Kreativität und Innovation in der Entwicklung der Gesellschaft


Hausarbeit, 2014
23 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

GLIEDERUNG

EINLEITUNG

HAUPTTEIL
1. Grundlagen
1.1 Gesellschaftskonzepte
1.2 Gesellschaftsentwicklung
1.3 Kreativität
1.4 Innovation
2. Wechselbeziehung: Kreativität, Innovation und Gesellschaftsentwicklung
2.1Fortschritt vs.Tradition
2.2 Soziale Innovationen — Die Innovationen der Gesellschaft
2.3 Entstehung und Bedeutung einer Innovationskultur
2.4 Mögliche Komponenten eines künftigen Innovationsparadigmas

FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

EINLEITUNG

Der Begriff der Innovation ist aktuell in aller Munde und in allen Bereichen der Gegenwartsgesellschaft in Gebrauch (Neuendorff, 2013). Allerdings meint dieser inflationär verwendete Schlüsselbegriff meist ökonomische oder technologische Innovationen (Howaldt, & Jacobsen, 2010). Dennoch gibt es auch viele Neuerungen nicht-ökonomischer und technischer Art, sogenannte soziale Innovationen, deren Bedeutung für die Gesellschaft immens ist.

Wenn von Kreativität, Innovation und sozialer Innovation die Rede ist, muss jedoch zunächst ein Schritt zurück gemacht werden, um ihre Treiber — das Individuum bzw. die Gesellschaft — in ihrer Entwicklung zu betrachten. So macht es sich diese Arbeit zur Aufgabe, nicht nur zu analysieren, wie Kreativität und Innovation Gesellschaftsentwicklung beeinflussen, sondern auch, inwiefern Gesellschaft und ihre Akteure als „Geburtsstätte“ dieser Faktoren fungieren. Es gilt also, die Wechselwirkungen von Gesellschafts­entwicklung und der Entstehung von Kreativität und Innovation zu betrachten.

In diesem Zusammenhang wird auch die grundlegende Debatte zwischen starkem Innovations- und Fortschrittsstreben gegenüber hohem Traditionsbewusstsein ausgeführt und die Auswirkung beider Extreme auf die Gesellschaft untersucht. Zudem werden Eigenschaften und Möglichkeiten des Konzepts der sozialen Innovation genauer beleuchtet. Zum Abschluss wird das aktuell verbreitete und dennoch überarbeitungsbedürftige Verständnis von Innovation inklusive bisheriger Begriffsdefinitionen berücksichtigt, um sinnvolle Komponenten für ein neues, zukunftsfähiges Innovationsparadigma zu entwickeln und Aussagen über die Bedeutung von Kreativität und Innovation für Gesellschafts­entwicklung zu treffen.

HAUPTTEIL

1. Grundlagen

1.1 Gesellschaftskonzepte

Seit ihrer Entstehung im 19. Jahrhundert ringt die Soziologie, als Wissenschaft, die soziale Strukturen und Prozesse beobachtet und erklärt, um eine einheitliche Definition des Gesellschaftsbegriffs (Schwinn, 2011). Der Soziologe und Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann beschreibt diese Kontroverse in den 1980er Jahren treffend:

„Gesellschaft [ist] das jeweils umfassendste System menschlichen Zusammenlebens. Uber weitere einschränkende Merkmale besteht kein Einverständnis“ (Luhmann, 1978, zit. n. Barlösius & Fuchs-Heinritz, 2007, S. 233).

Im Folgenden werden einige der populären Gesellschaftstheorien und -begriffe kurz dargestellt. Einer der Vorreiter moderner Gesellschaftskonzepte ist der französische Soziologe und Ethnologe Emile Durkheim, der von einer funktionalistischen Systemtheorie ausgeht, bei der es vor allem um den Begriff „Gesellschaft“ und seine Struktur geht (Müller, 1992). So ist Gesellschaft laut Durkheim eine „emergente Ebene“ (1976, S. 70), eine differenzierte Einheit (1977) und ein „moralisches Band“ (1984, S. 100). Max Weber hingegen scheint zunächst ohne den Begriff „Gesellschaft“ auszukommen (Wippermann, 2002), spricht schließlich von Vergesellschaftung und rankt seine „institutionalistische Handlungstheorie“ ganz um den Akteur und dessen Handeln (Müller, 1992, S. 49). Trotz unterschiedlicher Herangehensweisen, stimmen Durkheim und Weber im wohl wichtigsten Punkt ihrer Gesellschaftsanalyse überein, der Differenzierung der Gesellschaft in funktionale Einheiten (Müller, 1992).

