Die Bedeutung des Gottesbeweises nach Thomas von Aquin und Hans Küng


Seminararbeit, 2014

15 Seiten, Note: NA


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Warum habe ich mich für dieses Thema entschieden?

2. Einleitung

3. Die Bedeutung der Gottesbeweise nach Thomas von Aquin
3.1. Der erste Weg: Bewegung – Gott als der „unbewegte Beweger“
3.2. Der zweite Weg: Gott als erste Wirkursache
3.3. Der dritte Weg: Gott als die unbedingte Notwendigkeit
3.4. Der vierte Weg: Gott als Ursache der Seinsstufen
3.5. Der fünfte Weg: Gott als Ziel aller Naturdinge
3.6. Kritik an Aquinos Gottesbeweisen
3.7. Zusammenfassung zu den fünf Wegen von Thomas von Aquin

4. Die Bedeutung der Gottesbeweise nach Hans Küng
4.1. Natürliche Theologie
4.2. Praktische Vernunft - Kant
4.3. Dialektische Theologie

5. Weiteren Arten von Gottesbeweise
5.1. Der ethnologische Gottesbeweis (Cicero,106 - 43 v. Chr.)
5.2. Der pantheistische Gottesbeweis
5.3. Der moralische Gottesbeweis (Immanuel Kant, 1724 - 1804)
5.4. Der Anthropologischer Gottesbeweis

6. Schlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

1. Warum habe ich mich für dieses Thema entschieden?

„Wenn es keinen Gott gäbe, so müsste man ihn erfinden.“ (Voltaire)

Dieses Thema bringt Fragen mit sich, vor denen niemand fliehen kann. Sowohl die gläubigen als auch ungläubigen Menschen, welche sich mit ihrer Existenz auf dieser Welt auseinandersetzen, werden früher oder später unweigerlich zu den folgenden Fragen gelangen. Gibt es ein Wesen, welches diese Welt erschaffen hat? Wenn ja, warum und wie wurde die Welt erschaffen? Wenn die Frage mit nein beantwortet wird, stellen sich die Fragen, wieso nicht und wie geht es nun weiter? Egal wie man die Frage beantwortet, der Mensch forscht weiter, damit er neue Entdeckungen machen kann und so entweder zu Beweisen gelangt, welche für oder gegen Gott sprechen.

Heutzutage in der postmodernen Zeit begegnet ein Christ oft der Frage nach der Existenz Gottes, sei es bei der Arbeit, in der Schule, auf der Strasse oder via Medien (Fernseher, Mobile Geräte, Internetportale, usw.). Ein Christ muss bereit sein, seinen eigenen Standpunkt zu erklären. Dabei sollte er Beweise für die Existenz Gottes heranziehen können. Bei der Argumentation kann er die Leute darauf hinweisen wo es in der Bibel steht oder er versucht auf andere Wege die Existenz Gottes zu „beweisen“.

Diese Proseminararbeit soll einen kurzen Überblick über die verschiedenen Arbeiten von Thomas von Aquin und Hans Küng sowie ihre Beweismethoden in Bezug auf die Existenz Gottes liefern.

Thomas von Aquin hat die Gottesbeweise durch seine „Fünf Wege der Gotteserkenntnis“ dargestellt und Hans Küng konzentriert sich auf das „Vertrauen“, um die Existenz Gottes zu beweisen.

2. Einleitung

Schon seit Jahrtausenden wollen die Menschen nicht nur an Gott glauben, sondern stichhaltige Beweise finden, damit sie zeigen können, dass es Gott wirklich gibt. Von Aristoteles bis zu Hegel und bis in das 20. Jahrhundert hinein haben Philosophen und Theologen immer wieder versucht, das Dasein Gottes zu beweisen. Solange die Menschen wissen wollen, werden sie folglich die Wahrheit über Gott suchen.

Das menschliche Denken entdeckt, dass es in eine umfassende Notwendigkeitsordnung einbegriffen ist, die es nicht selbst geschaffen haben kann. Folglich muss es einen Grund, einen Schöpfer dieser Ordnung geben, und das ist Gott, das notwendige und unendliche Sein. So wie sich die Existenz Gottes nicht beweisen lässt, ist auch seine Nicht-Existenz nicht beweisbar.

Wenn man die Geschichte der Gottesbeweise näher betrachtet, zeigt sich, dass es verschiedene theologische und philosophische hinweisen an dieses Thema gibt.

