Für viele Existenzgründer bietet bereits der erste Schritt zur Selbständigkeit eine große Chance. Selbständige können ihre Arbeitszeit selbst einteilen, ihre Ideen frei umsetzen und sind nicht von den Weisungen eines Arbeitgebers abhängig. Jedoch wird der eigene Weg in die Selbständigkeit von vielen Risiken begleitet. Bereits in den ersten vier Jahren müssen knapp 35% der neugegründeten deutschen Unternehmen wieder die Insolvenz anmelden. Umso wichtiger ist es, dass sich Existenzgründer bereits im Vorfeld intensiv mit ihrem Vorhaben auseinandersetzen.
Die Geschäftsplanung und damit der erste Schritt in die Selbständigkeit, beginnt mit den ersten Überlegungen zur Geschäftsidee und mündet mit zunehmender Reife des Projektes in der allgemeinen Unternehmensplanung. Für die Unternehmensgründer bedeutet dies, dass die Geschäftsidee gründlich überlegt, reliabel analysiert und solide geplant werden muss. Dabei kommt es keineswegs rein auf die Geschäftsidee an- auch wirtschaftliche, soziale und rechtliche Gegebenheiten und deren zukünftige Auswirkungen müssen, bei der Umsetzung dieser Idee, berücksichtigt werden. Das schriftlich festgehaltene Fazit all dieser Überlegungen wird auch Businessplan oder in deutscher Sprache Geschäftsplan, genannt. Er stellt die ganzheitliche und detaillierte Vorstellung des Unternehmenskonzeptes dar. Besonders bei der Unternehmensgründung ist dies von zentraler Bedeutung, denn dabei werden die Geschäftsidee, Strategien und Zielsetzungen des Unternehmens, die Prognose des Marktes sowie das Management und der Finanzbedarf, dargestellt. Chancen und Risiken für die zukünftige Unternehmensentwicklung können dadurch analysiert und herausgearbeitet werden. Mit anderen Worten- es werden die ersten Weichen für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens gestellt.
Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in die einzelnen Bestandteile eines Businessplans zu geben und den Leser für die Bedeutsamkeit eines solchen Plans zu sensibilisieren. Es werden Möglichkeiten und Modelle der Analyse vorgestellt und Elemente, auf die es bei der Planung der eigenen Selbständigkeit zu achten gilt, betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Bedeutung und Aufgaben des Businessplans
3 Executive Summary
4 Unternehmen und Rechtsform
4.1 Die Geschäftsidee
4.2 Die Standortwahl
4.3 Die Rechtsform
5 Analyse der Markt- und Branchensituation
5.1 Die SWOT-Analyse
5.2 Das Five-Forces-Modell nach Porter
6 Produktportfolio, Marketing und Vertrieb
7 Finanzplanung
8 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Studienarbeit hat zum Ziel, die grundlegenden Bestandteile und die methodische Erstellung eines Businessplans darzulegen, um Existenzgründer für die Bedeutung einer fundierten Geschäftsplanung zu sensibilisieren. Dabei wird untersucht, wie durch strategische Analysen und eine solide Finanzplanung das Risiko des unternehmerischen Scheiterns minimiert und die Überzeugungskraft gegenüber potenziellen Kapitalgebern gesteigert werden kann.
- Bedeutung und Zweck des Businessplans als Steuerungs- und Finanzierungsinstrument.
- Strukturelle Anforderungen an die Executive Summary und die Unternehmensbeschreibung.
- Methoden der strategischen Analyse (SWOT-Analyse und Five-Forces-Modell).
- Grundlagen des Marketing-Mix zur erfolgreichen Marktpositionierung.
- Aufbau und Teilbereiche einer professionellen Finanzplanung für Gründungsphasen.
Auszug aus dem Buch
4.2 Die Standortwahl
Im Rahmen einer Unternehmensgründung haben sich Existenzgründer mit einer Vielzahl an Fragen auseinanderzusetzen. Neben der Geschäftsidee ist dabei auch die Wahl des Unternehmensstandorts nicht zu unterschätzen, denn auch der Standort zählt zu den fundamentalen Faktoren, die maßgeblich zum Erfolg oder Misserfolg einer Unternehmung beitragen können. Unter dem Begriff Unternehmensstandort ist dabei nicht nur der geografische Ort zu verstehen, sondern auch alle damit verbundenen Einflussfaktoren wie beispielsweise die Infrastruktur, Absatzmärkte und rechtliche Rahmenbedingungen. Die Bedeutung der Standortwahl ist also auch im Zeitalter der Globalisierung und der vermeintlichen Kontraktion von Raum und Zeit nicht zu unterschätzen.
