„Let’s talk about Sex!“ Welche Rolle spielt Sexualpädagogik in einer Zeit, in der Aufklärung durch die freie Verfügbarkeit von Pornografie in den Medien überflüssig erscheint?
Der kommerziell-künstliche Online-Sex übt einen enormen psychologischen Leistungsdruck auf Jugendliche mit wenig sexueller Erfahrung aus. Auch die sozialen Medien bergen Konfliktpotenzial, da sie ideale Plattformen sind, um die eigene Sexualität zu inszenieren.
Dieser Band beantwortet die Frage danach, wie Medien heute die sexuelle Aufklärung und das Sexualempfinden junger Menschen beeinflussen und welche Chancen sich für Sexualpädagogik in diesem Umfeld bieten.
Aus dem Inhalt:
Sexualpädagogik im Wandel der Zeit
Der Einfluss der modernen Pornographie auf das Sexual- und Selbstempfinden
Sexualpädagogik im Umgang mit sozial-online-vernetzten Jugendlichen
Inhaltsverzeichnis
Sexualpädagogik im Wandel der Zeit
1. Einleitung
2. Sexualerziehung im Altertum und Mittelalter
3. Negative Sexualerziehung
3.1. Sexualerziehung in der Kindheit
3.2. Sexualerziehung in der Jugend
3.3. Zeitzeugenberichte aus der Nachkriegszeit
4. Scheinaffirmative Sexualerziehung
4.1. Sexualerziehung in der Kindheit
4.2. Sexualerziehung in der Jugend
5. Emanzipatorische Sexualerziehung
5.1. Die Erkenntnisse Sigmund Freuds
5.2. Sexualerziehung in der Kindheit
5.3. Sexualerziehung in der Jugend
6. Fazit
40 Jahre Dr. Sommer & Co. Sexualerziehung in der BRAVO im Spiegel der Zeit
1. Einleitung
2. Die Jugendzeitschrift BRAVO
2.1 Auflage und Leserschaft
2.2 Aufklärungsserien und sexuelle Lebenshilfe
3. Quantitative und qualitative Inhaltsanalyse des Stichprobenmaterials
3.1 Die Stichprobe
3.2 Quantitative Analyse
3.3 Qualitative Aspekte
4. Vergleich des Stichprobenmaterials von 1989 bis 2008
4.1 Kontinuitäten
4.2 Unterschiede in den Fragen und Problemen Jugendlicher
4.3 Die Veränderung der Aufklärungsseiten
5. Fazit
Vom Einfluss der modernen Pornographie auf das Sexual- und Selbstempfinden im 21. Jahrhundert
1. Einleitung
2. Die Geschichte der Pornographie: Von der Höhlenmalerei zum Full HD-Erlebnis
3. Von der Existenzgrundlage der Pornoindustrie: Die Geschichte der Masturbation
4. Die Einflüsse der modernen Pornographie auf das Selbstempfinden
5. Die Einflüsse der modernen Pornographie auf das Sexualempfinden
6. Schlusswort
Sexualpädagogik goes Web 2.0. Sexualpädagogik im Umgang mit sozial-online vernetzten Jugendlichen
1. Einleitung
2. Jugend und Sexualität
2.1 Lebenswelten Jugendlicher
2.2 Definition Sexualität
2.3 Sexuelle Entwicklung im Jugendalter
3. Jugend und Sexualität im Web 2.0
3.1 Ausdrucksmöglichkeiten von Sexualität im Web 2.0
3.2 Der Umgang Jugendlicher mit ihrer Sexualität im Sozialen Netzwerk facebook
3.3 Probleme und Gefahren
4. Grundlagen der gegenwärtigen Sexualpädagogik
4.1 Institutionenübergreifende Grundlagen der Sexualpädagogik
4.2 Familiale Sexualpädagogik
4.3 Staatliche Sexualpädagogik
4.4 Kirchliche Sexualpädagogik
5. Sexualpädagogik im Zeitalter des Web 2.0
5.1 Erziehung zur Kompetenz im Umgang mit Sozialen Netzwerken
5.2 Erziehung zum Umgang mit sexuellen Inhalten in Sozialen Netzwerken
5.3 Vorschlag für einen sexualpädagogischen Leitfaden Web 2.0
6. Fazit und Ausblick
Sexualpädagogik im Internet. Chancen und Risiken einer sexualpädagogischen Online-Beratung
1. Einleitung
2. Definitionen
2.1 Beratung
2.2 Sexualpädagogik
2.3 Sexualpädagogische Beratung
3. Sexualpädagogik im Wandel – Entstehung und Geschichte
4. Beratung im Internet
4.1 Vorteile der Online-Beratung
4.2 Nachteile der Online-Beratung
5. Welche Chancen und Risiken für die sexualpädagogische Arbeit ergeben sich aus diesen Erkenntnissen?
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Publikationsreihe untersucht den historischen und aktuellen Wandel der Sexualpädagogik, beleuchtet die Rolle von Jugendmedien wie der BRAVO und analysiert den Einfluss moderner Pornographie sowie sozialer Netzwerke auf die Identitätsbildung und das Sexualempfinden Jugendlicher im 21. Jahrhundert.
- Wandel sexualpädagogischer Erziehungsmodelle vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart.
- Die mediale Aufklärung durch Jugendzeitschriften und deren Auswirkungen auf das Selbstbild.
- Der Einfluss von Internetpornographie auf Sexualverhalten und Selbstwahrnehmung.
- Herausforderungen der Sexualpädagogik im Zeitalter von Web 2.0 und sozialen Netzwerken.
- Chancen und Risiken digitaler Online-Beratung für Jugendliche.