Bei den „Gottesbeweisen“ geht es also zunächst um die Frage, wie ich zur Erkenntnis kommen kann, ob es Gott gibt oder nicht. Deshalb hat Thomas von Aquin seine Gedanken auch nicht „Gottesbeweise“ sondern „Wege der Gotteserkenntnis“ genannt.

Schon der Kirchenvater Augustinus war der Überzeugung, dass Gott „nicht bewiesen, sondern geschaut, erfahren wird“. Mit anderen Worten: Bevor jemandem Gott bewiesen werden kann, muss er erst an Gott glauben.

„Wenn Du wirkliche Wahrheit willst, darfst Du nicht philosophieren, sondern musst aus der Schrift Gottes Wort vernehmen.“

3. Die Bedeutung der Gottesbeweise nach Thomas von Aquin.

(Thomas von Aquin, 13. Jh., 1225-1274)

Thomas von Aquin stellte die Grundlage der Gottesbeweise durch seiner 5 Beweise, die als sogenannte „quinque viae“ (fünf Wege) bekannt sin, dar. Es gibt fünf Wege, das Dasein Gottes zu beweisen. Die fünf Wege stammen ursprünglich nicht von Thomas selbst, sondern er stützt sich in seiner Theologie auf die Philosophie des Aristoteles. Aristoteles ist also die Hauptquelle.

„Der fünfte Weg geht aus von der Weltordnung. Wir stellen fest, dass unter den Dingen manche, die keine Erkenntnis haben, wie z.B. die Naturkörper, dennoch auf ein festes Ziel hin tätig sind. Das zeigt sich darin, dass sie immer oder doch in der Regel in der gleichen Weise tätig sind und stets das Beste erreichen. Das beweist aber, dass sie nicht zufällig, sondern irgendwie absichtlich ihr Ziel erreichen. Die vernunftlosen Wesen sind aber nur insofern absichtlich, d.h. auf ein Ziel hin tätig, als sie von einem erkennenden geistigen Wesen auf ein Ziel hingeordnet sind, wie der Pfeil vom Schützen. Es muss also ein geistig-erkennendes Wesen geben, von dem alle Naturdinge auf ihr Ziel hingordnet werden: und dieses nennen wir ‚Gott“.

( Thomas von Aquin, Summa theologica, I, q. 2 a. 3)

Die fünf Wege sind in folgender Reihenfolge gegliedert:

1. aus der Bewegung
2. aus der Wirkursache
3. aus der Notwendigkeit
4. aus den Seinsstufen
5. aus dem Ziel aller Naturdinge

3.1. Der erste Weg: Bewegung – Gott als der „unbewegte Beweger“

Den ersten Beweisgang nahm Thomas von seinem philosophischen Helden Aristoteles auf.

Alles, was bewegt wird, wird von einem anderen bewegt oder einfach erklärt, es entsteht aus einer anderen Bewegung. Man kann auch sagen, Nichts bewegt sich, ohne dass es zuvor einen Beweger gibt.

Es muss unbedingt einen ersten "unbewegten Beweger" geben. Eine unendliche Reihe von Bewegern ist unmöglich. Irgendetwas muss die erste Bewegung bewegt haben. Für Thomas von Aquin ist Gott der erste unbewegte Beweger, die erste Wirkursache, das notwendige Wesen und der weltordnende Denker. Er schreibt in seinem Buch (Summa contra gentiles, II, Kap.16, n.3-4), „Gott ist ein Beweger, ist eine Wirkursache, solange er die umfassende Ursache des Seins ist (Deus autem est agens sicut causa universalis essendi).

Aristoteles leitet die Theorie der Bewegung aus den Planetenbewegungen ab.

(Von mir aus kann es auch am Anfang geknallt haben, sodass uns die Ohren jetzt noch (bei 6 °K) dröhnen. Wenn der Urknall nun wirklich unverursacht war, dann müssen wir ihn eben „Gott" nennen.

Oder davor hat ein großes grünes Männchen den Bö ller gez ündet, der das Universum hat knallen lassen. Wenn das große grüne Männchen selbst keine Ursache hat, dann müssen wir es „Gott“ nennen. Oder ... was auch immer die erste Ursache war - wir nennen sie Gott.)

Alles aber, was in Bewegung ist, wird von einem anderen bewegt. Denn in Bewegung sein kann etwas nur, sofern es unterwegs ist zum Ziel der Bewegung. Bewegen aber kann etwas nur, sofern es irgendwie schon im Ziel steht. Wir müssen also unbedingt zu einem ersten Bewegenden kommen, der von keinem anderen bewegt ist. Dieses erste Bewegende aber meinen alle, wenn sie von „Gott“ sprechen. Gott existiert also.

