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Rumäniendeutsch. Die deutsche Sprache in Rumänien

Title: Rumäniendeutsch. Die deutsche Sprache in Rumänien

Term Paper , 2011 , 19 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Simona Marazaite (Author)

Communications - Intercultural Communication
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Das Ziel der vorliegenden Arbeit besteht darin, die Bedeutung der deutschen Sprache in Rumänien darzustellen. Mit dieser Arbeit möchte man vor allem Klarheit über die Wichtigkeit, Verbreitung und Förderung von „Rumäniendeutsch" verschaffen.
Sprache ist das Medium der Kommunikation. Sie gilt als eines der wichtigsten Kriterien für die Ethnie bzw. Volksgruppe und ist zugleich ein grundlegendes Element von kollektiver Identität (vgl. Uzarewicz/ Uzarewicz 1998, 314f.). Die deutsche Minderheit in Rumänien gilt als: „[...] linguistically probably the best developed of all Eastern and Central European German minorities“(Wolff 2000, 228). Welche Bedeutung die deutsche Sprache für die deutsche Minderheit in Rumänien hat, zeigte sich im Jahr 2009 an der Verleihung des Literaturnobelpreises an Rumäniendeutschin Herta Müller . In der vorliegenden Arbeit werde ich mich nämlich mit der Bedeutung von „Rumäniendeutsch“ befassen.
Die vorliegende Arbeit ist in sieben Kapiteln aufgeteilt. Kapitel eins beschäftigt sich mit dem historischen Kontext. Zunächst stellt man hier die historischen Daten über die deutschen Minderheiten in MOE- und GUS-Staaten vor, dann befasst man sich mit dem historischen Hintergrund der deutschen Minderheit in Rumänien. Im folgenden Kapitel versucht man zu verdeutlichen, warum das Verhältnis zur deutschen Sprache in der Zeit der rumänischen Diktatur gespannt war. Im weiteren Verlauf der Arbeit steht die Diskussion zu den Begriffen „rumäniendeutsch“ und „rumäniendeutsche Literatur“ im Mittelpunkt. Da beide Begriffe als besonders problematisch erscheinen, wird hier das Augenmerk auf die Problematik dieser zwei Begriffe gerichtet. Weiterhin wird eine Studie des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) zum Thema „Deutsch als Muttersprache im nichtdeutschsprachigen Ausland“ vorgestellt, wobei das Interesse der Arbeit an der Untersuchung des rumäniendeutschen Sprachraumes liegt. Das vorletzte Kapitel konzentriert sich auf den Aufgabenbereich der Sprachförderungspolitik Deutschlands, wobei auch hier die sprachliche Versorgung der deutschen Minderheit in Rumänien im Zentrum des Interesses liegt. Zum Schluss werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst und abschließende Thesen vorgestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Kontext

2.1 Deutsche Minderheiten in MOE- und GUS-Staaten

2.2 Deutsche Minderheit in Rumänien

3. Das Verhältnis zur deutschen Sprache in der Diktatur

4. Begriffsbestimmung

4.1 Rumäniendeutsch

4.2 Rumäniendeutsche Literatur

5. Deutschsprachige Minderheit in Rumänien: eine wissenschaftliche Studie (1989)

6. Förderung der deutschen Sprache in Rumänien

7. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung der deutschen Sprache für die deutsche Minderheit in Rumänien sowie deren historische, politische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Ziel ist es, Klarheit über die Wichtigkeit, die Verbreitung und die gezielte Förderung des sogenannten „Rumäniendeutsch“ zu schaffen, wobei insbesondere die Herausforderungen durch Diktatur, Zensur und Identitätswandel thematisiert werden.

  • Historische Entwicklung der deutschen Minderheiten in Rumänien.
  • Die Auswirkungen der Diktatur auf die Funktionalität der deutschen Sprache.
  • Problematisierung der Begriffe „Rumäniendeutsch“ und „Rumäniendeutsche Literatur“.
  • Die Bedeutung der deutschen Sprache für die kulturelle Identität der Minderheit.
  • Maßnahmen und politische Ansätze zur Förderung der deutschen Sprache in Rumänien.

Auszug aus dem Buch

3. Das Verhältnis zur deutschen Sprache in der Diktatur

Mit den drastischen Einengungen des politischen und gesellschaftlichen Wirkungsraumes der deutschen Minderheit während der Diktatur, änderte sich zwangsläufig auch das Verhältnis zur Sprache und zu deren Funktionalität (vgl. Tudorică 1997, 175). Im Mittepunkt des vorliegenden Kapitels steht die Diskussion zum gespannten Verhältnis zur deutschen Sprache in der Zeit der rumänischen Diktatur.

Im Jahr 1949 wurde in Rumänien die Zensur für Presse und Drucksachen eingeführt. Für den deutschschreibenden Schriftsteller erweist sich der Verlust der Funktionalitätsebenen der Sprache als unüberwindbar, weil Sprache das Material ist, aus dem er seine Realität formt. Die Sprache, die ihm gelassen wird, reicht nicht mehr aus, die rumänische Realität erfassen zu können. Hinzu kommt noch, dass sein künstlerischer Ausdruck dem Zwang der Diktatur unterliegt, d.h., dass auch die Auswahl der Thematik begrenzt wird. Nur die Annahme der offiziellen Sprache sicherte damals die Integration in die Gesellschaft und genauer, das Weiterleben in der Diktatur (vgl. Tudorică 1997, 33f.).

