Ein Risikomanagementsystem dient zur Unterstützung der Führung. Es besteht zwar eine rechtliche Verpflichtung für die Unternehmensleitung, jedoch die Ausgestaltung dieses Systems ist nicht explizit vorgeschrieben. Eine mögliche Ausführung wird vorgestellt. Systembildende Elemente (Risikomanagement-Strategie, Risikomanagement-Organisation, Risikomanagement-Kultur) (1) wirken zusammen mit den primären systemkoppelnden Elementen (Frühwarnsystem, Risikocontrolling, internes Überwachungssystem) (2). Bestehende Managementsysteme sollten integriert werden, da diese wertvolle Informationen für das Risikomanagement beisteuern (3). Die Dokumentation des Risikomanagementsystems erfolgt im Risikomanagement-Handbuch (4). Für die hohe Komplexität des Risikomanagementsystems ist eine EDV-Unterstützung unerlässlich (5).
Inhaltsverzeichnis
Risikomanagementsystem
1 Systembildende Elemente
1.1 Risikomanagement-Strategie
1.2 Risikomanagement-Organisation
1.3 Risikomanagement-Kultur
2 Systemkoppelnde primäre Elemente
2.1 Frühwarnsystem
2.2 Risikocontrolling
2.3 Internes Überwachungssystem
3 Systemkoppelnde sekundäre Elemente
3.1 Risikomanagement und Qualitätsmanagement
3.2 Risikomanagement und Balanced Scorecard
4 Risikomanagement-Handbuch
5 EDV-Unterstützung des Risikomanagements
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die strukturellen und prozessualen Elemente eines Risikomanagement-Systems, um Führungskräften bei der Gestaltung eines wirksamen Rahmens zur Sicherung des Unternehmenserfolgs zu unterstützen. Im Fokus steht dabei die Integration von Risikomanagement in bestehende Managementstrukturen und die Rolle der IT.
- Systembildende Elemente (Strategie, Organisation, Kultur)
- Primäre systemkoppelnde Elemente (Frühwarnung, Controlling, Überwachung)
- Integration in Managementsysteme (Qualitätsmanagement, Balanced Scorecard)
- Dokumentationswesen mittels Risikomanagement-Handbuch
- Bedeutung der IT-Unterstützung (RMIS)
Auszug aus dem Buch
1.2 Risikomanagement-Organisation
Das Risikomanagement ist in ein System aufbau- und ablauforganisatorischer Regeln einzubetten, da es mit der gezielten Gestaltung und Integration risikobewältigender Werkzeuge alleine nicht getan ist. Die Risikomanagement-Organisation liefert den aufbauorganisatorischen Rahmen und bestimmt den strukturellen Hintergrund für den Ablauf der Risikomanagement-Prozesse (vgl. Diederichs 2004: 203).
"Unter der Risikomanagement-Organisation wird dementsprechend die Bündelung der Aktivitäten verschiedener betrieblicher Institutionen und Funktionen innerhalb eines festgelegten Systems unter dem Gesichtspunkt der Risikoidentifikation, -beurteilung, -steuerung und -überwachung verstanden." (ebd.: 203 f.; Fußnote weggelassen)
In der Praxis haben sich drei Alternativen einer organisatorischen Einbindung des Risikomanagementsystems etabliert:
1.2.1 Separationsprinzip
Das Separationsprinzip sieht die Bildung einer eigenen Stelle oder Abteilung für das Risikomanagement vor. Dem Thema Risikomanagement wird somit eine hohe Priorität eingeräumt, Verantwortungen sind hier klar definiert. Das Separationsprinzip weist gegenüber den anderen Prinzipien den höchsten Grad an Strukturierung und Systematisierung im Prozessablauf auf, geht Risikoherden am intensivsten nach und setzt das Risikomanagement am flächendeckendsten um. Der Aufbau von Spezialwissen, eine erhöhte Transparenz sowie eine unternehmensweite Steuerung, die Einsparpotentiale (z.B. bei Versicherungsprämien) zulässt, lassen sich ebenso als Vorteil nennen (vgl. Wolf, Runzheimer 2003 104). Es entstehen jedoch auch zusätzliche Kosten, die den Nutzen rechtfertigen müssen. Nachteilig ist auch, dass das Risikomanagement nicht am Ort der Risiko-Entstehung ansetzt und zentrale Stellen eventuell nicht ausreichend über notwendiges Fach- und Detailwissen verfügen (vgl. ebd.: 156).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Systembildende Elemente: Beschreibt die strategischen, organisatorischen und kulturellen Grundlagen, die den Rahmen für ein erfolgreiches Risikomanagement bilden.
