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Transsexualität. Ein gesellschaftliches Phänomen im Wandel

Titel: Transsexualität. Ein gesellschaftliches Phänomen im Wandel

Seminararbeit , 2014 , 17 Seiten

Autor:in: Luise Richter (Autor:in)

Soziologie - Beziehungen und Familie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Wunsch nach dem Wechsel des Geschlechts ist kein Phänomen der Neuzeit, sondern bereits seit der Antike bekannt. So beschäftigen sich zahlreiche Soziologen mit dem Geschlechtswechsel und Transsexualität, wobei nach heutigen Vorstellungen Geschlechtskörper und subjektives Geschlechtsempfinden auseinander fallen.
In vorliegender Seminararbeit wird herausgearbeitet, welche Veränderungen sich im Begriffsverständnis von Transsexualität vollzogen haben und schließlich eine Definition von Transsexualität mit aktueller Gültigkeit gegeben. Hierbei werde ich zunächst einen kurzen historischen Einblick geben und im weiteren Verlauf auf aktuelle Vorstellungen vom gesellschaftlichen Phänomen der Transsexualität eingehen.
In einem nächsten Abschnitt wird dargestellt, dass Geschlechtszugehörigkeit nicht als natürlich gegeben angesehen werden kann, sondern Entwicklungen und Veränderungen unterworfen ist. Geschlechtszugehörigkeit ist somit, wie Geschlecht selbst, eine soziale Konstruktion. Mit dieser Tatsache setzt sich Stefan Hirschauer auseinander. Die Annahme dass ein kulturelles Entgegenwirken zur dichotomen Geschlechterordnung möglich ist, wird von einer Vielzahl von Soziologen geteilt. So beschreibt Erving Goffman, dass scheinbar naturgegebene Vorgaben nicht starr sind, sondern vielmehr übergangen werden könnten.
Transsexuelle können nicht selbstverständlich davon ausgehen, von der Gesellschaft toleriert oder akzeptiert zu werden. Es soll aus interaktionstheoretischer Perspektive heraus untersucht werden, welcher gesellschaftliche Wandel sich bezüglich der gesellschaftlichen Akzeptanz vollzogen hat. Verdeutlicht wird dies anhand der Fallbeispiele „Blank“ und „Katrin Lindemann“.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wandel im Begriffsverständnis

2.1. Ein historischer Einblick

2.2. Neuere Vorstellungen von Transsexualität

3. Geschlecht und Geschlechtszugehörigkeit als Konstruktion

4. Wandel in der gesellschaftlichen Akzeptanz von Transsexualität

4.1. Vor der Jahrtausendwende

4.2. Fallbeispiel Katrin Lindemann

4.3. Das neue Jahrtausend

5. Schlussbetrachtung

6. Bibliografie

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Seminararbeit verfolgt das Ziel, die begrifflichen Wandlungen von Transsexualität sowie deren soziale Konstruktion wissenschaftlich einzuordnen und den gesellschaftlichen Wandel hinsichtlich der Akzeptanz von transsexuellen Personen zu analysieren.

  • Historische Entwicklung der Begrifflichkeiten und Definitionen
  • Soziologische Perspektive auf Geschlecht als soziale Konstruktion
  • Analyse der gesellschaftlichen Akzeptanz und Diskriminierung
  • Fallbeispiele zur Verdeutlichung der individuellen Lebensumstände
  • Einfluss moderner Technologien und politischer Initiativen auf die Inklusion

Auszug aus dem Buch

2.2. Neuere Vorstellungen von Transsexualität

Während Cauldwell Transsexualität noch als absonderliche Neigung beschrieb, etablierte sich Mitte der 1960er Jahre ein Verständnis von Transsexualität als Auseinanderfallen des Geschlechtskörpers mit dem subjektiven Geschlechtsempfinden, welches auch heute noch seine Gültigkeit hat.

Mit dem Erfolg der Transsexualität geht auch eine Abwertung der Kategorie des Transvestiten einher, welche nunmehr das gelegentliche Verkleiden, dem anderen Geschlecht entsprechend, beschreibt. Transvestitismus wird nun eher mit einem fetischistischem Sexualverhalten assoziiert. Auf diesen Wandel reagierte Virginia Prince in den 1970er Jahren, indem sie den Begriff des Transvestiten mit den Begriffen „femiphilia“ bzw. „transgenderism“ ersetzt (vgl. Hirschauer 1999: 96f).