Jüngere Versuche, Gesellschaft zu definieren, reichen von einem klar systemtheoretischen Ansatz nach Talcott Parsons und Niklas Luhmann, über eine Kombination aus Handlungs- und Systemtheorie durch Habermas und Schimank, bis hin zu Giddens und Essers rein handlungstheoretischer Orientierung (Schwinn, 2011).

So beschreibt zum Beispiel der amerikanische Soziologe Talcott Parsons Gesellschaft als eine Art Organismus, in dem sich optimalerweise soziale Gruppen regelmäßig austauschen (Belardi, Eurich, & Wangler, 1980). Diese Gesellschaftsstruktur gilt es, mittels „Theorie der sozialen Schichtung“ - einer Rangordnung zur Einstufung des Individuums nach bestimmten Kriterien, wie Leistung, familiärem Hintergrund und Eigentum - aufrechtzuerhalten (Parsons, 1968). Das Verhalten des Einzelnen ist dabei entsprechend des eigenen Ranges anzupassen, da jegliche Form der Abweichung das Wert- und Gesellschaftssystem gefährdet und somit Konflikt - hierzu zählt laut Parsons auch sozialer Wandel - vermieden werden sollte (Belardi, Eurich, & Wangler, 1980). In Kontrast zu Parsons steht die Konflikttheorie des britischen Soziologen Ralf Dahrendorf, welche sozialen Konflikt als Motor sozialen Wandels mit großer „schöpferischer Wirksamkeit“ für gesellschaftlichen Fortschritt beschreibt (Dahrendorf, 1965, S. 96). Luhmann (1984) wiederum setzt sich ebenfalls über Jahre hinweg mit dem Gesellschaftsbegriff auseinander und sieht Gesellschaft letztlich als das umfassendste Sozialsystem, welches keine soziale Umwelt mehr hat, sondern alle anderen sozialen Systeme enthält:

„ [...] als Resultat von Evolution gibt es dann schließlich nur noch eine Gesellschaft: die Weltgesellschaft, die alle Kommunikationen und nichts anderes in sich einschließt und dadurch völlig eindeutige Grenzen hat“ (Luhmann, 1984, S. 557).

Aktuelle Auffassungen von Gesellschaft sind immer noch ambivalent, da Gesellschaft zum Einen als etwas Allgegenwärtiges, Selbstverständliches wahrgenommen wird, zum Anderen aber auch das Selbstbild des Menschen als autonomes, eigenständiges Individuum mehr und mehr ins Zentrum des Denkens rückt, was wiederum Spannungen mit sich bringt (Schwietring, 2011). In seinem Werk „Risikogesellschaft“ beschreibt Ulrich Beck dieses Phänomen wie folgt:

„Ständisch geprägte Sozialmilieus und klassenkulturelle Lebensformen verblassen. Es entstehen der Tendenz nach individualisierte Existenzformen und Existenzlagen, die die Menschen dazu zwingen, sich selbst [...] zum Zentrum ihrer eigenen Lebensplanung und Lebensführung zu machen“ (Beck, 1986, S. 117).

Auch Margaret Thatchers Aussage, „there is no such thing as society, only individual men and women and their families“ (Thatcher, 1987, zit. n. Urry, 2000, S. 5), deutet auf eine neue, eher neoliberale Denkweise hin, bei der das unabhängige, eigenverantwortliche Individuum im Vordergrund steht, während das Soziale verblasst oder gar verschwindet.

Dies sind nur ausgewählte Beispiele, dennoch markieren sie einen Paradigmenwechsel, eine Abschwächung des traditionellen, stark funktionalistisch orientierten Gesellschaftskonzepts durch Infragestellen der elementaren Bedeutung von Differenzierung und Wertekonsens (Hartmann, 2005). Das Gesellschaftliche bzw. das Soziale vergeht dabei jedoch nicht völlig, es verändert allerdings seine Gestalt, da der Einfluss kollektiver gegenüber individueller Kräfte abnimmt (Hartmann, 2005). In diesem Zusammenhang fordert der britische Soziologe John Urry (2000) auch die Abwendung von der ständigen Analyse von Gesellschaften.

