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Das "Nothing to hide"-Argument. Wann verletzt staatliche Überwachung die Privatsphäre des Bürgers?

Title: Das "Nothing to hide"-Argument. Wann verletzt staatliche Überwachung die Privatsphäre des Bürgers?

Term Paper , 2014 , 12 Pages

Autor:in: Lukas Metzler (Author)

Politics - Topic: Public International Law and Human Rights
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Summary Excerpt Details

Nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 wurden heftige Diskussionen über die Sicherheitspolitik in den Vereinigten Staaten losgetreten. Die amerikanische Regierung investiert seit dem in umfangreiche Überwachungsmethoden und elektronische Datensammlung, mit dem Ziel terroristische Aktionen frühzeitig zu überführen und somit abwehren zu können. Diese Überwachungsmaßnahmen können andererseits aber auch Verletzungen der Privatsphäre mit sich führen. Aufkommende Proteste von Datenschützern über die konstante Überwachung aller Bürger beantwortet die Regierung mit dem „nothing to hide“ Argument. - Wer nichts zu verstecken hat, hat auch nichts zu befürchten. In diesem Argument schwingt jedoch die Erklärung mit, dass es bei Privatsphäre darum geht, illegale Aktivitäten zu verstecken. Dass jedoch auch die Privatsphäre derer, die keine illegalen Aktivitäten zu verbergen haben, verletzt werden kann, möchte ich in dieser Arbeit aufzeigen. Zur Entkräftung des nothing to hide Arguments widme ich mich daher der Frage, ob und in welcher Hinsicht staatliche Überwachung die Privatsphäre der Bürger verletzt, selbst wenn diese keine illegalen Aktivitäten zu verbergen versuchen und welche Folgen diese Verletzungen mit sich führen können. Dazu werde ich im ersten Teil zuerst einmal die Kernargumente des nothing to hide Arguments aus Sicht der Regierung skizzieren. Um Verletzungen der Privatsphäre definieren zu können, wird im Anschluss daran Daniel Solove’s pluralistisches Konzept von Privatsphäre angeführt. Im späteren Verlauf sollen dann, mit Hilfe dieses Konzepts, die Angriffspunkte der staatlichen Überwachung auf die Privatsphäre der Bürger bestimmt werden. Anhand verschiedener Datenschutzverstöße, die durch das Argument gerechtfertigt werden, soll dann zum Schluss aufgezeigt werden, dass auch die Privatsphäre derer verletzt wird, die nicht versuchen, illegale Aktivitäten zu verbergen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung und Herausarbeitung der Fragestellung

2. Erläuterung des „Nothing to hide“ Arguments

3. Dimensionen von Privatsphäre

4. Das Pluralistische Konzept von Daniel Solove

5. Probleme der Überwachung für die Privatsphäre von gesetzestreuen Bürgern

5.1 Informationssammlung

5.2 Informationsverarbeitung

5.3 Informationsverbreitung

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die Berechtigung des sogenannten „Nothing to hide“-Arguments im Kontext staatlicher Überwachung. Ziel ist es, aufzuzeigen, dass staatliche Überwachungsmaßnahmen auch die Privatsphäre von gesetzestreuen Bürgern verletzen, indem sie auf ein reduziertes Verständnis von Privatheit abzielen und weitreichende Konsequenzen für das soziale Miteinander und die individuelle Freiheit haben.

  • Kritische Analyse des „Nothing to hide“-Arguments
  • Pluralistisches Konzept von Privatsphäre nach Daniel Solove
  • Staatliche Überwachung und deren Auswirkung auf gesetzestreue Bürger
  • Risiken durch Informationssammlung, -verarbeitung und -verbreitung
  • Verhältnis zwischen nationaler Sicherheit und individueller Privatsphäre

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

Nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 wurden heftige Diskussionen über die Sicherheitspolitik in den Vereinigten Staaten losgetreten. Die amerikanische Regierung investiert seit dem in umfangreiche Überwachungsmethoden und elektronische Datensammlung, mit dem Ziel terroristische Aktionen frühzeitig zu überführen und somit abwehren zu können. Diese Überwachungsmaßnahmen können andererseits aber auch Verletzungen der Privatsphäre mit sich führen. Aufkommende Proteste von Datenschützern über die konstante Überwachung aller Bürger beantwortet die Regierung mit dem „nothing to hide“ Argument. - Wer nichts zu verstecken hat, hat auch nichts zu befürchten. In diesem Argument schwingt jedoch die Erklärung mit, dass es bei Privatsphäre darum geht, illegale Aktivitäten zu verstecken. Dass jedoch auch die Privatsphäre derer, die keine illegalen Aktivitäten zu verbergen haben, verletzt werden kann, möchte ich in dieser Arbeit aufzeigen.

