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SOS Homophobie Paris und Schwules Überfalltelefon Berlin. Ein Vergleich der beiden Einrichtungen

Title: SOS Homophobie Paris und Schwules Überfalltelefon Berlin. Ein Vergleich der beiden Einrichtungen

Seminar Paper , 1999 , 15 Pages , Grade: 1-2

Autor:in: Ralf Strauss (Author)

French Studies - Culture
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Einleitung

Die Geschichte der Homosexualität in Frankreich ist die Geschichte der Homosexuellen in Frankreich und insbesondere die ihrer Diskriminierung. In (zu) vielen Epochen der Geschichte konnten Homosexuelle in Frankreich und Deutschland, um nur von diesen beiden Ländern in Europa zu reden, sich sicher nur heimlich hinter geschlossenen Gardinen treffen, wenn sie nicht hinter schwedischen landen wollten. Die lange Zeit der Intoleranz und Diskriminierung in Europa – aber nicht nur hier - hat Auswirkungen bis in die heutige Gesellschaft der jeweiligen Länder. Diskriminierungen, Benachteiligungen, Aggressionen etc. gehören zum Alltag vieler Homosexueller in Frankreich und in Deutschland. In den 80er Jahren galt, daß „zwar Homosexuelle in Frankreich schon seit langem nicht mehr strafrechtlich verfolgt [werden], doch daß die Öffentlichkeit die Schwulen mehr als tolerierte, ließ sich [der Pariser Schriftsteller Yves] Navarre nicht vormachen,“1 in Deutschland hörte die gesetzliche Kriminalisierung sexueller Kontakte zweier Männer durch den §175 des Strafgesetzbuches hingegen erst mit dessen Streichung im Jahre 1994 auf. Um gegen die gewaltsamen Formen der Diskriminierung von Homosexuellen anzugehen, haben sich in Paris und Berlin zwei Organisationen gegründet. In der französischen Hauptstadt sammelt SOS Homophobie2 die Aussagen und Berichte von betroffenen Schwulen und Lesben und versucht gegen homophobe Äußerungen - ganz gleich über welches Medium sie verbreitet werden - vorzugehen, in der deutschen leistet das Schwule Überfalltelefon Berlin3 die analoge Arbeit.

Die Tätigkeit von SOS und SÜB soll in dieser Arbeit beschrieben und verglichen werden, dabei sollen insbesondere die verschiedenen Arbeitsschwerpunkte beleuchtet werden. Wenn in dieser Arbeit von Homosexuellen die Rede ist, sind Lesben und Schwule gemeint, soll nur von homosexuellen Männern bzw. homosexuellen Frauen die Rede sein, werden die Ausdrücke Schwule bzw. Lesben benutzt. SOS hat nunmehr zum zweiten Mal den „Rapport sur l’homophobie“ vorgelegt. Der von 1997 ist der erste seiner Art und soll eine Bilanz der Arbeit der Gruppe in den Jahren 1995 und 1996 ziehen, der „Rapport 1998“, im Juni 1998 erschienen, reflektiert das Jahr 1997. Beide Berichte sind „le fruit d’un travail collectif [...] uniquement de bénévoles.“4 Für das SÜB veröffentlicht der Projektleiter und einzige hauptamtlich beschäftigte Mitarbeiter Bastian Finke den Jahresbericht „Stand und Perspektiven“...

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Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DIE BEIDEN ORGANISATIONEN

2.1 Der Ursprung

2.1.a SOS Homophobie

2.1b Schwules Überfalltelefon Berlin

2.2. Die Ziele von SOS und SÜB

2.2.a SOS Homophobie

2.2b Schwules Überfalltelefon Berlin

3. DIE DOKUMENTATIONEN

3.1. SOS Homophobie

3.2 SÜB

4. VERGLEICH

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die Arbeitsweisen und Schwerpunkte der Organisationen "SOS Homophobie" in Paris und des "Schwulen Überfalltelefons Berlin" (SÜB) zu beschreiben und vergleichend gegenüberzustellen, um die unterschiedlichen Ansätze bei der Bekämpfung von Diskriminierung und Gewalt gegen Lesben und Schwule zu beleuchten.

  • Historischer Hintergrund und Entstehung der beiden Organisationen.
  • Analyse der Zielsetzungen und der rechtspolitischen Ausrichtung beider Gruppen.
  • Methodik der Dokumentation von homophoben Übergriffen und Gewaltfällen.
  • Unterschiede zwischen der Telefonberatung und der direkten Opferbetreuung sowie der Täter-Opfer-Arbeit.
  • Bedeutung der strukturellen und gesellschaftlichen Bedingungen in Frankreich und Deutschland.