Trotz des anhaltenden Diskurses bzgl. eines sinnvollen Gesellschaftskonzepts ist es hilfreich, eine Definition von Gesellschaft als Grundlage dieser Arbeit auszuwählen. Hierzu eignet sich die Definition von Endruweit & Trommsdorff (2002), in der Gesellschaft als „eine räumlich, zeitlich oder sozial begrenzte und zugleich geordnete Menge von Individuen oder Gruppen von Individuen, die in direkten, wie indirekten Wechselbeziehungen verbunden sind“ (S. 195), beschrieben wird. Demnach kann Gesellschaft als „real existierendes Phänomen“ aufgefasst, als „sozialer Typus“ oder „soziales Modell“ konzipiert oder als „jede durch Gesellschaftsvertrag oder Satzung zur Erreichung eines bestimmten Zwecks begründete Vereinigung von Personen“ gesehen werden (Endruweit & Trommsdorff, 2002, S. 195). Die vorangegangenen Gesellschaftskonzepte zeigen auf, dass Gesellschaft sowohl als Kollektivbegriff, wie auch als ein stärker auf individuelles Handeln bezogener Begriff aufgefasst werden kann (Schwinn, 2011).

1.2 Gesellschaftsentwicklung

Wie entwickelt sich eine solche Menge miteinander verbundener Individuen? Gibt es Theorien bzw. Muster, wie sich Gesellschaft verändert und Erfolgsfaktoren für eine positive Entwicklung? Was kann aus der Geschichte für die Zukunft gelernt werden?

Wie der britische Historiker Eric Hobsbawm im Jahre 1998 treffend formuliert, gibt es „[...] eine zentrale Frage in der Geschichte, die sich nicht vermeiden lässt [...]“:

„Wie entwickelt sich der Mensch vom Höhlenbewohner zum Astronauten, von einer Zeit, da wir den Säbelzahntiger fürchten mussten, bis zu einer Zeit, da uns Kernexplosionen schrecken, das heißt, da wir nicht mehr die Gefahren der Natur, sondern die Gefahren unserer eigenen Erfindungen zu fürchten haben?“ (Hobsbawm, 1998, S. 49).

Es gibt eine fast undurchsichtige Vielzahl an Theorien zu gesellschaftlicher Entwicklung, von denen einige hier kurz umrissen, nicht aber in der Tiefe untersucht werden können. Als Schlüsselbegriff für die Analyse gesellschaftlicher Veränderungen hat sich der Terminus des sozialen Wandels heraus­kristallisiert, da er „die Gesamtheit der in einem Zeitabschnitt erfolgenden Veränderungen in der Struktur einer Gesellschaft“ (Heintz, 1958, S. 268) erfasst und damit sowohl gesamtgesellschaftlichen Wandel, als auch den Wandel von kleineren Gruppen, Einstellungen, Rollenverhalten u.a. einbezieht (Jäger, 1981). Inhaltlich umfasst der Begriff somit neben ökonomischem, technologischem, politischem und sozialstrukturellem Wandel, auch den Wandel im Werte- oder Bildungssystem (Jäger, 1981).

Aus systemtheoretischer Sicht sind Veränderung und Wandel die einzig stabilen Konstanten, die ein soziales System charakterisieren und beeinflussen (Baecker, 2003, zit. n. Tomaschek, 2007). Gesellschaft und Umwelt sind einem ständigen Prozess der Veränderung ausgesetzt oder wie es Karl E. Weick ausdrückt: „[...] change is ongoing, continuous, and cumulative“ (Weick, 2000, S. 225). Besonders die vergangenen Jahrhunderte sind von einem stark beschleunigten Wandel menschlicher Gesellschaften gekennzeichnet, dessen Muster und Mechanismen über die Betrachtung geschichtlicher Ereignisse erkannt werden können (Hobsbawm, 1998). Wenn Geschichte also Werkzeug zur Mustererkennung sozialen Wandels ist, so gibt Karl Marx' Feststellung aus dem 19. Jahrhundert hier weiteren Aufschluss:

„Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen“ (Marx, 1852, zit. n. Abels, 2009, S. 168).