Harold Garfinkel untersuchte im Jahr 1969 in seinen Transsexuellenstudien die „interaktive Konstuktion von Geschlecht“(Gildemeister 2004: 134). Er legte mit seinem „doing account“ Ansatz den Grundstein für das „doing gender“ Konzept, welches 1978 von Susann Kessler und Wendy Mc Kenna entwickelt wurde. Zentrale Annahmen sind hierbei, dass bei Transsexuellen Geschlecht und Geschlechtszugehörigkeit nicht als fraglos gegeben angesehen werden können, sondern „getan“ werden müssen. Ein Wechsel des Geschlechts wird angestrebt und durch entsprechende Operationen realisiert (vgl. Gildemeister 2004: 134). Auf Harold Garfinkel geht im Zusammenhang mit „doing accounts“ der Begriff des „passing“ zurück, welchen er als „The work of achieving and making secure their rights to live in the elected sex status while providing for the possibility of detection and ruin carried out within the socially structured conditions in which this work occured [...]“(Garfinkel 2006: 60) beschreibt. „Passing“ bezeichnet somit die Arbeit, welche Transsexuelle vollbringen müssen, um als Personen ihres gewählten Geschlechts wahrgenommen und akzeptiert zu werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert Transsexualität als ein nicht starr definiertes Phänomen und legt den theoretischen Fokus auf die soziale Konstruktion von Geschlecht.

2. Wandel im Begriffsverständnis: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung von der medizinischen Pathologisierung hin zum modernen Verständnis der Geschlechtsidentität nach.

3. Geschlecht und Geschlechtszugehörigkeit als Konstruktion: Der Abschnitt verdeutlicht, dass Geschlecht interaktiv hergestellt wird und nicht allein durch biologische Faktoren determiniert ist.

4. Wandel in der gesellschaftlichen Akzeptanz von Transsexualität: Hier wird der gesellschaftliche Umgang mit Transsexualität anhand von historischen Daten, Fallbeispielen und modernen Entwicklungen durch das Internet analysiert.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass trotz gesetzlicher Fortschritte weiterhin Diskriminierung existiert, was eine stärkere wissenschaftliche Auseinandersetzung erfordert.

6. Bibliografie: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen für die Seminararbeit.

Schlüsselwörter

Transsexualität, Transgender, Geschlechtersoziologie, soziale Konstruktion, Doing Gender, Passing, Geschlechtsidentität, Diskriminierung, gesellschaftliche Akzeptanz, Transsexuellengesetz, Alltagswissen, Interaktionstheorie, Identität, Geschlechtsumwandlung, Minderheitenschutz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das gesellschaftliche Phänomen der Transsexualität und analysiert, wie sich das Verständnis und die gesellschaftliche Akzeptanz über die Zeit verändert haben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit fokussiert sich auf die begriffliche Evolution, die Theorie der sozialen Konstruktion von Geschlecht und die Herausforderungen für transsexuelle Personen im Alltag und Beruf.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Wandlungsprozesse des Begriffsverständnisses aufzuzeigen und zu erörtern, inwieweit Geschlecht als soziale Konstruktion zu verstehen ist, während der Wandel der gesellschaftlichen Inklusion bewertet wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse sowie eine interaktionstheoretische Perspektive, ergänzt durch die Auswertung von Fallbeispielen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die historische und moderne Begriffsdefinition, die soziale Konstruktion von Geschlecht sowie die historische Entwicklung der gesellschaftlichen Akzeptanz unter Einbeziehung von Fallbeispielen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den Kernbegriffen zählen Transsexualität, soziale Konstruktion, Doing Gender, Passing und gesellschaftliche Akzeptanz.

Welche Bedeutung hatte das Transsexuellengesetz von 1981?

Es markierte einen Wendepunkt, da es Transsexuellen erstmals ermöglichte, offiziell Namen und Personenstand zu ändern, was ihr Selbstbewusstsein und ihre Anerkennung stärkte.

Welchen Einfluss spielt das Internet für Transsexuelle?

Das Internet dient als wichtige Plattform für Vernetzung, Austausch und das Finden von Selbsthilfegruppen, was insbesondere zur Reduktion von Isolation beigetragen hat.

Welche Rolle spielt das Fallbeispiel Katrin Lindemann?

Es dient als exemplarisches Beispiel, um die täglichen Diskriminierungen, Mobbing und Barrieren zu verdeutlichen, mit denen transsexuelle Personen trotz rechtlicher Verbesserungen konfrontiert sein können.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Transsexualität. Ein gesellschaftliches Phänomen im Wandel
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Sociology)
Veranstaltung
Geschlecht und Gesellschaft: Einführung in die Geschlechtersoziologie
Autor
Luise Richter (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
17
Katalognummer
V279935
ISBN (eBook)
9783656737995
ISBN (Buch)
9783656737964
Sprache
Deutsch
Schlagworte
transsexualität phänomen wandel
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Luise Richter (Autor:in), 2014, Transsexualität. Ein gesellschaftliches Phänomen im Wandel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/279935
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Leseprobe aus  17  Seiten
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