Prinzipien der Pädagogik von Maria Montessori


Hausarbeit, 2003

14 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Maria Montessori
2.1 Biographie
2.2 Die Pädagogik Montessoris

3 Die Prinzipien Maria Montessoris
3.1 Kosmische Erziehung
3.2 Sensible Phasen
3.3 Freiheit
3.4 Der absorbierende Geist
3.5 Entwicklungsmaterial

4 Zur Aktualität dieser Prinzipien in der heutigen Schule

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Als Thema dieser Arbeit wählen wir die Montessori-Pädagogik, da wir uns im Laufe unseres Studiums noch nicht in Form eines Seminars mit der Montessori-Pädagogik befassen konnten. Dieses Erziehungskonzept und die Art, wie Maria Montessori es schaffte, Kinder trotz jeglicher Freiheit auf intellektuellem, psychischen und motorischen Niveau zu fördern und auf die Gesellschaft vorzubereiten hat uns schon lange fasziniert. Diese Hausarbeit soll Anlass sein, uns einmal näher den Prinzipien Maria Montessoris zu widmen. Vielleicht auch, um eventuelle Anregungen und Einstellungen für die spätere Unterrichtstätigkeit nutzen zu können.

Bei den heutigen schulischen Verhältnissen, in denen Lern- und Zeitdruck herrscht, eine bestimmte Anzahl von Klassenarbeiten geschrieben werden muss und die Kinder großem Erfolgsdruck, auch von Seiten der Eltern, ausgesetzt sind, sollte man sich fragen, ob es nicht sinnvoll wäre, Pädagogik mehr an den Bedürfnissen der Kinder auszurichten. Montessori hat es durch ihr Erziehungskonzept geschafft, dass Kinder wieder gerne zur Schule gehen und ohne Druck spielerisch lernen. Sie schaffte es, dass Kinder trotz der Freiheiten, die ihnen eingeräumt werden, auf die Gesellschaft vorbereitet werden und dennoch, wenn sie auf ihre Kindheit zurückblicken, sagen können, dass sie schön war. Auch in unserer heutigen Zeit ist die Montessori-Pädagogik durchaus wieder aktuell. Die folgende Ausarbeitung soll einen Einblick geben in das Leben und die Grundauffassungen Montessoris und sich mit Möglichkeiten und Grenzen ihrer Pädagogik auseinandersetzen.

Im Folgenden soll in Punkt 2 zunächst ein kurzer Überblick über das Leben Maria Montessoris und die Grundgedanken ihrer Pädagogik gegeben werden. Im weiteren Teil dieser Arbeit wird näher auf die besonderen Prinzipien eingegangen, die dieser Pädagogik zu Grunde liegen. Anschließend soll in Punkt 4 die Aktualität und Nutzbarkeit dieser Prinzipien für die Schule diskutiert werden.

2 Maria Montessori

2.1 Biographie

Maria Montessori wurde am 31.08.1870 in Chiavavalle bei Ancona (Italien) geboren. 1886 begann sie ein Studium der (modernen) Sprachen und Naturwissenschaften; für Mathematik zeigte sie besonderes Interesse. Ihren Plan, Ingenieurin zu werden, gab sie sehr schnell wieder auf, um sich in besonderem Maße der Biologie und Medizin zuzuwenden. Sie wurde die erste Frau Italiens, die Medizin studierte und 1896 zum Doktor med. promovierte. Dabei fand sie in der damaligen Gesellschaft und auch innerhalb ihrer Familie wenig Verständnis; denn auch ihr Vater lehnte ihren beruflichen Weg strikt ab.

Von 1896 bis 1898 war Maria Montessori als Assistenzärztin in der Kinderabteilung der Psychiatrischen Universitätsklinik in Rom tätig, wo sie sehr viel mit geistig behinderten Kindern arbeitete. Hier hatte sie ein entscheidendes Erlebnis. Als sie zum ersten Mal zu den geistig behinderten Kindern ging, wurde sie von der Wärterin mit den Worten empfangen, die Kinder seien allesamt „schmutzig“. Als Hauptgrund für diese Äußerung war, stellte die damals junge Ärztin fest, dass die Kinder mit dem ihnen gegebenen Brot auf dem Fußboden spielten, Figürchen formten und es dann so schmutzig aufaßen. Maria Montessori sah sich daraufhin im Raum um und musste feststellen, dass es dort nichts gab außer den Kinderbetten. So spielten die Kleinen mit dem einzigen, was sie bekamen, ihrem Brot. Maria Montessori war tief betroffen, sie erkannte erschüttert die „Vergewaltigung der Kinder, die darin lag, dass man ihrem Tätigkeitsdrang keine entsprechende Nahrung zugestand. Sie suchte den Kindern zu helfen“[1].

Dabei stieß sie auf das Werk des französichen Arztes Séguin, welcher um die Mitte des 19. Jahrhunderts ein Erziehungssystem entwickelte, das geistig behinderten Kindern durch didaktisches Material auf dem Wege der Sinnesübungen zur Entwicklung verhelfen sollte. Das Material Séguins diente Montessori später als Grundlage für ihr eigens kreiertes Montessori-Material, welches sie dahingehend weiterentwickelte und womit sie verblüffende Erfolge erzielte.

