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Transatlantische Wanderungsprozesse deutschsprachiger Emigranten im 19. Jahrhundert

Title: Transatlantische Wanderungsprozesse deutschsprachiger Emigranten im 19. Jahrhundert

Term Paper , 2014 , 17 Pages , Grade: 2,7

Autor:in: Manuel Freudenstein (Author)

History - America
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Im so genannten „langen 19. Jahrhundert“ von 1789 bis 1914 wanderten über 5,5 Millionen „Deutsche“ in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Gründe dafür gab es in dieser Zeit ebenso unzählige, wie Ereignisse mit welthistorischer Bedeutung für Europa und die Welt. Die Französische Revolution 1789, die napoleonischen Kriege, der Weimarer Kongress 1815 und die gescheiterte Deutsche Revolution von 1848 sorgten für zahllose Unruheherde. Europa war im Wandel, sowohl politisch, wie auch wirtschaftlich. Der technische Fortschritt der 1850er Jahre sorgte für die schrittweise Industrialisierung in den deutschsprachigen Gebieten. Doch all dies geschah schleppend und langsam, verbunden mit Krieg, Vertreibung und Elend. Amerika war Europa in seiner Entwicklung als Nation schon voraus.
Ab 1776 war Amerika unabhängig und hatte seit 1787 eine zu dieser Zeit fortschrittliche und aufgeklärte Verfassung erarbeitet. Außerdem gab es unendlich scheinende Ländereien, Arbeit, Toleranz und Frieden in diesem riesigen Land unzähliger Möglichkeiten. Die Idee, die Anfang des 20. Jahrhunderts zum Mythos des „American Dream“ wurde, begann bereits in den Köpfen der Menschen aufzukeimen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Motive und Beweggründe der Auswanderer

3. Die unterschiedlichen Phasen der Massenmigration im 19. Jahrhundert

4. Möglicher Ablauf einer Emigration

4.1 Auswanderungsvereine

4.2 Kettenwanderung

5. Ausblick: Situation in den USA

6. Schlussbetrachtung

7. Quellen – und Literaturverzeichnis

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die transatlantischen Wanderungsprozesse deutschsprachiger Emigranten im 19. Jahrhundert, mit einem besonderen Fokus auf die Motive der Auswanderer, die verschiedenen Phasen der Massenmigration sowie die organisatorischen Abläufe der Auswanderung, wie etwa Kettenwanderungen oder die Vermittlung durch Vereine.

  • Analyse der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Ursachen für die Auswanderung.
  • Unterscheidung zwischen verschiedenen Migrationsphasen im langen 19. Jahrhundert.
  • Gegenüberstellung von Auswanderungsvereinen und dem Phänomen der Kettenwanderung.
  • Bewertung der Lebenssituation und Integration deutscher Siedler in den USA.
  • Reflektion der Industrialisierung als treibende Kraft der Massenabwanderung.

Auszug aus dem Buch

4.2 Kettenwanderung

Die Kettenmigration setzt einen sehr intensiven und regelmäßigen Informationsfluss zwischen Ausgewanderten und Daheimgebliebenen voraus. Es entstanden über Jahre hinweg Netzwerke, die Hilfestellungen zur Migration gaben. Durch regen Briefverkehr und die Berichte über die gute Lebenssituation in Amerika von Freunden, Verwandten oder durch Zeitungen kam die Kettenwanderung ins Rollen. Immer mehr Auswanderer zogen so ihre Angehörigen nach einiger Zeit mit in die USA. Da die Deutschen weiterhin ihre deutsche Kultur, wie zum Beispiel Bekleidung oder Lebensmittel behalten wollten, entstanden weitere Handelsbeziehungen. Je besser es den ausgewanderten Menschen aus Deutschland in den Vereinigten Staaten ging, desto rascher stieg auch die Zahl der Auswanderer, angetrieben von den frohen Botschaften aus der Ferne. Wenn also ein Faktor den anderen bedingt, so Sabine Liebig, spricht man von Kettenmigration.

Walter D. Kamphoefners Arbeit auf diesem Gebiet der Migrationsforschung hat in gewisser Weise neue Maßstäbe gesetzt. In seinen zahlreichen Werken und Publikationen über deutsch amerikanische Ein – und Auswanderung entwickelte er ganz neue Ansätze zur Thematik der Kettenwanderer, indem er unter anderem auch neue Quellen benutzte. Frühere Migrationsforscher, wie Oscar Handlin oder Frank Thistlethwaite vernachlässigten, wie viele andere Historiker, die einfachen Leuten vom Land. Diese Gruppe machte das Hauptkontingent der Kettenwanderer aus, aber sie hinterließen wenig brauchbares Quellenmaterial. Handlin und Thistlethwaite nahmen an, für die bäuerlichen Kettenwanderer war die Reise nach Amerika eine sehr gefährliche und teilweise aussichtslose Reise ins Ungewisse gewesen und die größten Chancen hätten die bürgerlichen Eliten gehabt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Thematik der transatlantischen Wanderung im 19. Jahrhundert ein und umreißt die wissenschaftliche Fragestellung sowie den Fokus auf freiwillige Auswanderergruppen.

