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Kulturspezifische Pflege muslimischer Patienten im Krankenhaus

Titel: Kulturspezifische Pflege muslimischer Patienten im Krankenhaus

Hausarbeit , 2013 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Isabell Berger (Autor:in)

Pflegewissenschaft - Pflegemanagement
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Wir kommen täglich mit Menschen in Kontakt, die eine andere Kultur leben, als sie uns bekannt ist. Menschen die eine andere, für uns fremde Religion pflegen, andere Lebensgewohnheiten haben und manche Dinge einfach anders angehen.
Besonders in der Pflege, wo man sehr engen und intimen Kontakt zu fremden Menschen hat, führt das nicht selten zu Diskrepanzen.
Die folgende Arbeit ist fokussiert auf muslimische Mitbürger. Sie stellt kurz dar, wie türkische Migranten, die nun schon in der dritten oder vierten Generationen hier leben, ins Aufnahmeland Deutschland kamen und gibt einen Kurzeinblick in den Islam.
Die durch das Aufeinandertreffen der deutschen und der türkischen Lebensgewohnheiten entstehenden Kommunikationsprobleme werden kurz erläutert und die Besonderheit des Gesundheitszustandes von Migranten wird dargestellt.
Ungewissheit ist ein Zustand, der in der türkischen Kultur als bedrohlich empfunden wird. Türken reagieren oft sehr emotional und haben große Schwierigkeiten, andere Ansichten und Meinungen zu tolerieren (vgl. v. Bose et al 2012, S. 167). Auf diese und weitere Differenzen, die brisant für das Gesundheitswesen sind, wird näher eingegangen.
Speziell im stationären Bereich führen verschiedene Auffassungen von Werten und Normen immer wieder zu Unsicherheit und Missverständnissen. Für viele Pflegende stellt die Betreuung von Muslimen eine Herausforderung dar. Dabei wollen sie doch nur auf die Bedürfnisse ihrer muslimischen Patienten eingehen.
Problematiken entstehen durch den Glauben und dadurch begründete Verpflichtungen im Umgang mit Angehörigen, bei der Ernährung, im Umgang mit der Intimsphäre und mit Tod, Trauer und Schmerz. Es werden Lösungsansätze formuliert, die den Mitarbeitern in Einrichtungen des Gesundheitswesens Unterstützung bieten sollen, um kulturbedingte Konflikte erkennen und lösen zu können. Bereits in der Ausbildung können Grundsteine dazu gelegt werden. Langjährig erfahrene Mitarbeiter benötigen aktuelle Schulungen und die Ausbildung von Multiplikatoren soll helfen, vor Ort schnell kultursensibel handeln zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Migration und Integration

3 Der Islam

3.1 Zielgruppe der Muslime

3.2 Interkulturelle Kommunikationsprobleme

4 Gesundheit von Migranten

4.1 Kulturelle Differenzen

4.1.1 … mit Angehörigen

4.1.2 … durch den Glauben

4.1.3 … bei der Ernährung

4.1.4 … zur Bewahrung der Intimsphäre

4.1.5 … im Umgang mit Tod, Trauer und Schmerz

5 Lösungsansätze

5.1 Unterstützung für Mitarbeiter

5.2 Notwendige Konsequenzen für Aus- und Weiterbildung

6 Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen bei der pflegerischen Betreuung muslimischer Patienten im deutschen Gesundheitssystem. Das Ziel ist es, durch eine Analyse interkultureller Unterschiede und Kommunikationsbarrieren Lösungsansätze zu formulieren, die dem Pflegepersonal eine kultursensible Arbeitsweise ermöglichen.

  • Analyse des Einflusses kultureller und religiöser Normen auf den Pflegealltag.
  • Untersuchung von Kommunikationsproblemen zwischen Pflegekräften und muslimischen Patienten.
  • Darstellung spezifischer Aspekte wie Ernährung, Intimsphäre, Familienbeziehungen und Umgang mit dem Tod.
  • Erarbeitung von Strategien zur Sensibilisierung des Personals im Gesundheitswesen.

Auszug aus dem Buch

4.1.1 … mit Angehörigen

Die Familie hat in allen Kulturen einen besonderen Stellenwert. Ist ein Familienmitglied erkrankt, wird es umsorgt und gepflegt. Im Krankenhaus jedoch erscheint die Situation für Angehörige schwieriger. Sie fühlen sich hilflos, machen sich große Sorgen und sollen sich zudem noch an Regeln halten. Meist liegt ein Patient nicht allein im Zimmer, so ist auch auf den Mitpatienten Rücksicht zu nehmen.

Bei Muslimen hat die Familie eine noch größere Bedeutung, als bei Deutschen. Allen Angehörigen des Familienbundes wird Schutz, Sicherheit und Versorgung garantiert. Dieser Rückhalt wirkt sich auf die Genesung des Patienten positiv aus, es ergibt sich aber auch ein großer Konfliktpunkt. Im Islam ist der Besuch von Kranken eine soziale Verpflichtung. Ihrer Meinung nach wird der Patient schneller gesund, je mehr Freunde und Angehörige zu Besuch kommen. Ihre Anwesenheit wird als normal und nicht störend empfunden (vgl. McCourt 2011, S. 27).