2 Systemkoppelnde primäre Elemente: Analysiert die operativen Komponenten wie Frühwarnsysteme, Controlling und das interne Überwachungssystem, die unmittelbar mit dem Risikomanagementprozess verbunden sind.
3 Systemkoppelnde sekundäre Elemente: Erörtert die Integration des Risikomanagements mit komplementären Managementsystemen wie dem Qualitätsmanagement und der Balanced Scorecard.
4 Risikomanagement-Handbuch: Erläutert die Funktion und den empfohlenen Mindestinhalt eines Handbuchs zur Dokumentation aller risikomanagementrelevanten Prozesse und Strukturen.
5 EDV-Unterstützung des Risikomanagements: Beleuchtet die Notwendigkeit und Anforderungen an Risikomanagement-Informationssysteme (RMIS) zur Bewältigung der hohen Komplexität.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Risikomanagementsystem, Risikostrategie, Risikocontrolling, Frühwarnsystem, Internes Überwachungssystem, Risikokultur, Risikomanagement-Handbuch, Risikomanagement-Informationssystem, KonTraG, Unternehmensführung, Risikoidentifikation, Risikosteuerung, Risikoberichterstattung, Prozessmanagement
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Ziel dieser Publikation?
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die wesentlichen Elemente eines Risikomanagementsystems zu identifizieren und aufzuzeigen, wie diese strukturell in ein Unternehmen integriert werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit behandelt systembildende Elemente (Strategie, Organisation, Kultur), primäre und sekundäre systemkoppelnde Elemente sowie die praktische Dokumentation und IT-Unterstützung.
Welche Forschungsfrage steht im Fokus?
Die zentrale Frage ist, wie ein Risikomanagementsystem trotz der fehlenden expliziten gesetzlichen Vorgabe zur Ausgestaltung sinnvoll in die Unternehmensstruktur eingebettet werden kann.
Welche wissenschaftliche Methodik wird genutzt?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der systemtheoretischen Aufarbeitung bestehender Managementkonzepte und -instrumente.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Definition des Risikomanagementsystems, die detaillierte Beschreibung der Systemelemente sowie praktische Anleitungen zur Handbucherstellung und IT-Integration.
Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Risikomanagement, Risikocontrolling, Frühwarnsystem und RMIS geprägt.
Welche Rolle spielt das Risikomanagement-Handbuch?
Das Handbuch dient als zentrales Dokumentationsinstrument, um Rahmenbedingungen, Prozesse und Strukturen für alle Mitarbeiter transparent und verbindlich zu kommunizieren.
Warum ist eine EDV-Unterstützung für das Risikomanagement essenziell?
Aufgrund der hohen Komplexität und der Notwendigkeit einer schnellen Datenverarbeitung ist ein IT-gestütztes Risikomanagement-Informationssystem (RMIS) unerlässlich, um das Topmanagement zu unterstützen.
Was unterscheidet das Separationsprinzip vom Integrationsprinzip?
Das Separationsprinzip setzt auf spezialisierte Abteilungen zur Risikosteuerung, während beim Integrationsprinzip die Risikomanagementaufgaben in die bestehende Linienorganisation eingegliedert werden.
Wie unterscheidet der Autor zwischen primären und sekundären systemkoppelnden Elementen?
Primäre Elemente (wie Controlling) stehen im direkten Wirkungsbereich zum Risikomanagementprozess, während sekundäre Elemente (wie Qualitätsmanagement) das System indirekt durch die Bereitstellung relevanter Informationen unterstützen.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Pflegewirt (FH) Stefan Ertl (Autor:in), 2005, Die Elemente eines Risikomanagement-Systems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278533