Für die Bezeichnung der, von der politischen Macht manipulatorisch eingesetzten, Sprache, etablierte sich in Rumänien der Begriff limbă de lemn („hölzerne Sprache“). Der Begriff limbă de lemn bezeichnet eine stilistisch mangelhafte Sprache, die schwerfällig, unsinnlich und bürokratisch ist. Die „hölzerne Sprache“ wurde von den Kritikern als eine Sprache, die die Realität entstellt, die die Kommunikation verunmöglicht und die Menschen manipuliert, definiert. Die Kritik an limbă de lemn beinhaltete auch die Kritik am sie tragenden Machtsystem (vgl. Weber 2010, 188).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der deutschen Sprache als Identitätsmerkmal ein und legt die methodischen sowie inhaltlichen Ziele der Arbeit fest.

2. Historischer Kontext: Es wird ein Überblick über die Wanderungsbewegungen deutscher Minderheiten gegeben, mit besonderem Fokus auf die historischen Siedlungsgruppen in Rumänien.

3. Das Verhältnis zur deutschen Sprache in der Diktatur: Das Kapitel beleuchtet, wie Zensur und politischer Druck die Funktionalität und den Gebrauch der deutschen Sprache während des Ceauşescu-Regimes einschränkten.

4. Begriffsbestimmung: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit den Begriffen „Rumäniendeutsch“ und „Rumäniendeutsche Literatur“ unter Einbeziehung verschiedener wissenschaftlicher Positionen.

5. Deutschsprachige Minderheit in Rumänien: eine wissenschaftliche Studie (1989): Dieses Kapitel analysiert eine IDS-Studie zur Varietätenvielfalt und zur Infrastruktur der deutschsprachigen Minderheit in Rumänien.

6. Förderung der deutschen Sprache in Rumänien: Es wird dargestellt, welche Rolle die deutsche Sprachförderungspolitik spielt und wie sie zur Wahrung der Identität der Minderheit beiträgt.

7. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse werden synthetisiert und die bleibende Bedeutung der deutschen Sprache für die kulturelle Landschaft Rumäniens hervorgehoben.

Schlüsselwörter

Rumäniendeutsch, deutsche Minderheit, Siebenbürger Sachsen, Banater Schwaben, Diktatur, Zensur, limbă de lemn, rumäniendeutsche Literatur, Aktionsgruppe Banat, Sprachförderung, Identität, Integration, Kulturpolitik, Sprachwissenschaft, Minderheitenpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung der deutschen Sprache für die deutsche Minderheit in Rumänien unter Berücksichtigung historischer und politischer Einflussfaktoren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Geschichte der Minderheiten, der Einfluss der Diktatur auf die Sprache, die theoretische Definition der Begriffe „Rumäniendeutsch“ und „Rumäniendeutsche Literatur“ sowie die heutige Sprachförderungspolitik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Klarheit über die Wichtigkeit, Verbreitung und Förderung des Rumäniendeutschen zu verschaffen, um dessen Rolle für die kollektive Identität der Minderheit zu verstehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer Literatur- und Quellenanalyse, wobei unter anderem Berichte des Instituts für Deutsche Sprache (IDS) sowie historische und politische Fachpublikationen ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in historische Analysen, die Untersuchung von Sprache unter Zensurbedingungen, die Begriffsdebatte in der Germanistik und eine Übersicht zu staatlichen Fördermaßnahmen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Rumäniendeutsch, Identität, Minderheitenpolitik, Zensur, Kulturförderung und die spezifischen Siedlungsgruppen wie die Siebenbürger Sachsen.

Wie hat sich die Diktatur auf die deutsche Sprache in Rumänien ausgewirkt?

Die Diktatur führte zu einer funktionalen Einschränkung der Sprache, einer politisch manipulativen Nutzung durch die sogenannte „hölzerne Sprache“ (limbă de lemn) und einem hohen Emigrationsdruck.

Welche Rolle spielt die Aktionsgruppe Banat in der literarischen Debatte?

Die Aktionsgruppe Banat prägte eine neue, kritische Form der Literatur, die sich bewusst von traditionellen, vergangenheitsorientierten Konzepten abgrenzte und oft als „anti-rumäniendeutsche Literatur“ bezeichnet wurde.

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Details

Title
Rumäniendeutsch. Die deutsche Sprache in Rumänien
College
Technical University of Chemnitz  (Germanistik)
Course
Auswärtige Kulturpolitik
Grade
1,7
Author
Simona Marazaite (Author)
Publication Year
2011
Pages
19
Catalog Number
V282475
ISBN (eBook)
9783656819240
ISBN (Book)
9783656838548
Language
German
Tags
Rumäniendeutsch Sprachförderung Rumänien
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simona Marazaite (Author), 2011, Rumäniendeutsch. Die deutsche Sprache in Rumänien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282475
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