Auszug aus dem Buch
3. Negative Sexualerziehung
Negative Sexualerziehung hat ihren Ursprung im 18. Jahrhundert und hat ihre Auswirkungen bis in die 1950er Jahre hinein. Sie ist auch als „repressive“, „unterdrückende“ oder „autoritäre Sexualerziehung“ bekannt. Die menschliche Sexualität ist zu dieser Zeit ein öffentliches Tabuthema. Der Begriff der negativen Sexualerziehung ist auf Rousseau zurückzuführen. Er beschreibt „eine Pädagogik, die den Zögling vor Einflüssen der Zivilisation streng abschirmt“.
„...Die Hauptsache [liegt] nicht darin, die Gedanken auf das Sexuelle hinzulenken, sondern sie davon abzulenken“.
Kinder und Jugendliche werden von der Sexualität ferngehalten, sexuelle Vorgänge werden lediglich umschrieben. In Schulbüchern wird der Mensch als geschlechtsloses Wesen dargestellt. In der Erziehung soll nur das Notwendigste erwähnt werden. Auf diese Weise sollen „... alle diejenigen Charakterkräfte und Gewohnheiten ... [geweckt werden], welche den jungen Menschen von selbst in die richtige geistige Haltung gegenüber den erwachenden Trieben setzen“.
Zusammenfassung der Kapitel
Sexualpädagogik im Wandel der Zeit: Historischer Abriss über die Entwicklung von Erziehungsstilen, von der unterdrückenden negativen Sexualerziehung über die scheinaffirmative Form bis hin zur emanzipatorischen Pädagogik des späten 20. Jahrhunderts.
40 Jahre Dr. Sommer & Co. Sexualerziehung in der BRAVO im Spiegel der Zeit: Analyse der BRAVO als wichtigstes Aufklärungsmedium der Jugend, deren Inhalte und Leserbriefe eine Enttabuisierung der Jugendsexualität widerspiegeln.
Vom Einfluss der modernen Pornographie auf das Sexual- und Selbstempfinden im 21. Jahrhundert: Untersuchung der Auswirkungen des massiven Konsums von Internetpornographie auf das individuelle Selbstwertgefühl und die sexuelle Wahrnehmung, gestützt durch eine empirische Umfrage.
Sexualpädagogik goes Web 2.0. Sexualpädagogik im Umgang mit sozial-online vernetzten Jugendlichen: Auseinandersetzung mit der neuen Lebenswelt Jugendlicher in sozialen Netzwerken und der Notwendigkeit einer zeitgemäßen sexualpädagogischen Begleitung im digitalen Raum.
Sexualpädagogik im Internet. Chancen und Risiken einer sexualpädagogischen Online-Beratung: Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen von Online-Beratungsangeboten als Ergänzung zur klassischen Präsenzberatung.
Schlüsselwörter
Sexualpädagogik, Jugendsexualität, BRAVO, Dr. Sommer, Pornographie, Internet, Web 2.0, Soziale Netzwerke, Online-Beratung, sexuelle Identität, Selbstempfinden, Masturbation, Aufklärung, Pubertät, Sexualerziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in den vorliegenden Arbeiten grundlegend?
Die Beiträge untersuchen die historische und aktuelle Entwicklung der Sexualerziehung sowie den Einfluss neuer Medien und moderner Technologien auf das Sexualleben und das Selbstbild Jugendlicher.
Welche zentralen Themenfelder deckt das Werk ab?
Zentrale Themen sind die Geschichte der Sexualpädagogik, die Rolle von Jugendzeitschriften wie der BRAVO, der Einfluss von Pornographie sowie die Herausforderungen der Erziehung und Beratung im digitalen Web 2.0-Zeitalter.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Veränderungen und Medienkompetenz die sexuelle Entwicklung Jugendlicher beeinflussen und welche Rolle pädagogische Begleitung dabei spielt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeiten stützen sich auf Literaturanalysen, historischen Vergleich sowie – insbesondere im Kontext der Pornographie – auf quantitative und qualitative Auswertungen von Umfrageergebnissen.
Was wird im Hauptteil der verschiedenen Studien behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Analyse von Leserbriefen, der Entwicklung von Beratungsmodellen im Internet und der kritischen Reflexion über sexuelle Identitätsarbeit in sozialen Netzwerken.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Sexualpädagogik, Enttabuisierung, Mediensozialisation, digitale Identität und sexuelle Selbstbestimmung.
Welchen Einfluss hat das Web 2.0 auf die sexuelle Identitätsbildung?
Das Web 2.0 bietet Jugendlichen neue Räume zur Selbstdarstellung und Identitätsarbeit, bringt jedoch durch den permanenten Vergleichsdruck und soziale Medienanforderungen auch neue Herausforderungen für das Selbstwertgefühl mit sich.
Wie hat sich die Rolle der BRAVO im Laufe der Jahrzehnte verändert?
Während sie früher eine moralische Instanz war, hat sich die BRAVO zu einem Medium entwickelt, das den gewandelten Informationsbedarf Jugendlicher mit einer direkteren und offeneren Sprache bedient, wenn auch ihre Berichterstattung weiterhin kritisch hinterfragt wird.
Warum ist die Online-Beratung eine wichtige Ergänzung?
Online-Beratung bietet einen niederschwelligen Zugang zu Informationen, besonders für Jugendliche, die bei tabuisierten Themen Hemmungen haben, sich an klassische Beratungsstellen zu wenden.
- Quote paper
- Elisabeth Czok (Author), Martina Schlund (Author), Jenny Camen (Author), Sabrina Gavars (Author), Martin Wutstrack (Author), 2014, Sexualpädagogik in den Medien. Von Dr. Sommer bis zur "Sexualerziehung 2.0" im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279201