Die vorangegangenen Überlegungen zeigen, dass letztendlich Gesellschaft selbst, unter Einfluss bestimmter Rahmenbedingungen, Geschichte gestaltet, wodurch wiederum Strukturen des Wandels offengelegt werden können. Damit wird dem Menschen, als Teil der Gesellschaft, eine einflussreiche Position in Bezug auf die Gestaltung von Geschichte und letztlich auch von Gesellschaftsentwicklung zugewiesen. Dieser Perspektive entgegen steht Luhmanns stark dezentrale, auf funktionelle Differenzierung ausgerichtete Ansicht, gesellschaftliche Entwicklung folge eher den „Mechanismen evolutionärer Prozesse“, in denen sich die einzelnen Funktionsbereiche zwar gegenseitig stimulieren, die Entwicklung aber nicht gezielt von einem gesamtgesellschaftlichen Zentrum aus gesteuert würde (Luhmann, 1997, zit. n. Wimmer, 2012).

Neben diesen zwei konträren Ansätzen — der proaktive Mensch als „Gesellschaftsentwickler“ vs. dem wenig beeinflussbaren, evolutionären Prozess der Gesellschaftsentwicklung — gibt es weitere Konzepte, wie bspw. die Modernisierungstheorie nach Reinhard Bendix, die vor allem die Entwicklung der letzten 250 Jahre untersucht. Laut Definition von Bendix ist Modernisierung eine Art des sozialen Wandels, der sich aus dem wirtschaftlichen und politischen Fortschritt bestimmter Pioniergesellschaften und anschließenden Veränderungsprozessen ihrer Nachzügler ergibt (Bendix, 1969, zit. n. Korte & Schäfers, 2008).

Eine eindeutige Antwort auf die Frage, was Gesellschaft vorantreibt, steht nach gegenwärtigem Diskussionsstand noch aus, da die Antwortfindung nicht nur eine — bisher fehlende — allgemeingültige Definition von Gesellschaft, sondern auch die interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Wissenschafts­disziplinen erfordern würde (Jäger, 1981). Hobsbawm empfiehlt jedoch, einen Blick in die Zukunft zu werfen, um nach gesellschaftlichen Trends, also der Richtung und Beeinflussbarkeit gesellschaftlicher Entwicklung, zu suchen und bezeichnet dies als eine notwendige, wenn auch nicht immer mögliche, meist riskante und ernüchternde Aufgabe (1998). Diese Zukunftsorientierung bestimmt auch den Ton der folgenden Abschnitte.

1.3 Kreativität

„Der kreativen Gesellschaft gehört die Zukunft“, so beschreibt Wolf Lotter, Co-Gründer des Wirtschaftsmagazins „Brand Eins“, den gesamtgesellschaftlichen Paradigmenwechsel weg von der Industrie- und hin zur kreativen Wissensgesellschaft (Lotter, 2011, zit. n. Josefowicz, 2011). Trotz derzeit hoher gesellschaftlicher und politischer Aufmerksamkeit für die Themen „Kreativität“ und „Innovation“, werden die Begriffe häufig mit Skepsis betrachtet oder als Modewörter abgetan (Schubert, 2009). Schließlich fungiert das Wort Kreativität inzwischen

„[...] als Mantra der Postmoderne und Oberton der Wissensgesellschaft, kurz: als Heilwort und Beschwörungsformel einer ebenso hochtemporalisierten wie blockierten Gesellschaft [...]“ (Becker, 2007, S. 23).

So postuliert Horst Köhler 2005 in Berlin, dass Deutschland nur „mit einem Maximum an Kreativität als Land der Ideen eine Zukunft habe“ (Köhler, 2005, zit. n. Becker, 2007). Dieser neue, kreative Imperativ wird inzwischen überall laut und entwickelt sich zum Stressfaktor für den Einzelnen, beruht er doch meist auf dem Versuch überforderter Industrienationen, ihre Vorreiterrolle sowie anhaltendes Wachstum zu sichern (Becker, 2007).

Doch was zeichnet kreative Menschen aus? Welche bestehenden Definitionen von Kreativität gibt es und unter welchen Voraussetzungen entfaltet sich kreatives Potential?