3.2. Der zweite Weg: Gott als erste Wirkursache

Der zweite Weg geht vom Wesen der wirkenden Ursachen aus.

Dieser Welt ist eine Ordnung der Wirkursachen zugrunde gelegt, d. h. es gibt Nichts in dieser Welt, das aus sich selbst besteht. Es ist alles stets von einer anderen Ursache abhängig. Am Ende aller Dinge und Ursachen muss etwas sein, was nicht mehr aus anderem entstanden ist, sondern als Absolutes in sich selbst besteht. „Zwar ist es notwendig, eine erste wirkende Ursache anzunehmen, die alle Gott nennen“.

Nichts wird von sich selbst verursacht. Jede Wirkung hat eine vorausgehende Ursache, und so kommen wir wieder zum Rückgriff, dass die Wirkung durch eine erste Ursache beendet werden muss, also Gott als erste Wirkursache!

3.3. Der dritte Weg: Gott als die unbedingte Notwendigkeit

Was existiert, ist bedingt oder unbedingt.

Der dritte Weg ist der sogenannte Kontingenzbeweis. Thomas stellt diese Art von Wesen einem notwendigerweise existierenden Wesen gegenüber dessen Sein notwendig ist.

Ein Wesen muss schon existieret haben, weil ein bereits existierendes Wesen es ins Sein gerufen hat. Einfach erklärt, unsere Existenz wird von einem anderen Wesen verursacht. Alles was existiert, hat seine Notwendigkeit durch etwas anderes. Jede Notwendigkeit aber hat die Ursache seiner selbst entweder von anderen Ursachen oder nicht. Diese ursprüngliche Ursache des Seins könne nur jemand sein, dessen Existenz notwendig ist. Wieder kommt er zum Schluss, Gott existiert.

3.4. Der vierte Weg: Gott als Ursache der Seinsstufen

Es gibt für alle Dinge unterschiedlich hohe Wertstufen.

„So muss es auch etwas geben, das für alle Wesen Ursache ihres Seins, ihres Gutseins und jedweder ihrer Seinsvollkommenheiten ist: und dieses nennen wir Gott.“

Thomas schliesst daraus, dass es einen bestimmten Bezugspunkt geben müsse, an dem man alles andere messen könne.

Güte, Schönheit, Intelligenz, Tatsachen usw. sind in der Welt nach verschiedenen Graden vorhanden. Überall in der Welt gibt es das Gute in verschiedenen Vollkommenheitsgraden.

Wir stellen fest, dass das eine mehr oder weniger gut, wahr, edel ist als das andere.

Die oberste Stufe der Güte und Vollkommenheit muss ein Wesen sein, welches sein Gutes niemand anderem verdankt, sondern diese Eigenschaften in unendlicher Masse in sich selber trägt.

Dieses unbegrenzte gute und vollkommene Wesen ist nach Thomas Gott.

3.5. Der fünfte Weg: Gott als Ziel aller Naturdinge

Der fünfte Weg ist der sogenannte teleologische Gottesbeweis und geht von der Weltordnung aus. Wahrscheinlich ist dies die älteste Methode Gott zu beweisen. Alle Naturdinge sind zielgerichtet (Finis, lat. heißt Ziel).

Die Natur ist also nicht zufällig. Die Ordnung in der Natur selbst ist Beweis für ein intelligentes Wesen, das allen Dingen Sinn und Zweck zuordnet.

Für Thomas ist es klar, dass es etwas gibt, ein vernünftiges Wesen oder eine vernünftige Sache, von dem alle Dinge in der Natur auf ein Ziel hin geordnet werden.

Thomas erklärt, dass Gott sowohl der ist, von dem alles geordnet ist, als auch der auf den alles hin geordnet ist. Und so ist klar, Gott existiert für ihn.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Bedeutung des Gottesbeweises nach Thomas von Aquin und Hans Küng
Hochschule
Staatsunabhängige Theologische Hochschule Basel
Note
NA
Autor
Jahr
2014
Seiten
15
Katalognummer
V278243
ISBN (eBook)
9783668098589
ISBN (Buch)
9783668098596
Dateigröße
448 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bedeutung, gottesbeweises, thomas, aquin, hans, küng
Arbeit zitieren
Samuel Paul (Autor), 2014, Die Bedeutung des Gottesbeweises nach Thomas von Aquin und Hans Küng, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278243

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