Wir leben in einem Zeitalter einer Leistungsgesellschaft, in dem immer mehr von einem Arbeitnehmer gefordert wird. Obgleich der Kassierer im Supermarkt oder der Manager in einer Top Firma – jeder soll mehr Leistung liefern – und das am Besten in kürzester Zeit. Viele Menschen fragen sich, wie sie das schaffen sollen. Vor allem Führungskräfte müssen ihre Leistungen optimieren, sich sowohl an Veränderungen in beruflicher als auch in privater Hinsicht anpassen und über ihre eigene Leistungen und Tätigkeiten reflektieren. Daher suchen sie nach etwas, das ihnen dabei hilft und nehmen vermehrt Coaching in Anspruch. Denn der Begriff des Coachings ist derzeit in aller Munde und ruft einen regelrechten Boom hervor.
[...] Allerdings wird Coaching häufig derart angepriesen, als könne es alle Probleme bewältigen und Jeden und Alles heilen. Es gibt diverse Definitionen des Begriffs „Coaching“ und ebenso ist „Coaching“ zu einem populären Sammelbegriff geworden, unter dem teilweise ganz verschiedene Dinge verstanden werden, je nach Kontext oder Perspektive desjenigen, der von Coaching spricht: „Die Spannbreite reicht vom Coaching im Sport über kosmetische Beratung, die als ´Typ-Coaching` firmiert bis zum `Ernährungscoaching`“. [...] Da bei der Begrifflichkeit und dem Verständnis von Coaching derartige Uneinheitlichkeit und Unwissenheit besteht, stellt man sich die Frage, was Coaching denn nun wirklich ist, warum Menschen Coaching in Anspruch nehmen und auf welche Ziele sie dabei hoffen. [...] In der vorliegenden Arbeit wird ein kurzer Überblick darüber gegeben, was Coaching ist, welche Anlässe Menschen dazu führen Coaching in Anspruch zu nehmen und welche Ziele es verfolgt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Was ist „Coaching“?
2. 1 Entwicklung der Coachingpraxis
2. 2 Der Begriff des „Coachings“ nach Astrid Schreyögg
3. Anlässe für Coaching nach Astrid Schreyögg
4. Ziele von Coaching
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen „Coaching“ vor dem Hintergrund einer zunehmenden Leistungsgesellschaft. Ziel ist es, den populären, aber oft unscharfen Begriff zu definieren, die historische Entwicklung der Praxis nachzuvollziehen sowie die zentralen Anlässe und Ziele von Coaching – insbesondere nach der Lehrmeinung von Astrid Schreyögg – wissenschaftlich einzuordnen.
- Begriffsbestimmung und Abgrenzung von Coaching
- Historische Genese der Coachingpraxis
- Krise als zentraler Anlass für Coaching
- Individuelle vs. kollektive Krisenszenarien
- Coaching als Hilfe zur Selbsthilfe und Personalentwicklung
Auszug aus dem Buch
2. Was ist „Coaching“?
Der aus dem Englischen und hier vor allem aus dem sportlichen Kontext stammende Begriff „to coach“ bedeutet auf Deutsch so viel wie einpauken, trainieren, Tipps und Anweisungen geben. Dabei geht es um die Beratung und Betreuung von Sportlern während Wettkämpfen und Training. Durch seine assoziative Nähe zum Sport, kann Coaching als eine Formel für individuelle Beratung, die den Leistungsanspruch des Klienten ausdrückt, verstanden werden. „Coaching ist modern und der Klient ein leistungsbereiter Mitspieler, der sich auf den Wettkampf freut.“
Ähnlich wie bei Sportlern, ist es ebenfalls für Führungskräfte in der Wirtschaft und in der Politik schwierig, Höchstleistungen zu entwickeln und diese konstant zu halten, weshalb sie einen Coach benötigen, der sie dabei unterstützt. Seghers et al. (2011) stellten in einer umfassenden internationalen Bestandsaufnahme fest, dass Coaching nicht nur der Bewältigung von Krisen bei Menschen mit Managementfunktionen dient, sondern viel mehr dazu, sich individuelle Skills wie z.B. die Kommunikation im beruflichen Alltag anzueignen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den aktuellen „Coaching-Boom“ in der modernen Leistungsgesellschaft und thematisiert die daraus resultierende Begriffsverwirrung.
2. Was ist „Coaching“?: Dieses Kapitel definiert den Begriff durch seinen sportlichen Ursprung, differenziert verschiedene Anwendungsbereiche und arbeitet Merkmale professioneller Managementberatung heraus.
2. 1 Entwicklung der Coachingpraxis: Hier wird der historische Wandel vom Coaching durch Vorgesetzte hin zur spezialisierten externen Beraterleistung für Topmanager skizziert.
2. 2 Der Begriff des „Coachings“ nach Astrid Schreyögg: Dieser Abschnitt fokussiert auf Schreyöggs Verständnis von Coaching als professionelle Managementberatung und deren Funktionen.
3. Anlässe für Coaching nach Astrid Schreyögg: Das Kapitel analysiert Krisen als primäre Anlässe für Coaching und unterscheidet dabei zwischen individuellen und kollektiven Krisenphänomenen.
4. Ziele von Coaching: Hier werden die zentralen Ziele wie die „Hilfe zur Selbsthilfe“ und die Förderung beruflicher Selbstgestaltungspotenziale erörtert.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Rolle von Coaching als professionelles Instrument zur Bewältigung beruflicher Anforderungen.
Schlüsselwörter
Coaching, Personalentwicklung, Managementberatung, Selbsthilfe, Führungskräfte, Leistungsgesellschaft, Krisenintervention, Selbstmanagement, Berufsberatung, Coachingpraxis, Leistungssteigerung, Selbstreflexion, Kompetenzvermittlung, Coaching-Industrie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Begriff Coaching, seiner Entstehung, seiner Definition und seiner Bedeutung als professionelles Beratungsinstrument für Führungskräfte.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Begriffsabgrenzung, der historischen Entwicklung der Coachingpraxis, der Analyse von Krisen als Coaching-Anlass sowie den Zielen von Coaching.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist ein wissenschaftlich fundierter Überblick, der Klärung in die uneinheitliche Begriffsverwendung bringt und aufzeigt, warum Coaching heute als Personalentwicklungsinstrument fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um bestehende Konzepte, insbesondere die von Astrid Schreyögg und Christopher Rauen, gegenüberzustellen und zu systematisieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsdefinition, die historische Einordnung der Coachingpraxis, die Darstellung von Coaching-Anlässen bei Krisen und die Erläuterung der Zielsetzungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Coaching, Personalentwicklung, Managementberatung, Krisenintervention und Selbsthilfe.
Wie unterscheidet Astrid Schreyögg zwischen Coaching-Krisen?
Sie differenziert zwischen individuellen Krisen, wie Jobstress oder Burnout, und kollektiven Krisen, die durch ökonomische Engpässe oder strukturelle Veränderungen in Organisationen entstehen.
Warum wird Coaching als „Hilfe zur Selbsthilfe“ bezeichnet?
Das Ziel ist es, dass der Coach durch Prozesssteuerung die Ressourcen des Coachees so aktiviert, dass dieser langfristig befähigt wird, Probleme eigenständig zu bewältigen und der Coach somit überflüssig wird.
- Quote paper
- Carolin Zauner (Author), 2013, Was ist Coaching? Definition, Anlass und Ziele, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278505