Auszug aus dem Buch

2.1.a SOS Homophobie

Im Herbst 1993 entstanden, basierend auf einer Idee der F.A.R. (Fraction Armée Rose), die ersten Ideen, in Paris eine Art schwules Überfalltelefon („ligne d’écoute anonyme contre les violences à caractère homophobe“5) einzurichten, inspiriert durch die äquivalenten Einrichtungen, die bereits in London, Berlin und New York ihre Arbeit aufgenommen hatten. Am 11. April 1994 wurden die Statuten des neuen Vereins offiziell eingereicht, am 25. Oktober 1994 nahm SOS mit der Bereitstellung der Telefonleitung die Arbeit auf. Die Mitarbeiter sind von Montag bis Freitag in der Zeit von 20.00 bis 22.00 Uhr zu erreichen, freitags versehen Lesben den Telefondienst. Es arbeiten zur Zeit etwa 80 Leute in den verschiedenen Gruppen wie Telefondienst, groupe prévention/intervention, groupe rapport annuel, groupe communication externe, groupe recherche et réflexion, groupe juridique und groupe finances6 mit. SOS ist ein Projekt von homosexuellen Männern und Frauen und hat eine nationale Ausrichtung, das heißt, es werden Personen aus der gesamten Republik betreut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Geschichte der Homosexualität und deren Diskriminierung in Frankreich und Deutschland ein und stellt die beiden Organisationen SOS Homophobie und das Schwule Überfalltelefon Berlin als Antwort darauf vor.

2. DIE BEIDEN ORGANISATIONEN: Dieses Kapitel erläutert die Entstehungsgeschichte sowie die strukturelle Organisation beider Projekte und beleuchtet die ideologischen und politischen Ziele der jeweiligen Vereine.

3. DIE DOKUMENTATIONEN: Hier wird detailliert dargestellt, wie SOS Homophobie und das SÜB ihre Fälle dokumentieren, welche statistischen Erhebungen daraus resultieren und wie diese Daten zur Analyse der Gewaltsituation genutzt werden.

4. VERGLEICH: Das Schlusskapitel führt die Erkenntnisse zusammen und kontrastiert die Arbeitsweisen der beiden Organisationen, insbesondere im Hinblick auf die Opferberatung und das Engagement gegen gesellschaftliche Diskriminierung.

Schlüsselwörter

Homophobie, Diskriminierung, SOS Homophobie, Schwules Überfalltelefon Berlin, Gewaltprävention, Opferhilfe, Täter-Opfer-Ausgleich, Minderheitenschutz, homosexuelle Rechte, gesellschaftliche Analyse, soziale Arbeit, sexuelle Orientierung, Menschenwürde, Frankreich, Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit einem Vergleich von zwei spezialisierten Organisationen, die Unterstützung für Betroffene von homophober Gewalt und Diskriminierung anbieten.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themenfelder sind die Dokumentation von Gewaltvorfällen, die Telefonberatung, die Täter-Opfer-Arbeit und die politische Interessenvertretung von Lesben und Schwulen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die beiden Organisationen in ihren jeweiligen Ländern mit dem Problem der Homophobie umgehen und welche unterschiedlichen Schwerpunkte sie in ihrer praktischen Arbeit setzen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse von Jahresberichten, Selbstdarstellungen und publiziertem Material der beiden Organisationen sowie einer komparativen Gegenüberstellung der Arbeitsweisen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden die Entstehung der Organisationen, ihre Zielsetzungen, die Methoden der Fallerfassung und die praktischen Ansätze in der Opferhilfe und Prävention im Detail beschrieben.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Homophobie, Opferhilfe, Gewaltprävention und rechtliche Gleichstellung charakterisiert.

Warum spielt der Täter-Opfer-Ausgleich (TOA) eine so wichtige Rolle für das SÜB?

Der TOA ist für das SÜB essenziell, da er den Betroffenen hilft, das Warum und Weshalb der Tat zu verstehen, und gleichzeitig versucht, den Täter mit der Verantwortung für sein Handeln zu konfrontieren.

Wie unterscheidet sich die methodische Herangehensweise von SOS Homophobie von der des SÜB?

Während SOS Homophobie stärker als "Einzelkämpfer" und auf landesweiter Ebene mit einem Fokus auf politische Dokumentation agiert, zeichnet sich das SÜB durch eine tiefere Integration in lokale behördliche Strukturen und eine intensivere, persönliche Opferbetreuung aus.

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Details

Title
SOS Homophobie Paris und Schwules Überfalltelefon Berlin. Ein Vergleich der beiden Einrichtungen
College
Free University of Berlin  (Institut für Romanistik)
Course
Geschichte der Homosexualität in Frankreich
Grade
1-2
Author
Ralf Strauss (Author)
Publication Year
1999
Pages
15
Catalog Number
V27927
ISBN (eBook)
9783638298438
Language
German
Tags
Homophobie Paris Schwules Berlin Vergleich Einrichtungen Geschichte Homosexualität Frankreich
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ralf Strauss (Author), 1999, SOS Homophobie Paris und Schwules Überfalltelefon Berlin. Ein Vergleich der beiden Einrichtungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/27927
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