dynastie, doch ist von ihm wenig bekannt. Sein Nachfolger Djoser dagegen mehr, wobei uns keine zeitgenössischen Denkmäler bekannt sind, die diesen Namen verwenden, da er unter seinem Horusnamen Netjerichet erscheint.14 Die 3. Dynastie endete mit dem Tod des Königs Huni. Die 4. Dynastie begann mit dem Pharao Snofru. Er führte als erster Pharao den Goldhorusnamen in die Titulatur ein.15 Über seine Errungenschaften während seiner Regierungszeit berichten uns die Annalen des Palermosteins, hierzu gehört eine Errichtung eines neuen Palastes sowie Feldzüge gegen Nubien.16

4.1. Die 3. Dynastie

Mit dem Beginn der 3. Dynastie hatte sich in Ägypten eine komplexe Gesellschaftsordnung mit dem Pharao als weltlichem und religiösem Oberhaupt herausgebildet. Die jährliche Nilüberschwemmungen bescherten dem Land ungeahnten Wohlstand, neue technologische Entwicklungen Erlaubten die Realisierung gewaltiger Projekte zum Ruhm des Pharaos. Das Alte Reich - die erste Blütezeit der ägyptischen Hochkultur - nahm seinen Anfang

Über Nebka, den Begründer der 3. Dynastie, ist nur wenig bekannt. Zu den wesentlich bedeutenden Königen dieser Zeit gehört sein Nachfolger Djoser. Dieser Herrscher führte im Bereich des Grabbaus Neuerungen ein. Ausgehend vom Mastabagrab, wurden nun Erweiterungen vorgenommen, indem man zusätzliche, sich nach oben hin verjüngende Stufen konstruierte. Durch die neue technologische Erfindung der Pyramiden finden wir eine Vielzahl an archäologischen Funden die uns als Quellen dienen und helfen Königen der 3. Dynastie zu bestimmen.17

Die Tabelle 1. zeigt uns die Königslisten von Abydos und Saqqara im Vergleich mit dem Turiner Papyrus und Manethos Schrift. Wir erkennen, dass im Vergleich zu Manetho die Königslisten unvollständig sind und auch dass der Turiner Papyrus Auslassungen hat. Neben der Unvollständigkeit, erkennen wir, dass die Jahresangaben bei Manetho höher sind als beim Turiner Papyrus.

4.2. Die 4. Dynastie

Der Begründer der 4. Dynastie war Snofru, der als erster Pharao Pyramide mit glatten geböschten Außenseiten realisierte. Über seine Herkunft bzw. eventuelle familiäre Beziehungen zum letzten König der 3 Dynastie herrscht Unklarheit.

Mit dem Herrscher der 4 Dynastie hat die religiöse Stellung des Gottkönigstums ihren Höhepunkt erreicht.

Die Überlieferung unterrichtet uns nur unvollkommen über die Herrscherreihe dieser Dynastie. Die Königstafel von Abydos lässt, wie auch in der 5 Dynastie, später illegitime Herrscher aus, auf der Tafel von Saqqara und im Turiner Königspapyrus sind die Namen größtenteils verloren gegangen. Der Turiner Königspapyrus hat übereinstimmend mit Manetho acht Könige verzeichnet.

[...]


1 Hermann Müller-Karpe: Einführung in die Vorgeschichte, München 1975 (S.39)

2 Hermann Müller-Karpe: Einführung in die Vorgeschichte, München 1975 (S. 39)

3 Klaas R. Veenhof: Geschichte des Alten Orients bis zur Zeit Alexanders des Großen, Göttingen 2001 (S. 38)

4 Klaas R. Veenhof: Geschichte des Alten Orients bis zur Zeit Alexanders des Großen, Göttingen 2001 (S. 39)

5 Klaas R. Veenhof: Geschichte des Alten Orients bis zur Zeit Alexanders des Großen, Göttingen 2001 (S. 39)

6 Robert Hamilton: Ägypten. Reich der Pharaonen, München 2010 (S. 20)

7 Thomas Vogtherr: Zeitrechnung. Von den Sumerern bis zur Swatch, München 2001 (S. 22)

8 Thomas Vogtherr: Zeitrechnung. Von den Sumerern bis zur Swatch, München 2001 (S. 23)

9 Thomas Vogtherr: Zeitrechnung. Von den Sumerern bis zur Swatch, München 2001 (S. 24) vgl. Klaas R. Veenhof: Geschichte des Alten Orients bis zur Zeit Alexanders des Großen, Göttingen 2001 (S. 40)

10 Hermann Müller-Karpe: Einführung in die Vorgeschichte, München 1975 (S. 63)

11 Hermann Müller-Karpe: Einführung in die Vorgeschichte, München 1975 (S. 70 - 71)

12 Martin Bommas: Das alte Ägypten, Darmstadt 2012 (S. 21)

13 Hermann Alexander Schlögel: Das Alte Ägypten: Geschichte und Kultur von der Frühzeit bis zu Kleopatra, München 2006 (S. 79)

14 Hermann Alexander Schlögel: Das Alte Ägypten: Geschichte und Kultur von der Frühzeit bis zu Kleopatra, München 2006 (S. 81)

15 Hermann Alexander Schlögel: Das Alte Ägypten: Geschichte und Kultur von der Frühzeit bis zu Kleopatra, München 2006 (S. 86)

16 Hermann Alexander Schlögel: Das Alte Ägypten: Geschichte und Kultur von der Frühzeit bis zu Kleopatra, München 2006 (S. 87)

17 Jürgen von Beckerath: Chronologie des Pharaonischen Ägypten, Mainz am Rhein 1997 (S. 160)

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Chronologie des Alten Reichs und der I. Zwischenzeit im Überblick
Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen  (KEMA)
Veranstaltung
Übung zur Chronologie des Alten Ägypten
Note
1,7
Autor
Jahr
2014
Seiten
18
Katalognummer
V277667
ISBN (eBook)
9783656703471
ISBN (Buch)
9783656706380
Dateigröße
1202 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
chronologie, alten, reichs, zwischenzeit, überblick
Arbeit zitieren
Ludmila Lang (Autor), 2014, Chronologie des Alten Reichs und der I. Zwischenzeit im Überblick, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277667

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