Zur Entkräftung des nothing to hide Arguments widme ich mich daher der Frage, ob und in welcher Hinsicht staatliche Überwachung die Privatsphäre der Bürger verletzt, selbst wenn diese keine illegalen Aktivitäten zu verbergen versuchen und welche Folgen diese Verletzungen mit sich führen können. Dazu werde ich im ersten Teil zuerst einmal die Kernargumente des nothing to hide Arguments aus Sicht der Regierung skizzieren. Um Verletzungen der Privatsphäre definieren zu können, wird im Anschluss daran Daniel Solove’s pluralistisches Konzept von Privatsphäre angeführt. Im späteren Verlauf sollen dann, mit Hilfe dieses Konzepts, die Angriffspunkte der staatlichen Überwachung auf die Privatsphäre der Bürger bestimmt werden. Anhand verschiedener Datenschutzverstöße, die durch das Argument gerechtfertigt werden, soll dann zum Schluss aufgezeigt werden, dass auch die Privatsphäre derer verletzt wird, die nicht versuchen, illegale Aktivitäten zu verbergen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung und Herausarbeitung der Fragestellung: Das Kapitel führt in die Debatte um Sicherheit versus Privatsphäre nach 2001 ein und benennt die Zielsetzung der Arbeit, das „Nothing to hide“-Argument kritisch zu hinterfragen.

2. Erläuterung des „Nothing to hide“ Arguments: Hier werden die Kernargumente der Regierungsseite skizziert, die staatliche Überwachung als unproblematisch für gesetzestreue Bürger darstellt.

3. Dimensionen von Privatsphäre: Das Kapitel thematisiert die Schwierigkeit, Privatsphäre als Begriff zu definieren, und beleuchtet verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze.

4. Das Pluralistische Konzept von Daniel Solove: Es wird Daniel Soloves Ansatz vorgestellt, Privatsphäre nicht als eine einzelne Essenz, sondern als eine Ansammlung von Ähnlichkeiten („family resemblances“) zu begreifen.

5. Probleme der Überwachung für die Privatsphäre von gesetzestreuen Bürgern: Unter Rückgriff auf Soloves Taxonomie werden die Gefahren durch Informationssammlung, -verarbeitung und -verbreitung für unbescholtene Bürger analysiert.

6. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass das „Nothing to hide“-Argument zu kurz greift und die vielfältigen Verletzungen der Privatsphäre ignoriert, da es Privatsphäre zu eng definiert.

Schlüsselwörter

Privatsphäre, Nothing to hide Argument, staatliche Überwachung, Daniel Solove, Datenschutz, Sicherheitspolitik, Pluralistisches Konzept, Informationssammlung, Überwachung, Menschenrechte, Digitale Überwachung, Privatsphärenverletzung, Gesetzestreue Bürger, Soziale Kontrolle, Meinungsfreiheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Spannung zwischen staatlichen Sicherheitsinteressen und dem Recht auf Privatsphäre, insbesondere vor dem Hintergrund weitreichender Überwachungsmaßnahmen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das „Nothing to hide“-Argument, die theoretischen Dimensionen von Privatsphäre und die konkreten Auswirkungen von staatlicher Datenverarbeitung auf den Bürger.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, ob und inwiefern staatliche Überwachung die Privatsphäre von Bürgern verletzt, auch wenn diese keine illegalen Aktivitäten verfolgen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung des Themas, gestützt auf das pluralistische Privatsphäre-Konzept von Daniel Solove und eine kritische Auseinandersetzung mit Argumentationsmustern.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden das „Nothing to hide“-Argument erläutert, das pluralistische Konzept von Solove definiert und spezifische Probleme durch Überwachung in den Bereichen Datensammlung, -verarbeitung und -verbreitung aufgezeigt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Privatsphäre, staatliche Überwachung, „Nothing to hide“, Datenschutz und soziale Kontrolle gekennzeichnet.

Warum ist die Definition von Privatsphäre laut Autor so schwierig?

Der Autor argumentiert, dass jeder Versuch, Privatsphäre auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen, entweder zu vage ist oder zu weit gefasst, um die Komplexität des Themas zu erfassen.

Was bedeutet der Ansatz von „Family Resemblances“ für die Diskussion?

Dieser Ansatz schlägt vor, Privatsphäre nicht als eine einzige Essenz zu definieren, sondern als eine Ansammlung verschiedener Ähnlichkeiten, was eine differenziertere Betrachtung von Überwachungsproblemen ermöglicht.

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Details

Title
Das "Nothing to hide"-Argument. Wann verletzt staatliche Überwachung die Privatsphäre des Bürgers?
Author
Lukas Metzler (Author)
Publication Year
2014
Pages
12
Catalog Number
V281142
ISBN (eBook)
9783656756750
ISBN (Book)
9783656756767
Language
German
Tags
nothing wann überwachung privatsphäre bürgers
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lukas Metzler (Author), 2014, Das "Nothing to hide"-Argument. Wann verletzt staatliche Überwachung die Privatsphäre des Bürgers?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281142
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