Um die richtige Entscheidung bei der Wahl des Standortes treffen zu können, empfiehlt es sich eine gründliche Standortanalyse zu betreiben. Bei der Analyse des Standortes werden die verschiedenen Faktoren in zwei verschiedene Gruppen eingeteilt: harte und weiche Standortfaktoren. Früher wurden die harten Faktoren als die, für die Unternehmerentscheidung, wichtigen Faktoren charakterisiert. Dies hat sich aber im Laufe der Zeit geändert, da heute zunehmend auch weiche Faktoren eine entscheidende Rolle spielen. Zu den harten Faktoren werden daher heute nur die eindeutig quantifizierbaren Faktoren gezählt. Dazu gehören beispielsweise die Personal- und Materialkosten.
Die Personalkosten setzen sich dabei aus Lohnkosten und Lohnnebenkosten zusammen. Besonders bei der internationalen Standortwahl ist der Vergleich der Personalkosten enorm wichtig. In Deutschland sind die durchschnittlichen Personalkosten im internationalen Vergleich relativ hoch. Ein weiterer Aspekt, der im Zuge der Personalrekrutierung bedacht werden muss, ist jedoch auch die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal. In Regionen mit geringen Lohnkosten sind daher meist nicht ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte zu finden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Chancen und Risiken einer Selbstständigkeit und betont die Notwendigkeit einer soliden Geschäftsplanung zur Vermeidung von Insolvenzrisiken.
2 Bedeutung und Aufgaben des Businessplans: Dieses Kapitel erläutert den Businessplan als zentrales Instrument, um interne Planungsziele zu definieren und externe Kapitalgeber von der Wirtschaftlichkeit des Vorhabens zu überzeugen.
3 Executive Summary: Es wird die Funktion der Executive Summary als prägnante Visitenkarte des Unternehmens beschrieben, die das Interesse potenzieller Investoren wecken soll.
4 Unternehmen und Rechtsform: Dieser Abschnitt behandelt die Grundlagen der Existenzgründung, beginnend bei der Geschäftsidee über die Standortwahl bis hin zur Abwägung verschiedener Rechtsformen.
5 Analyse der Markt- und Branchensituation: Hier werden Modelle wie die SWOT-Analyse und das Five-Forces-Modell vorgestellt, um die Marktpositionierung und Wettbewerbsintensität zu bewerten.
6 Produktportfolio, Marketing und Vertrieb: Das Kapitel erläutert den Marketing-Mix (4 P's) als Werkzeugkasten zur zielgerichteten Marktbearbeitung und zur Abhebung vom Wettbewerb.
7 Finanzplanung: Es wird die Erstellung einer strukturierten Finanzplanung dargelegt, die als Grundlage für Rentabilitätsvorschau und Liquiditätssicherung dient.
8 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass ein Businessplan ein dynamisches Instrument zur Entscheidungsfindung darstellt, welches trotz volatiler Märkte dem Gründer Orientierung und Erfolgssicherheit bietet.
Schlüsselwörter
Businessplan, Existenzgründung, Unternehmensplanung, Geschäftsidee, Standortwahl, SWOT-Analyse, Five-Forces-Modell, Wettbewerbsanalyse, Marketing-Mix, Finanzplanung, Liquidität, Kapitalgeber, Marktforschung, Rechtsform, Rentabilität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle des Businessplans bei der Unternehmensgründung und zeigt Wege von der ersten Idee bis zur operativen Umsetzung auf.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der strategischen Planung, der Analyse des Marktumfelds, der Wahl der Rechtsform und der Erstellung einer soliden Finanzplanung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, Lesern die Bedeutung eines Businessplans als professionelles Instrument zu vermitteln, um Gründungsrisiken zu senken und die Finanzierbarkeit zu prüfen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeit nutzt theoretische Modelle wie das Five-Forces-Modell nach Porter und die SWOT-Analyse, um unternehmerische Herausforderungen methodisch strukturiert abzubilden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Gestaltung des Businessplans, von der Standort- und Rechtsformwahl über die Markt- und Wettbewerbsanalyse bis hin zum Marketing-Mix und der Finanzplanung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Businessplan, Existenzgründung, Finanzplanung, Marktpositionierung und Wettbewerbsstrategie geprägt.
Warum wird im Businessplan zwischen harten und weichen Standortfaktoren unterschieden?
Die Unterscheidung hilft dabei, sowohl quantifizierbare Kostenaspekte als auch qualitative Faktoren wie Arbeitsmotivation und Image zu bewerten, die gemeinsam den langfristigen Unternehmenserfolg beeinflussen.
Wie unterscheidet sich laut dem Autor die Haftung bei den verschiedenen Rechtsformen?
Während Einzelunternehmer und Gesellschafter von Personengesellschaften meist unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen haften, ist bei Kapitalgesellschaften die Haftung in der Regel auf das Gesellschaftsvermögen begrenzt.
- Arbeit zitieren
- Sebastian Henning (Autor:in), 2013, Der Businessplan. Wege von der Geschäftsidee zur Unternehmensgründung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/282828