Die steigende Arbeitsbelastung der Pflegkräfte und die stetig, durch neue Erkenntnisse und Forschung, größer werdenden Aufgabenbereiche der Pflegefachkräfte zeigen wie wichtig es ist, sich in der praktischen Ausbildung gezielt und ausführlich mit Dingen wie Verantwortungsbewusstsein, Kritikfähigkeit, Selbstreflektion sowie Normen und Werten zu befassen. Um eine Möglichkeit dieses im Praxisalltag umzusetzen soll es in dieser Arbeit unter anderem gehen. Ich befasse mich im speziellen mit dem Punkt Verantwortungsbewusstsein.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Berufliche Handlungskompetenz als Ziel der Ausbildung
2.1. Selbstkompetenz in den Sozialwissenschaften
2.2. Verantwortung und Verantwortungsbewusstsein
2.3. Beurteilung/Erfassung von Verantwortungsbewusstsein
3. Ziele der Bezugspflege
4. Zusammenhang Selbstkompetenz und Bezugspflege
5. Heranführen des Schülers an die Bezugspflege
5.1. Verantwortungstransfer in Stufen
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, Möglichkeiten aufzuzeigen, wie das Verantwortungsbewusstsein von Auszubildenden in der Pflege gezielt gefördert werden kann, indem sie schrittweise an das Konzept der Bezugspflege herangeführt werden. Dabei steht die theoretische Fundierung von Selbstkompetenz im Kontext der pflegerischen Handlungskompetenz im Mittelpunkt.
- Definition und Bedeutung der beruflichen Handlungskompetenz
- Vertiefung der Selbstkompetenz und des Verantwortungsbewusstseins
- Analyse der Ziele und Anforderungen der Bezugspflege
- Stufenweiser Anleitungsprozess für Auszubildende
- Methoden zur Beurteilung und Auswertung von Verantwortungsbewusstsein
Auszug aus dem Buch
2.3 Beurteilung/Erfassung von Verantwortungsbewusstsein
Verantwortungsbewusstsein zu erfassen ist sehr schwierig. Wie bei vielen anderen Bereichen der Selbstkompetenz kann man lediglich objektive Ergebnisse erfassen die man mit einer bestimmten Eigenschaft verknüpft.
Bei Verantwortungsbewusstsein ist das naheliegende die Quantität und Qualität der ausgeführten Arbeiten im Verantwortungsbereich. Am Beispiel der Nachttische und Schränke kann ich zunächst quantitativ festhalten ob mein Schüler die vorgegebenen Nachttische und Tische regelmäßig, nach Desinfektionsplan und Gebrauch desinfiziert. Bin ich mir sicher dass mein Schüler dies irgendwann regelmäßig und ohne Aufforderung tut, kann ich davon ausgehen dass er Das Verantwortungsbewusstsein dafür entwickelt hat, zumindest insofern dass er in diesem Verhalten eine Wichtigkeit sieht.
Festzustellen ob er es nur für den Praxisanleiter tut oder sich tatsächlich der Risiken bewusst ist die bei einem Fehlverhalten einhergehen, lässt sich nur bedingt über einen längeren Zeitraum erfassen. Helfen kann hier immer wieder ein „Abfragen“ von Fachwissen.
Qualitativ kann ich seine Arbeit schon etwas einfacher überprüfen indem ich mir die desinfizierten Nachttische und Tische anschaue und auf Verunreinigungen Überprüfe. ich kann mir den Ablauf der Desinfektion anschauen und beobachten ob der Schüler zum Beispiel alle Stellen reinigt und die Einwirkzeit beachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Darstellung der persönlichen Motivation und der Relevanz von Selbstkompetenz und Verantwortungsbewusstsein in der heutigen Pflegeausbildung.
2. Berufliche Handlungskompetenz als Ziel der Ausbildung: Theoretische Einordnung der Handlungskompetenz sowie deren Unterteilung in Fach-, Selbst-, Sozial- und Methodenkompetenz.