Lotter (2011, zit. n. Josefowicz, 2011) bezeichnet kreative Menschen als „Gestörte“, da sie — laut einer Studie — über eine „geringere Latenzhemmung“ verfügen, sich schneller ablenken lassen, aber auch mehr wahrnehmen. Ihnen gegenüber stellt er die „Gehemmten“, die zwar zielgerichtet, aber wiederum mit Scheuklappen arbeiten (Josefowicz, 2011).

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, ist die Welt nicht in Kreative und Nicht-Kreative geteilt. Kreativität ist vielmehr „[...] an everyday wonder of everyday people who [are] not necessarily the equivalent of Einstein“ (Maslow, 1970, zit. n. Craft, 2003). So hat jeder Mensch kreative Fähigkeiten, die sich nur in Art und Ausmaß unterscheiden.

Die Gesellschaft für Kreativität e.V. sieht Kreativität als Fähigkeit, auf vorhandenes Wissen und Erfahrungen aus verschiedenen Lebensbereichen zu bauen, es zu neuen Ideen zu verschmelzen und dabei bestimmte Struktur- oder Denkmuster zu überwinden (Mehldorn, 2005).

Wie Maslow ebenfalls 1970 feststellt, zeichnet Kreative ein gewisses „Erfülltsein“ aus, verknüpft mit der Fähigkeit, eigenverantwortlich und proaktiv etwas aus diesem Erfülltsein zu machen (Maslow, 1970, zit. n. Craft, 2003). Das Ergebnis dessen beschreiben Lubart & Sternberg (1999), als Vertreter der psychologisch geprägten Kreativitätsforschung, wie folgt:

„Creativity is the ability to produce work that is both novel (i.e. original, unexpected) and appropriate (i.e. useful concerning task constraints)“ (S. 3).

Kinder werden dabei noch als die kreativsten Menschen wahrgenommen, deren kreatives Potential allerdings im Zuge des Erwachsenwerdens mehr und mehr von der intellektuell konformen Gesellschaft unterdrückt wird (Sternberg, 1999). Daher ist Albert Einsteins Feststellung in diesem Zusammenhang elementar:

„To stimulate creativity, one must develop the childlike inclination for play and the childlike desire for recognition“ (Einstein, (o. J.), zit. n. Honoré, 2008, o.S.).

Frey et al. (2007) heben weitere Eigenschaften als kreativitätssteigernd hervor, so zum Beispiel eine große Offenheit für Neues bei geringer Konventionalität, dafür wiederum hohe Selbstsicherheit, Selbstakzeptanz, Ambitioniertheit, Dominanz, Impulsivität und Risikobereitschaft. Ein weiterer wichtiger Katalysator für Kreativität ist Humor (Gesellschaft für Kreativität, 2014).

Der Buchautor Steven Johnson stellt in Beschäftigung mit der Frage „where good ideas come from“ fest, dass eine Idee weniger durch einen Geistesblitz entsteht, sondern ein elementares Netzwerk aus Neuronen innerhalb des Gehirns bildet, ein Art „Neukonfiguration“ (Johnson, 2010). Diese innere Netzwerkstruktur bildet auch die optimale äußere Rahmenbedingung, da wichtige Ideen meist nicht im Alleingang, sondern in Netzwerken, also in Verbindung und im Austausch mit anderen, entstehen (Johnson, 2010). Thomas A. Becker geht in seinem Werk „Kreativität — Hoffnung der blockierten Gesellschaft“ (2007) sogar so weit, zu sagen:

[...]

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten

Details

Titel
Kreativität und Innovation in der Entwicklung der Gesellschaft
Hochschule
Universität der Künste Berlin
Veranstaltung
Medien- und Kommunikationssoziologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2014
Seiten
23
Katalognummer
V281654
ISBN (eBook)
9783656762362
ISBN (Buch)
9783656762409
Dateigröße
504 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Innovation, Soziale Innovation, Soziologie, Gesellschaft, Gesellschaftsentwicklung, Social Innovation, Kreativität, Gesellschaftskonzepte, Tradition vs. Fortschritt, Innovationsparadigma, Innovationskultur
Arbeit zitieren
Deborah Trautz (Autor), 2014, Kreativität und Innovation in der Entwicklung der Gesellschaft, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281654

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