Die vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit dem Violinkonzert in e-Moll op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Dabei erfolgt zunächst eine Einordnung in den Entstehungskontext des Werkes, sowie eine kurze vergleichende Betrachtung eines früheren Violinkonzerts des Komponisten aus dessen Jugendwerken.
Der Fokus der analytischen Betrachtung des op. 64 liegt auf dem Kopfsatz des Konzerts, wobei der Einsatz der Solovioline und Besonderheiten der formellen Dispositionen besondere Berücksichtigung finden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Hintergründe und Entstehungsgeschichte
3. Betrachtung inhaltlicher Aspekte im Violinkonzert in e-Moll op. 64
3.1 Formale Gestalt
3.2 Die Architektur des Kopfsatzes unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes der Solovioline
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Violinkonzert in e-Moll op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy mit einem besonderen analytischen Schwerpunkt auf der Gestaltung des Kopfsatzes. Ziel ist es, die innovative Behandlung des Soloinstruments sowie formale Besonderheiten innerhalb der klassischen Sonatensatzform herauszuarbeiten und in den Kontext der Werkentstehung zu stellen.
- Entstehungsgeschichte und kompositorischer Kontext
- Formale Analyse der dreisätzigen Anlage des Konzerts
- Bedeutung der Solovioline und deren Einsatz im Kopfsatz
- Untersuchung von Übergangstechniken zwischen den Sätzen
- Vergleich zwischen dem frühen d-Moll-Konzert und dem op. 64
Auszug aus dem Buch
3.2 Die Architektur des Kopfsatzes unter besonderer Berücksichtigung des Einsatzes der Solovioline
Wie bereits oben angedeutet, steht der Kopfsatz des op. 64 in der Sonatensatzform. Vorauszuschicken ist in diesem Zusammenhang, dass die Sonatensatzform mit ihren Kernelementen Exposition, Durchführung und Reprise „regelhaft zumindest für den ersten Satz einer Klaviersonate, einer Symphonie oder eines kammermusikalischen Werkes [...]“ gilt. Es macht jedoch einen bedeutenden Unterschied, ob diese mit Klavier, Orchester oder kammermusikalischen Besetzungen auskomponiert wird, so dass ihr Aussehen durch diesen Aspekt erheblich beeinflusst werden kann. Auch hinsichtlich des Solokonzerts ist insoweit eine Modifikation erforderlich. Dabei ist zu bedenken, dass die beiden sich gegenüberstehenden Klangkörper – Soloinstrument und Orchester – innerhalb der Form angemessen berücksichtigt werden müssen, was zwangsläufig Besonderheiten im Zusammenhang mit der Sonatensatzform in diesem Genre mit sich bringt. Dies wird auch bei der folgenden Analyse deutlich.
Der Kopfsatz von Mendelssohns op. 64 beginnt mit zwei einleitenden Takten des Orchesters. Dabei setzt auftaktig zu T. 3 die Solovioline mit der Vorstellung des Hauptsatzthemas ein. Als prägendes Merkmal des Hauptsatzthemas erscheint der anapästische Einstieg mit dem folgenden Sextsprung, an den sich eine abwärts führende Bewegung anschließt. Die Harmonik bewegt sich zu Beginn zunächst zwischen der Tonika e-Moll und der Subdominante a-Moll. In T. 10 wird schließlich die Dominante H-Dur als Halbschluss erreicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Entstehung des Werks im Austausch mit Ferdinand David und definiert den analytischen Fokus auf den Kopfsatz des Konzerts.
2. Hintergründe und Entstehungsgeschichte: Dieses Kapitel beleuchtet den langjährigen Entstehungsprozess und stellt Bezüge zu Mendelssohns frühen Jugendwerken her, um die Entwicklung seiner kompositorischen Handschrift aufzuzeigen.
3. Betrachtung inhaltlicher Aspekte im Violinkonzert in e-Moll op. 64: Hier findet die detaillierte Analyse der formalen Gestalt, der Satzübergänge sowie der speziellen Architektur des Kopfsatzes statt.
4. Schlussbetrachtung: Das Kapitel fasst die gewonnenen Erkenntnisse zusammen und würdigt Mendelssohns gattungsrelevante Neuerungen, insbesondere im Hinblick auf den Einsatz der Solovioline.
Schlüsselwörter
Felix Mendelssohn Bartholdy, Violinkonzert e-Moll op. 64, Solovioline, Sonatensatzform, Musiktheorie, Formale Analyse, Kompositionsgeschichte, Attacca-Übergang, Hauptsatzthema, Mendelssohn, Musikwissenschaft, Klassik, Konzertform, Werkanalyse, Solokonzert.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit einer analytischen Untersuchung des Violinkonzerts in e-Moll op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit fokussiert sich auf die formale Gestaltung, die historischen Entstehungsbedingungen und die spezifische Architektur des Kopfsatzes.
Welches primäre Ziel verfolgt der Autor?
Das Ziel ist die Aufarbeitung der kompositorischen Neuerungen Mendelssohns, insbesondere die Rolle der Solovioline im Kontext der klassischen Sonatensatzform.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine musiktheoretische und musikgeschichtliche Werkanalyse durchgeführt, gestützt auf Partiturstudien und musikwissenschaftliche Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Betrachtung des Gesamtwerks und eine tiefgehende Analyse der Satzstruktur sowie des Einsatzes der Solovioline im Kopfsatz.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Wichtige Begriffe sind Sonatensatzform, Solokonzert, Mendelssohn, formale Analyse, Kopfsatz und Attacca-Technik.
Warum spielt das frühe d-Moll-Konzert für die Analyse eine Rolle?
Das frühe Konzert dient als Vergleichsfolie, um die kompositorische Reife und die Weiterentwicklung bestimmter Techniken (wie der Satzübergänge) in op. 64 aufzuzeigen.
Welche Besonderheit hebt der Autor bei der Kadenz hervor?
Eine Besonderheit ist die untypische Platzierung der Kadenz am Ende des Durchführungsteils statt kurz vor Ende des Satzes.
- Quote paper
- Bernd Wladika (Author), 2013, Das "Violinkonzert in e-Moll" op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy und der Einsatz der Solovioline im Kopfsatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282594