2.1. Selbstkompetenz in den Sozialwissenschaften: Diskussion verschiedener Definitionen zur Selbstkompetenz mit Fokus auf die Reflexionsfähigkeit.
2.2. Verantwortung und Verantwortungsbewusstsein: Analyse von Verantwortung als Begriff und dessen Bedeutung für den Ausbildungsprozess.
2.3. Beurteilung/Erfassung von Verantwortungsbewusstsein: Erörterung der Schwierigkeiten bei der Messung von Selbstkompetenz und praktische Ansätze zur qualitativen und quantitativen Beobachtung.
3. Ziele der Bezugspflege: Erläuterung des Konzepts der Bezugspflege und der zentralen Rolle der Verantwortung.
4. Zusammenhang Selbstkompetenz und Bezugspflege: Aufzeigen, dass die Bezugspflege hohe Anforderungen an die Selbstkompetenz stellt.
5. Heranführen des Schülers an die Bezugspflege: Vorstellung eines Konzepts zur systematischen Anleitung von Auszubildenden im Bereich der Bezugspflege.
5.1. Verantwortungstransfer in Stufen: Detaillierte Darstellung der phasenweisen Anleitung von Anamnese über Pflegeplanung bis hin zur eigenständigen Bezugspflege.
6. Fazit: Reflexion über den Erfolg und die Herausforderungen des entwickelten Konzepts im Praxisalltag der Ausbildung.
Schlüsselwörter
Pflegeausbildung, Selbstkompetenz, Bezugspflege, Verantwortungsbewusstsein, berufliche Handlungskompetenz, Praxisanleitung, Pflegeprozess, Pflegeplanung, Reflexion, Methodenkompetenz, Anleitungsprozess, Dokumentation, Auszubildende, Pflegequalität, Kompetenzentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Förderung der Selbstkompetenz von Auszubildenden in der Altenpflege, speziell durch die Anwendung des Bezugspflegekonzepts.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die berufliche Handlungskompetenz, die Definition von Verantwortungsbewusstsein sowie die praktische Umsetzung von Anleitungskonzepten in der Pflegeeinrichtung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, ein Konzept zu entwickeln, mit dem Auszubildende im zweiten Lehrjahr schrittweise an die komplexe Aufgabe der Bezugspflege herangeführt werden, um so ihr Verantwortungsbewusstsein nachhaltig zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturrecherche zu Kompetenzmodellen (KMK, Sozialwissenschaften) sowie einer fallbasierten Konzeption und Reflexion der eigenen Praxis als Praxisanleiter.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen der Handlungskompetenz, die Anforderungen der Bezugspflege und beschreibt detailliert einen stufenweisen Anleitungsprozess von der Informationssammlung bis zur eigenständigen Pflegeplanung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Selbstkompetenz, Bezugspflege, Verantwortungsbewusstsein, Praxisanleitung und berufliche Handlungskompetenz.
Warum ist das zweite Lehrjahr für diesen Anleitungsprozess besonders geeignet?
Laut dem Autor verfügen Schüler zu diesem Zeitpunkt über ausreichendes pflegetheoretisches Basiswissen, um eigenverantwortlich an komplexere Aufgaben wie die Pflegeplanung herangeführt zu werden.
Wie überprüft der Praxisanleiter die Qualität der Arbeit des Schülers?
Die Überprüfung erfolgt durch eine Kombination aus quantitativen Kontrollen (regelmäßiges Schreiben von Berichten) und qualitativen Beobachtungen (Durchführung von Desinfektionen oder Anamnesegesprächen).
Wie werden Assessments in den Lernprozess integriert?
Assessments werden dem Schüler gegen Ende der ersten Hälfte des zweiten Lehrjahres vorgestellt, gemeinsam vertieft und anschließend vom Schüler selbstständig unter regelmäßiger Überprüfung weitergeführt.
- Arbeit zitieren
- Francesco Scilipoti (Autor:in), 2014, Entwicklung von Selbstkompetenz in der Pflegeausbildung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/281944