Daraufhin wandte sie sich pädagogischen und psychologischen Studien zu, um ähnliche Lehrmethoden für die Ausbildung gesunder Kinder zu entwickeln und die Bildung und Erziehung auf neue Grundlagen zu stellen. Sie promovierte zum Dr. phil. und gründete 1907 in einem ärmlichen Viertel Roms die „Kinderhäuser“, in denen vorschulpflichtige Kinder nach ihren Ideen erzogen wurden. Aus den gewonnenen Erfahrungen schuf sie in den folgenden Jahren ihr pädagogisches System der „Selbsterziehung des Kindes“ in einer didaktisch „vorbereiteten Umgebung“, das sich als Montessori-Pädagogik rasch über die ganze Welt ausbreitete.[2] Durch den zweiten Weltkrieg erlitt die Montessori-Pädagogik erhebliche Rückschläge, doch Maria Montessori setzte unbeirrbar ihren Kampf für das Kind, den „vergessenen Bürger“, und eine friedvolle Welt bis zu ihrem Lebensende fort.

Maria Montessori gehört neben Petersen, Steiner und Freinet zu den Reformpädagogen des 19. bzw. 20. Jahrhunderts.

2.2 Die Pädagogik Montessoris

„Wenn wir von Freiheit in der Erziehung sprechen, so meinen wir Freiheit für die schöpferische Kraft, welche der Lebensdrang zur Entwicklung des Individuums ist.“[3]

Die gesamte Pädagogik Montessoris orientiert sich unmittelbar am Kind und seinen Bedürfnissen. Maria Montessori hat sich für ihre Pädagogik vor allem an der körperlich-geistig-psychischen Entwicklung und an den individuellen Lernbedürfnissen der Kinder orientiert. Das ist das grundsätzlich andere in der Montessori-Pädagogik gegenüber der Regelschule, die sich in der Hauptsache dem im staatlichen Lehrplan vorgegebenen inhaltlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag gegenüber der nachwachsenden Generation verpflichtet sieht. Maria Montessori hat wie kaum ein anderer Pädagoge auf die eigenen Kräfte des Kindes vertraut, auf seinen inneren Antrieb und Willen zu wachsen und „groß“ zu werden. Die Bitte eines kleinen Mädchens an Montessori: „Hilf mir, es selbst zu tun", kann auch als Leitgedanke der Montessori-Pädagogik bezeichnet werden. Der Satz drückt den Wunsch eines Kindes nach Selbstständigkeit aus und nicht nach Bevormundung und ungewollter Hilfe durch den Erwachsenen.

Montessori kritisiert den Ansatz, dass der Erwachsene den Charakter des Kindes formen kann und dass es seine Pflicht sei diese Formung zu übernehmen. Die Ordnung im Kind werde von außen diktiert[4]. Daraus resultiere letztendlich nach Montessori häufig ein krankes übernervöses Kind. Maria Montessori bemühte sich, indem sie die Rolle des Erwachsenen in der Kindererziehung neu definierte, um eine andere Grundhaltung dem Kind gegenüber. Sie war der Meinung, dass jedes Kind, von Geburt an, „ein Recht auf Spontaneität und freie Entfaltung" hat. Der Erwachsene, der das Kind erziehen will, muss weiterhin Kenntnisse über die Bedürfnisse des Kindes haben und diese bei der Erziehung berücksichtigen. Er muss vermeiden, dass das Kind Störungen in seiner Entwicklung ausgesetzt ist und eine für das Kind entwicklungsförderliche Umgebung schaffen.

Maria Montessori entwickelte demnach zwei Grundmotive: Zum Einen die „Emanzipation des Kindes“, in der das Kind aus der Versklavung durch den Erwachsenen befreit werden soll. Und zum Anderen die „Hilfe für das Kind“, d. h. dem Kind dabei zu helfen, sich selbst zu erziehen und sich in die jeweilige Kultur hineinzufinden.[5] Das Erziehungsziel nach Montessori ist somit ein selbstständiger und unabhängiger Mensch, der seinen eigenen Weg findet und zu einem intelligenten, leistungsfähigen sowie kooperations- und hilfsbereiten Menschen mit sicherem Selbstbewusstsein heranwächst. Wichtige Begriffe und Prinzipien der Montessori-Pädagogik wie Freiheit, absorbierender Geist, sensible Phasen, Polarisation der Aufmerksamkeit, Entwicklungsmaterial und kosmische Erziehung werden wir im Weiteren näher erläutern.

[...]


[1] Paul Oswald & Günter Schulz-Benesch (Hrsg.),1967, S. 184.

[2] Montessori, Maria, 1996, S. 5.

[3] Oswald, P.& Schulz-Benesch, G., 1967, S. 23.

[4] Vgl. Oswald, P.& ,Schulz-Bensch, G., 1967, S. 25.

[5] Vgl. Hilgenheger, N. 2003, S. 64.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Prinzipien der Pädagogik von Maria Montessori
Hochschule
Universität Bremen
Note
2
Autor
Jahr
2003
Seiten
14
Katalognummer
V277931
ISBN (eBook)
9783656704379
ISBN (Buch)
9783656706649
Dateigröße
382 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prinzipien, pädagogik, maria, montessori
Arbeit zitieren
Katharina Nowack (Autor), 2003, Prinzipien der Pädagogik von Maria Montessori, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/277931

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