Das Familienleben der islamischen Bevölkerung ist neben der religiösen Verpflichtung ein weiterer Grund für häufige Besuche. Muslime sind es nicht gewohnt allein zu leben. Familienmitglieder sind ständig unter Menschen und mehrere Generationen leben oft zusammen unter einem Dach. Für den Kranken ist der Besuch eher eine Erleichterung, er kann sich umsorgt fühlen und kann sich sicher sein, dass er zur Gemeinschaft der Familie und Freunde dazugehört. Bleibt der Besuch aus führt dies zu Einsamkeit und Isolation. Der muslimische Patient fühlt sich im Stich gelassen (vgl. v. Bose et al 2012, S. 33). Für den Klinikalltag, besonders auf großen bettenführenden Stationen, ist dieses Verhalten problematisch. Oftmals gibt es feste Besuchszeiten, an die es sich zu halten gilt. Außerdem fühlen sich Mitpatienten durch permanenten Besuch gestört. Sie trauen es sich aber oftmals nicht zu äußern, oder werden als verständnislos und rücksichtslos beschimpft.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der kultursensiblen Pflege im Krankenhausalltag und führt in die zentralen Problemfelder ein, die aus dem Aufeinandertreffen unterschiedlicher kultureller Lebensgewohnheiten resultieren.

2 Migration und Integration: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Migration und beschreibt die Bedeutung für die demographische Entwicklung sowie die sozialen Veränderungen für zugewanderte Menschen in Deutschland.

3 Der Islam: Es wird ein kurzer Einblick in die Entstehungsgeschichte, die Grundpfeiler des islamischen Glaubens und die heterogene Zusammensetzung der muslimischen Bevölkerungsgruppe in Deutschland gegeben.

4 Gesundheit von Migranten: Dieses Kapitel beleuchtet gesundheitliche Auswirkungen des Migrationsprozesses und analysiert, wie kulturelle Differenzen – wie etwa beim Umgang mit Intimsphäre, Ernährung oder Tod – den Klinikalltag beeinflussen.

5 Lösungsansätze: Hier werden Strategien zur Konfliktbearbeitung sowie die Notwendigkeit von Fortbildungen und der Ausbildung von Multiplikatoren für eine kultursensible Pflege thematisiert.

6 Zusammenfassung: Die Zusammenfassung resümiert die Notwendigkeit, Mitarbeiter durch gezielte Ausbildung und eine transkulturelle Unternehmenskultur zu befähigen, muslimischen Patienten respektvoll und kompetent zu begegnen.

Schlüsselwörter

Kultursensible Pflege, Islam, Migration, Integration, Gesundheitswesen, Interkulturelle Kommunikation, Krankenhaus, Patientenbetreuung, Religion, Werte, Normen, Transkulturalität, Gesundheitsförderung, Konfliktmanagement, Multiplikatoren.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, muslimische Patienten in deutschen Gesundheitseinrichtungen kultursensibel und bedarfsgerecht zu pflegen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen Migration, die Grundlagen des Islam, interkulturelle Kommunikationsprobleme sowie kulturelle Besonderheiten bei Ernährung, Intimsphäre, Familienbeziehungen und Sterbebegleitung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, Pflegenden und Ärzten Unterstützung anzubieten, um kulturbedingte Missverständnisse zu erkennen, abzubauen und die Qualität der Versorgung muslimischer Patienten zu verbessern.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die theoretische Grundlagen zur Migration und zum Islam mit praktischen Erfahrungen im stationären Pflegebereich verknüpft.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert spezifische Konfliktpunkte, wie etwa das Spannungsfeld zwischen der religiös verankerten Wichtigkeit familiärer Besuche und den strukturellen Vorgaben in deutschen Kliniken.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie kultursensible Pflege, Interkulturalität, Migration, Islam und Gesundheitskompetenz beschreiben.

Warum ist die Ernährung im Krankenhaus für Muslime oft schwierig?

Die deutsche Krankenhausküche ist oft stark standardisiert und auf westliche Diäten ausgelegt, während in der türkischen Kultur das Essen ein soziales Ereignis ist und das strikte Verbot von Schweinefleisch sowie das Fasten im Ramadan spezielle Anforderungen stellen.

Wie gehen Muslime mit Schmerz und Krankheit um?

Schmerz wird oftmals emotionaler und lauter geäußert, um das Pflegepersonal auf die eigene Bedürftigkeit hinzuweisen, wobei manche Patienten Schmerzen jedoch auch als gottgegeben akzeptieren und verschweigen.

Welche Rolle spielen sogenannte Multiplikatoren?

Multiplikatoren aus dem Pflegebereich sollen geschult werden, um Wissen über kultursensible Pflege in ihre Teams zu tragen, Kollegen zu beraten und so für eine nachhaltige Verbesserung der Versorgungssituation zu sorgen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kulturspezifische Pflege muslimischer Patienten im Krankenhaus
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,3
Autor
Isabell Berger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
23
Katalognummer
V278825
ISBN (eBook)
9783656968405
ISBN (Buch)
9783656968412
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kulturspezifische pflege patienten krankenhaus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Isabell Berger (Autor:in), 2013, Kulturspezifische Pflege muslimischer Patienten im Krankenhaus, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/278825
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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