2. Motive und Beweggründe der Auswanderer: In diesem Kapitel werden die komplexen Ursachen der Auswanderung beleuchtet, wobei soziale, wirtschaftliche und politische Faktoren sowie der Einfluss der Industrialisierung analysiert werden.

3. Die unterschiedlichen Phasen der Massenmigration im 19. Jahrhundert: Das Kapitel gliedert die Auswanderung in historische Wellen und untersucht die jeweils spezifischen Ereignisse und wirtschaftlichen Auslöser für das An- oder Abschwellen der Migrationsströme.

4. Möglicher Ablauf einer Emigration: Hier werden die organisatorischen Wege der Auswanderung behandelt, insbesondere die Rolle von Auswanderungsvereinen und das Phänomen der Kettenwanderung durch soziale Netzwerke.

5. Ausblick: Situation in den USA: Dieses Kapitel gibt einen Einblick in die Lebensumstände, die Siedlungsgebiete und den Integrationsverlauf der deutschen Auswanderer in den Vereinigten Staaten.

6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei betont wird, dass die Migrationsentscheidungen stets eine komplexe Verflechtung von Faktoren waren und keine pauschale Auswanderererfahrung existierte.

7. Quellen – und Literaturverzeichnis: Ein Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Literatur, die für die Erarbeitung der Hausarbeit herangezogen wurden.

Schlüsselwörter

Migration, 19. Jahrhundert, Auswanderung, USA, Kettenwanderung, Industrialisierung, Pauperismus, Deutsche Auswanderer, Push-Faktoren, Pull-Faktoren, Siedlungsverhalten, Westfalen, Sozialgeschichte, Auswanderungsvereine, Integration.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit dem historischen Phänomen der transatlantischen Massenabwanderung deutschsprachiger Menschen in die Vereinigten Staaten während des 19. Jahrhunderts.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentral sind die Motive der Auswanderer, die zeitliche Einteilung der Migrationswellen, die verschiedenen Organisationsformen der Reise sowie die Lebensrealität in den USA.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welche Gründe die Menschen zur Emigration bewegten, wie sich der Prozess der Auswanderung gestaltete und wie die Lebensbedingungen in der neuen Heimat aussahen.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine historische Hausarbeit, die auf der Auswertung bestehender Literatur, Statistiken und historischer Quellen wie Auswandererbriefen basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Ursachen (Push-/Pull-Faktoren), die chronologischen Phasen der Wanderung sowie spezifische Formen der Organisation, namentlich Auswanderungsvereine und Kettenwanderungen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Migration, Industrialisierung, Pauperismus, Kettenwanderung und soziale Netzwerke bestimmt.

Warum spielt die industrielle Revolution eine so wichtige Rolle für das Verständnis der Auswanderung?

Sie veränderte die ökonomischen Strukturen in Deutschland grundlegend, führte zu Arbeitsplatzverlusten im Handwerk und in der Landwirtschaft (Pauperismus) und machte die Auswanderung für viele Menschen zur notwendigen Flucht vor dem sozialen Ruin.

Welche Bedeutung hat das "Redemptioner-System" für die Auswanderung?

Es war ein System, das es auch finanziell schwächeren Personen ermöglichte, die teure Überfahrt zu bezahlen, indem sie sich verpflichteten, die Kosten nach der Ankunft durch Arbeit in den USA abzuleisten.

Wie unterscheidet sich die Kettenwanderung von anderen Auswanderungsformen?

Während bei Agenturen oft unseriöse Praktiken im Vordergrund standen, basierte die Kettenwanderung auf verlässlichen Netzwerken und Informationen von bereits ausgewanderten Angehörigen, was zu einer zielgerichteteren Besiedlung führte.

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Details

Title
Transatlantische Wanderungsprozesse deutschsprachiger Emigranten im 19. Jahrhundert
College
University of Siegen  (Philosophische Fakultät)
Grade
2,7
Author
Manuel Freudenstein (Author)
Publication Year
2014
Pages
17
Catalog Number
V280480
ISBN (eBook)
9783656736479
ISBN (Book)
9783656736462
Language
German
Tags
transatlantische wanderungsprozesse emigranten jahrhundert
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Freudenstein (Author), 2014, Transatlantische Wanderungsprozesse deutschsprachiger Emigranten im 19. Jahrhundert, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/280480
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